{"id":8206,"date":"2005-06-21T00:00:00","date_gmt":"2005-06-20T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20050621-03n"},"modified":"2005-06-21T00:00:00","modified_gmt":"2005-06-20T22:00:00","slug":"rapsoel-aus-dezentralen-oelmuehlen-gemeinschaftstagung-16-17-juni-2005-in-veitshoechheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/rapsoel-aus-dezentralen-oelmuehlen-gemeinschaftstagung-16-17-juni-2005-in-veitshoechheim\/","title":{"rendered":"Raps\u00f6l aus dezentralen \u00d6lm\u00fchlen &#8211; Gemeinschaftstagung 16.\/17. Juni 2005 in Veitsh\u00f6chheim"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Erzeugung von Raps\u00f6l in dezentralen \u00d6lm\u00fchlen stand im Mittelpunkt einer zweit\u00e4tigen Gemeinschaftstagung, die am 16. und 17. Juni 2005 in Veitsh\u00f6chheim stattfand. Auf der mit \u00fcber 160 Teilnehmern sehr gut besuchten Veranstaltung wurden alle wichtigen Aspekte der dezentralen \u00d6lm\u00fchlenverarbeitung behandelt, Projektergebnisse vorgestellt und der zuk\u00fcnftige Handlungsbedarf diskutiert. In Abstimmung mit dem Technologie- und F\u00f6rderzentrum im Kompetenzzentrum f\u00fcr Nachwachsende Rohstoffe (TFZ), dem Kuratorium f\u00fcr Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL), der Th\u00fcringer Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft (TLL), der Bundesforschungsanstalt f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Lebensmittel (BFEL) und des neuen Bundesverbandes der Dezentralen \u00d6lm\u00fchlen e.V. hatte die <a href=\"http:\/\/www.ufop.de\/\" >Union zur F\u00f6rderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP)<\/a> zu der Gemeinschaftstagung eingeladen.<\/b><\/p>\n<p>Als wichtiges Ergebnis der Veranstaltung ist die Schaffung einer Interessensvertretung f\u00fcr dezentrale \u00d6lm\u00fchlen festzuhalten. Der Bundesverband setzt sich zum Ziel, die Marktposition der dezentralen \u00d6lm\u00fchlen auszubauen, ein gemeinsames Qualit\u00e4tssicherungssystem einzuf\u00fchren, Synergien zu nutzen und durch gemeinsame Lobbyarbeit die Interessensvertretung gegen\u00fcber Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zu st\u00e4rken. Zu diesem Zweck unterst\u00fctzt er alle Ma\u00dfnahmen, die die wirtschaftlichen, technischen und marktstrategischen Rahmenbedingungen f\u00fcr die angegliederten \u00d6lm\u00fchlen verbessern.<\/p>\n<p>Zum Vorsitzenden des Vereins wurde G\u00fcnter Hell, St. Wendeler \u00d6lsaaten GmbH &#038; Co. KG (Saarland) gew\u00e4hlt, zu Stellvertretern Klaus Hall, \u00d6lm\u00fchle Donaueschingen (Baden-W\u00fcrttemberg) und Raoul Hoffmann, \u00d6lm\u00fchle Miesbach (Bayern). Weitere Vorstandsmitglieder sind Klaus Wildmoser, \u00d6lm\u00fchle Pfaffenhofen (Bayern) und Dr. Michael Ra\u00df, Teutoburger \u00d6lm\u00fchle GmbH &#038; Co. KG (Nordrhein-Westfalen).<\/p>\n<p>Deutschlandweit wird inzwischen in rund 250 dezentralen \u00d6lm\u00fchlen Raps verarbeitet \u2013 Tendenz weiter steigend. Eine Erl\u00e4uterung der Rahmenbedingungen in Bezug auf die Rohstoffbeschaffung und den Absatz der Nachprodukte erfolgte zu Beginn der Tagung. So sieht die seit Januar in Umsetzung befindliche Agrarreform eine Entkopplung der Produktion vor. Winterraps wird sowohl als Rohstoff f\u00fcr die Lebensmittelherstellung und auch als derzeit bedeutendster nachwachsender Rohstoff auf Stilllegungsfl\u00e4chen bzw. auf Energiepflanzenfl\u00e4chen angebaut.