{"id":78307,"date":"2020-09-04T07:26:51","date_gmt":"2020-09-04T05:26:51","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=78307"},"modified":"2020-09-02T12:32:45","modified_gmt":"2020-09-02T10:32:45","slug":"bioeconomy-hub-mit-biooekonomie-den-strukturwandel-gestalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bioeconomy-hub-mit-biooekonomie-den-strukturwandel-gestalten\/","title":{"rendered":"BioEconomy HUB: Mit Bio\u00f6konomie den Strukturwandel gestalten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mitteldeutschland ist in Bewegung: Der beschlossene Kohleausstieg stellt Sachsen-Anhalt und weitere betroffene Bundesl\u00e4nder vor die Herausforderung, einen grundlegenden Strukturwandel einzuleiten. Zudem macht die derzeit grassierende Covid-19-Pandemie ganz aktuell noch einmal deutlich, wie entscheidend es ist, den Wandel durch die Erschlie\u00dfung innovativer Branchen mit lokaler Wertsch\u00f6pfung aktiv zu gestalten und als Chance f\u00fcr die Zukunft zu nutzen. Aus diesem Grund engagieren sich das Fraunhofer-Zentrum f\u00fcr Chemisch-Biologische Prozesse CBP in Leuna und der Cluster BioEconomy in Halle f\u00fcr die Errichtung eines BioEconomy HUB, das junge Unternehmen im Bereich der Bio\u00f6konomie f\u00f6rdern soll.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_78309\" aria-describedby=\"caption-attachment-78309\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.igb.fraunhofer.de\/de\/presse-medien\/presseinformationen\/2020\/bioeconomy-hub-mit-biooekonomie-den-strukturwandel-gestalten\/_jcr_content\/contentPar\/pressarticle\/pressArticleParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.4col.large.jpg\/1595865218911\/zucker-statt-erdoel-g.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-78309\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/zucker-statt-erdoel-g-300x200.jpg\" alt=\"zucker-statt-erdoel-g\" width=\"275\" height=\"183\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/09\/zucker-statt-erdoel-g-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/09\/zucker-statt-erdoel-g-600x400.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/09\/zucker-statt-erdoel-g.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 275px) 100vw, 275px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-78309\" class=\"wp-caption-text\">Der BioEconomy HUB will Bio\u00f6konomie-Unternehmen durch Zugang zu Pilotanlagen und etablierten Infrastrukturen, Dienstleistungen und Netzwerken unterst\u00fctzen. \u00a9 Gunter Binsack \/ Fraunhofer CBP<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Jahr 2038 soll endg\u00fcltig Schluss sein mit der Braunkohlef\u00f6rderung und -nutzung in Deutschland. So sehen es Kohleausstiegsgesetz und das Strukturst\u00e4rkungsgesetz der Bundesregierung vor. Die Regionen, die bisher vom Kohletagebau lebten oder stark gepr\u00e4gt waren, stehen somit am Scheideweg. Ein grunds\u00e4tzlicher Strukturwandel ist unausweichlich, um die Zukunft der betroffenen Bundesl\u00e4nder und Regionen zu sichern. Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft sind gemeinsam gefragt, diesen Wandel zu gestalten. Die aktuelle Coronavirus-Pandemie verst\u00e4rkt hierbei noch einmal den Druck, die Regionen so aufzustellen, dass sie die Herausforderungen der Zukunft meistern k\u00f6nnen. So hat die Krise deutlich den Bedarf an dezentralen L\u00f6sungen zur St\u00e4rkung lokaler Wirtschaftskraft aufgezeigt.<\/p>\n<p>Ein entscheidender Faktor, um die Zukunftsf\u00e4higkeit der betroffenen Regionen zu garantieren, ist die St\u00e4rkung ihrer Innovationskraft. Als besonders erfolgversprechenden Wirtschaftszweig sieht Fraunhofer hier die Bio\u00f6konomie. \u00bbDie Verkn\u00fcpfung von Biologie und Biotechnologie mit ressourceneffizienten Verfahren nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft tr\u00e4gt nicht nur zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise, sondern durch die Defossilierung von Stoffstr\u00f6men auch zu mehr Klimaschutz bei\u00ab, sagt Dr. Markus Wolperdinger, Leiter des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Grenzfl\u00e4chen- und Bioverfahrenstechnik IGB und Sprecher des Strategischen Forschungsfelds Bio\u00f6konomie bei Fraunhofer.