{"id":82945,"date":"2020-12-17T07:26:09","date_gmt":"2020-12-17T06:26:09","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=82945"},"modified":"2020-12-14T16:01:22","modified_gmt":"2020-12-14T15:01:22","slug":"biooekonomie-als-globaler-trend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biooekonomie-als-globaler-trend\/","title":{"rendered":"Bio\u00f6konomie als globaler Trend"},"content":{"rendered":"<p>Den Auftakt des zweit\u00e4gigen Plenarprogramms beim <a href=\"https:\/\/gbs2020.net\/\" target=\"_blank\">Global Bioeconomy Summit 2020<\/a> machten Bundesforschungsministerin Anja Karliczek mit einem Gru\u00dfwort sowie das <a href=\"https:\/\/gbs2020.net\/about\/international-advisory-council\/\" target=\"_blank\">International Advisory Council on Global Bioeconomy (IACGB)<\/a>. Das internationale Expertengremium ist Veranstalter des GBS 2020 und ver\u00f6ffentlichte zum Tag 1 des Plenarprogramms das Gipfel-Kommuniqu\u00e9 und stellte es einem breiten Publikum zur Diskussion.<\/p>\n<p>Mit Bio\u00f6konomie zu mehr Nachhaltigkeit<br \/>\nDie Beitr\u00e4ge des ersten Plenartages kamen aus allen Teilen der Welt und hatten doch eine gemeinsame Botschaft: Die Bio\u00f6konomie hat in den vergangenen Jahren bedeutende Fortschritte auf dem Weg zu einer neuen Wirtschaft gemacht. Mehr Nachhaltigkeit ist der Wunsch von Verbrauchern und Ziel der Politik und der Industrie gleicherma\u00dfen und dieser Trend wird durch die gegenw\u00e4rtigen globalen Krisen sogar verst\u00e4rkt. \u201eGerade jetzt kann und muss die Bio\u00f6konomie ihr Potential aus ressourcenschonenden Hightech-L\u00f6sungen und biobasierten Innovationen, die sich die Natur zum Vorbild nehmen, ausspielen\u201c, mahnt Christine Lang, Ko-Vorsitzende des Councils, an.<\/p>\n<p>Bundesforschungsministerin nimmt Kommuniqu\u00e9 entgegen<br \/>\nAuch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, die den Global Bioeconomy Summit zum zweiten Mal in ihrer Amtszeit begleitet, w\u00fcrdigte die hohe Bedeutung der Bio\u00f6konomie mit den Worten: \u201eEines unserer wichtigsten Instrumente auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit ist die Bio\u00f6konomie.\u201c Zum Schluss ihrer Rede nahm die Ministerin das <a href=\"https:\/\/gbs2020.net\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/GBS2020_IACGB-Communique.pdf\" target=\"_blank\">Kommuniqu\u00e9 des internationalen Councils<\/a> entgegen, in dem die Experten ihre Empfehlungen auf dem Weg zu einem nachhaltigen Umbau des Wirtschaftssystems beschreiben. Das Gremium bel\u00e4sst es darin nicht bei einem Appell an die Politik, sondern zeigt konkret auf, wo neue Eigenschaften von biobasierten Produkten und Verfahren einen wertvollen Beitrag leisten k\u00f6nnen. Die Gesundheit der Menschen und der Schutz von Klima und Umwelt stehen dabei stets im Fokus.<\/p>\n<p>Zum ersten Mal in seiner f\u00fcnfj\u00e4hrigen Geschichte hat der GBS f\u00fcnf offizielle Partner an seiner Seite, die die Regionen und L\u00e4nder (Ost-)Afrika, ASEAN, Europa und Lateinamerika\/Karibik und Japan repr\u00e4sentieren. Durch ihren Beitrag zum Summit wurde abermals deutlich, wie stark global verankert, aber auch wie vielf\u00e4ltig die Bio\u00f6konomie ist. \u201eEs ist beeindruckend zu sehen, wie die Menschen die Bio\u00f6konomie an ihre Bed\u00fcrfnisse und Gegebenheiten vor Ort anpassen\u201c, wei\u00df Joachim von Braun, Ko-Vorsitzender des Councils, zu berichten.<\/p>\n<p>Die Stunde der Bioeconomy Youth Champions<br \/>\nDie mannigfaltigen Erscheinungsformen der Bio\u00f6konomie wurden bei einem Workshop der Bioeconomy Youth Champions nicht nur deutlich, sondern sie dienten zugleich als Ausgangspunkt f\u00fcr lebhafte Diskussionen, wie die junge Generation regionale Bio\u00f6konomie-Konzepte in ihrer Heimat gestalten w\u00fcrde und welche Voraussetzungen f\u00fcr eine erfolgreiche Implementierung erforderlich sind. \u201eIch war sehr beeindruckt davon, wie tief die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer verstanden haben, dass eine gute Politik notwendig ist, um eine bessere Zukunft zu gestalten, und dass jeder seine Vision mitbrachte, wie wir von heute in die Zukunft kommen\u201c, sagt US-Amerikanerin Ronit Langer. Sie ist eine der insgesamt acht Bioeconomy Youth Champions. Als Ehrengast konnten die ca. 100 jungen Workshop-Teilnehmenden Mariya Gabriel, EU-Kommissarin f\u00fcr Forschung und Innovation, begr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Bedeutung der internationalen Perspektive<br \/>\nDen zweiten Gipfeltag er\u00f6ffnete Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Kl\u00f6ckner mit einer Rede. Bio\u00f6konomie schaffe