<\/p>\n<p>Der Rapsmarkt wird von verschiedenen preisbestimmenden Faktoren beeinflusst. Demnach standen die Rapskurse in den vergangenen Monaten ganz im Zeichen weltweit hoher \u00d6lsaatenernten, die f\u00fcr sp\u00fcrbaren Angebotsdruck sorgten. Gleichwohl zeichnet sich die Rapsverarbeitung durch hohe Wirtschaftlichkeit aus. Denn angesichts des anhaltenden Biodieselbooms und der gro\u00dfen Beliebtheit als Speise\u00f6l w\u00e4chst die Nachfrage nach Raps\u00f6l und erm\u00f6glicht somit ein relativ hohes Preisniveau f\u00fcr das &#8220;gelbe Gold&#8221;. Mit Blick auf das Rohstoffangebot im kommenden Wirtschaftsjahr ist eine kleinere, aber nicht knappe Versorgung zu erwarten.<\/p>\n<p>Die vielen Unsicherheitsfaktoren, wie die Vegetationsbedingungen in den wichtigen \u00d6lsaatenanbaugebieten weltweit, die Entwicklung der W\u00e4hrungskurse sowie der Nachfrage, sollten dabei jedoch von allen Marktbeteiligten weiterhin aufmerksam verfolgt werden.<\/p>\n<p>Rapsspeise\u00f6l hat sich f\u00fcr die menschliche Ern\u00e4hrung zu einem Produkt entwickelt, welches aufgrund der gesundheitlichen Vorz\u00fcglichkeit zunehmend von den Verbrauchern nachgefragt wird. Ern\u00e4hrungswissenschaftler und Feinschmecker gleicherma\u00dfen geben dem wertvollen Speise\u00f6l aus der Rapssaat Bestnoten. Herausragende Merkmale sind die nahezu optimale Zusammensetzung der Fetts\u00e4uren und die gro\u00dfe Vielseitigkeit. Damit ist Raps\u00f6l die erste Wahl f\u00fcr alle, die sich gut und cholesterinbewusst ern\u00e4hren m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Kaltgepresste Raps\u00f6lspezialit\u00e4ten, die aus besonders ausgew\u00e4hlten Saaten schonend hergestellt werden, erheben mit ihrem nussigen Geschmack und der goldgelben Farbe jedes Gericht zu einem ganz besonderen Erlebnis.<\/p>\n<p>Eines der wichtigsten Qualit\u00e4tsmerkmale f\u00fcr native Speise\u00f6le ist demzufolge die sensorische Beurteilung. Nach den Ergebnissen eines Gemeinschaftsvorhabens der Bundesforschungsanstalt f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Lebensmittel sowie des Technologie- und F\u00f6rderzentrums kommt dem Bereich des Saatmanagements eine besondere Bedeutung f\u00fcr die Herstellung von qualitativ hochwertigem kaltgepressten Raps\u00f6l zu. Hierbei ist zu beachten, dass die Rapssaat sehr rasch nach der Ernte schonend auf einen Wassergehalt von 7 Prozent getrocknet wird, da bereits relativ kurze Lagerzeiten mit h\u00f6heren Wassergehalten zu einer gravierenden Verschlechterung der sensorischen Qualit\u00e4t und der chemischen Parameter der gewonnen \u00d6le f\u00fchren. <\/p>\n<p>Des Weiteren ist Wert auf eine m\u00f6glichst rasche Reinigung der Raps\u00f6le ohne gr\u00f6\u00dfere Standzeiten auf dem Sediment zu legen. Bei der Herstellung von naturtr\u00fcben \u00d6len mit erh\u00f6hten Gehalten an Trubstoffen ist zu ber\u00fccksichtigen, dass an den Samenpartikeln anhaftende Mikroorganismen, aber auch Enzyme zur Bildung von unerw\u00fcnschten freien Fetts\u00e4uren f\u00fchren.<\/p>\n<p>Wichtige Impulse im Bereich der Biokraftstoffe gehen von der nationalen Steuerbefreiung sowie von der EU-Richtlinie zur F\u00f6rderung von Biokraftstoffen aus, die je ein EU-weites Mengenziel von 5,75 Prozent Anteil am Kraftstoffverbrauch vorsieht.<\/p>\n<p>Biodiesel und Raps\u00f6lkraftstoff als Reinkraftstoffe sind von den emissionsrechtlichen und motortechnischen Anforderungen gleicherma\u00dfen betroffen. W\u00e4hrend das Kundenpotenzial im PKW-Bereich \u2013 bedingt durch die serienm\u00e4\u00dfige Einf\u00fchrung des Partikelfilters \u2013 schrittweise ausl\u00e4uft, wird sich die Vermarktung verst\u00e4rkt auf Flottenbetreiber im Bereich des Transportgewerbes und der Landwirtschaft konzentrieren.