{"id":82147,"date":"2020-12-01T07:26:14","date_gmt":"2020-12-01T06:26:14","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=82147"},"modified":"2021-09-09T19:34:30","modified_gmt":"2021-09-09T17:34:30","slug":"kit-und-audi-arbeiten-an-recycling-methode-fuer-automobile-kunststoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kit-und-audi-arbeiten-an-recycling-methode-fuer-automobile-kunststoffe\/","title":{"rendered":"KIT und Audi arbeiten an Recycling-Methode f\u00fcr automobile Kunststoffe"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_82151\" aria-describedby=\"caption-attachment-82151\" style=\"width: 554px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-82151 \" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/2020_104_KIT-und-Audi-arbeiten-an-Recycling-Methode-fuer-automobile-Kunststoffe_72dpi-1024x683.jpg\" alt=\"Forschung nach einem neuen Kreislauf fur Kunststoffabf\u00e4lle\" width=\"554\" height=\"370\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/12\/2020_104_KIT-und-Audi-arbeiten-an-Recycling-Methode-fuer-automobile-Kunststoffe_72dpi-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/12\/2020_104_KIT-und-Audi-arbeiten-an-Recycling-Methode-fuer-automobile-Kunststoffe_72dpi-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/12\/2020_104_KIT-und-Audi-arbeiten-an-Recycling-Methode-fuer-automobile-Kunststoffe_72dpi-600x400.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/12\/2020_104_KIT-und-Audi-arbeiten-an-Recycling-Methode-fuer-automobile-Kunststoffe_72dpi.jpg 1230w\" sizes=\"auto, (max-width: 554px) 100vw, 554px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-82151\" class=\"wp-caption-text\">Mit Pyrolyse\u00f6l aus gemischten Abf\u00e4llen wollen die Partner das Recycling von technischen Kunststoffen im Automobilbau m\u00f6glich machen. (Foto: Markus Breig, KIT)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Zahlreiche Bauteile in Autos werden aus Kunststoffen gefertigt. F\u00fcr sie gelten hohe Anforderungen an Sicherheit, Hitzebest\u00e4ndigkeit und Qualit\u00e4t. Besonders intensiv beanspruchte Kunststoffbauteile in Autos k\u00f6nnen daher bislang nur aus Materialien auf Erd\u00f6lbasis hergestellt werden. Diese k\u00f6nnen meist nicht wiederverwertet werden. W\u00e4hrend sortenreine Kunststoffe oft mechanisch recycelt werden k\u00f6nnen, ist das Recycling von gemischten Kunststoffabf\u00e4llen eine gro\u00dfe Herausforderung. Der THINKTANK Industrielle Ressourcenstrategien am Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) startet mit Audi deshalb ein Pilotprojekt f\u00fcr chemisches Recycling, um diese Kunststoffmischfraktionen zur\u00fcck in einen ressourcenschonenden Kreislauf zu f\u00fchren.<\/strong><\/p>\n<p>\u201eAutomobile Kunststoffe zu recyceln, ist bisher f\u00fcr viele Bauteile nicht m\u00f6glich, deshalb leisten wir hier mit Audi Pionierarbeit\u201c, sagt Professor Dieter Stapf, Leiter des Instituts f\u00fcr Technische Chemie am KIT und im THINKTANK engagiert. \u201eWenn wir die Kreisl\u00e4ufe schlie\u00dfen wollen, dann m\u00fcssen wir hierf\u00fcr geeignete Verfahren entwickeln.\u201c Chemisches Recycling ist bisher die einzige Methode, mit der es m\u00f6glich ist, solche gemischten Kunststoffabf\u00e4lle wieder in Produkte mit Neuwarenqualit\u00e4t umzuwandeln. Dadurch k\u00f6nne eine gr\u00f6\u00dfere Bandbreite an Kunststoffen wiedergewonnen werden, so Stapf. \u201eSo geschlossene Materialkreisl\u00e4ufe sparen wertvolle Ressourcen, weil weniger Prim\u00e4rmaterial ben\u00f6tigt wird. Dies wiederum spart Energie und Kosten \u2013 und ist gut f\u00fcr die Umwelt\u201c sagt Dr. Rebekka Volk vom Institut f\u00fcr Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion des KIT.