{"id":8360,"date":"2005-09-09T00:00:00","date_gmt":"2005-09-08T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20050909-04n"},"modified":"2005-09-09T00:00:00","modified_gmt":"2005-09-08T22:00:00","slug":"biokraftstoff-experte-in-zukunft-verstaerkter-biodiesel-und-bioethanoleinsatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biokraftstoff-experte-in-zukunft-verstaerkter-biodiesel-und-bioethanoleinsatz\/","title":{"rendered":"Biokraftstoff-Experte: In Zukunft verst\u00e4rkter Biodiesel- und Bioethanoleinsatz"},"content":{"rendered":"<p><b>Zur Entsch\u00e4rfung der Treibstoffsituation in Europa werde man in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren verst\u00e4rkt auf Biodiesel und Biosprit setzen, die bereits marktreif seien. Diesen Ausblick gab Manfred W\u00f6rgetter heute im Rahmen der 16. Euro-Saat-Fachtagung der Rieder Messe. W\u00f6rgetter leitet die Landtechnische Forschung an der <a href=\"http:\/\/www.blt.bmlf.gv.at\/menu\/bio_nawa.htm\" >FJ-BLT (Biomass-Logistics-Technology) Wieselburg<\/a>(\u00d6sterreich) und war ma\u00dfgeblich an der Entwicklung des Biodiesel-Sektors beteiligt.<\/b><\/p>\n<p>Mit dem Biokraftstoff-Thema machte die von der Saatbau Linz initiierte Fachtagung, die inzwischen zu einem Fixpunkt der Rieder Messe geworden ist, heuer einen scheinbaren Abstecher von den bisherigen Pflanzenbau-Schwerpunkten. Jedoch nur scheinbar, denn Pflanzen und deren spezielle Z\u00fcchtungen sind die Grundlage der neuen &#8211; oder besser gesagt, der wieder entdeckten &#8211; Treibstoffgeneration. Das Angebot ist derzeit noch bescheiden, das Potenzial hingegen steigend. Auf diesen Bereich setzen zunehmend Energieverbraucher und Landwirtschaft. Insbesondere der Agrarsektor sieht in diesem Sektor eine ausbauf\u00e4hige Chance f\u00fcr Absatz und Arbeitspl\u00e4tze.<\/p>\n<p><b>Gro\u00dfe Vielfalt bei der Entwicklung<\/b><\/p>\n<p>Eine fieberhafte Suche nach alternativen und insbesondere erneuerbaren Energiequellen gibt es seit Jahren, denn die fossilen Energietr\u00e4ger gehen allm\u00e4hlich zur Neige und ihr ungehemmter Verbrauch ist umweltgef\u00e4hrdend. Als Treibstoff-Alternativen stehen f\u00fcr W\u00f6rgetter umgeesterte Pflanzen\u00f6le, bekannt als Biodiesel und Biosprit, aus St\u00e4rke- oder Zucker-haltigen Pflanzen als Benzinbeimischung oder Vollersatz im Vordergrund. <\/p>\n<p>Begrenzend sind bei beiden Produktgruppen die landwirtschaftliche Erzeugungskapazit\u00e4t &#8211; vor allem bei Raps &#8211; und teilweise auch der Absatz der Nebenprodukte in der F\u00fctterung. W\u00e4hrend Biosprit aus brasilianischem und US-amerikanischem Zuckerrohr und Mais bereits gut eingef\u00fchrt ist, steht Europa, das zur Spritproduktion Getreide verwendet, gerade erst am Beginn. Eine wirklich gro\u00dfe Biodieselproduktion wird durch das Rapsangebot begrenzt, doch stehen gebietsweise auch Sonnenblumen und Soja zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Im Hinblick auf den so oft erw\u00e4hnten Einsatz von reinem Pflanzen\u00f6l nimmt W\u00f6rgetter nach eigenen Angaben solange eine skeptische Haltung ein, bis die Motorenhersteller spezielle Pflanzen\u00f6l-Motoren anbieten, beziehungsweise sich wenigstens eines der vielen Umr\u00fcstsysteme als funktionell und preiswert erweist. Der derzeit in Kooperation mit Wieselburg laufende Versuch, in dem 35 auf Pflanzen\u00f6l umger\u00fcstete Traktoren getestet werden, k\u00f6nnte dabei zum Wegweiser werden.