{"id":78062,"date":"2020-08-31T07:32:02","date_gmt":"2020-08-31T05:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=78062"},"modified":"2020-09-01T09:20:51","modified_gmt":"2020-09-01T07:20:51","slug":"die-plastikwelle-stoppen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/die-plastikwelle-stoppen\/","title":{"rendered":"Die Plastik\u00adwelle stoppen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_78064\" aria-describedby=\"caption-attachment-78064\" style=\"width: 562px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-78064\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/plastikwelle_newsroom-1024x614.jpg\" alt=\"plastikwelle_newsroom\" width=\"562\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/08\/plastikwelle_newsroom-1024x614.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/08\/plastikwelle_newsroom-300x180.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/08\/plastikwelle_newsroom-600x360.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/08\/plastikwelle_newsroom.jpg 1800w\" sizes=\"auto, (max-width: 562px) 100vw, 562px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-78064\" class=\"wp-caption-text\">Die Verschmutzung der Umwelt durch Kunststoffe ist ein allgegenw\u00e4rtiges und wachsendes Problem. (Credit: unsplash.com\/Dustan Woodhouse)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Ein Team aus internationalen Forscher*innen um Martin Stuchtey zeigt m\u00f6gliche L\u00f6sungsans\u00e4tze und Ma\u00dfnahmen auf, um der Plastikverschmutzung der Meere zu begegnen. Die methodischen Grundlagen daf\u00fcr wurden im Fachmagazin <em>Science<\/em> ver\u00f6ffentlicht. Sofortige, global koordinierte Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnten die Verschmutzung durch Kunststoffe bis 2040 um fast 80 Prozent reduzieren.<\/strong><\/p>\n<p>In Zusammenarbeit mit international renommierten Wissenschaftler*innen und Expert*innen legen die Non-Profit-Organisation Pew und die Umweltberatung SYSTEMIQ ihrem Bericht ein neuartiges wirtschaftswissenschaftliches Modell zugrunde, das den Eintrag und die Menge an Plastik im globalen System quantifiziert. Die Untersuchung hat dabei sechs m\u00f6gliche Szenarien zur Bek\u00e4mpfung der Plastikverschmutzung der Meere analysiert, die jeweils auf unterschiedlichen Kombinationen von einzelnen Annahmen basieren: Von keiner Ver\u00e4nderung \u2013 \u201eBusiness as Usual\u201c \u2013 bis zu einer v\u00f6lligen Umgestaltung \u2013 \u201eSystemwandel-Szenario\u201c \u2013 des weltweiten Kunststoffsystems, einschlie\u00dflich Produktion, Sammlung, Verbrauch und Entsorgung\/Recycling. Das Modell quantifiziert die mit jedem Szenario verbundenen Auswirkungen auf Kosten, Klima und Arbeitspl\u00e4tze.<\/p>\n<h3>\u201eBusiness as usual\u201c keine Option<\/h3>\n<p>\u201eDas Business-as-Usual-Szenario zeigt einen Anstieg des Plastikeintrags ins Meer in den n\u00e4chsten 20 Jahren von 11 auf 29 Millionen Tonnen, sofern es keinerlei Eingriffe in die aktuelle Kunststoffpolitik, -wirtschaft, -infrastruktur oder -materialien gibt und sich weder die kulturellen Normen noch das Verhalten der Verbraucher \u00e4ndern\u201c, sagt Martin Stuchtey, Professor am Institut f\u00fcr Geographie der Universit\u00e4t Innsbruck und gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter von SYSTEMIQ. \u201eDas w\u00fcrde fast 50 Kilogramm Kunststoff pro Meter K\u00fcstenlinie weltweit entsprechen\u201c, veranschaulicht Stuchtey die Zunahme des Plastiks im Meer im ung\u00fcnstigsten Fall. Der Bericht zeigt auch, dass selbst eine ambitionierte Umsetzung von Einzell\u00f6sungsstrategien, wie in den Szenarien \u201eSammeln und Entsorgen\u201c, \u201eRecycling\u201c und \u201eReduzieren und Ersetzen\u201c beschrieben, nicht in der Lage ist, den Plastikeintrag in die Meere unter das Niveau von 2016 abzusenken, ohne dabei an wesentliche technische, wirtschaftliche, soziale oder \u00f6kologische Grenzen zu sto\u00dfen.