<\/p>\n<p>Das Pilotprojekt \u201eChemisches Recycling von Kunststoffen aus dem Automobilbau\u201c f\u00fchrt der THINKTANK Industrielle Ressourcenstrategien durch, den die baden-w\u00fcrttembergische Landesregierung gemeinsam mit der Industrie und mit Unterst\u00fctzung der Wissenschaft am KIT eingerichtet hat. \u201eDer verantwortungsvolle Umgang mit Rohstoffen ist die gemeinsame Verantwortung von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Im THINKTANK b\u00fcndeln wir alle Kompetenzen, um uns dieser gro\u00dfen Herausforderung im Dienste von Gesellschaft und Umwelt zu stellen\u201c, so Professor Thomas Hirth, Vizepr\u00e4sident des KIT f\u00fcr Innovation und Internationales und Sprecher des THINKTANKS.<\/p>\n<p>\u201eDas chemische Recycling kann einen ganz wesentlichen Baustein f\u00fcr ein umfassendes Kunststoffrecycling bilden. Das macht es so interessant f\u00fcr die Automobilindustrie. Der THINKTANK und Audi gehen gemeinsam ein zentrales Thema an, zuk\u00fcnftig Automobile unabh\u00e4ngig vom Antrieb nachhaltiger und umweltfreundlicher zu gestalten. Der ganzheitliche Blick auf Rohstoffkreisl\u00e4ufe steht im Fokus des THINKTANKS\u201c, so der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des THINKTANKS, Dr. Christian K\u00fchne.<\/p>\n<p>Audi z\u00e4hlt zu den ersten Automobilherstellern, der diese Recyclingmethode in einem Pilotprojekt mit Kunststoffen aus der Automobilproduktion testet. \u201eWir wollen intelligente Kreisl\u00e4ufe in unseren Lieferketten etablieren und Ressourcen effizient einsetzen\u201c, sagt Marco Philippi, Leiter Beschaffungsstrategie bei Audi. \u201eChemisches Recycling birgt hierf\u00fcr gro\u00dfes Potenzial: Wenn Kunststoffbauteile ohne Qualit\u00e4tsverlust anstatt aus Erd\u00f6l aus Pyrolyse\u00f6l hergestellt werden k\u00f6nnen, w\u00e4re es m\u00f6glich, den Anteil an nachhaltig hergestellten Teilen im Auto signifikant zu erh\u00f6hen. Auf lange Sicht kann dieses Verfahren auch im Altfahrzeugrecycling eine Rolle spielen.\u201c<\/p>\n<p>Das Pilotprojekt \u201eChemisches Recycling von Kunststoffen aus dem Automobilbau\u201c zielt darauf, intelligente Kreisl\u00e4ufe f\u00fcr Kunststoffe zu schaffen sowie diese Methode als Erg\u00e4nzung f\u00fcr mechanisches Recycling und anstelle energetischer Verwertung zu etablieren. Mit dem THINKTANK am KIT als Partner will Audi zun\u00e4chst die technische Machbarkeit des chemischen Recyclings testen und das Verfahren auf Wirtschaftlichkeit und Umweltauswirkung bewerten. Das Unternehmen stellt daf\u00fcr nicht mehr ben\u00f6tigte Kunststoff-Bauteile wie Kraftstofftanks, Radzierblenden oder K\u00fchlerschutzgitter aus Audi-Modellen zur Verf\u00fcgung, die beispielsweise aus dem deutschen H\u00e4ndlernetzwerk zur\u00fcckkehren. Diese Kunststoff-Bauteile werden durch chemisches Recycling zu Pyrolyse\u00f6l verarbeitet. Mittelfristig k\u00f6nnen Bauteile aus Pyrolyse\u00f6l erneut in Automobilen verwendet werden. Gelingt es, die technische Machbarkeit nachzuweisen, will Audi das Verfahren industrialisieren und dann sukzessive auf mehr und mehr Teile anwenden.<\/p>\n<h3>Pyrolyseverfahren f\u00fcr nachhaltigere Produkte<\/h3>\n<p>Forschung und Technologieentwicklung f\u00fcr eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft sind ein Kernthema am KIT. \u201eWir untersuchen systematisch, was mit der Pyrolyse erreicht werden kann und wie Pyrolyseverfahren in gro\u00dfem Ma\u00dfstab konzipiert werden m\u00fcssen, damit Abf\u00e4lle m\u00f6glichst weitgehend rohstofflich verwertet werden k\u00f6nnen\u201c, sagt Stapf. Das chemische Recycling von Kunststoffabf\u00e4llen k\u00f6nne so moderne Produkte nachhaltiger machen und Treibhausgasemissionen vermeiden.