<\/p>\n<p>Raps\u00f6lkraftstoff unterliegt wie Biodiesel der gem\u00e4\u00df Mineral\u00f6lsteuergesetz j\u00e4hrlich durchzuf\u00fchrenden Pr\u00fcfung auf \u00dcberkompensation. Gefordert wird daher zur Sicherstellung des Reinkraftstoffabsatzes die Befreiung der Land- und Forstwirtschaft, der Schifffahrt auf Binnengew\u00e4ssern sowie des \u00f6ffentlichen Personennahverkehrs von der Mineral\u00f6lsteuer<\/p>\n<p>Die in der Tagung vorgestellten Zwischenergebnisse des 100-Schlepper-Progamms verdeutlichen die Bedingungen f\u00fcr den Raps\u00f6lkraftstoffeinsatz, um Motorsch\u00e4den zu vermeiden. Dies betrifft insbesondere die Abstimmung zwischen Motor- und Umr\u00fcstkonzept sowie die Raps\u00f6lkraftstoffqualit\u00e4t. Vorgestellt und diskutiert wurde vor diesem Hintergrund die Vornorm f\u00fcr Raps\u00f6lkraftstoff \u2013 E DIN 51605. Mit der Einf\u00fchrung einer Vornorm f\u00fcr Raps\u00f6lkraftstoff werden nach Ablauf der Einspruchsfrist erstmals verbindliche Qualit\u00e4tsparameter f\u00fcr die Produktion, den Handel und die Durchf\u00fchrung weiterf\u00fchrender und vergleichbarer Motorstandspr\u00fcfungen geschaffen.<\/p>\n<p>Allerdings \u00e4u\u00dferte sich ein Vertreter der Landmaschinenindustrie in seinem Statement sehr zur\u00fcckhaltend zu eventuellen Freigaben auf Basis dieser Vornorm. So f\u00fchrt die Umr\u00fcstung eines Schleppers zum Erl\u00f6schen s\u00e4mtlicher Garantieleistungen bei Neufahrzeugen. Die Landmaschinenindustrie sieht sich mit enormen entwicklungstechnischen Herausforderungen konfrontiert, um die zuk\u00fcnftigen emissionsrechtlichen Anforderungen erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Hiervon unabh\u00e4ngig werden jedoch im Einzelfall Projektvorhaben zum Einsatz von Raps\u00f6lkraftstoff begleitet.<\/p>\n<p>In diese Marktl\u00fccke st\u00f6\u00dft die BayWa AG mit ihrem Angebot, \u00fcber die regionalen Fachwerkst\u00e4tten f\u00fcr Fendt-Schlepper Umr\u00fcsts\u00e4tze anzubieten und im Wege eines Wartungsvertrages und der hiermit einhergehenden Kundenbindung die Funktionssicherheit des Umr\u00fcstkonzeptes regelm\u00e4\u00dfig zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Von Seiten der Vereinigten Werkst\u00e4tten f\u00fcr Pflanzen\u00f6ltechnologie erfolgte der Hinweis, dass durch Verifizierung der jeweiligen Umr\u00fcstsysteme und durch Gew\u00e4hrleistungs\u00fcbernahmen das Vertrauen in die Pflanzen\u00f6ltechnologie gest\u00e4rkt werden kann. Aus diesem Grunde ist die Entwicklung eines Qualit\u00e4tsstandards f\u00fcr Raps\u00f6lkraftstoff ausdr\u00fccklich zu begr\u00fc\u00dfen als Voraussetzung f\u00fcr die Weiterentwicklung der Umr\u00fcstkonzepte bei steigenden motortechnischen Anforderungen.<\/p>\n<p>Einen besonderen Schwerpunkt in der Gemeinschaftstagung nahm die Qualit\u00e4tssicherung bei der Herstellung von Pflanzen\u00f6lkraftstoffen ein. Vorgestellt wurden am Beispiel Biodiesel die Aktivit\u00e4ten der Arbeitsgemeinschaft Qualit\u00e4tsmanagement Biodiesel e.V. sowie der Stand der Projektvorhaben des Technologie- und F\u00f6rderzentrums zur Schaffung eines Qualit\u00e4tssicherungskonzeptes Raps\u00f6lkraftstoff und dessen Umsetzung in der Praxis.<\/p>\n<p>Insbesondere in diesem Bereich \u2013 so der Tenor der Veranstaltung \u2013bestehe erheblicher Handlungsbedarf f\u00fcr den Bundesverband Dezentraler \u00d6lm\u00fchlen e.V., m\u00f6glichst schnell ein fl\u00e4chendeckendes Konzept zu entwickeln und umzusetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Die Erzeugung von Raps&ouml;l in dezentralen &Ouml;lm&uuml;hlen stand im Mittelpunkt einer zweit&auml;tigen Gemeinschaftstagung, die am 16. und 17. Juni 2005 in Veitsh&ouml;chheim stattfand. 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