{"id":83485,"date":"2021-01-14T07:26:44","date_gmt":"2021-01-14T06:26:44","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=83485"},"modified":"2021-01-17T15:29:23","modified_gmt":"2021-01-17T14:29:23","slug":"kompostierbare-displays-fuer-nachhaltige-elektronik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kompostierbare-displays-fuer-nachhaltige-elektronik\/","title":{"rendered":"Kompostierbare Displays f\u00fcr nachhaltige Elektronik"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_83488\" aria-describedby=\"caption-attachment-83488\" style=\"width: 557px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-83488\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/2020_111_Kompostierbare-Displays-fuer-nachhaltige-Elektronik_72dpi.jpg\" alt=\"2020_111_Kompostierbare Displays fuer nachhaltige Elektronik_72dpi\" width=\"557\" height=\"297\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/01\/2020_111_Kompostierbare-Displays-fuer-nachhaltige-Elektronik_72dpi.jpg 1230w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/01\/2020_111_Kompostierbare-Displays-fuer-nachhaltige-Elektronik_72dpi-300x160.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/01\/2020_111_Kompostierbare-Displays-fuer-nachhaltige-Elektronik_72dpi-1024x545.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2021\/01\/2020_111_Kompostierbare-Displays-fuer-nachhaltige-Elektronik_72dpi-600x320.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 557px) 100vw, 557px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-83488\" class=\"wp-caption-text\">Das bioabbaubare Display kann aufgrund seiner Anpassungsf\u00e4higkeit und Adh\u00e4sion direkt auf der Hand getragen werden. (Foto: Manuel Pietsch, KIT)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>In den kommenden Jahren drohen die zunehmende Verwendung elektronischer Ger\u00e4te in Gebrauchsgegenst\u00e4nden sowie neue Technologien im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge, die Produktion von Elektronikschrott zu erh\u00f6hen. Eine umweltfreundlichere Produktion und ein nachhaltigerer Lebenszyklus sind hier von entscheidender Bedeutung, um Ressourcen zu sparen und Abfallmengen zu minimieren.<br \/>\nWissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts f\u00fcr Technologie (KIT) ist es erstmalig gelungen, Displays zu produzieren, deren Bioabbaubarkeit von unabh\u00e4ngiger Seite gepr\u00fcft und best\u00e4tigt wurde. Ihre Ergebnisse haben sie im <em>Journal of Materials Chemistry<\/em> ver\u00f6ffentlicht (<a href=\"https:\/\/pubs.rsc.org\/en\/content\/articlelanding\/2020\/TC\/D0TC04627B#!divAbstract\" target=\"_blank\">DOI: 10.1039\/d0tc04627b<\/a>).<\/strong><\/p>\n<p>\u201eMit unserer Entwicklung konnten wir zum ersten Mal zeigen, dass es m\u00f6glich ist, nachhaltige Displays aus \u00fcberwiegend nat\u00fcrlichen Materialien mithilfe industriell relevanter Fertigungsmethoden herzustellen. Sie tragen nach Gebrauch daher nicht zum Elektroschrott bei, sondern k\u00f6nnen im Gegenteil kompostiert werden. Dies k\u00f6nnte in Kombination mit Recycling und Wiederverwendbarkeit dazu beitragen, einige der Umweltauswirkungen von Elektroschrott zu minimieren oder ganz zu verhindern\u201c, beschreibt Manuel Pietsch, Erstautor der Publikation und Forscher des Lichttechnischen Instituts (LTI) des KIT am InnovationLab in Heidelberg, die Vorteile der neuen Entwicklung.