<\/p>\n<h3>Systemwandel-Szenario<\/h3>\n<p>Die Ergebnisse f\u00fcr das \u201eSystemwandel-Szenario\u201c zeigen, dass mit Hilfe acht konkreter Ma\u00dfnahmen bis 2040 etwa 80 Prozent weniger Kunststoff j\u00e4hrlich in die Ozeane flie\u00dft. Dazu geh\u00f6ren die Reduzierung der Kunststoffproduktion und des Kunststoffverbrauchs, der Ersatz von Kunststoffen durch Alternativen wie Papier und kompostierbare Materialien, das Ver\u00e4ndern des Designs von Produkten und Verpackungen f\u00fcr das Recycling, die Ausweitung der Abfallsammlung in L\u00e4ndern mit mittlerem und niedrigem Einkommen, die Steigerung des Recyclings und die Verringerung der Exporte von Kunststoffabf\u00e4llen. Zus\u00e4tzlich zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Meeren w\u00fcrde die Umsetzung des \u201eSystemwandel-Szenarios\u201c den Regierungen bis 2040 Einsparungen in H\u00f6he von 70 Milliarden US-Dollar im Vergleich zum \u201eBusiness-as-Usual\u201c-Szenario bringen. Die j\u00e4hrlichen Treibhausgasemissionen zur Herstellung von Kunststoffen w\u00fcrden zudem um 25 Prozent reduziert und 700.000 Arbeitspl\u00e4tze neu geschaffen.<\/p>\n<p>\u201eDiese Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnten mit Hilfe der heute schon verf\u00fcgbaren Technologien und L\u00f6sungen umgesetzt werden\u201c, sagt Stuchtey. \u201eTrotzdem wird es auch in diesem Szenario nicht gelingen, den Plastikeintrag in die Meere g\u00e4nzlich zu vermeiden. Auch 2040 w\u00fcrden trotz erheblicher Anstrengungen noch mehr als f\u00fcnf Millionen Tonnen pro Jahr in die Ozeane gelangen. Die vollst\u00e4ndige Beseitigung der Meeresverschmutzung durch Plastik w\u00fcrde eine drastische Steigerung von Innovation und Investitionen, mit bedeutenden technologischen Fortschritten, neuen Gesch\u00e4ftsmodellen und einem st\u00e4rkeren Fokus auf Forschung und Entwicklung erfordern\u201c, so Stuchtey weiter, der sich mit Fragestellungen des nachhaltigen Ressourcenmanagements und der nachhaltigen Entwicklung von Organisationen und Systemen seit 2017 auch im \u201eInnovation Lab for Sustainability\u201c an der Uni Innsbruck auseinandersetzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Links<\/h3>\n<p>Der vollst\u00e4ndige Bericht unter dem deutschen Titel \u201e<a href=\"https:\/\/www.systemiq.earth\/breakingtheplasticwave\" target=\"_blank\">Die Plastikwelle stoppen \u2013 eine umfassende Bewertung der L\u00f6sungsans\u00e4tze zur Eind\u00e4mmung der Plastikverschmutzung der Meere<\/a>\u201d<\/p>\n<p><em>Science<\/em> Publikation: Winnie W. Y. Lau et al.: Evaluating Scenarios Toward Zero Plastic Pullution, Science 2020, DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1126\/science.aba9475\" target=\"_blank\">10.1126\/science.aba9475<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/projects\/sustainability-lab\/index.html.de\" target=\"_blank\">Innovation Lab for Sustainability<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Team aus internationalen Forscher*innen um Martin Stuchtey zeigt m\u00f6gliche L\u00f6sungsans\u00e4tze und Ma\u00dfnahmen auf, um der Plastikverschmutzung der Meere zu begegnen. Die methodischen Grundlagen daf\u00fcr wurden im Fachmagazin Science ver\u00f6ffentlicht. Sofortige, global koordinierte Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnten die Verschmutzung durch Kunststoffe bis 2040 um fast 80 Prozent reduzieren. 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