{"id":7900,"date":"2005-03-07T00:00:00","date_gmt":"2005-03-06T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20050307-02n"},"modified":"2005-03-07T00:00:00","modified_gmt":"2005-03-06T22:00:00","slug":"leipzig-wird-schwerpunkt-standort-in-der-bioenergieforschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/leipzig-wird-schwerpunkt-standort-in-der-bioenergieforschung\/","title":{"rendered":"Leipzig wird Schwerpunkt-Standort in der Bioenergieforschung"},"content":{"rendered":"<p><b>Interview von Sven Siebert mit Bundeslandwirtschaftsministerin K\u00fcnast:<\/b><\/p>\n<p><b>Wozu brauchen wir ein Biomasse-Forschungszentrum?<\/b><br \/>Es geht darum, unsere Wirtschaft vom Erd\u00f6l unabh\u00e4ngiger zu machen. Jeder Liter Benzin, den wir ersetzen k\u00f6nnen, ist ein Gewinn. Bei den Alternativen spielt die Biomasse eine immer wichtigere Rolle. Biomasse kann alles sein: von Abfall \u00fcber G\u00fclle bis hin zu Pflanzen, die wir auf dem Acker wachsen lassen, um sie f\u00fcr die Energieerzeugung oder als Baustoffe zu nutzen. Stroh beispielsweise wird heute schon beim Autobau verwendet, pflanzliche \u00d6le in der chemischen Industrie und in der Pharmaindustrie. Zur Energieerzeugung betreiben wir Biogasanlagen mit Biomasse. Gerade im Osten gibt es gro\u00dfe Tierhaltungsbetriebe, die ihre G\u00fclle zur Energiegewinnung verwenden k\u00f6nnen. Das Ganze dient nat\u00fcrlich auch dem Klimaschutz.<\/p>\n<p><b>Und was soll das Biomasse-Forschungszentrum tun?<\/b><br \/>Das Biomasse-Forschungszentrum in Leipzig soll unter anderem all die technischen und \u00f6kologisch-\u00f6konomischen Fragen, die im Zusammenhang mit energetischer Nutzung von Biobrennstoffen stehen, pr\u00fcfen und zertifizieren. Es geht um die Frage: Wie funktionieren solche Anlagen am besten? Wir wollen auch dazu beitragen, unsere bereits gute Position im internationalen Gesch\u00e4ft weiter zu verbessern. Wir wollen unser technisches Know-how auf dem Weltmarkt verkaufen. Das Biomasse-Forschungszentrum soll die Forschung in diesem Bereich b\u00fcndeln und Beratung von \u00f6ffentlichen und privaten Einrichtungen anbieten.<\/p>\n<p><b>Warum gerade in Leipzig?<\/b><br \/>In Leipzig besteht bereits das Institut f\u00fcr Energetik und Umwelt. Es gibt die baulichen Voraussetzungen, ein Versuchsfeld und vor allem das Fachpersonal f\u00fcr die Bioenergetik. Das Institut mit seinem Leiter, Professor Martin Kaltschmitt, besch\u00e4ftigt sich seit Jahren herausragend damit. Wir haben ein gro\u00dfes Interesse, diesen Bereich auszubauen, und das versuchen wir auf allen Ebenen.<\/p>\n<p><b>Es hie\u00df immer, Sie w\u00fcrden als Standort Braunschweig favorisieren.<\/b> <br \/>Ich habe mehrere Standorte gepr\u00fcft und mich jetzt aus den genannten Gr\u00fcnden f\u00fcr Leipzig entschieden.<\/p>\n<p><b>Sie folgen nicht nur dem Grundsatz: Neue Bundeseinrichtungen m\u00fcssen in den Osten?<\/b> <br \/>Nein, da bin und bleibe ich offen. Der Grundsatz ist richtig. Er darf aber im Zweifelsfall nicht bedeuten, dass man etwas ansiedelt, wo es eindeutig falsch ist. Leipzig ist der richtige Ort.<\/p>\n<p><b>Um wie viel Geld, um wie viele Arbeitspl\u00e4tze geht es?