<\/p>\n<h3>Bio\u00f6konomie-Standort Leuna st\u00e4rkt Innovationskraft der Region<\/h3>\n<p>Als Teil der Region Mitteldeutschland ist Sachsen-Anhalt eines der vom Strukturwandel stark betroffenen Bundesl\u00e4nder. Gleichzeitig verf\u00fcgt das Land \u00fcber ein gro\u00dfes Innovationspotenzial. Ein Beispiel hierf\u00fcr ist die Chemiebranche des Landes, die im \u00bbChemiedreieck\u00ab auch in Leuna zu Hause ist. In Leuna gehen Tradition und Zukunft Hand in Hand: Wo seit \u00fcber hundert Jahren Chemie erforscht und produziert wird, sichern Initiativen wie die Gr\u00fcndung des Fraunhofer CBP im Jahr 2012 und die Einrichtung des Leistungs- und Transferzentrums Chemie- und Biosystemtechnik sowie der in Halle (Saale) ans\u00e4ssige BioEconomy e.V. die starke Innovationskraft der Region.<\/p>\n<p>\u00bbDass das finnische Unternehmen UPM sich in Leuna ansiedelt, um hier die weltweit erste gro\u00dfindustrielle Bioraffinerie zur chemischen Verarbeitung von Buchenholz zu betreiben, ist vor allem ein Ergebnis der konsequenten Aktivit\u00e4ten des BioEconomy Clusters \u2013 im Zusammenwirken mit Akteuren auf Ebene des Landes und der Kommunen\u00ab, verdeutlicht Prof. Dr. Matthias Zscheile, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der BioEconomy Cluster Management GmbH.<\/p>\n<p>Das Fraunhofer CBP unternimmt nun zusammen mit dem BioEconomy Cluster in Halle einen Vorsto\u00df, um die Bio\u00f6konomie als L\u00f6sung f\u00fcr die Fragen und Herausforderungen des Strukturwandels zu etablieren. Mithilfe des BioEconomy HUB, eines Technologie- und Dienstleistungszentrums zur F\u00f6rderung von Unternehmen im Bereich der Bio\u00f6konomie, sollen Firmen die in dieser Branche t\u00e4tig sind oder neu einsteigen unterst\u00fctzt und somit die Region gest\u00e4rkt werden. Davon profitieren l\u00e4ngerfristig nicht nur einzelne Wirtschaftssektoren \u2212 wie die in Sachsen-Anhalt bedeutenden Branchen der Zucker-, St\u00e4rke-, Holzwerkstoff- oder Zellstoff-Industrie \u2212 sondern auch der Standort Mitteldeutschland als Ganzes.<\/p>\n<p>\u00bbDie Bio\u00f6konomie ist f\u00fcr Sachsen-Anhalt und den mitteldeutschen Raum eine hochpriorisierte Zukunftsbranche. Unser Ziel ist es, wirtschaftliche Wachstumskerne zu etablieren und neue biobasierte Wertsch\u00f6pfungsketten \u2013 auf dem regional Vorhandenen aufsetzend \u2013 weiter auf- und auszubauen\u00ab, so Zscheile.<\/p>\n<p>BioEconomy HUB: \u00bbHaus f\u00fcr Firmen\u00ab am Chemiestandort Leuna geplant<br \/>\nGemeinsam mit einer wachsenden Zahl von Partnern aus Forschung und Wirtschaft sowie aus der Politik wollen das CBP und der BioEconomy Cluster den BioEconomy HUB am Standort Leuna errichten. Geplant ist ein Neubau in direkter Nachbarschaft zum CBP zur Unterst\u00fctzung von jungen Firmen und KMU, aber auch Unternehmen der Gro\u00dfindustrie, die ihr Portfolio mit bio\u00f6konomischen Gesch\u00e4ftsmodellen erweitern wollen.<\/p>\n<p>\u00bbUnternehmer im Bereich der Bio\u00f6konomie sehen sich mit besonderen Herausforderungen konfrontiert, bei denen wir ihnen helfen k\u00f6nnen\u00ab, erkl\u00e4rt Gerd Unkelbach, der Leiter des CBP, einem Standort des Fraunhofer IGB. Besonders problematisch ist laut Unkelbach, dass die Unterst\u00fctzung zum Anschub f\u00fcr Gr\u00fcnder meist nur \u00fcber einen Zeitraum von f\u00fcnf Jahren ausgelegt ist. Danach beginnt eine neue kritische Phase, da die Unternehmen dann oft einen hohen Kapitalbedarf haben und gleichzeitig die Absatzm\u00e4rkte f\u00fcr ihre Produkte oder Dienstleistungen noch nicht gro\u00df genug sind.<\/p>\n<p>\u00bbAn dieser Stelle setzen wir mit unserem BioEconomy HUB an\u00ab, so Unkelbach. \u00bbJunge Firmen finden darin nicht nur ein r\u00e4umliches Zuhause in Form von B\u00fcro- und Laborr\u00e4umen, sondern k\u00f6nnen auch auf bereits vorhandene Pilotanlagen und etablierte Infrastrukturen, Dienstleistungen und Netzwerke zur\u00fcckgreifen, die ihnen das \u00dcberleben in einer schwierigen Phase ihrer Gesch\u00e4ftsentwicklung sichern k\u00f6nnen. Das CBP geht dabei als Dienstleister zur Hand, vor allem mit seiner langj\u00e4hrigen Expertise und seinen Kapazit\u00e4ten im Bereich der Skalierung von Bioraffinerieverfahren oder Prozessen der industriellen Biotechnologie. So begleiten wir Bio\u00f6konomie-Unternehmen auf ihrem Weg von der Idee bis hin zum marktreifen Produkt.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbAm Standort Leuna ist dar\u00fcber hinaus die Anbindung an die Grundlagenforschung an einer Reihe exzellenter Universit\u00e4ten und Hochschulen gew\u00e4hrleistet und damit der wissenschaftliche Nachwuchs im Bereich der Bio\u00f6konomie gesichert\u00ab, erg\u00e4nzt Prof. Dr. Markus Pietzsch von der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg.