{"id":83314,"date":"2021-01-07T07:37:25","date_gmt":"2021-01-07T06:37:25","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=83314"},"modified":"2021-09-09T19:33:57","modified_gmt":"2021-09-09T17:33:57","slug":"deutsche-umwelthilfe-und-nabu-entlarven-falsche-umweltversprechen-des-chemischen-recyclings","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/deutsche-umwelthilfe-und-nabu-entlarven-falsche-umweltversprechen-des-chemischen-recyclings\/","title":{"rendered":"Deutsche Umwelthilfe und NABU entlarven falsche Umweltversprechen des chemischen Recyclings"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Neue Studie von Deutscher Umwelthilfe, NABU und anderen Umweltverb\u00e4nden belegt, dass angebliche Umweltvorteile des chemischen Recyclings nicht nachgewiesen werden k\u00f6nnen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Vorhandene Studien zur Umweltvertr\u00e4glichkeit dieser unausgereiften Technologie sind intransparent, einseitig und enthalten diverse Fehler \u2013 unabh\u00e4ngige Studien fehlen<\/strong><\/li>\n<li><strong>Chemisches Recycling verbraucht besonders viel Energie, f\u00fchrt zu hohen Materialverlusten und erzeugt giftige Nebenprodukte<\/strong><\/li>\n<li><strong>DUH und NABU fordern Abfallvermeidung, Mehrweg, Recyclingf\u00e4higkeit und werkstoffliches Recycling zu st\u00e4rken<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Die als besonders innovativ und umweltfreundlich beworbene Technologie des chemischen Recyclings h\u00e4lt nicht, was sie verspricht. Dies ist das Ergebnis einer aktuell ver\u00f6ffentlichten Studie der Deutschen Umwelthilfe (DUH), des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) und weiterer europ\u00e4ischer Umweltverb\u00e4nde. Gemeinsam haben die Verb\u00e4nde Studien zu den Umweltauswirkungen des chemischen Recyclings analysiert. Das Ergebnis: bisher fehlt es an unabh\u00e4ngigen Untersuchungen zu diesem Thema. In den untersuchten Publikationen werden Ergebnisse verzerrt dargestellt, ungerechtfertigte CO<sub>2<\/sub>-Gutschriften erteilt und wichtige Umweltaspekte au\u00dfer Acht gelassen. Zus\u00e4tzlich verhindert die Geheimhaltung zugrundeliegender Daten eine Reproduzierbarkeit der Studienergebnisse. Die vermeintlichen Umweltvorteile des chemischen Recyclings k\u00f6nnen damit nicht belegt werden.<\/strong><\/p>\n<p>Das chemische Recycling wird zunehmend als Alternative zu nachweislich umweltfreundlicheren werkstofflichen Recyclingverfahren ins Spiel gebracht. Unternehmen wie BASF, S\u00fcdpack und Borealis haben sich im Projekt \u201eChemcycling\u201c zusammengeschlossen, um das chemische Recycling in Deutschland voranzubringen. Dabei wird mit der Umweltfreundlichkeit der Verfahren geworben, obwohl diese bisher nicht nachgewiesen sind.<\/p>\n<p>\u201eDie Versprechen der Industrie zur Umweltfreundlichkeit des chemischen Recyclings entbehren jeder Grundlage. Diese unausgereifte Technologie ist hochriskant und hat massive Umweltauswirkungen. Um die Probleme durch Kunststoffabf\u00e4lle in den Griff zu bekommen, sind viele L\u00f6sungsans\u00e4tze bereits vorhanden \u2013 sie m\u00fcssen nur umgesetzt werden. So gibt es ein gro\u00dfes Potential mehr Verpackungen als bisher zu recyceln, indem sie recyclingf\u00e4hig gestaltet werden. Auch sollten durch die F\u00f6rderung von Abfallvermeidung, Wiederverwendung und \u00d6ko-Design Abfallmengen insgesamt reduziert werden. Das chemische Recycling darf wichtige Investitionen und Entwicklungen in diese Richtung keinesfalls behindern\u201c, sagt die Stellvertretende Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der DUH, Barbara Metz.<\/p>\n<p>Chemische Recyclingtechniken sind mit einem enormen Energiebedarf verbunden, da Kunststoffe unter hohen Temperaturen in ihre Bausteine zerlegt und dann unter erneutem Energieaufwand wieder zusammengesetzt werden m\u00fcssen. Zudem entstehen beim Recyclingprozess giftige Chemikalien, die in aufw\u00e4ndigen Aufbereitungsprozessen wieder entfernt werden m\u00fcssen und als gef\u00e4hrliche Abf\u00e4lle zur\u00fcckbleiben. Diese wichtigen Umweltaspekte wurden in bisherigen \u00d6kobilanzen nur ungen\u00fcgend ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>\u201eDas mechanische Recycling ist nachweislich umweltfreundlicher als das chemische Recycling. Die Politik darf sich von intransparenten und tendenzi\u00f6sen \u00d6kobilanzen nicht t\u00e4uschen lassen. Initiativen sollten sich auf Recyclingf\u00e4higkeit, Sortier- und werkstoffliche Recyclingtechnologien konzentrieren. In diesen Bereichen gibt es einen enormen Handlungsbedarf. Das chemische Recycling w\u00e4re eine Sackgasse, die wichtige Mittel f\u00fcr andere umweltfreundlichere Technologien vergeuden w\u00fcrde\u201c, kritisiert der Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des NABU, Leif Miller.