{"id":7823,"date":"2005-04-08T00:00:00","date_gmt":"2005-04-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20050408-08n"},"modified":"2005-04-08T00:00:00","modified_gmt":"2005-04-07T22:00:00","slug":"miscanthus-ernten-wenn-andere-saeen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/miscanthus-ernten-wenn-andere-saeen\/","title":{"rendered":"Miscanthus: Ernten, wenn andere s\u00e4en"},"content":{"rendered":"<p><b>W\u00e4hrend auf den meisten Feldern der Boden f\u00fcr die Aussaat vorbereitet wird, waren am Montag in Oppenwehe die Erntemaschinen unterwegs. Eingebracht wurden insgesamt zw\u00f6lf Hektar Miscanthus &#8211; gemeinhin auch als Chinaschilf bekannt.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Das ging schneller, als wir dachten&#8221;, freut sich Harald Redecker. Sein landwirtschaftlicher Betrieb hat zum ersten Mal das \u00fcber drei Meter hohe Gras geerntet. \u00dcbrig geblieben ist ein Berg von 40 Tonnen geh\u00e4ckseltem trockenen Material, das die Firma Haevescher in Oppendorf abholt und dann zu d\u00e4mmenden Baustoffen verarbeitet. Nur ein einsames Reh am Feldrand scheint verwirrt. Das Chinaschilf hat ihm sowie einigen Fasanen und Hasen den Winter \u00fcber als sichere Bleibe gedient. <\/p>\n<p>Auf der acht Hektar gro\u00dfen Fl\u00e4che des Landwirts Alfred Melcher ist die Ernte noch in vollem Gange: Dicke Staubwolken weisen den Weg zu seinem Miscanthus-Feld. &#8220;Zwei Jahre braucht das Miscanthus-Rhizom, bis zum ersten Mal geerntet werden kann&#8221;, erkl\u00e4rt Diplom-Agraringenieur Cord-Heinrich Treseler. Er begleitet das Projekt in Zusammenarbeit mit der <a href=\"http:\/\/www.miscanthus.de\/\" >Bonner Universit\u00e4t<\/a>. <\/p>\n<p>Auch auf den Fl\u00e4chen seiner Familie in Stockhausen wird zur Zeit Miscanthus geerntet. Pro Quadratmeter wird eine Pflanze gesetzt, f\u00fcnf Jahre bleibt sie auf der Fl\u00e4che. Von der EU wird das Gras seit Neuestem als Dauerkultur gef\u00fchrt. &#8220;Nicht nur, dass die Pflanze sehr anspruchslos und unempfindlich gegen\u00fcber Sch\u00e4dlingen ist, sie w\u00e4chst auch extrem schnell und bindet dabei gro\u00dfe Mengen Kohlendioxid&#8221;, erkl\u00e4rt Treseler weiter. Ein Hektar Miscanthus &#8220;schluckt&#8221; in einem Jahr immerhin 30 Tonnen dieses Treibhausgases. <\/p>\n<p>Mit dem Ertrag von zehn Tonnen je Hektar sind Landwirte und Wissenschaftler zufrieden. Ab dem dritten Jahr tritt die Pflanze in ihre Hochertragsphase. &#8220;Dann lassen sich 15 bis 20 Tonnen erzielen&#8221;, meint Treseler. Nach der Ernte gibt es viele Verwendungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr den nachwachsenden Rohstoff. Die Uni Bonn sowie die Oppenweher Firmen Haevescher und <a href=\"http:\/\/www.luado.de\/Landwirtschaftli.12.0.html\" >SeeBA LuADo<\/a> forschen dabei gemeinsam nach Wegen. Die Verwendung als Baustoff erkl\u00e4rt sich aus dem hohen Luftgehalt der Pflanzenst\u00e4ngel. Vermischt man das Material beispielsweise mit Zement, hat es einen ausgezeichneten D\u00e4mmwert. <\/p>\n<p>Im <a href=\"http:\/\/www.luado.de\/Landwirtschaftli.12.0.html\" >Lebens- und Arbeitsdorf<\/a>, das in Oppenwehe entsteht, soll bereits damit gebaut werden. &#8220;Auch als Brennstoff oder Einstreu eignet sich Miscanthus hervorragend&#8221;, berichtet Borut Zakotnik, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der SeeBA LuADo.<\/p>\n<p><b><center><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20050408-08\/Ernter.jpg\" align=\"center\" BORDER=\"0\" ALT=\"Ernter\"\/><\/center><br style=\"clear:left;\"\/>Unkomplizierte Ernte: Das Chinaschilf wird sofort geh\u00e4ckselt und kann ohne weitere Trocknung sofort verarbeitet werden. <i>(Foto: E. R\u00fcger)<\/i><\/b><\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-interview-mit-dr-ralf-pude-wie-entwickelt-sich-miscanthus-in-2003\/\" >2003-01-16<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>W&auml;hrend auf den meisten Feldern der Boden f&uuml;r die Aussaat vorbereitet wird, waren am Montag in Oppenwehe die Erntemaschinen unterwegs. 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