{"id":8369,"date":"2005-09-07T00:00:00","date_gmt":"2005-09-06T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20050907-06n"},"modified":"2005-09-07T00:00:00","modified_gmt":"2005-09-06T22:00:00","slug":"bundestagsverwaltung-besteht-auf-fenstern-aus-urwaldzerstoerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bundestagsverwaltung-besteht-auf-fenstern-aus-urwaldzerstoerung\/","title":{"rendered":"Bundestagsverwaltung besteht auf Fenstern aus Urwaldzerst\u00f6rung!"},"content":{"rendered":"<p><b>25 <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/\" >Greenpeace<\/a>-Aktivisten protestierten in den Morgenstunden in Berlin gegen den Einbau von Fenstern aus Urwaldholz in das Verwaltungsgeb\u00e4ude des Bundestages in der Luisenstra\u00dfe. Sie schwei\u00dften das Metalltor zur Baustelle zu und sicherten die angelieferten Fenster mit langen Ketten und Absperrband. \u00dcber das Tor h\u00e4ngten sie ein Banner auf mit der Aufschrift: Fenster aus Urwaldzerst\u00f6rung! Auftaggeber: Bundestag.<\/b> <\/p>\n<p>Ein Kletterer im Orang-Utan-Kost\u00fcm weist auf die Vernichtung des Lebensraums der Menschenaffen durch die Abholzung hin. Insgesamt sollen in das Bundestagsverwaltungsgeb\u00e4ude in Berlin-Mitte 500 Merantiholzfenster eingebaut werden. F\u00fcr die Produktion von Fenstern aus Merantiholz werden in S\u00fcdostasien die letzten verbliebenen Urw\u00e4lder vernichtet.<\/p>\n<p>Der Bundestag betreibt ein doppeltes Spiel. Einerseits wird ein Urwaldschutzgesetz erarbeitet, andererseits wird Holz aus Urwaldzerst\u00f6rung f\u00fcr ein Verwaltungsgeb\u00e4ude verwendet, sagt Sandra Pfotenhauer, Waldexpertin von Greenpeace. Die Umweltorganisation hatte bereits vor zwei Wochen gegen den Einbau der Merantiholzfenster protestiert und Bundestagspr\u00e4sident Wolfgang Thierse (SPD) aufgefordert, Holzfenster aus \u00f6kologischer Waldnutzung einbauen zu lassen. Ein Bundestagssprecher hatte die Greenpeace-Aktion als unsinnig bezeichnet und behauptet, dass Holz stamme aus Plantagen oder nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Ein entsprechender Nachweis liegt jedoch Greenpeace bis heute nicht vor.<\/p>\n<p>So einfach lassen wir uns nicht abspeisen. In S\u00fcdostasien wird der Gro\u00dfteil des Holzes illegal eingeschlagen, das F\u00e4lschen von Exportpapieren ist dort g\u00e4ngige Praxis, so Pfotenhauer. Der einzig glaubw\u00fcrdige Nachweis daf\u00fcr, dass Holz aus \u00f6kologisch und sozial gerechter Waldwirtschaft stammt, ist das Siegel des FSC (Forest Stewardship Council). Die Fenster, die f\u00fcr das Bundestagsverwaltungsgeb\u00e4ude geliefert wurden, sind nach Greenpeace-Recherchen nicht FSC-zertifiziert.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnen, CDU\/CSU und die FDP haben die Greenpeace-Forderung an Thierse, den Nachweis f\u00fcr die Herkunft der Fenster zu erbringen, unterst\u00fctzt. Nur die SPD h\u00fcllt sich weiterhin in Schweigen. <\/p>\n<p>Noch immer sind in Deutschland Import und Handel mit Holz aus illegalen Quellen und Urwaldzerst\u00f6rung nicht verboten. Zwar hat der Bundestag von der Bundesregierung ein Urwaldschutzgesetz gefordert, die Abstimmung der Ministerien steht aber noch aus. Deswegen fordert Greenpeace die k\u00fcnftige Bundesregierung auf, das Gesetz zu verabschieden und eine Beschaffungspolitik auf den Weg zu bringen, die eine Verwendung von Holz aus \u00f6kologischer Waldnutzung vorschreibt.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/deutschlands-stiller-pakt-mit-der-holzmafia\/\" >2005-08-22<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>25 Greenpeace-Aktivisten protestierten in den Morgenstunden in Berlin gegen den Einbau von Fenstern aus Urwaldholz in das Verwaltungsgeb&auml;ude des Bundestages in der Luisenstra&szlig;e. 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