{"id":7844,"date":"2005-04-01T00:00:00","date_gmt":"2005-03-31T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20050401-08n"},"modified":"2005-04-01T00:00:00","modified_gmt":"2005-03-31T22:00:00","slug":"alternative-energien-von-oeltueftlern-und-energiemissionaren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/alternative-energien-von-oeltueftlern-und-energiemissionaren\/","title":{"rendered":"Alternative Energien: Von \u00d6lt\u00fcftlern und Energiemissionaren"},"content":{"rendered":"<p><b>Alles fing mit einer Explosion auf dem Balkon an. H\u00fchnermist, Kl\u00e4rschlamm und K\u00fcchenabfall klebten an der Hauswand. \u00abEs gab eine Riesensauerei, aber ich war gl\u00fccklich\u00bb, erinnert sich Walter Schmid.<\/b><\/p>\n<p> Das war Ende der 80er Jahre. Wochenlang hatte er damals M\u00fcllcontainer durchw\u00fchlt, verschiedene Mischungen organischer Abf\u00e4lle g\u00e4ren lassen und stinkende Br\u00fche angesetzt. Der faulige Geruch kroch in die Kleider, die Haare und unter die Haut \u2013 und zog die ganze Familie in Mitleidenschaft. Warum konnte er nicht einfach seinem Beruf als Bauunternehmer nachgehen? Auch Freunde und Bekannte sch\u00fcttelten nur mehr mitleidig den Kopf: \u00abDu spinnst\u00bb. Doch Walter Schmid liess sich durch nichts beirren: \u00abDie Versuche zeigten mir, dass ich auf dem richtigen Weg war: In der Biomasse steckt Power.\u00bb<\/p>\n<p>Er sollte recht behalten: Bereits 1991 nahm die erste so genannte <a href=\"http:\/\/www.kompogas.ch\/\" >Kompogas<\/a>anlage im z\u00fcrcherischen R\u00fcmlang den Betrieb auf. Und heute sind es weltweit 50 Reaktoren \u2013 in der Schweiz, in \u00d6sterreich, Deutschland, Spanien, Japan und sogar in der Karibik. \u00abViele Gemeinden, McDonalds und Migros liefern heute ihre Bioabf\u00e4lle an uns.\u00bb Aus jeder Tonne Gr\u00fcnabfall entsteht 80 Kubikmeter Kompogas. Als Treibstoff entspricht dies 70 Liter Normalbenzin. Man hat ausgerechnet, dass zehn Prozent der Schweizer PWs mit den organischen Abf\u00e4llen fahren k\u00f6nnten, der in unserem Land insgesamt anfallen.<\/p>\n<p>Das alles erz\u00e4hlt Walter Schmid, w\u00e4hrend er mit raumgreifendem Schritt die Besucherin durch sein Informationszentrum in Otelfingen f\u00fchrt und seine Anlage erkl\u00e4rt: Mikroorganismen wandeln unter Sauerstoffausschluss die Biomasse zu Kompost und Gas um. Der G\u00e4rvorgang im Reaktor l\u00e4uft bei 55 bis 60 Grad Celsius ab und dauert 15 bis 20 Tage.<\/p>\n<p> Auch die Atmosph\u00e4re ausserhalb des Reaktors scheint in weich-wollige, feucht-stinkende Watte geh\u00fcllt zu sein. Derweil referiert Walter Schmid beharrlich \u00fcber das Potenzial, das in Umwelttechnologien steckt: \u00abMit dem Export von Zahnr\u00e4dli kann die Schweiz l\u00e4ngst nicht mehr brillieren, aber mit Umwelttechnik k\u00f6nnte sie es. Doch es brauchte weniger Bremskl\u00f6tze gegen\u00fcber Neuem.\u00bb Und weiter geht es in ein Treibhaus, dem Kernst\u00fcck des Infoparks: Hier wird der N\u00e4hrstoff-Kreislauf mit Fischen in einer grossen Teichanlage, mit H\u00fchnern, Ziegen, Melonen, Tomaten und Salaten aller Art eindr\u00fccklich veranschaulicht.<\/p>\n<p>Ja, \u00abErfolg ist machbar\u00bb und Walter Schmid ist zweifelsohne ein Macher. Immer in Bewegung, nett, energiegeladen und ehrgeizig. Es gab nat\u00fcrlich auch R\u00fcckschl\u00e4ge und Entt\u00e4uschungen. Derzeit hilft ihm allerdings der hohe \u00d6lpreis: \u00abDie Nachfrage nach Autos, die mit Biogas angetrieben werden, ist um 20 bis 30 Prozent gestiegen.\u00bb Rund 92 Rappen kostet jene Menge Gas, die einem Liter Benzin entspricht. \u00abWarum also nicht mit Abfall fahren?\u00bb Sagt\u2019s und f\u00e4hrt davon im mond\u00e4nen Gas-Mercedes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Alles fing mit einer Explosion auf dem Balkon an. 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