<\/p>\n<p>Auf diese Weise wird dieser sehr wissens- und kostenintensive Bereich effizient ausgelastet und unn\u00f6tige Mehrfachstrukturen verhindert, was wiederum zu deutlichen Kosteneinsparungen f\u00fchrt.<\/p>\n<h3>\u00bbModellregion nachhaltige Chemie\u00ab \u2212 Bio\u00f6konomie in Mitteldeutschland hat gro\u00dfes Potenzial<\/h3>\n<p>Im Zuge der Diskussion der neuen Gesetze zum Kohleausstieg und zur Strukturst\u00e4rkung der vom Kohleausstieg betroffenen Regionen in Bundestag und Bundesrat am 3. Juli 2020 haben die betroffenen Bundesl\u00e4nder in einer eigenen Erkl\u00e4rung noch einmal die Dringlichkeit und Bedeutung der Strukturkr\u00e4ftigungsma\u00dfnahmen unterstrichen und sich zur Einrichtung des BioEconomy HUB bekannt.<\/p>\n<p>In der bevorstehenden Transformation erkennt der CBP-Leiter eine gro\u00dfe Chance. \u00bbDurch den Wandel von einer weitgehend auf fossilen Rohstoffen basierenden Wirtschaft zu einer st\u00e4rker auf erneuerbaren Ressourcen beruhenden, rohstoffeffizienteren und kreislauforientierten Industrie kann sich Mitteldeutschland zu einer \u203aModellregion nachhaltige Chemie\u2039 entwickeln\u00ab, beschreibt Unkelbach das Potenzial einer erfolgreichen Strukturst\u00e4rkung mithilfe der Bio\u00f6konomie.<\/p>\n<p>Der geplante BioEconomy HUB soll die Bereitstellung und den projektbezogenen Betrieb von Anlagen zur chemischen und biotechnologischen Konversion von nachwachsenden Rohstoffen inkl. Produktionspersonal an einem zentralen Industriestandort gew\u00e4hrleisten. Damit soll den jungen Unternehmen der Bio\u00f6konomie die M\u00f6glichkeit geboten werden, in einer \u00bbShared Economy\u00ab kleinteilig und doch kosteng\u00fcnstig zu produzieren, um sich auf diese Weise ihre M\u00e4rkte zu erobern bzw. ihre Technologien bis zur industriellen Reife weiterzuentwickeln.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus werden langfristige Ziele zur Erweiterung des Standortportfolios verfolgt, um so weitere Gro\u00dfansiedlungen der Bio\u00f6konomie anzuziehen und Mitteldeutschland als weltweiten Hotspot der Bio\u00f6konomie zu etablieren. \u00bbDie Ansiedlung von UPM am Chemiestandort Leuna hat gezeigt, dass unser strategischer Ansatz zur Bildung einer Modellregion der Bio\u00f6konomie f\u00fcr Sachsen-Anhalt und den mitteldeutschen Raum richtig ist\u00ab, so Zeile.<\/p>\n<p>Derzeit befindet sich die Errichtung des BioEconomy HUB noch in der Konzeptionierungsphase. Im Mittelpunkt der Planungen steht bisher die Kooperation zwischen dem Fraunhofer CBP, dem BioEconomy Cluster und der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg. Die Partner sind in der regionalen Wirtschaft und Forschungslandschaft bestens vernetzt. \u00bbWir hoffen, dass wir noch zahlreiche weitere Partner mit ins Boot holen k\u00f6nnen, zum Beispiel weitere Firmen und Hochschulen\u00ab, sagt Unkelbach. \u00bbJe breiter die Unterst\u00fctzung ist, die wir erhalten, desto schneller und effizienter wird der Bioeconomy HUB seine Wirkung entfalten\u00ab, erg\u00e4nzt Cluster-Manager Zscheile.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitteldeutschland ist in Bewegung: Der beschlossene Kohleausstieg stellt Sachsen-Anhalt und weitere betroffene Bundesl\u00e4nder vor die Herausforderung, einen grundlegenden Strukturwandel einzuleiten. Zudem macht die derzeit grassierende Covid-19-Pandemie ganz aktuell noch einmal deutlich, wie entscheidend es ist, den Wandel durch die Erschlie\u00dfung innovativer Branchen mit lokaler Wertsch\u00f6pfung aktiv zu gestalten und als Chance f\u00fcr die Zukunft zu [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[10608],"supplier":[3125,1887,3130,649,19585],"class_list":["post-78307","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biooekonomie","supplier-bioeconomy-cluster","supplier-biokonomierat","supplier-fraunhofer-institut-fuer-chemisch-biotechnologische-prozesse-cbp","supplier-fraunhofer-institut-fuer-grenzflaechen-und-bioverfahrenstechnik-igb","supplier-martin-luther-universitat-halle-wittenberg-mlu"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78307","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78307"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78307\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78307"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78307"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78307"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=78307"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}