<\/b> <br \/>Wir fangen jetzt an. Wir diskutieren beispielsweise dar\u00fcber, mit einem Pr\u00fcfzentrum f\u00fcr Feuerungsanlagen zu beginnen: Dann soll es Biogasverg\u00e4rungsversuche geben. Bis zum Endausbau als Biomassepr\u00fcfzentrum im Jahr 2009 werden zirka 50 Mitarbeiter dort besch\u00e4ftigt sein. Als Basisf\u00f6rderung ist mehr als eine Million Euro pro Jahr vorgesehen. Die restliche Finanzierung ist dann abh\u00e4ngig von Forschungs- und Pr\u00fcfauftr\u00e4gen.<\/p>\n<p><b>Zum Beschluss, das Bioenergieforschungsinstitut in Leipzig anzusiedeln, erkl\u00e4rt Hans-Josef Fell MdB, forschungs- und technologiepolitischer Sprecher und Peter Hettlich MdB, Sprecher der Arbeitsgruppe Ost der Bundestagsfraktion von <a href=\"http:\/\/www.gruene-fraktion.de\/cms\/default\/rubrik\/0\/1.htm\" >B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen<\/a>:<\/b><\/p>\n<p>Das Deutsche Biomasseforschungsinstitut (DBFZ) kommt nach Leipzig. Dies ist eine sehr kluge Entscheidung der Bundeslandwirtschaftsministerin, Renate K\u00fcnast. Damit werden Bioenergien gest\u00e4rkt, so dass sie in Zukunft einen noch wesentlich h\u00f6heren Beitrag zur Energieversorgung leisten k\u00f6nnen. Angesichts hoher \u00d6lpreise und hoher Arbeitslosigkeit eine wichtige Ma\u00dfnahme der Bundesregierung. Das neue Bioforschungszentrum ist ein wichtiger Baustein in unserer Strategie &#8220;Weg vom \u00d6l&#8221;.<\/p>\n<p>In Leipzig gibt es bereits eine umfassende Bioenergieforschungs-Kompetenz, auf die das Institut zur\u00fcckgreifen kann. Der Forschungsstandort in den Neuen Bundesl\u00e4ndern wird deutlich gest\u00e4rkt und Leipzig kann eine Br\u00fccke zu den neuen EU-L\u00e4ndern im Osten bilden, die mit Biomasse gesegnet sind. Wir halten damit im \u00dcbrigen ein altes Wahlversprechen ein und setzen den Koalitionsvertrag um, der eine St\u00e4rkung der institutionellen<br \/>Bioenergieforschung vorsieht. Auch das Versprechen, neue Forschungsinstitute im Osten anzusiedeln wird damit eingehalten. <\/p>\n<p>Bioenergie hat eine gro\u00dfe Zukunft. Biokraftstoffe, Bioenergien in der Strom- und in der W\u00e4rmeerzeugung haben sehr gro\u00dfe Potenziale. Das neue Institut wird dazu beitragen, diese Potenziale auszusch\u00f6pfen. Damit k\u00f6nnen neue Arbeitspl\u00e4tze in der Landwirtschaft und im weiterverarbeitenden Gewerbe geschaffen werden und gleichzeitig Klimaschutz betrieben werden.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/verlegung-des-deutschen-biomasse-zentrums-noch-offen\/\" >2005-02-04<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Interview von Sven Siebert mit Bundeslandwirtschaftsministerin K&uuml;nast:<\/b><\/p>\n<p><b>Wozu brauchen wir ein Biomasse-Forschungszentrum?<\/b><br \/>Es geht darum, unsere Wirtschaft vom Erd&ouml;l unabh&auml;ngiger zu machen. Jeder Liter<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-7900","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7900","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7900"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7900\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7900"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7900"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7900"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=7900"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}