{"id":8336,"date":"2005-09-19T00:00:00","date_gmt":"2005-09-18T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20050919-02n"},"modified":"2017-10-18T13:44:36","modified_gmt":"2017-10-18T11:44:36","slug":"nova-studie-wood-plastic-composites-wpc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-studie-wood-plastic-composites-wpc\/","title":{"rendered":"nova-Studie: Wood-Plastic-Composites (WPC)"},"content":{"rendered":"<p><b>Wood-Plastic-Composites (WPC) sind eine neue Werkstoffgruppe, die sich derzeit weltweit mit hohen Zuwachsraten dynamisch entwickelt. WPC sind thermoplastisch verarbeitbare Verbundwerkstoffe aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz, meist synthetischen Kunststoffen und Additiven. Ein typisches WPC-Produkt ist z.B. ein extrudiertes Profil f\u00fcr einen Veranda-Bodenbelag, aus 70% Holzmehl, 25% Polyethylen oder Polypropylen und 5% Additiven, wie Haftvermittler, UV-Schutzzus\u00e4tzen und Farbpigmenten.<\/b><\/p>\n<p>Ein allgemein akzeptierter deutscher Begriff hat sich bislang nicht etablieren k\u00f6nnen. Die w\u00f6rtliche \u00dcbersetzung von WPC lautet: Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe.<\/p>\n<p>Weltweit f\u00fchrend bei Produktion und Einsatz von WPC ist Nordamerika, wo im Jahr 2005 ca. 700.000 t am Markt abgesetzt werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" style=\"margin-right: 10px;\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20050919-02\/wpcproduktionszahlen.jpg\" alt=\"Tabelle\" align=\"left\" border=\"0\" \/><br style=\"clear: left;\" \/><br \/>\nWichtigster Absatzmarkt ist in Nordamerika der Bereich &#8220;Decking&#8221;, das sind Bodenbel\u00e4ge f\u00fcr Au\u00dfenanwendungen, wie Veranda, Terrasse oder Au\u00dfentreppe, wo WPC vor allem Kesseldruck-impr\u00e4gniertes Echtholz ersetzt. Die j\u00e4hrlichen Zuwachsraten sind beachtlich, schon bald d\u00fcrfte die 1 Mio.-Tonnen-Marke \u00fcberschritten sein. Die klassische Holz- und Kunststoffindustrie sieht mit Erstaunen eine neue Werkstoffgruppe wachsen, die vor allem aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz besteht.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend f\u00fcr Nordamerika detaillierte Marktstudien vorliegen, ist die Datenlage f\u00fcr die n\u00e4chst wichtigen WPC-M\u00e4rkte, Asien und Europa, eher d\u00fcrftig. In Europa sch\u00e4tzen Experten die aktuelle WPC-Produktion auf etwa 30.000 t\/Jahr.<\/p>\n<p>Die vorliegende Studie liefert erstmalig detaillierte Fakten zum deutschen WPC-Markt. Aufgrund der aktuellen Dynamik kann dies nur eine erste Zwischenbilanz, eine Momentaufnahme sein. Die Studie macht Aussagen zum Marktvolumen, den wichtigsten Anwendungen, Produzenten und Akteuren. Die wichtigsten Ergebnisse sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Im Jahr 2004 wurden in Deutschland etwa 5.000 t WPC produziert.<\/li>\n<li>F\u00fcr das Jahr 2005 wird eine Verdopplung der Produktionsmenge auf 10.000 t WPC erwartet.<\/li>\n<li>Gerade f\u00fcr die Holzwerkstoffproduzenten ist WPC ein hei\u00dfes Thema, alle beobachten die Entwicklung, viele stehen in den Startl\u00f6chern.<\/li>\n<li>Inzwischen gibt es in Deutschland mindestens 17 Unternehmen, die WPC-Granulate und \u2013Produkte herstellen. Aktuell werden erhebliche Investitionen get\u00e4tigt und die Kapazit\u00e4ten ausgebaut.<\/li>\n<li>Anders als in Nordamerika ist das Anwendungsspektrum in Deutschland st\u00e4rker diversifiziert. Ebenso wie in den USA werden mittels Extrusion Boden-Profile f\u00fcr den Au\u00dfenbereich produziert. Andere Anwendungsfelder wie die Automobil- und M\u00f6belindustrie stehen aber ebenso im Visier der Produzenten. Hier spielen vor allem Polypropylen als Matrix und Spritzgie\u00dfen als Verfahren eine wichtige Rolle.<\/li>\n<li>Viel wird entwickelt und probiert \u2013 in welchem Bereich in f\u00fcnf Jahren die Hauptanwendungsfelder liegen werden, ist offen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Besondere Chancen und Hemmnisse ergeben sich bei WPC aus der &#8220;Hochzeit&#8221; zwischen Holz- und Kunststofftechnologie:<\/p>\n<ul>\n<li>Der prim\u00e4re Werkstoff Holz mit seinen Qualit\u00e4tsschwankungen, Staub- und Feuchteproblemen ist der Kunststoffindustrie weitgehend fremd. Im Vergleich zu Kunststoffen haben Holzrohstoffe jedoch den Vorteil preiswerter zu sein.<\/li>\n<li>Die Produktion von WPC auf Extrudern, den Standardmaschinen der Kunststoffindustrie, ist der Holzindustrie fremd und verglichen mit der Produktion von Holzplattenwerkstoffen langsam und teuer.<\/li>\n<li>Beide Industrien betreten mit WPC also Neuland.