{"id":7978,"date":"2005-04-25T00:00:00","date_gmt":"2005-04-24T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20050425-04n"},"modified":"2005-04-25T00:00:00","modified_gmt":"2005-04-24T22:00:00","slug":"interpack-startschuss-fuer-biokunststoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/interpack-startschuss-fuer-biokunststoffe\/","title":{"rendered":"Interpack: Startschuss f\u00fcr Biokunststoffe"},"content":{"rendered":"<p><b>Biologisch abbaubare Verpackungen, die in anderen westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern schon seit rund zwei Jahren erfolgreich Verbreitung finden, sollen in K\u00fcrze auch in Deutschlands SB-Ketten eingef\u00fchrt werden. Die ab Mai in Kraft tretende dritte Novelle der Verpackungsverordnung (VVO) wird hierf\u00fcr endlich die gesetzliche Grundlage schaffen. Die derzeit laufende Interpack in D\u00fcsseldorf bietet in ihrer Sonderschau &#8220;Innovationparc Bioplastics in Packaging&#8221; schon vorab interessante Aussichten auf den k\u00fcnftigen Bio-Kunststoffmarkt.<\/b><\/p>\n<p>Obwohl Entsorgung und Verwertung kompostierbarer Kunststoffverpackungen durch den Paragrafen 6 der Verpackungsverordnung bereits geregelt sind, war ihr Einsatz in Deutschland bislang so marginal, dass die Markteinf\u00fchrung an der Verordnung eines fl\u00e4chendeckenden Entsorgungs- und Verwertungssystems f\u00fcr solche geringen Mengen scheitern musste.<\/p>\n<p><b>Biokunststoffe erhalten Ausnahmeregelung<\/b><\/p>\n<p>Durch das am 10. Mai angek\u00fcndigte Inkrafttreten der Novelle der Verordnung sollen nun zertifizierte kompostierbare Kunststoffverpackungen von diesem Paragrafen ausgenommen werden, d.h. eine fl\u00e4chendeckende Entsorgung muss nicht mehr zwangsl\u00e4ufig gew\u00e4hrleistet sein und Quoten bzw. spezielle Optionen f\u00fcr die Verwertung bleiben offen. Lediglich besteht f\u00fcr Hersteller und Vertreiber die Verpflichtung, &#8220;dass ein m\u00f6glichst hoher Anteil der Verpackungen einer Verwertung zugef\u00fchrt wird&#8221;. Verpackungen mit dem Kompostsiegel k\u00f6nnen dann wahlweise in der Biotonne, dem Gelben Sack (DSD) oder auch im Restm\u00fcll entsorgt werden. &#8220;Diese Ausnahmeregelung, die bis 2012 gilt, wird einen wesentlichen Beitrag zur F\u00f6rderung der Biokunststoffe leisten&#8221;, hofft Dr. Harald K\u00e4b, Vorsitzender des Vorstandes der <a href=\"http:\/\/www.ibaw.org\/\" >Interessengemeinschaft Biologisch Abbaubare Werkstoffe (IBAW)<\/a>.<\/p>\n<p><b>Optimismus w\u00e4chst mit Besucherandrang<\/b><\/p>\n<p>Der Optimismus der Branche w\u00e4chst mit dem regen Interesse, welches der Sonderschau &#8220;Innovationparc Bioplastics in Packaging&#8221; in D\u00fcsseldorf entgegen gebracht wird. Neben aufmerksamem Fachpublikum ist auch reichlich Prominenz aus der Politik pr\u00e4sent. &#8220;Das Besucherinteresse ist sehr gro\u00df&#8221;, meldet Heike Koch von der <a href=\"http:\/\/www.naturapackaging.com\/index.php?l=de\" >Natura Packaging GmbH<\/a> aus Rheine. Das Unternehmen produziert Lebensmittelverpackungen, Abfallt\u00fcten und Tragetaschen auf Basis nachwachsender Rohstoffe. &#8220;Die Technik steht&#8221;, so Koch, &#8220;und zurzeit ist eine unheimliche Bewegung im Markt.&#8221; So seien Vertreter gro\u00dfer deutscher Supermarktketten auch schon mit ganz konkreten Fragen vor Ort gewesen.<\/p>\n<p><b>Wegfall des Gr\u00fcnen Punkts bringt Preiserleichterung<\/b><\/p>\n<p>Auch Birgit Hunold, Produktmanagerin f\u00fcr Biophan, eine kompostierbare Folie auf Polymilchs\u00e4ure-Basis (PLA), in der <a href=\"http:\/\/www.trespaphan.com\/index.php\" >Treofan-Gruppe<\/a>, freut sich \u00fcber den Zulauf. &#8220;Das Fachpublikum kommt mit sehr gezielten Fragen. Die neuen Regelungen der Verpackungsverordnung sind jetzt schon zu sp\u00fcren&#8221;, stellt sie fest und erkl\u00e4rt, dass ja nicht nur die Rechtsunsicherheiten beseitigt worden sind. Zu den wichtigen Nachteilen der nur in geringen Mengen produzierten Biokunststoffe z\u00e4hlt bisher auch der im Vergleich zu traditionellen Kunststoffen h\u00f6here Preis. Durch den Wegfall der Geb\u00fchr f\u00fcr den Gr\u00fcnen Punkt aber werden Verpackungen aus Biokunststoffen billiger. &#8220;Das macht rund ein Euro pro Kilogramm aus&#8221;, rechnet Hunold vor.