{"id":79026,"date":"2020-09-23T07:37:16","date_gmt":"2020-09-23T05:37:16","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=79026"},"modified":"2020-09-18T14:20:29","modified_gmt":"2020-09-18T12:20:29","slug":"wissenschaft-trifft-auf-design-feste-und-flexible-verbundmaterialien-aus-lignin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wissenschaft-trifft-auf-design-feste-und-flexible-verbundmaterialien-aus-lignin\/","title":{"rendered":"Wissenschaft trifft auf Design: feste und flexible Verbundmaterialien aus Lignin"},"content":{"rendered":"<p><strong>Forschende des Fraunhofer WKI und Designerinnen und Designer aus dem greenlab der wei\u00dfensee kunsthochschule berlin kooperierten im Rahmenforschungsprogramm des Fraunhofer-Netzwerks \u00bbWissenschaft, Kunst und Design\u00ab, um Anwendungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr den pflanzlichen Rohstoff Lignin zu entwickeln. Heraus kamen unterschiedliche Plattenwerkstoffe f\u00fcr den M\u00f6belbau und eine flexible Lederalternative f\u00fcr die Modeindustrie. Das Ziel liegt nun n\u00e4her, mit Lignin petrochemische Rohstoffe in der verarbeitenden Industrie zu ersetzen.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_79027\" aria-describedby=\"caption-attachment-79027\" style=\"width: 236px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.wki.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/2020\/PI_2020-08_wissenschaft-design-feste-und-flexible-verbundmaterialien-aus-lignin\/_jcr_content\/contentPar\/pressarticle\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.4col.large.jpg\/1599811811197\/PI08-2020-09-Thinking-Lignin-Design-c-Manuela-Lingnau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-79027\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/PI08-2020-09-Thinking-Lignin-Design-c-Manuela-Lingnau-300x268.jpg\" alt=\"PI08-2020-09-Thinking-Lignin-Design-c-Manuela-Lingnau\" width=\"236\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/09\/PI08-2020-09-Thinking-Lignin-Design-c-Manuela-Lingnau-300x268.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/09\/PI08-2020-09-Thinking-Lignin-Design-c-Manuela-Lingnau-600x536.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/09\/PI08-2020-09-Thinking-Lignin-Design-c-Manuela-Lingnau.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 236px) 100vw, 236px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-79027\" class=\"wp-caption-text\">Forschende und Designschaffende finden Anwendungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Lignin in einem Kooperationsprojekt. \u00a9 Fraunhofer WKI (Manuela Lingnau)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Viele chemische Produkte wie Farben, Klebstoffe, Kunststoffe und Kunstfasern basieren auf aromatischen Kohlenstoffverbindungen. Derzeit stammen diese gr\u00f6\u00dftenteils aus fossilen Rohstoffen wie Erd\u00f6l, Erdgas und Kohle. Der pflanzliche Rohstoff Lignin ist eine vielversprechende Alternative, da er bereits aromatische Strukturen enth\u00e4lt und in der Papierindustrie massenweise als Abfallprodukt anf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Allerdings lassen sich die petrochemischen Ausgangsstoffe nicht einfach durch Lignin ersetzen, da Lignin eine besondere Struktur aufweist. Die Idee der Kooperation zwischen den Forschenden des Fraunhofer WKI und Designschaffenden des greenlab \u2013 Labor f\u00fcr nachhaltige Designstrategien der wei\u00dfensee kunsthochschule berlin im Projekt \u00bbThinking Lignin Design\u00ab war, mithilfe von kreativen und experimentellen Methoden neue Perspektiven f\u00fcr die praktische Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes Lignin zu finden.<\/p>\n<p>\u00bbAus Lignin lassen sich verschiedene Derivate mit unterschiedlichen Flie\u00df- und Schmelzeigenschaften herstellen. Einige lassen sich beispielweise fein mahlen wie Kaffeepulver und daher gut verteilen. Andere sind \u203aweicher\u2039, aber daf\u00fcr elastischer und k\u00f6nnten daher als Bindemittel f\u00fcr flexible Werkstoffe oder stoffartige Materialien interessant sein\u00ab, berichtet Projektleiterin Dr. Lydia Heinrich vom Fraunhofer WKI.