<\/p>\n<h3>Geringer Energieverbrauch, simple Bauteilarchitektur<\/h3>\n<p>Die Funktion des Displays basiert auf dem sogenannten elektrochromen Effekt des verwendeten organischen Ausgangsmaterials. Legt man daran eine Spannung an, f\u00fchrt das zu einer ver\u00e4nderten Aufnahme von Licht und damit zu einer Farb\u00e4nderung im Material. Elektrochrome Displays zeichnen sich gegen\u00fcber kommerziell erh\u00e4ltlichen Displays, wie LEDs, LCDs und E-Paper, durch einen geringen Energieverbrauch und eine simple Bauteilarchitektur aus. Ein weiterer Vorteil: Diese Displays lassen sich im Tintenstrahldruckverfahren herstellen und erm\u00f6glichen dadurch eine ma\u00dfgeschneiderte, kosteng\u00fcnstige und materialeffiziente Produktion. Au\u00dferdem ist dieses Verfahren auch f\u00fcr skalierende Prozesse mit hohem Durchsatz geeignet. Die verwendeten Materialien sind haupts\u00e4chlich nat\u00fcrlichen Ursprungs oder biokompatibel. Durch die Versiegelung mit Gelatine wird das Display au\u00dferdem adh\u00e4siv und anpassungsf\u00e4hig und l\u00e4sst sich dadurch zudem auf verschiedenen K\u00f6rperstellen direkt auf der Haut tragen.<\/p>\n<h3>Einsatz in Medizindiagnostik und Lebensmittelverpackungen<\/h3>\n<p>Das Display ist generell f\u00fcr kurzlebige Anwendungen als Indikator f\u00fcr Sensoren oder einfache Anzeigen in verschiedenen Bereichen geeignet. Vor allem bei diagnostischen Anwendungen, bei denen die Hygiene eine wichtige Rolle spielt, m\u00fcssen die Sensoren zusammen mit deren Indikatoren nach jeder Anwendung aufwendig gereinigt oder entsorgt werden. Im Falle des neu entwickelten Displays entsteht hierbei kein Elektroschrott, sondern es kann einfach kompostiert werden. Auch im Bereich von Verpackungen f\u00fcr Lebensmittel, die nicht wiederverwendet werden d\u00fcrfen, k\u00f6nnte das Display als kompakte Anzeige f\u00fcr qualit\u00e4ts\u00fcberwachende Sensoren verwendet werden. Das digitale Druckverfahren erm\u00f6glicht zudem die individuelle Anpassung an Personen oder komplizierte Formen ohne eine teure Prozessumgestaltung, was erneut Ressourcen schont.<\/p>\n<p>\u201eDie, soweit uns bekannt, erste Demonstration eines tintenstrahlgedruckten, biologisch abbaubaren Displays, kann daher zu nachhaltigen Innovationen in weiteren elektronischen Bauteilen ermutigen und damit den Weg zu umweltfreundlicherer Elektronik ebnen\u201c, so Gerardo Hernandez-Sosa, Leiter der Printed Electronics Group des LTI am InnovationLab in Heidelberg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Originalpublikation<\/h3>\n<p>Manuel Pietsch, Stefan Schlisske, Martin Held, Noah Strobel, Alexander Wieczorek, Gerardo Hernandez-Sosa: Biodegradable inkjet-printed electrochromic display for sustainable short-lifecycle electronics. Journal of Materials Chemistry, <a href=\"https:\/\/pubs.rsc.org\/en\/content\/articlelanding\/2020\/TC\/D0TC04627B#!divAbstract\" target=\"_blank\">DOI: 10.1039\/d0tc04627b<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>\u00dcber das KIT<\/h3>\n<p>Als \u201eDie Forschungsuniversit\u00e4t in der Helmholtz-Gemeinschaft\u201c schafft und vermittelt das KIT Wissen f\u00fcr Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen ma\u00dfgebliche Beitr\u00e4ge in den Feldern Energie, Mobilit\u00e4t und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplin\u00e4ren Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 24 400 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universit\u00e4res Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationst\u00e4tigkeit am KIT schl\u00e4gt die Br\u00fccke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der deutschen Exzellenzuniversit\u00e4ten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den kommenden Jahren drohen die zunehmende Verwendung elektronischer Ger\u00e4te in Gebrauchsgegenst\u00e4nden sowie neue Technologien im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge, die Produktion von Elektronikschrott zu erh\u00f6hen. Eine umweltfreundlichere Produktion und ein nachhaltigerer Lebenszyklus sind hier von entscheidender Bedeutung, um Ressourcen zu sparen und Abfallmengen zu minimieren. 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