{"id":78092,"date":"2020-09-01T07:26:44","date_gmt":"2020-09-01T05:26:44","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=78092"},"modified":"2020-08-27T13:15:05","modified_gmt":"2020-08-27T11:15:05","slug":"seifenblasen-aus-holz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/seifenblasen-aus-holz\/","title":{"rendered":"Seifenblasen aus Holz"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_78095\" aria-describedby=\"caption-attachment-78095\" style=\"width: 194px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/fileadmin\/news\/fnr\/2020\/News_2020-27_AdobeStock_81279173-Vorschau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-78095\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/csm_News_2020-27_AdobeStock_81279173-Vorschau_4244e45c36.jpg\" alt=\"csm_News_2020-27_AdobeStock_81279173-Vorschau_4244e45c36\" width=\"194\" height=\"129\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-78095\" class=\"wp-caption-text\">Seifenblase auf Holzuntergrund, Quelle: FreiDenker26- stock.adobe.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Einen attraktiven mikrobiellen Herstellungsprozess f\u00fcr oberfl\u00e4chenaktive Rhamnolipide aus Xylose und Nebenprodukten der Holzverarbeitung entwickelten Forscher*innen der Universit\u00e4t Hohenheim, der Universit\u00e4t Ulm und der Technischen Universit\u00e4t Braunschweig. Unterst\u00fctzt wurden sie dabei vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL).<\/strong><\/p>\n<p>Schon lange ist bekannt, dass das Bakterium Pseudomonas aeruginosa nat\u00fcrlicherweise Rhamnolipide produziert, die sich als Biotenside eignen. Leider l\u00e4sst sich dieser Prozess nicht industriell nutzen, da das pathogene Bakterium in Krankenh\u00e4usern wegen seiner breiten Antibiotikaresistenz gef\u00fcrchtet ist und Rhamnolipide nur unter limitierten Wachstumsbedingungen produziert.<\/p>\n<p>Mittlerweile ist es gelungen, die F\u00e4higkeit zur Rhamnolipid-Synthese auf das nicht human-pathogene Bakterium Pseudomonas putida zu \u00fcbertragen. Im nun abgeschlossenen Verbundprojekt \u201eRhamnolipide dritter Generation \u2013 hergestellt auf Basis von Xylose\u201c wurde P. putida so modifiziert, dass es Xylose und andere Zuckerfraktionen aus der Hydrolyse lignocellulosehaltiger Biomasse als Substrat nutzen kann. Dabei wurden entscheidende Fortschritte in der Optimierung des Fermentationsprozesses erzielt.<\/p>\n<p>Als Partner war die Evonik Industries AG in die Arbeiten involviert, die weltweit das erstes Unternehmen ist, das biotechnologisch hergestellte Tenside in industriellen Mengen produzieren konnte. In Realversuchen bei Evonik haben die rekombinanten Bakterienst\u00e4mme ihre Leistungsf\u00e4higkeit unter Beweis gestellt.<\/p>\n<p>Xylose und Hydrolysefraktionen aus der Holzverarbeitung sind f\u00fcr mikrobielle Produktionen \u00f6konomisch attraktiv. K\u00f6nnen sie f\u00fcr eine industrielle Herstellung von Rhamnolipiden genutzt werden, er\u00f6ffnet sich eine neue Wertsch\u00f6pfung f\u00fcr Lignocellulose auch aus deutschen W\u00e4ldern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Hintergrund<\/h3>\n<p>Tenside sind waschaktive Substanzen. Sie bewirken, dass zwei eigentlich nicht miteinander mischbare Fl\u00fcssigkeiten, wie z.B. \u00d6l und Wasser, fein vermengt werden k\u00f6nnen. Tenside werden nicht nur f\u00fcr die Herstellung von Seifen, Waschmitteln und Kosmetika ben\u00f6tigt, sondern spielen auch in vielen industriellen Prozessen eine wichtige Rolle. Hergestellt werden Tenside gr\u00f6\u00dftenteils aus fossilen Rohstoffen. Dabei liefert uns die Natur ein breites Spektrum an Biotensiden, die in Bezug auf Tensidwirkung, Abbaubarkeit und Nachhaltigkeit synthetischen Tensiden vergleichbar oder \u00fcberlegen und daher f\u00fcr viele Anwendungsbereiche, gerade auch in der Industrie, interessant sind. Aufgrund der hohen Produktionskosten werden sie bisher nur in Nischenbereichen eingesetzt.<\/p>\n<p>Glykolipide sind die am weitesten verbreiteten Biotenside. Sie bestehen aus einem Zuckerbaustein und einer Fetts\u00e4ure. Wenn der Zuckerbaustein eine Rhamnose (Einfachzucker) ist, spricht man von Rhamnolipiden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Weitere Informationen zu den Projekten:<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22004513\" target=\"_blank\">Teilvorhaben 1: Iterative Prozessentwicklung zur Stamm- und Verfahrensoptimierung (FKZ 22004513)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22013314\" target=\"_blank\">Teilvorhaben 2: Gentechnische Optimierung und Stammkonstruktion (FKZ 22013314)<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22013414\" target=\"_blank\">Teilvorhaben 3: Metabolomanalyse zur Identifizierung metabolischer Limitationen (FKZ 22013414)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen attraktiven mikrobiellen Herstellungsprozess f\u00fcr oberfl\u00e4chenaktive Rhamnolipide aus Xylose und Nebenprodukten der Holzverarbeitung entwickelten Forscher*innen der Universit\u00e4t Hohenheim, der Universit\u00e4t Ulm und der Technischen Universit\u00e4t Braunschweig. 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