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch auf Seiten der Werkstoffe liegen die Vorteile von WPC gegen\u00fcber Holz und Kunststoffen h\u00f6chst unterschiedlich:<\/p>\n<ul>\n<li>Gegen\u00fcber Vollholzprodukten und \u00fcblichen Holzwerkstoffen weisen WPC vor allem folgende Vorteile auf: Die freie Formbarkeit des Werkstoffs und die gr\u00f6\u00dfere Feuchteresistenz sowie damit verbundene gute Witterungsbest\u00e4ndigkeit ohne Nachbehandlung. Diesen Vorteilen stehen die h\u00f6heren Produktionskosten gegen\u00fcber.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Gegen\u00fcber synthetischen Kunststoffen k\u00f6nnen WPC wegen ihres potenziell niedrigeren Preises, ihrer Haptik, ihrem Natur-Image und einiger ver\u00e4nderter technischer Eigenschaften (h\u00f6here Steifigkeit, deutlich geringerer thermischer Ausdehnungskoeffizient) interessant sein. Gerade der Preis von WPC mit hohen Holzanteilen von 60 bis 90% ist nur wenig von den steigenden Erd\u00f6lpreisen abh\u00e4ngig.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Insbesondere in Zeiten steigender \u00d6lpreise haben WPC ein interessantes Potenzial, in vielen Anwendungsbereichen zum Einsatz zu kommen.<br \/>\nUnternehmen aller Branchen, die Holz oder Kunststoffe als Werkstoff einsetzen, sollten sich mit diesem Potenzial besch\u00e4ftigen. Interessante Perspektiven zeigen sich auch f\u00fcr den deutschen Maschinenbau und die Hersteller von Additiven. Der Holzindustrie bringt die Vermarktung insbesondere der Nebenprodukte spanabhebender Prozesse, wie z.B. in S\u00e4gewerken, Hobelindustrie, Massivholzverarbeitung, f\u00fcr die WPC-Produktion eine zus\u00e4tzliche Wertsch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>Es passiert nicht jeden Tag, dass ein neuer preiswerter und vielseitiger Massenwerkstoff am Markt auftaucht. Aus unserer Sicht stellt es eine Herausforderung dar, die Markteinf\u00fchrung und -etablierung von WPC in geeigneter Weise durch Normung, Qualit\u00e4tsmanagement, praxisnahe Forschung, politisch-rechtliche Rahmenbedingungen und Zusammenarbeit der Akteure (Verbandsgr\u00fcndung) zu begleiten, abzusichern und zu beschleunigen.<\/p>\n<p>Die Studie m\u00f6chte dazu beitragen, den neuen Werkstoff ins Bewusstsein von Industrie und Politik zu r\u00fccken.<\/p>\n<p>Dipl.-Phys. Michael Karus<br \/>\nGesch\u00e4ftsf\u00fchrer des nova-Instituts<\/p>\n<p>Die Pressemitteilung zur nova-WPC-Studie &#8211; eine 3-seitige Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse der Studie &#8211; kann <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20050919-02\/05-09-15%20PM%20WPCStudie.pdf\">hier<\/a> (PDF-Version) herunter geladen werden. Sie k\u00f6nnen diesen Text gerne f\u00fcr Ihre interne und externe Kommunikation sowie als Grundlage f\u00fcr einen Artikel in Ihrer Fachzeitschrift verwenden.<\/p>\n<p>Titel der Studie:<br \/>\n<b>Wood-Plastic-Composites (WPC) &#8211; Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe<\/b><br \/>\nM\u00e4rkte in Nordamerika, Japan und Europa mit Schwerpunkt auf Deutschland<br \/>\nTechnische Eigenschaften \u2013 Anwendungsgebiete \u2013 Preise \u2013 M\u00e4rkte \u2013 Akteure<\/p>\n<p><b>Autoren:<\/b><br \/>\nDipl.-Geogr. Dominik Vogt, Dipl.-Phys. Michael Karus, Dipl.-\u00d6k. Sven Ortmann,Dipl.-Ing. Christin Schmidt, cand. Ahmed Pleh<\/p>\n<p>Gef\u00f6rdert von der <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/\">Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)<\/a> mit Mitteln des Bundesministeriums f\u00fcr Verbraucherschutz, Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMVEL) (F\u00f6rderkennzeichen 22009204)<\/p>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.nova-institut.de\/pdf\/06-01_WPC-Studie.pdf\">Die vollst\u00e4ndige Studie<\/a><\/b> wird im Februar 2006 bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) in Printversion und vorab beim nova-Institut (PDF-Version) unter: www.nachwachsende-rohstoffe.info (Men\u00fcpunkt: <a href=\"http:\/\/www.nova-institut.de\/pdf\/06-01_WPC-Studie.pdf\">nova-Publikationen<\/a>) und unter <a href=\"http:\/\/www.wpc-kongress.de\/\">www.wpc-kongress.de<\/a> verf\u00fcgbar sein.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zum WPC-Kongress im Nachrichten-Portal<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-institut-erster-deutscher-wpc-kongress-jetzt-anmelden\/\">F\u00fcr alle Leser<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/teilnehmer-rabatt-fuer-abonnenten-des-nachrichten-portals-zum-wpc-kongress\/\">F\u00fcr Abonnenten<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Wood-Plastic-Composites (WPC) sind eine neue Werkstoffgruppe, die sich derzeit weltweit mit hohen Zuwachsraten dynamisch entwickelt. 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