{"id":79350,"date":"2020-09-29T06:55:04","date_gmt":"2020-09-29T04:55:04","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=79350"},"modified":"2021-09-09T21:15:48","modified_gmt":"2021-09-09T19:15:48","slug":"lage-der-union-kommission-fordert-mehr-klimaschutz-und-schlaegt-emissionssenkung-bis-2030-um-55-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/lage-der-union-kommission-fordert-mehr-klimaschutz-und-schlaegt-emissionssenkung-bis-2030-um-55-vor\/","title":{"rendered":"Lage der Union: Kommission fordert mehr Klimaschutz und schl\u00e4gt Emissionssenkung bis 2030 um 55% vor"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Europ\u00e4ische Kommission hat heute ihren Plan vorgestellt, wonach die Treibhausgasemissionen der EU bis 2030 gegen\u00fcber 1990 um mindestens 55\u00a0% gesenkt werden sollen. Dieses ehrgeizige Ziel f\u00fcr das n\u00e4chste Jahrzehnt wird auf dem Weg der EU zur Klimaneutralit\u00e4t bis 2050 zu stetigen Fortschritten beitragen. Die neue Zielvorgabe beruht auf einer umfassenden Folgenabsch\u00e4tzung der sozialen, wirtschaftlichen und \u00f6kologischen Auswirkungen. Wie die Folgenabsch\u00e4tzung zeigt, ist eine solche Vorgehensweise realistisch und machbar. Das ehrgeizigere Ziel zeugt auch von der weltweiten F\u00fchrungsrolle der EU, die sie im Vorfeld der n\u00e4chsten UN-Klimakonferenz (COP26) weiterhin wahrnimmt.<\/strong><\/p>\n<p>Die Kommission hat heute<\/p>\n<ul>\n<li>eine \u00c4nderung des vorgeschlagenen Europ\u00e4ischen Klimagesetzes vorgelegt, um das Emissionsreduktionsziel von mindestens 55\u00a0% bis 2030 als Zwischenziel auf dem Weg zur angestrebten Klimaneutralit\u00e4t bis 2050 festzuschreiben;<\/li>\n<li>das Parlament und den Rat ersucht, dieses 55%-Ziel als neuen national festgelegten Beitrag der EU im Rahmen des \u00dcbereinkommens von Paris zu best\u00e4tigen und es dem UNFCCC-Sekretariat bis Jahresende mitzuteilen;<\/li>\n<li>die bis Juni 2021 vorzulegenden Legislativvorschl\u00e4ge genannt, mit denen das neue Ziel umgesetzt werden soll, darunter: \u00dcberarbeitung und Ausweitung des EU-Emissionshandelssystems, Anpassung der Lastenteilungsverordnung und des Rahmens f\u00fcr Emissionen aus der Landnutzung, Ausbau der Ma\u00dfnahmen in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien sowie Versch\u00e4rfung der CO<sub>2<\/sub>-Normen f\u00fcr Stra\u00dfenfahrzeuge.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ursula von der Leyen, Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Kommission, erkl\u00e4rte: \u201eWir tun alles in unserer Macht Stehende, um das Versprechen zu halten, das wir den Europ\u00e4erinnen und Europ\u00e4ern gegeben haben: Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent der Welt zu machen. Der heutige Tag ist ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg. Mit dem neuen Ziel, die Treibhausgasemissionen der EU bis 2030 um mindestens 55\u00a0% zu senken, werden wir zu Vorreitern auf dem Weg zu einem saubereren Planeten und einem gr\u00fcnen Aufschwung. Europa wird gest\u00e4rkt aus der Coronavirus-Pandemie hervorgehen, indem es in eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft investiert, innovative saubere Technologien f\u00f6rdert und umweltvertr\u00e4gliche Arbeitspl\u00e4tze schafft.\u201c<\/p>\n<p>Frans Timmermans, Exekutiv-Vizepr\u00e4sident f\u00fcr den europ\u00e4ischen Gr\u00fcnen Deal, sagte: \u201eZum gegenw\u00e4rtigen f\u00fcr unsere Gesundheit, unsere Wirtschaft und den globalen Klimaschutz so wichtigen Zeitpunkt kommt es darauf an, dass Europa auf dem Weg zu einem gr\u00fcnen Aufschwung mit gutem Beispiel vorangeht. Wir m\u00fcssen jetzt handeln \u2013 das sind wir unseren Kindern und Enkelkindern schuldig. Heute demonstriert Europa der Welt, wie wir auf unserem Weg zur Klimaneutralit\u00e4t bis 2050 im n\u00e4chsten Jahrzehnt das Wohlergehen und den Wohlstand unserer B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger steigern werden.