{"id":80338,"date":"2020-10-22T07:37:52","date_gmt":"2020-10-22T05:37:52","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=80338"},"modified":"2020-10-19T13:32:11","modified_gmt":"2020-10-19T11:32:11","slug":"verpackungsabfaelle-aus-kunststoff-die-eu-muss-mehr-recyceln-um-ihre-ziele-zu-erreichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/verpackungsabfaelle-aus-kunststoff-die-eu-muss-mehr-recyceln-um-ihre-ziele-zu-erreichen\/","title":{"rendered":"Verpackungsabf\u00e4lle aus Kunststoff: Die EU muss mehr recyceln, um ihre Ziele zu erreichen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das Risiko, dass die EU ihre Zielvorgaben f\u00fcr das Recycling von Kunststoffverpackungen f\u00fcr 2025 und 2030 nicht erreicht, ist erheblich. Dies geht aus einer Analyse des Europ\u00e4ischen Rechnungshofs hervor. Die Aktualisierung des Rechtsrahmens f\u00fcr das Recycling von Kunststoffen im Jahr 2018 spiegelt die ehrgeizigeren Ziele der EU wider und k\u00f6nnte zur Steigerung der Recyclingkapazit\u00e4ten beitragen. Das Ausma\u00df der Herausforderung, vor der die Mitgliedstaaten stehen, ist jedoch nicht zu untersch\u00e4tzen. Neue und detailliertere Berichterstattungsvorschriften f\u00fcr das Recycling und eine Versch\u00e4rfung der Vorschriften f\u00fcr die Ausfuhr von Kunststoffabf\u00e4llen werden einen R\u00fcckgang der gemeldeten Recyclingquote der EU bewirken. Daher ist nach Ansicht der Pr\u00fcfer ein konzertiertes Vorgehen vonn\u00f6ten, damit die EU ihre f\u00fcr die n\u00e4chsten f\u00fcnf bis 10 Jahre gesetzten Ziele erreicht.<\/strong><\/p>\n<p>Allein Verpackungen wie Joghurtbecher oder Wasserflaschen machen in der EU rund 40% des verwendeten Kunststoffs und \u00fcber 60% des anfallenden Kunststoffabfalls aus. Kunststoffverpackungen stellen au\u00dferdem die Verpackungsart mit der niedrigsten Recyclingquote in der EU dar (knapp \u00fcber 40%). Um sich des wachsenden Abfallproblems anzunehmen, verabschiedete die Europ\u00e4ische Kommission im Jahr 2018 die Strategie f\u00fcr Kunststoffe, wozu eine Aktualisierung der Richtlinie \u00fcber Verpackungen und Verpackungsabf\u00e4lle von 1994 und die Verdoppelung des bisherigen Recyclingziels auf 50% bis 2025 und sogar auf 55% bis 2030 geh\u00f6rten. Die Verwirklichung dieser Zielvorgaben w\u00e4re ein wichtiger Schritt zur Erreichung der Ziele der EU im Bereich der Kreislaufwirtschaft.<\/p>\n<p><em>&#8220;Um ihre neuen Recyclingziele f\u00fcr Kunststoffverpackungen zu erreichen, muss die EU das Gegenteil der aktuellen Situation, in der mehr Kunststoffabf\u00e4lle verbrannt als recycelt werden, erreichen. Damit steht sie vor einer gewaltigen Herausforderung&#8221;, <\/em>so Samo Jereb, das f\u00fcr die Analyse zust\u00e4ndige Mitglied des Rechnungshofs.<em> &#8220;Da aufgrund von Hygienebedenken wieder vermehrt Einwegartikel verwendet werden, wurde im Rahmen der COVID-19-Pandemie deutlich, dass Kunststoffe weiterhin eine tragende S\u00e4ule unserer Wirtschaft, aber auch eine stetig wachsende Gefahr f\u00fcr die Umwelt darstellen werden.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren hat sich die EU bemu\u0308ht, die Ma\u0308ngel in ihrem Rechtsrahmen fu\u0308r Verpackungsabf\u00e4lle zu beheben. Die Kommission plant eine \u00dcberarbeitung der Vorschriften f\u00fcr die Verpackungsgestaltung (&#8220;grundlegende Anforderungen&#8221;), die derzeit als in der Praxis nicht durchsetzbar betrachtet werden. Dadurch k\u00f6nnte nach Ansicht der Pr\u00fcfer die Verpackungsgestaltung im Hinblick auf die Recyclingf\u00e4higkeit verbessert werden, und es k\u00f6nnten Anreize f\u00fcr die Wiederverwendung geschaffen werden. In \u00e4hnlicher Weise sollen neue EU- Vorschriften Regime der erweiterten Herstellerverantwortung harmonisieren und st\u00e4rken, sodass sie die Recyclingf\u00e4higkeit f\u00f6rdern (beispielsweise \u00fcber Systeme der Geb\u00fchrenmodulation oder gar Pfandsysteme), nicht nur leichtere Verpackungen, wie bislang zumeist. Diese \u00c4nderungen sind notwendig, um zur Erreichung der neuen Recyclingziele beizutragen.