<\/p>\n<p>\u00bbAber was kann man aus diesen Derivaten machen? Hier kamen die Designschaffenden der wei\u00dfensee kunsthochschule berlin ins Spiel und haben das Projekt mir ihrer unkonventionellen Sicht und Herangehensweise bereichert\u00ab, erkl\u00e4rt Dr. Nina Ritter, Projektmitarbeiterin am Fraunhofer WKI.<\/p>\n<p>Die Kooperationspartner haben geeignete Anwendungen f\u00fcr Lignin identifiziert und in Prototypen umgesetzt. Heraus gekommen ist ein umfassendes und erlebbares Archiv von Materialmustern in unterschiedlichsten Qualit\u00e4ten. M\u00f6gliche Anwendungen f\u00fcr zuk\u00fcnftige Produkte sind ein stabiles Kompositmaterial, flexible Textilbeschichtungen und Prozesswerkstoffe zum F\u00fcgen von Verbindungen. Eingesetzt werden k\u00f6nnen die Materialien in festen Plattenwerkstoffen f\u00fcr den M\u00f6belbau oder als flexible Lederalternative f\u00fcr die Modeindustrie.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Projekts werden unter dem Titel \u00bbBlack Liquor\u00ab am 24. September 2020 um 18 Uhr im STATE Studio Berlin in Form einer digitalen Pr\u00e4sentation vorgestellt. Das \u00f6ffentliche Zoom-Event wird mit integrierten Gespr\u00e4chsrunden durchgef\u00fchrt. Eine Anmeldung ist hier m\u00f6glich:\u00a0<a href=\"https:\/\/state-studio.com\/program\/black-liquor\" target=\"_blank\">www.state-studio.com\/program\/black-liquor<\/a><\/p>\n<p>Das Fraunhofer WKI ist neben weiteren 24 Fraunhofer-Instituten Mitglied im Netzwerk \u00bbWissenschaft, Kunst und Design\u00ab, welches 2018 gegr\u00fcndet wurde. Mit seiner Arbeit m\u00f6chte das Netzwerk die interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit zwischen angewandter Forschung, Kunst und Design f\u00f6rdern. Gemeinsame Forschungsprojekte, Ideenwettbewerbe und Ausstellungen bringen die Beteiligten zusammen. Die gegenseitige Inspiration \u00f6ffnet den Blick f\u00fcr ungew\u00f6hnliche und neuartige Forschungsans\u00e4tze zur Bew\u00e4ltigung komplexer gesellschaftlicher Herausforderungen. Website des Netzwerks: <a href=\"https:\/\/www.art-design.fraunhofer.de\/\" target=\"_blank\">www.art-design.fraunhofer.de<\/a><\/p>\n<p>Weitere Informationen zur Kooperation des Fraunhofer WKI mit dem greenlab der wei\u00dfensee kunsthochschule berlin: <a href=\"http:\/\/greenlab.kunsthochschule-berlin.de\/archive\/projects\/black-liquor\" target=\"_blank\">www.greenlab.kunsthochschule-berlin.de\/archive\/projects\/black-liquor<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Zum Hintergrund<\/h3>\n<p>Nachhaltigkeit durch Nutzung nachwachsender Rohstoffe steht seit \u00fcber 70 Jahren im Fokus des Fraunhofer WKI. Das Institut mit Standorten in Braunschweig, Hannover und Wolfsburg ist spezialisiert auf Verfahrenstechnik, Naturfaser-Verbundkunststoffe, Oberfl\u00e4chentechnologie, Holz- und Emissionsschutz, Qualit\u00e4tssicherung von Holzprodukten, Werkstoff- und Produktpr\u00fcfungen, Recyclingverfahren sowie den Einsatz von organischen Baustoffen und Holz im Bau. Nahezu alle Verfahren und Werkstoffe, die aus der Forschungst\u00e4tigkeit hervorgehen, werden industriell genutzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forschende des Fraunhofer WKI und Designerinnen und Designer aus dem greenlab der wei\u00dfensee kunsthochschule berlin kooperierten im Rahmenforschungsprogramm des Fraunhofer-Netzwerks \u00bbWissenschaft, Kunst und Design\u00ab, um Anwendungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr den pflanzlichen Rohstoff Lignin zu entwickeln. Heraus kamen unterschiedliche Plattenwerkstoffe f\u00fcr den M\u00f6belbau und eine flexible Lederalternative f\u00fcr die Modeindustrie. 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