\u201c<\/p>\n<p>Kadri Simson, Kommissarin f\u00fcr Energie, f\u00fcgte hinzu: \u201eMit den derzeitigen politischen Ma\u00dfnahmen und den Pl\u00e4nen der Mitgliedstaaten sind wir auf dem besten Weg, unser bisheriges Reduktionsziel von 40\u00a0% f\u00fcr 2030 zu \u00fcbertreffen. Dies zeigt, dass eine ehrgeizigere Zielsetzung nicht nur notwendig, sondern auch realistisch ist. Das Energiesystem wird im Mittelpunkt dieser Bem\u00fchungen stehen. Wir werden auf der europ\u00e4ischen Erfolgsgeschichte im Bereich der erneuerbaren Energien aufbauen, alle uns zur Verf\u00fcgung stehenden Instrumente zur Steigerung der Energieeffizienz auf den Pr\u00fcfstand stellen und eine solide Grundlage f\u00fcr ein gr\u00fcneres Europa schaffen.\u201c<\/p>\n<p>Neben dem Klimazielplan 2030 und der dazugeh\u00f6rigen Folgenabsch\u00e4tzung hat die Kommission heute auch eine Bewertung der nationalen Energie- und Klimapl\u00e4ne der Mitgliedstaaten f\u00fcr den Zeitraum 2021-2030 angenommen. Die Bewertung der Kommission zeigt, dass die EU ihr derzeitiges Ziel, die Emissionen bis 2030 um mindestens 40\u00a0% zu senken, \u00fcbertreffen d\u00fcrfte, was insbesondere den kontinuierlichen Fortschritten bei der Nutzung erneuerbarer Energien in ganz Europa zu verdanken ist. Um die neue Zielvorgabe von 55\u00a0% umzusetzen, muss die EU die Energieeffizienz und den Anteil der erneuerbaren Energien weiter steigern. Hierzu sollen nun weitere Konsultationen und Analysen durchgef\u00fchrt werden, bevor die Kommission im Juni 2021 entsprechende Legislativvorschl\u00e4ge vorlegt.<\/p>\n<p>Das neue Klimaziel f\u00fcr 2030 wird dazu beitragen, die wirtschaftliche Erholung Europas von der Coronavirus-Pandemie gezielt zu unterst\u00fctzen. So werden Investitionen in eine ressourcenschonende Wirtschaft angeregt, Innovationen im Bereich saubere Technologien gef\u00f6rdert, die Wettbewerbsf\u00e4higkeit verbessert und gr\u00fcne Arbeitspl\u00e4tze geschaffen. Die Mitgliedstaaten k\u00f6nnen f\u00fcr diese Investitionen in die \u00f6kologische Wende auf den mit 750\u00a0Mrd.\u00a0EUR ausgestatteten Aufbaufonds NextGenerationEU und den n\u00e4chsten langfristigen EU-Haushalt zur\u00fcckgreifen. Zur F\u00f6rderung der notwendigen Investitionen hat die Kommission heute auch Vorschriften f\u00fcr einen neuen EU-Finanzierungsmechanismus f\u00fcr erneuerbare Energien angenommen, um den Mitgliedstaaten die Zusammenarbeit bei der Finanzierung und Durchf\u00fchrung von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien zu erleichtern.<\/p>\n<h3>Hintergrund<\/h3>\n<p>Eine Anhebung des EU-Ziels f\u00fcr die Verringerung der Treibhausgasemissionen bis 2030 wurde erstmals im Juli 2019 in den politischen Leitlinien von Pr\u00e4sidentin von der Leyen angek\u00fcndigt. Diese Erh\u00f6hung steht mit dem Ziel des \u00dcbereinkommens von Paris im Einklang, die Erderw\u00e4rmung auf deutlich unter 2\u00a0\u00b0C zu begrenzen und die Bem\u00fchungen um eine Begrenzung auf 1,5\u00a0\u00b0C fortzusetzen.<\/p>\n<p>Die Kommission hat im Anschluss an einen breit angelegten Konsultationsprozess im vergangenen Jahr und im Rahmen der heute ver\u00f6ffentlichten Folgenabsch\u00e4tzung eingehend untersucht, wie sich eine Verringerung der Emissionen bis 2030 um 50\u00a0% bis 55\u00a0% gegen\u00fcber dem Niveau von 1990 auf unsere Wirtschaft, unsere Gesellschaft und unsere Umwelt auswirken w\u00fcrde. In der Folgenabsch\u00e4tzung wurde sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft, welche politischen Instrumente zur Verf\u00fcgung stehen und wie die einzelnen Wirtschaftszweige zu den Zielen beitragen k\u00f6nnen. Daraus ergab sich, dass ein ausgewogener, realistischer und wohl\u00fcberlegter Weg zur Klimaneutralit\u00e4t bis 2050 die Zielvorgabe einer Emissionssenkung um mindestens 55\u00a0% bis 2030 voraussetzt.