<\/p>\n<p>Mit der \u00dcberarbeitung der Richtlinie \u00fcber Verpackungen und Verpackungsabf\u00e4lle wurden strengere Anforderungen an die Berechnung der Recyclingquoten eingef\u00fchrt. Den aktuellen Zahlen mangelt es in hohem Ma\u00dfe an Genauigkeit und Vergleichbarkeit zwischen den Mitgliedstaaten. Die neuen Berechnungsmethoden sollten ein zuverl\u00e4ssigeres Bild der tats\u00e4chlichen Recyclingquote von Kunststoffverpackungen bieten. Sch\u00e4tzungen zufolge k\u00f6nnten die gemeldeten Recyclingquoten infolgedessen von derzeit 42% auf knapp 30% sinken.<\/p>\n<p>Angesichts des neuen, in K\u00fcrze anzuwendenden &#8220;Basler \u00dcbereinkommens&#8221;, mit dem die Bedingungen f\u00fcr die Verbringung von Kunststoffabf\u00e4llen ins Ausland versch\u00e4rft werden, ist die Herausforderung, die Recyclingkapazit\u00e4ten in Europa zu erh\u00f6hen, umso gr\u00f6\u00dfer. Die EU- Mitgliedstaaten sind bei ihrer Kunststoffverpackungsabfallbewirtschaftung und im Hinblick auf die Erreichung ihrer Recyclingziele in hohem Ma\u00dfe auf Drittl\u00e4nder angewiesen. Nahezu ein Drittel der in der EU gemeldeten Recyclingquote f\u00fcr Kunststoffverpackungen entf\u00e4llt auf Verbringungen in Drittl\u00e4nder zwecks Recycling. Im Januar 2021 tritt jedoch ein Verbot in Kraft, das den Gro\u00dfteil der Verbringungen von Kunststoffabf\u00e4llen betrifft. In Verbindung mit der mangelnden Kapazit\u00e4t zur Behandlung dieser Abf\u00e4lle innerhalb der EU ergibt sich dadurch ein weiteres Risiko f\u00fcr die Erreichung der Ziele, mahnen die Pr\u00fcfer. Dies birgt zudem die Gefahr einer Zunahme der illegalen Verbringung in Drittstaaten und der Abfallkriminalit\u00e4t, gegen die die EU mit ihrem derzeitigen Rechtsrahmen nur unzureichend gewappnet ist.<\/p>\n<p>Das Bestreben der EU, das Recycling von Kunststoffabf\u00e4llen zu verbessern, ist Ausdruck des Ausma\u00dfes der \u00f6kologischen Herausforderung, die Kunststoffe darstellen. Ihr neuer Ansatz er\u00f6ffnet der EU die Chance, sich einen Vorreitervorteil zu verschaffen und ihre weltweite F\u00fchrungsposition im Bereich des Recyclings von Kunststoffverpackungen zu st\u00e4rken. Angesichts der zu bew\u00e4ltigenden Herausforderungen und L\u00fccken besteht jedoch die Gefahr, dass die EU- Mitgliedstaaten die neuen Zielvorgaben nicht erreichen. Die Pr\u00fcfer weisen darauf hin, dass ein umfassendes konzertiertes Vorgehen dringend erforderlich ist, um die Menge an recycelten Kunststoffverpackungsabf\u00e4llen in der EU bis 2030 nahezu zu verdoppeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Hinweise f\u00fcr den Herausgeber<\/h3>\n<p>Die Analyse des Hofes &#8220;EU-Ma\u00dfnahmen zur L\u00f6sung des Problems der Kunststoffabf\u00e4lle&#8221; ist in 23EU-Sprachen auf der Website des Hofes eca.europa.eu abrufbar. Die vorliegende Ver\u00f6ffentlichung ist kein Pr\u00fcfungsbericht, sondern eine Analyse, die sich in erster Linie auf \u00f6ffentlich verf\u00fcgbare Informationen und auf Unterlagen st\u00fctzt, die speziell f\u00fcr diesen Zweck zusammengetragen wurden. Da die k\u00fcnftigen Priorit\u00e4ten f\u00fcr Ausgaben der EU noch festgelegt werden und \u00fcber Reformen in wichtigen Politikbereichen noch entschieden werden muss, erfolgt die Analyse dennoch zum richtigen Zeitpunkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Informationen u\u0308ber die Ma\u00dfnahmen des Europa\u0308ischen Rechnungshofs im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie finden Sie <a href=\"https:\/\/www.eca.europa.eu\/de\/Pages\/NewsItem.aspx?nid=13555\" target=\"_blank\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Risiko, dass die EU ihre Zielvorgaben f\u00fcr das Recycling von Kunststoffverpackungen f\u00fcr 2025 und 2030 nicht erreicht, ist erheblich. Dies geht aus einer Analyse des Europ\u00e4ischen Rechnungshofs hervor. Die Aktualisierung des Rechtsrahmens f\u00fcr das Recycling von Kunststoffen im Jahr 2018 spiegelt die ehrgeizigeren Ziele der EU wider und k\u00f6nnte zur Steigerung der Recyclingkapazit\u00e4ten beitragen. 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