Perspektiven f\u00fcr eine Welt, in der sich zunehmend nachhaltig erzeugte biobasierte Produkte auf dem Markt etabliert haben, die beim Klimaschutz helfen und zur Einsparung von Erd\u00f6l helfen. &#8220;Bio\u00f6konomie birgt gro\u00dfe Potenziale&#8221;, so Kl\u00f6ckner,&#8221;und wissenschaftliche und technologische Fortschritte erm\u00f6glichen ganz neue biobasierte Innovationen&#8221;. Dazu z\u00e4hlte sie die Genschere CRISPR-Cas. &#8220;Diese bahnbrechende Methode des Genome Editing revolutioniert die Z\u00fcchtung auf dem Weg zu Pflanzen, die weniger D\u00fcnger und Pflanzenschutzmittel ben\u00f6tigen&#8221;. Der \u00dcbergang zu einer biobasierten Wirtschaft sei mit komplexen Wechselwirkungen verkn\u00fcpft, die nicht an den nationalen Grenzen endeten. Deshalb sei die internationale Zusammenarbeit so wichtig, etwa mit der Weltern\u00e4hrungsorganisation FAO. Deren Generaldirektor, Qu Dongyu, sprach im Anschluss an die Bundesagrarministerin zu den Teilnehmenden des GBS.<\/p>\n<p>Im Anschluss stellte ein Team der Universit\u00e4ten M\u00fcnster und Bonn das Ergebnis einer Befragung von 5.000 Fachleuten zur Bio\u00f6konomie in deren jeweiligen L\u00e4ndern vor. Eine wichtige Botschaft: die vorrangige Aufgabe von Regierung bestehe darin, die Gesellschaft an neue Herausforderungen anzupassen und Ma\u00dfnahmen f\u00fcr diese Transformation zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Investieren in Bio\u00f6konomie<br \/>\nDanach ging es in drei Impulsvortr\u00e4gen ging es um das Verh\u00e4ltnis der Finanzbranche zur Nachhaltigkeit und damit auch zur Bio\u00f6konomie. Es sei schwierig, Investitionen in Unternehmen gezielt an Nachhaltigkeitskriterien auszurichten, erl\u00e4uterte Emily Chew, die bei Morgan Stanley f\u00fcr diese Aufgabe verantwortlich ist. \u201eLediglich die H\u00e4lfte der MSCI World Unternehmen weisen ihre CO2-Emissionen aus\u201c, sagte sie \u2013 und andere Faktoren wie Wasserverbrauch und -verschmutzung oder der Umgang mit M\u00fcll werden quantitativ selten erfasst. Allerdings schl\u00f6ssen sich bereits gro\u00dfe Investoren zusammen und \u00fcbten Druck aus. \u201eImpact Funds\u201c, die mit ihren Investitionen positive \u00f6kologische oder soziale Aspekte f\u00f6rdern wollen und bereits 715 Mrd. US-Dollar umfassen, sind daf\u00fcr ebenso ein Zeichen wie der Plan der Europ\u00e4ischen Investitionsbank, in der kommenden Dekade eine Billion Euro in \u00f6kologische Nachhaltigkeit zu investieren.<\/p>\n<p>In einem vierten Impulsvortrag verwies Kolawole Adisa Olonade von der Universit\u00e4t Lagos auf einen Wirtschaftssektor, in dem Ver\u00e4nderungen dringlich sind: die Beton- und Zementbranche, die f\u00fcr bis zu 10% der globalen CO2-Emissionen verantwortlich ist. Alternativen aus pflanzlichen Reststoffen gebe es teilweise schon heute, doch f\u00fcr Ver\u00e4nderungen seien konzertierte Anstrengungen aus Politik, Wirtschaft und Forschung n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Die anschlie\u00dfende Debatte von sechs Fachleuten aus unterschiedlichen Regionen der Welt drehte sich vor allem um die M\u00f6glichkeiten des Staates. Wichtig sei es, unternehmerische Risiken zu mindern, um Entwicklungen zu beschleunigen. In Israel geschehe das durch viel Wagniskapital f\u00fcr Start-ups, in den USA investiert der Staat in Gro\u00dfprojekte, die einzelne Unternehmen oder Firmen nicht stemmen w\u00fcrden \u2013 vom Supercomputer bis zum Erdbeobachtungssatelliten. Auch in Thailand profitieren kleine Bauern von staatlich finanzierten Strukturen wie Bioraffinerien. Als weitere Werkzeuge benannte die Runde Deregulation und eine an den Marktbed\u00fcrfnissen orientierte Ausbildung nicht nur in den Naturwissenschaften, sondern auch im Finanzwesen. Ein zus\u00e4tzlicher Baustein k\u00f6nnen Plattformen sein, die Vernetzung und Weiterbildung erm\u00f6glichen oder auch Daten b\u00fcndeln und aufbereiten. Au\u00dferdem gelte es zu vermitteln, dass aufgrund der \u00f6kologischen Krisen ein \u00e4hnlicher Handlungsdruck bestehe wie in der Coronakrise \u2013 in der sich gezeigt habe, dass so manches an Kooperation und Tempo m\u00f6glich sei, was zuvor undenkbar schien.<\/p>\n<p>Am Abend des 20. November endete der dritte GBS mit einer generationen- und nationen\u00fcbergreifenden Debatte zum Weg in die Zukunft der Bio\u00f6konomie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Auftakt des zweit\u00e4gigen Plenarprogramms beim Global Bioeconomy Summit 2020 machten Bundesforschungsministerin Anja Karliczek mit einem Gru\u00dfwort sowie das International Advisory Council on Global Bioeconomy (IACGB). 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