{"id":8179,"date":"2005-06-29T00:00:00","date_gmt":"2005-06-28T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20050629-03n"},"modified":"2005-06-29T00:00:00","modified_gmt":"2005-06-28T22:00:00","slug":"mit-weizen-gluten-folie-obst-und-gemuese-umweltfreundlich-verpacken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mit-weizen-gluten-folie-obst-und-gemuese-umweltfreundlich-verpacken\/","title":{"rendered":"Mit Weizen-Gluten-Folie Obst und Gem\u00fcse umweltfreundlich verpacken"},"content":{"rendered":"<p><b>Der mit 10.000 Euro dotierte Innovationspreis 2005 des <a href=\"http:\/\/www.cofrescoinstitute.com\/\" >Cofresco Institute<\/a> geht in diesem Jahr an ein franz\u00f6sisches Forschungsprojekt mit dem Titel <\/b><b>&#8220;Obst und Gem\u00fcse zu Hause umweltfreundlich verpacken&#8221;<\/b>. Die Preistr\u00e4gerin Carole Guillaume, Professorin f\u00fcr Lebensmittelchemie, Agropolymer Technik und neue Technologien an der <a href=\"http:\/\/www.univ-montp2.fr\/\" >Universit\u00e4t Montpellier II<\/a>, nahm die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung im Asam-Saal der TU M\u00fcnchen-Weihenstephan entgegen. Zuvor hatten drei Fachvortr\u00e4ge auf das Thema des Innovationspreises eingestimmt. <\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20050629-03\/4798_Weizen-Gluten.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Foto\"\/><b>Weizen-Gluten, in Verbindung mit Papier ein kompostierbares Verpackungsmaterial Foto: Melitta \/ R. Lehmann<\/b><\/p>\n<p>Das preisgekr\u00f6nte Projekt befasst sich mit der Entwicklung eines kompostierbaren Materials, das aus einer Verbindung von Weizen-Gluten und Papier besteht. Durch diese Kombination werden die mechanischen Eigenschaften des Glutens verbessert, gleichzeitig aber bleibt der gro\u00dfe Vorteil von Agro-Polymeren, die biologische Abbaubarkeit, erhalten. &#8220;Die Arbeit von Carole Guillaume entspricht in besonderer Weise den Auswahlkriterien des Innovationspreises, n\u00e4mlich Innovationsgrad, wissenschaftlichem Wert und Nutzen f\u00fcr den Verbraucher. Sie vereint sowohl Frischhalte- als auch Umweltaspekte&#8221;, so Gilles Maillet, Pr\u00e4sident des wissenschaftlichen Ausschusses des Cofresco Institute und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer f\u00fcr Marketing\/ Verkauf\/ F&#038;E Europa bei Cofresco. Die Qualit\u00e4t der eingereichten Preise sei insgesamt sehr hoch gewesen. Guillaume ist die vierte Forscherin, die seit Bestehen des Cofresco Institutes mit dem Innovationspreis ausgezeichnet wurde. <\/p>\n<p><b>Gesunde Ern\u00e4hrung f\u00f6rdern<\/b> <\/p>\n<p>Die Gewinnerin Carole Guillaume erl\u00e4utert den Grundgedanken ihrer Arbeit folgenderma\u00dfen: &#8220;Seit 2002 hat sich die Weltgesundheitsorganisation zum Ziel gesetzt, den Verzehr von Obst und Gem\u00fcse zu erh\u00f6hen. Spezielle Kampagnen und Programme verdeutlichen die gesundheitsf\u00f6rdernden Eigenschaften. Der Genuss von Obst und Gem\u00fcse hat ein gutes Image, ist aber durch die kurze Haltbarkeit, die zur Verf\u00fcgung stehenden Distributionswege sowie die Essgewohnheiten begrenzt. Eine umweltfreundliche Verpackung, die im Haushalt f\u00fcr das Frischhalten von Obst und Gem\u00fcse einsetzbar ist, kann helfen, eine gesunde Ern\u00e4hrungsweise zu f\u00f6rdern.&#8221; <\/p>\n<p><b>Haltbarkeit von Lebensmitteln verl\u00e4ngern &#8211; Modified Atmosphere Technology (MAP)<\/b> <\/p>\n<p>Verpacktes Obst und Gem\u00fcse verliert sehr schnell seine Qualit\u00e4t. In den meisten F\u00e4llen wird es braun, weich und verdirbt. Dieses Ph\u00e4nomen wird durch die Atmung von Obst und Gem\u00fcse verursacht. Abh\u00e4ngig von der Atmungsintensit\u00e4t verderben diese Produkte schneller oder langsamer. Carole Guillaume arbeitet mit einer Technologie f\u00fcr eine modifizierte Atmosph\u00e4re (MAP: Modified Atmosphere Technology), durch die der Sauerstoffgehalt in der Verpackung verringert werden kann. Zusammen mit einer reduzierten Temperatur kann so die Atmung der Frischprodukte verlangsamt und so ihre Haltbarkeit verl\u00e4ngert werden. Trotzdem sollte die Sauerstoffkonzentration stets h\u00f6her als zwei Prozent sein, da sonst ein Sauerstoffmangel oder ein enzymatischer Stoffwechsel auftreten kann. <\/p>\n<p>Der Gasaustausch in der Verpackung ist von zwei Dingen abh\u00e4ngig: von der Atmung des Produkts und von dem Gasaustausch durch die Verpackungsfolie. Wenn