<\/p>\n<p><b>Bewusste Produktverantwortung &#8211; eigener Verwertungsweg<\/b><\/p>\n<p> Wie g\u00fcnstig sich eine Markteinf\u00fchrung auch abzeichnen mag, in der IBAW bleibt man bodenst\u00e4ndig. &#8220;Wir starten quasi bei Null&#8221;, wei\u00df K\u00e4b und behandelt das Thema &#8220;Mengenprognosen&#8221; eher diskret. Sollten die neuen Vorgaben jedoch die Basis zur erfolgreichen Markteinf\u00fchrung von Biokunststoffen schaffen \u2013 womit die IBAW fest rechnet \u2013 k\u00f6nne man mittel- bis kurzfristig mit &#8220;nennenswerten Mengen&#8221; kalkulieren. In dem Fall sollen die Vorteile der Ausnahmeregelungen allerdings nicht bis 2012 ausgesch\u00f6pft werden. &#8220;Wir werden nicht dauerhaft Dritte, wie den Gr\u00fcnen Punkt oder die kommunale Entsorgung belasten&#8221;, erkl\u00e4rt K\u00e4b. Um der Produktverantwortung gerecht zu werden, ist schon geplant, Schritt f\u00fcr Schritt einen eigenen Verwertungsweg aufzubauen.<\/p>\n<p><b>Handlungsempfehlung wird vorgestellt<\/b><\/p>\n<p> Dazu hat der Verband eine <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20050425-04\/IBAW_VVO_Handlungsempfehlung.pdf\" >Handlungsempfehlung<\/a> erarbeitet, die er jetzt auf der Interpack vorgestellt hat. Darin sind drei Phasen der Umsetzung vorgesehen:<\/p>\n<ul>\n<li><b>1. Phase:<\/b> &#8220;Start der Markeinf\u00fchrung&#8221;: Der Freiraum, den die Regelung der VVO erm\u00f6glicht, soll voll ausgesch\u00f6pft werden. Es gilt, die Markteinf\u00fchrung zun\u00e4chst voranzutreiben.<\/li>\n<li><b>2. Phase:<\/b> Mit wachsenden Anteilen von kompostierbaren Verpackungen im Markt soll am Auf- und Ausbau einer geregelten Verwertung f\u00fcr diese Produkte gearbeitet werden.<\/li>\n<li><b>3. Phase:<\/b> Die in Verkehr gebrachten Mengen erm\u00f6glichen nun die R\u00fccknahme, wie es Paragraf 6 der heute g\u00fcltigen Verpackungsverordnung definiert. So wird ein geregelter Betrieb f\u00fcr die Zeit nach Ablauf des Privilegierungszeitraums erm\u00f6glicht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Entwicklungsphasen sollen von einem noch zu gr\u00fcndendem Beirat begleitet und abgegrenzt werden, in dem sich die beteiligte Wirtschaft organisiert, u.a. Hersteller und Anwender von Verpackungen, Handel, Dienstleister und Entsorgungswirtschaft.<\/p>\n<p><b>Appell zum Vertragsabschluss<\/b><\/p>\n<p> Die an Nachhaltigkeitskriterien ausgerichtete Innovation Biokunststoffe \/ Biologisch Abbaubare Werkstoffe lebe seit ihrer fr\u00fchesten Entwicklung vom verantwortungsbewussten Handeln der Beteiligten, welche \u00fcberaus positiv wahrgenommen werde, betonte K\u00e4b. Dies sei ausschlaggebend f\u00fcr die Neuregelung der Verpackungsverordnung gewesen. Deshalb appelliere die IBAW an potenzielle Inverkehrbringer, sich der Handlungsempfehlung anzuschlie\u00dfen und durch Abschluss eines Vertrages mit einem Dienstleister verantwortungsbewusstes Handeln zu demonstrieren.<\/p>\n<p> Die Interpack ist \u00fcbrigens noch bis zum Mittwoch, dem 27. April ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/deutsche-verpackungsverordnung-regelung-fuer-bioverpackungen\/\" >2005-04-20<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Biologisch abbaubare Verpackungen, die in anderen westeurop&auml;ischen L&auml;ndern schon seit rund zwei Jahren erfolgreich Verbreitung finden, sollen in K&uuml;rze auch in Deutschlands SB-Ketten eingef&uuml;hrt werden.<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-7978","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7978","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7978"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7978\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7978"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7978"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7978"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=7978"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}