<\/p>\n<p><b>Gro\u00dfe Konzerne an Entwicklung beteiligt<\/b><\/p>\n<p>Pflanzen\u00f6le, Bio-Ethanol und Biodiesel gelten als erste Generation nachwachsender Treibstoffe, die sich aber selbst noch in der Einf\u00fchrungsphase befindet. Eine zweite Generation k\u00fcndigt sich aber bereits in Form von verfl\u00fcssigter Biomasse, Synthesegas und Biogas, Holz und Holzabf\u00e4llen, Kohle und Koks an. Erdgas und das geringere Mengen an Methan (CH4) liefernde Biogas fungieren als Ausgangsmaterial f\u00fcr motortaugliche Gase oder verfl\u00fcssigte Treibstoffe wie BtL (Biomass to Liquid). <\/p>\n<p>Bei den intensiven Forschungsarbeiten wird teilweise an fr\u00fcher g\u00e4ngige Produktionsmethoden wie Pyrolyse, Methansynthese (Leuna) oder das Fischer-Tropsch-Verfahren angekn\u00fcpft und neue Erkenntnisse und Verfahren erg\u00e4nzt. Die gro\u00dftechnische und wirtschaftliche Machbarkeit wird erst in einigen Jahren zur Entscheidung stehen. Da sich aber bereits Konzerne wie Shell, Mercedes und VW intensiv an solchen Entwicklungen beteiligen, wird dem Thema dennoch eine gro\u00dfe Bedeutung beigemessen.<\/p>\n<p><b>Richtige Sortenauswahl entscheidend<\/b><\/p>\n<p>Egal, ob Biodiesel, Bio-Ethanol oder das vorerst \u00fcberwiegend f\u00fcr die Verstromung genutzte Biogas erzeugt werden sollen: Ihre Wirtschaftlichkeit h\u00e4ngt auf der Rohstoffseite sehr stark von den daf\u00fcr notwendigen Pflanzen ab. Damit ist das optimale Saatgut gefragt.<\/p>\n<p>Johann Birschitzky von der Saatzucht Donau und Karl Mayr von der Landwirtschaftskammer Steiermark skizzierten in diesem Zusammenhang die aktuelle Entwicklungsarbeit. Aus je 100 kg St\u00e4rke k\u00f6nnen demnach bis zu 62 l Alkohol gewonnen werden. Nach deutschen Erfahrungswerten liefert 1 t Getreide knapp 400 l Bioethanol. Weizen rangiert dabei vor Triticale. Neben der Z\u00fcchtung auf St\u00e4rke ist f\u00fcr die Alkoholproduktion auch eine wirksame Fusarium-Resistenz anzustreben, da die sonst drohenden Mykotoxine in dem anfallenden Futtermittel (DDGS) auf das 2,5-Fache aufkonzentriert werden k\u00f6nnen. Weizen und Triticale ergeben auch in \u00d6sterreich ein gr\u00f6\u00dferes Rohstoffpotenzial f\u00fcr die Biotreibstoffproduktion. <\/p>\n<p>In der aufstrebenden Biogasproduktion steht der Methanertrag je ha im Vordergrund. Mais ist diesbez\u00fcglich f\u00fchrend. Die Methanausbeute schwankt aber nach Sorten und Erntezeitpunkt sehr stark von 150 bis 400 l je kg Trockenmasse.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/september-ausgabe-des-blt-mitteilungsblattes-nachwachsende-rohstoffe-3\/\" >2005-08-24<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Zur Entsch&auml;rfung der Treibstoffsituation in Europa werde man in den n&auml;chsten f&uuml;nf Jahren verst&auml;rkt auf Biodiesel und Biosprit setzen, die bereits marktreif seien. Diesen Ausblick<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-8360","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8360","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8360"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8360\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8360"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8360"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8360"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=8360"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}