das Produkt kurz nach der Ernte oder der Herstellung verpackt wird, kann eine stabile Atmosph\u00e4re schnell erreicht werden. Diese sollte der optimalen Gaskonzentration f\u00fcr das jeweilige Produkt so gut wie m\u00f6glich entsprechen. Daher ist die Gasdurchl\u00e4ssigkeit und -auswahl (CO<sub>2<\/sub>\/O<sub>2<\/sub> Durchl\u00e4ssigkeitsrate) des Verpackungsmaterials der Schl\u00fcssel f\u00fcr eine erfolgreiche Anwendung von MAP. <\/p>\n<p><b>Umweltfreundliche Verpackung<\/b> <\/p>\n<p>Als Alternative zu konventionellen Plastikverpackungen arbeitet Guillaume derzeit an der Entwicklung von umweltfreundlichen und biologischen Materialien, wie der Weizen-Gluten-Folie. Diese haben das Potenzial f\u00fcr den Einsatz bei einer gro\u00dfen Bandbreite verschiedener Produkte. Dabei bieten sie dem Verbraucher eine gro\u00dfe Sicherheit &#8211; auch f\u00fcr den Gebrauch zu Hause. <\/p>\n<p>Weizen-Gluten-Folien besitzen mehrere Vorteile, besonders dann, wenn die relative Feuchtigkeit sehr hoch ist. Dies ist vor allem bei eingepacktem, frischem Obst und Gem\u00fcse der Fall. Die Gasaustauschrate und -auswahl steigt stark mit der relativen Feuchtigkeit an. Die Folie kann au\u00dferdem bei Temperaturschwankungen den CO<sub>2<\/sub> Gehalt sehr gut regulieren. Bei all diesen guten Eigenschaften verf\u00fcgt die Weizen-Gluten-Folie jedoch nur \u00fcber schwache mechanische Leistungen, die aber durch die Kombination mit einem Papier ausgeglichen werden k\u00f6nnen. <\/p>\n<p><b>Beispiel: Pilz, Agaricus bisporus<\/b> <\/p>\n<p>Zur Zeit wird das kommerziell streckbare und mikro-perforierte Low Density Polyethylen (LPDE) zur Verpackung von Pilzen in Schalen benutzt. Sowohl das Weizen-Gluten-Papier als auch das Papier alleine wurden mit der LPDE hinsichtlich der Anwendung einer modifizierten Atmosph\u00e4re verglichen. Die Lagerungstemperatur betrug 20\u00b0C. Dabei wurden die Auswirkungen auf die Qualit\u00e4t des Frischprodukts untersucht. <\/p>\n<p>Das Ergebnis war, dass die Pilze, die mit dem Weizen-Gluten-Papier bei 20\u00b0C gelagert wurden, nach mehr als drei Tagen noch frisch aussahen. Das hei\u00dft, sie behielten ihre wei\u00dfe Farbe und die Lamellen blieben verschlossen. Die Pilze, die mit der streckbaren LPDE-Folie oder dem Papier gelagert wurden, behielten hingegen ihre optische Frische nur f\u00fcr einen Tag. Danach wurden sie braun und die Lamellen \u00f6ffneten sich. <\/p>\n<p><b>Die Siegerin des Innovationspreis 2005 des Cofresco Institute: Carole Guillaume<\/b> <\/p>\n<p>Carole Guillaume, 29 Jahre, ist au\u00dferordentliche Professorin f\u00fcr Lebensmittelchemie, Agropolymer Technik und neue Technologien an der Universit\u00e4t Montpellier II. Carole Guillaume h\u00f6rte von dem Wettbewerb um die Innovationspreise durch die Gewinnerin des Jahres 2002, Florence Charles. Sie m\u00f6chte die Preissumme in eine bessere Laborausstattung investieren, um so besonders ern\u00e4hrungswissenschaftlichen Aspekte besser untersuchen zu k\u00f6nnen. Den Rest des Geldes m\u00f6chte sie f\u00fcr internationale Kooperationen einsetzen. <\/p>\n<p>Cofresco wurde 1996 als Joint Venture zwischen der <a href=\"http:\/\/www.melitta.info\/\" >Melitta Gruppe<\/a> (Deutschland) und SC Johnson (USA) gegr\u00fcndet. Das Unternehmen hat 329 Besch\u00e4ftigte und sein Hauptsitz ist in Paris. Mit Marken wie Toppits, Albal, Handy Bag und Glad hat Cofresco einen Marktanteil von rund 30% auf dem Markt f\u00fcr Haushaltsverpackungen in Europa, mit einem Umsatz von rund 200 Millionen Euro. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Unternehmens hat ihren Sitz in Minden, Deutschland.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Der mit 10.000 Euro dotierte Innovationspreis 2005 des Cofresco Institute geht in diesem Jahr an ein franz&ouml;sisches Forschungsprojekt mit dem Titel <\/b><b>&#8220;Obst und Gem&uuml;se zu<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-8179","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8179","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8179"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8179\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8179"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8179"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8179"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=8179"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}