{"id":8356,"date":"2005-09-13T00:00:00","date_gmt":"2005-09-12T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20050913-02n"},"modified":"2005-09-13T00:00:00","modified_gmt":"2005-09-12T22:00:00","slug":"kuenast-und-trittin-aktiver-beitrag-der-landwirtschaft-zu-aktiver-klimapolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kuenast-und-trittin-aktiver-beitrag-der-landwirtschaft-zu-aktiver-klimapolitik\/","title":{"rendered":"K\u00fcnast und Trittin: Aktiver Beitrag der Landwirtschaft zu aktiver Klimapolitik"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Agrar- und Umweltminister der EU haben auf ihrem informellen Treffen in London \u00fcber das Thema &#8220;Klimawandel und Landwirtschaft&#8221; beraten. Bundesministerin K\u00fcnast und Staatssekret\u00e4r Rainer Baake haben das Treffen genutzt, um ihren Kolleginnen und Kollegen weitere Schritte f\u00fcr einen verst\u00e4rkten Beitrag der Landwirtschaft zum Klimaschutz, aber auch zur Anpassung der Landwirtschaft an die zu erwartenden Klimaver\u00e4nderungen vorzuschlagen.<\/b> <\/p>\n<p>Der Klimawandel ist zu einer der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen der Gegenwart geworden. Die in den vergangenen Jahren verst\u00e4rkt aufgetretenen Witterungsextreme mit D\u00fcrren, St\u00fcrmen, Starkregen oder Sommerhochwassern haben die Auswirkungen des Klimawandels auch in Deutschland und der EU immer deutlicher werden lassen. Deshalb ist es gerade aus Sicht der Agrar- und Forstwirtschaft dringend notwendig, dass Verhandlungen \u00fcber die Fortf\u00fchrung der internationalen Klimaschutzverpflichtungen nach 2012 m\u00f6glichst schnell beginnen. Die 11. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention, die im Dezember in Montreal stattfindet und gleichzeitig die erste Vertragsstaatenkonferenz des Kyoto-Protokolls ist, muss den Verhandlungsprozess dazu einl\u00e4uten. <\/p>\n<p><b>Die Land- und Forstwirtschaft ist auf vielschichtige Weise vom Klimawandel betroffen<\/b> <\/p>\n<p>So hat sie mit mehr oder weniger gro\u00dfr\u00e4umigen Verschiebungen der Vegetationszonen und damit auch mit Auswirkungen auf die Kulturpflanzen zu rechnen. Schadorganismen und deren Populationsdynamik ver\u00e4ndern sich. Das Ziel der EU, die globale Erw\u00e4rmung auf h\u00f6chstens zwei Grad zu begrenzen, dient somit auch der Vermeidung nicht akzeptabler negativer Auswirkungen des Klimawandels auf Land- und Forstwirtschaft. <\/p>\n<p>Land- und Forstwirtschaft beeinflussen aber selbst auch das Klimageschehen. So kommen 10% der Treibhausgase in der EU aus der Landwirtschaft, insbesondere Methan und Lachgas. Dem steht die Kohlendioxid-Bindung im Wald und in der Landwirtschaft gegen\u00fcber, die im Boden und in Biomasse langfristig gebunden bzw. als Nahrungsmittel oder als nachwachsender Rohstoff bereitgestellt werden. Nicht zuletzt besteht f\u00fcr die Landwirtschaft auch eine Chance darin, mit der Bereitstellung von Energie aus Biomasse Klimaschutz mit neuen wirtschaftlichen Perspektiven zu verbinden. <\/p>\n<p>In den letzten Jahren sind auf europ\u00e4ischer Ebene verschiedene Ma\u00dfnahmen beschlossen und umgesetzt worden, die zu einer st\u00e4rkeren Integration der Belange der Umwelt in die Agrarpolitik gef\u00fchrt haben, wie zur verst\u00e4rkten Nutzung erneuerbarer Energien aus Biomasse oder mit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik, die wichtige Korrekturen auch zugunsten von Emissionsminderungen vorgenommen hat. <\/p>\n<p>Bundesministerin K\u00fcnast und Bundesminister Trittin sehen aber angesichts der deutlich gewordenen Wetterextreme und im Hinblick auf eine weltweit steigende Nachfrage nach fossilen Energietr\u00e4gern die Notwendigkeit, in Zukunft weiter auf dem eingeschlagenen Weg einer \u00d6kologisierung der Landwirtschaft voranzukommen. Hierzu bedarf es auf europ\u00e4ischer Ebene eines neuen und starken Impulses. K\u00fcnast und Trittin haben ihren europ\u00e4ischen Kolleginnen und Kollegen daf\u00fcr folgende Ma\u00dfnahmen vorgeschlagen: <\/p>\n<ul>\n<li>st\u00e4rkere Fokussierung der gemeinsamen Forschungspolitik auf den Bereich Klimaschutz und Klimaschutz in der Landwirtschaft<\/li>\n<li>eine st\u00e4rkere Ausrichtung des agrarpolitischen Instrumentariums, von F\u00f6rderung und Beihilfen auf eine \u00d6kologisierung der gesamten Landwirtschaft sowie die erforderliche Anpassung an Klimaver\u00e4nderungen im Rahmen k\u00fcnftiger Reformen<\/li>\n<li>eine EU-weite Zielvorgabe f\u00fcr den \u00f6kologischen Landbau; der \u00f6kologische Landbau wirtschaftet weniger Klima belastend, und tr\u00e4gt &#8211; etwa durch ein doppelt so hohes Wasseraufnahmeverm\u00f6gen der \u00f6kologisch bewirtschafteten B\u00f6den &#8211; zur Schadensminderung bei Wetterextremen bei<br \/>den Ausbau der Nutzung von Biogas und von Bioenergie und Biokraftstoffen, wie in dem von Deutschland, Frankreich, Polen und \u00d6sterreich im Juni 2004 gemeinsam vorgelegten Memorandum vorgeschlagen<\/li>\n<li>Erarbeitung eines ganzheitlichen Konzeptes f\u00fcr die verst\u00e4rkte stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe auf europ\u00e4ischer Ebene,<\/li>\n<li>die Erarbeitung einer gemeinsamen EU-Position zur Einbeziehung der Agrar- und Forstwirtschaft und insbesondere zum Problem der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen aus Entwaldung im Zusammenhang mit den beginnenden Verhandlungen zur Fortf\u00fchrung des Kyoto-Protokolls. Die Art der Einbeziehung muss gew\u00e4hrleisten, dass das Ziel der EU, die globale Erw\u00e4rmung auf h\u00f6chstens zwei Grad zu begrenzen, nicht gef\u00e4hrdet wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Ergebnisse der angesto\u00dfenen Diskussion sollen, so K\u00fcnast und Trittin, von der Kommission baldm\u00f6glichst in einen neuen Aktionsplan Klima und Landwirtschaft umgesetzt werden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Agrar- und Umweltminister der EU haben auf ihrem informellen Treffen in London &uuml;ber das Thema &#8220;Klimawandel und Landwirtschaft&#8221; beraten. 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