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Chemieindustrie geht bei den bislang angewendeten chemischen Recyclingprozessen die H\u00e4lfte des eingesetzten Materials verloren. Zudem ist unklar, ob Kunststoffhersteller mit hohen Anteilen an chemisch recyceltem Material \u00fcberhaupt umgehen k\u00f6nnen und ob sich dies nicht sogar negativ auf die Materialqualit\u00e4t auswirkt.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<h3>Hintergrund<\/h3>\n<p>Als chemisches Recycling werden Verfahren zusammengefasst, bei denen Altkunststoffe in ihre Grundbausteine zerlegt werden, die dann als Rohstoffe zur Herstellung von neuen Kunststoffen oder anderen Materialien dienen. Im Gegensatz zum sogenannten mechanischen Recycling findet dabei eine chemische Ver\u00e4nderung des Materials statt. Das chemische Recycling verspricht, aus bisher nicht recycelbaren Kunststoffabf\u00e4llen neuwertige Kunststoffe herzustellen, die sogar im Lebensmittelbereich eingesetzt werden k\u00f6nnen. Zur technischen Umsetzbarkeit und Umweltrisiken dieser Technologie liegen bisher aber noch keine ausreichenden Informationen vor. Das chemische Recycling wird bisher in Deutschland noch nicht in gro\u00dfindustriellem Ma\u00dfstab angewendet.Links:Die Studie \u201eDie Umweltauswirkungen des chemischen Recyclings von Kunststoffen \u2013 Zehn offene Fragen zu vorliegenden \u00d6kobilanzen\u201c auf deutsch und englisch finden Sie untenstehend als PDF-Downloads.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Downloads<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.duh.de\/fileadmin\/user_upload\/download\/Pressemitteilungen\/Kreislaufwirtschaft\/Chemisches_Recycling\/201218_Verb%C3%A4ndestudie_Die_Umweltauswirkungen_des_chemischen_Recyclings_von_Kunststoffen_final.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">201218_Verb\u00e4ndestudie_Die_Umweltauswirkungen_des_chemischen_Recyclings_von_Kunststoffen_final.pdf 7 MB<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.duh.de\/fileadmin\/user_upload\/download\/Pressemitteilungen\/Kreislaufwirtschaft\/Chemisches_Recycling\/201204_Joint_Paper_Understanding_Environmental_Impacts_of_CR.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">201204_Joint_Paper_Understanding_Environmental_Impacts_of_CR.pdf<\/a> 7 MB<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakte DUH<\/h3>\n<p>Barbara Metz<br \/>\nStellvertretende Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin<br \/>\nMobil: 0170 7686923<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:metz@duh.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">metz@duh.de<\/a><\/p>\n<p>Thomas Fischer<br \/>\nLeiter Kreislaufwirtschaft<br \/>\nTel.: 030 2400867-43<br \/>\nMobil: 0151 18256692<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:fischer@duh.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">fischer@duh.de<\/a><\/p>\n<h3>Kontakt NABU<\/h3>\n<p>Sascha Roth<br \/>\nReferent f\u00fcr Umweltpolitik<br \/>\nTel.: 030 284 984-1660<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:sascha.roth@nabu.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sascha.roth@nabu.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Studie von Deutscher Umwelthilfe, NABU und anderen Umweltverb\u00e4nden belegt, dass angebliche Umweltvorteile des chemischen Recyclings nicht nachgewiesen werden k\u00f6nnen Vorhandene Studien zur Umweltvertr\u00e4glichkeit dieser unausgereiften Technologie sind intransparent, einseitig und enthalten diverse Fehler \u2013 unabh\u00e4ngige Studien fehlen Chemisches Recycling verbraucht besonders viel Energie, f\u00fchrt zu hohen Materialverlusten und erzeugt giftige Nebenprodukte DUH und NABU [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[17143],"tags":[11841,13453,10453],"supplier":[2908,3036,2464,848,16022],"class_list":["post-83314","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-recycling","tag-kreislaufwirtschaft","tag-kunststoffe","tag-recycling","supplier-basf-corporation-us","supplier-borealis-polyolefine-ag","supplier-deutsche-umwelthilfe-ev-duh","supplier-naturschutzbund-deutschland-ev-nabu","supplier-suedpack-verpackungen-gmbh-co-kg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83314","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=83314"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83314\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=83314"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=83314"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=83314"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=83314"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}