<\/p>\n<p>Zur Verringerung der Treibhausgasemissionen um 55\u00a0% muss in allen Wirtschaftszweigen gehandelt werden. Ein klimaneutraler Wandel ist nur m\u00f6glich, wenn alle dazu beitragen. Die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe machen den gr\u00f6\u00dften Anteil der Treibhausgasemissionen in der EU aus. Zusammen mit diffusen Nicht-CO<sub>2<\/sub>-Emissionen im Energiesystem sind sie f\u00fcr gut 75\u00a0% der Treibhausgasemissionen in der EU verantwortlich. Dies macht deutlich, wie wichtig das Energiesystem f\u00fcr den \u00dcbergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft ist. Geb\u00e4ude und Verkehr sind neben der Industrie die wichtigsten Energieverbraucher und Emissionsquellen. Die Dekarbonisierung sowohl des Energieangebots als auch der Energienachfrage ist der Schl\u00fcssel zur Klimaneutralit\u00e4t.<\/p>\n<p>Wie die Bewertung der nationalen Energie- und Klimapl\u00e4ne gezeigt hat, beschleunigen die Mitgliedstaaten ihre Energie- und Klimawende. Demnach k\u00f6nnte sich der Anteil erneuerbarer Energien in der EU bis 2030 auf 33,7\u00a0% erh\u00f6hen, was \u00fcber die derzeitige Zielvorgabe von mindestens 32\u00a0% hinausgeht. Was hingegen die Energieeffizienz angeht, so d\u00fcrfte das Ziel von mindestens 32,5\u00a0% verfehlt werden, und zwar um 2,8\u00a0% beim Prim\u00e4renergieverbrauch und um 3,1\u00a0% beim Endenergieverbrauch. Daher wird die Kommission durch entsprechende Ma\u00dfnahmen Abhilfe schaffen, insbesondere durch die bevorstehende Initiative zur Modernisierungswelle, die \u00dcberpr\u00fcfung und m\u00f6gliche \u00dcberarbeitung der Energieeffizienzrichtlinie sowie durch Orientierungshilfen zum Grundsatz \u201eEnergieeffizienz an erster Stelle\u201c. Die heute ver\u00f6ffentlichte Bewertung der nationalen Energie- und Klimapl\u00e4ne auf EU-Ebene wird im Oktober im Rahmen des Berichts zur Lage der Energieunion durch Bewertungen f\u00fcr die einzelnen Mitgliedstaaten erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p>Mit der von der Kommission im M\u00e4rz 2020 vorgeschlagenen Verordnung \u2013 dem \u201eEurop\u00e4ischen Klimagesetz\u201c \u2013 soll das von den EU-F\u00fchrungsspitzen im Dezember 2019 vereinbarte Ziel der Klimaneutralit\u00e4t bis 2050 im EU-Recht verankert und die Richtung f\u00fcr die gesamte EU-Politik vorgegeben werden. Die Kommission schl\u00e4gt nun vor, das \u00fcberarbeitete Ziel f\u00fcr 2030 in diese Verordnung aufzunehmen, die derzeit im Europ\u00e4ischen Parlament und im Rat er\u00f6rtert wird. Die neue Zielvorgabe f\u00fcr 2030 wird auch die Grundlage f\u00fcr die Beratungen \u00fcber die \u00c4nderung des national festgelegten Beitrags der EU zur Emissionssenkung im Rahmen des \u00dcbereinkommens von Paris bilden.<\/p>\n<p>Wie im europ\u00e4ischen Gr\u00fcnen Deal und in der heutigen Mitteilung dargelegt, wird die Kommission nun mit der Ausarbeitung detaillierter Legislativvorschl\u00e4ge zur Verwirklichung dieses neuen Ziels beginnen. Sie wird alle f\u00fcr die Emissionssenkungen relevanten klima- und energiepolitischen Instrumente \u00fcberpr\u00fcfen, damit sie bis Juni 2021 geeignete Vorschl\u00e4ge vorlegen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Kommission hat heute ihren Plan vorgestellt, wonach die Treibhausgasemissionen der EU bis 2030 gegen\u00fcber 1990 um mindestens 55\u00a0% gesenkt werden sollen. Dieses ehrgeizige Ziel f\u00fcr das n\u00e4chste Jahrzehnt wird auf dem Weg der EU zur Klimaneutralit\u00e4t bis 2050 zu stetigen Fortschritten beitragen. Die neue Zielvorgabe beruht auf einer umfassenden Folgenabsch\u00e4tzung der sozialen, wirtschaftlichen [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5571],"tags":[14374,15357],"supplier":[2317],"class_list":["post-79350","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-co2-based","tag-emission","tag-klima","supplier-european-commission"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79350","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=79350"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79350\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79350"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=79350"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=79350"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=79350"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}