<\/p>\n<h3>\u00dcber den THINKTANK Industrielle Ressourcenstrategien<\/h3>\n<p>Der THINKTANK Industrielle Ressourcenstrategien ist eine gemeinsame Initiative von Politik und Industrie mit Unterst\u00fctzung der Wissenschaft. Er ber\u00e4t Politik und Industrie auf wissenschaftlicher Basis in den zentralen technologisch-strategischen Fragestellungen zu Ressourceneffizienz, Ressourcennutzung und Ressourcenpolitik. Der THINKTANK tr\u00e4gt objektiv Daten und Fakten zusammen, bereitet sie verst\u00e4ndlich auf und liefert Ergebnisse, die sowohl von der Politik als auch von der Industrie gleicherma\u00dfen anerkannt sind, und tr\u00e4gt damit wesentlich zu faktenbasierten Entscheidungen aller Beteiligten bei. Der THINKTANK wurde am 9.1.2018 gegr\u00fcndet und ist am Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) angesiedelt. Sprecher des THINKTANKS ist Professor Thomas Hirth, Vizepr\u00e4sident f\u00fcr Innovation und Internationales des KIT. F\u00fcr die operative Leitung des THINKTANKS ist der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. Christian K\u00fchne verantwortlich.<\/p>\n<p>Der THINKTANK Industrielle Ressourcenstrategien ist gef\u00f6rdert aus Mitteln des Ministeriums f\u00fcr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<h3>Virtuelle Veranstaltung zum Chemischen Recycling<\/h3>\n<p>Eine Plattform, um \u00fcber Chancen und Herausforderungen des chemischen Recyclings von Kunststoffen zu diskutieren, bietet die virtuelle Abendveranstaltung \u201eHighway oder Holzweg \u2013 Chemisches Recycling von Kunststoffen\u201c am 25. Januar 2021 um 18:00 Uhr aus der Landesvertretung Baden-W\u00fcrttembergs in Berlin. Veranstalter ist das Ministerium f\u00fcr Umwelt, Klima und Energiewirtschaft.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong> <a href=\"http:\/\/um.baden-wuerttemberg.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">um.baden-wuerttemberg.de<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00dcber das Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie<\/h3>\n<p>Als \u201eDie Forschungsuniversit\u00e4t in der Helmholtz-Gemeinschaft\u201c schafft und vermittelt das KIT Wissen f\u00fcr Gesellschaft und Umwelt. Ziel ist es, zu den globalen Herausforderungen ma\u00dfgebliche Beitr\u00e4ge in den Feldern Energie, Mobilit\u00e4t und Information zu leisten. Dazu arbeiten rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einer breiten disziplin\u00e4ren Basis in Natur-, Ingenieur-, Wirtschafts- sowie Geistes- und Sozialwissenschaften zusammen. Seine 24 400 Studierenden bereitet das KIT durch ein forschungsorientiertes universit\u00e4res Studium auf verantwortungsvolle Aufgaben in Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Die Innovationst\u00e4tigkeit am KIT schl\u00e4gt die Br\u00fccke zwischen Erkenntnis und Anwendung zum gesellschaftlichen Nutzen, wirtschaftlichen Wohlstand und Erhalt unserer nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen. Das KIT ist eine der deutschen Exzellenzuniversit\u00e4ten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zahlreiche Bauteile in Autos werden aus Kunststoffen gefertigt. F\u00fcr sie gelten hohe Anforderungen an Sicherheit, Hitzebest\u00e4ndigkeit und Qualit\u00e4t. Besonders intensiv beanspruchte Kunststoffbauteile in Autos k\u00f6nnen daher bislang nur aus Materialien auf Erd\u00f6lbasis hergestellt werden. Diese k\u00f6nnen meist nicht wiederverwertet werden. 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