{"id":81527,"date":"2020-11-13T07:26:41","date_gmt":"2020-11-13T06:26:41","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=81527"},"modified":"2021-09-09T19:17:02","modified_gmt":"2021-09-09T17:17:02","slug":"szenarien-fuer-mikrobielles-plastikrecycling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/szenarien-fuer-mikrobielles-plastikrecycling\/","title":{"rendered":"Szenarien f\u00fcr mikrobielles Plastikrecycling"},"content":{"rendered":"<p>Gegenst\u00e4nde aus Kunststoffen halten extrem lange. Der offensichtliche Vorteil der Langlebigkeit ist ebenso ein Problem, da das aus fossilen Rohstoffen bestehende Material nachweislich die Umwelt belastet. Das Problem sind Mikroplastikpartikel, die durch Zersetzung entstehen und gro\u00dfe Entfernungen \u00fcberwinden k\u00f6nnen. Mittlerweile sind sie \u00fcberall zu finden \u2013 im Boden, Grundwasser, Meer und in der Nahrungskette. Kunststoffe zu recyceln und den Rohstoff wieder in den Kreislauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, ist eine Alternative, das Plastikproblem in den Griff zu bekommen und den Rohstoff nicht zu vergeuden. Bisher wird aber nur ein geringer Teil aller Kunststoffe hierzulande wiederverwertet, denn die Verfahren sind sehr aufwendig.<\/p>\n<p>Mikrobielles Kunststoffrecycling auf dem Pr\u00fcfstand<\/p>\n<p>Neue biotechnologische Verfahren k\u00f6nnten hier Abhilfe schaffen. Im Fokus stehen Enzyme und Mikroorganismen, die in der Lage sind, bestimmte Kunststoffe abzubauen. Den Stand der Forschung zum biotechnologischen Recycling von Kunststoffen hat ein Team nun genauer untersucht und gleichzeitig Strategien f\u00fcr eine biobasierte Kreislaufwirtschaft formuliert. Im Fokus der Untersuchung standen biotechnologische Verfahren mit Mikroorganismen, die Abbauprodukte aus Kunststoffen als Nahrungsquelle nutzen, um werthaltige Produkte zu bilden &#8211; im Ergebnis ein sogenanntes \u201eUp-cycling\u201c. Die verf\u00fctterten Plastikabf\u00e4lle stammten sowohl aus Ozeanen als auch aus Haushalten.<\/p>\n<p>Fortschritte auf PET-Recycling beschr\u00e4nkt<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41929-020-00521-w\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wie die Forscher im Fachjournal Nature Catalysis berichten<\/a>, sind die Forschritte des mikrobiellen Plastikrecyclings derzeit noch beschr\u00e4nkt. \u201eW\u00e4hrend f\u00fcr den vielf\u00e4ltig genutzten Kunststoff Polyethylenterephthalat (PET) bereits hocheffiziente Enzyme entdeckt und verbessert wurden, die ein wirtschaftliches Recycling erm\u00f6glichen, gibt es f\u00fcr die meisten anderen Kunststoffe bislang kaum signifikante Fortschritte\u201c, erl\u00e4utert Uwe Bornscheuer von der Universit\u00e4t Greifswald.<\/p>\n<p>Bereits im Jahr 2016 <a href=\"https:\/\/biooekonomie.de\/nachrichten\/plastik-futter-forscher-entdecken-pet-abbauendes-bakterium\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">fanden Forschende aus Japan erstmals ein Bakterium, das in der Lage ist, PET zu zersetzen<\/a>. \u201eLeider gibt es auch eine Reihe Ver\u00f6ffentlichungen, die falsche Hoffnungen wecken. In manchen Berichten \u00fcber Kunststoff-fressende Insekten fehlen beispielsweise wissenschaftlich fundierte Belege\u201c, argumentiert Ren Wei, der in Greifswald eine Nachwuchsgruppe am Institut f\u00fcr Biochemie leitet.<\/p>\n<p>Strategie f\u00fcr zuk\u00fcnftige Kreislaufwirtschaft<\/p>\n<p>Der Abbau von Kunststoffen kann bis zu 450 Jahre dauern. Verfahren, die diesen Prozess beschleunigen, sollten den Forschenden zufolge jedoch nach ihrer Verwendung verschieden sein. \u201eWir m\u00fcssen zwei Aspekte unterscheiden: Kunststoffe, die wir bewusst in die Natur ausbringen, wie beispielsweise Mulchfolien f\u00fcr die Landwirtschaft, m\u00fcssen sehr rasch biologisch abgebaut werden k\u00f6nnen \u2013 also innerhalb von Wochen oder Monaten. F\u00fcr langlebiges Plastik ben\u00f6tigen wir eine mittelfristige L\u00f6sung. Ein Abbau sollte innerhalb von wenigen Jahren \u2013 statt wie bisher in Hunderten von Jahren \u2013 sichergestellt sein.\u201c<\/p>\n<p>Die R\u00fcckf\u00fchrung von Kunstoffen in die Kreislaufwirtschaft sollte den Experten zufolge daher sechs Prinzipien folgen: \u00fcberdenken \u2013 ablehnen \u2013 reduzieren \u2013 wiederverwenden \u2013 recyceln \u2013 ersetzen. Auch eine lebhafte Debatte dar\u00fcber, wie eine Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Kunststoffe in naher Zukunft erreicht werden kann, empfehlen die Studienautoren. Die Untersuchung fand im Rahmen des <a href=\"https:\/\/www.mix-up.eu\/news\/detail\/possibilities-and-limitations-of-biotechnological-plastic-degradation-and-recycling\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verbundprojektes MIX-UP<\/a> statt und wurden \u00fcber das Europ\u00e4ische Forschungsprogramm Horizon 2020 finanziert. Daran beteiligt waren die Universit\u00e4t Greifswald, die RWTH Aachen, das Fraunhofer-Institut UMSICHT und das University College Dublin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegenst\u00e4nde aus Kunststoffen halten extrem lange. Der offensichtliche Vorteil der Langlebigkeit ist ebenso ein Problem, da das aus fossilen Rohstoffen bestehende Material nachweislich die Umwelt belastet. Das Problem sind Mikroplastikpartikel, die durch Zersetzung entstehen und gro\u00dfe Entfernungen \u00fcberwinden k\u00f6nnen. Mittlerweile sind sie \u00fcberall zu finden \u2013 im Boden, Grundwasser, Meer und in der Nahrungskette. Kunststoffe [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572,17143],"tags":[13293,11841,13453,10453],"supplier":[303,98,1021,538],"class_list":["post-81527","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","category-recycling","tag-bakterien","tag-kreislaufwirtschaft","tag-kunststoffe","tag-recycling","supplier-fraunhofer-institut-fuer-umwelt-sicherheits-und-energietechnik-umsicht","supplier-rheinisch-westfaelische-technische-hochschule-aachen-rwth","supplier-universitaet-greifswald","supplier-university-college-dublin-ucd"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81527","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=81527"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/81527\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=81527"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=81527"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=81527"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=81527"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}