{"id":77491,"date":"2020-08-24T06:41:19","date_gmt":"2020-08-24T04:41:19","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fumwelt-naturschutz%2Fmit-kohlendioxid-werden-schlacken-zu-hoeherwertigen-produkten.html"},"modified":"2021-09-09T21:16:41","modified_gmt":"2021-09-09T19:16:41","slug":"nukos-kohlendioxid-und-schlacken-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nukos-kohlendioxid-und-schlacken-nutzen\/","title":{"rendered":"NuKoS: Kohlendioxid und Schlacken nutzen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Schlacken aus der Stahl- und Metallherstellung enthalten wichtige Elemente, die derzeit noch ungenutzt bleiben. Es fehlen hochspezialisierte Methoden, um diese stofflich nutzbar zu machen und in einen effizienten Weiterverarbeitungsprozess einzubringen. Das gerade gestartete Forschungsprojekt \u00bbNuKoS\u00ab hat zum Ziel, mithilfe von Kohlendioxid aus Prozessgasen Schlacken zu h\u00f6herwertigen Produkten f\u00fcr die Bau-, Kunststoff-, Zement- und Papierindustrie aufzubereiten. Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird im Rahmen der F\u00f6rderma\u00dfname \u00bbCO<sub>2<\/sub> als nachhaltige Kohlenstoffquelle &#8211; Wege zur industriellen Nutzung (CO<sub>2<\/sub>-WIN)\u00ab vom BMBF gef\u00f6rdert.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_77912\" aria-describedby=\"caption-attachment-77912\" style=\"width: 253px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-77912\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/cleantan-teaser-300x225.jpg\" alt=\" \u00a9 Fraunhofer UMSICHT Die Verfahren werden im Hochdrucktechnikum erprobt.\" width=\"253\" height=\"190\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/07\/cleantan-teaser-300x225.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/07\/cleantan-teaser-600x450.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/07\/cleantan-teaser.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 253px) 100vw, 253px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-77912\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Fraunhofer UMSICHT<br \/>Die Verfahren werden im Hochdrucktechnikum erprobt.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Stahl- und Zementindustrie z\u00e4hlt zu den gr\u00f6\u00dften Emittenten von CO<sub>2<\/sub> und erzeugt j\u00e4hrlich in Deutschland rund 14 Millionen Tonnen Eisenh\u00fcttenschlacken. Das Projekt \u00bbNuKoS\u00ab entwickelt L\u00f6sungen, um diese beiden Herausforderungen anzugehen: Einerseits entwickelt das Projektteam Prozesse, um CO<sub>2<\/sub> aus Prozessgasen etwa der Stahl- und Eisenindustrie oder der Zementindustrie stofflich zu nutzen, um so die Rohstoffproduktivit\u00e4t f\u00fcr Produkte in unterschiedlichen Branchen zu erh\u00f6hen und gleichzeitig CO<sub>2<\/sub> zu minimieren. Zudem kommen insbesondere Schlacken zum Einsatz, die derzeit noch \u00fcberwiegend deponiert werden, wodurch Deponiekapazit\u00e4ten verringert und nat\u00fcrliche Ressourcen geschont werden k\u00f6nnen. Aufgrund des hohen Gehalts an freiem CaO k\u00f6nnen einige Stahlwerksschlacken konventionelle Zementbinder in Baustoffen sowie fossilen Kalkstein ersetzen und CO<sub>2<\/sub> dauerhaft binden<\/p>\n<p>Das Projektkonsortium &#8211; bestehend aus acht Partnern aus Forschung und Industrie \u2013 verfolgt insbesondere folgende drei Prozesse: Bei einer Methode sollen aus Stahlwerksschlacken (SWS) zementfreie Baustoffe wie D\u00e4mm- und Baumaterialien hergestellt werden. Hierzu wollen die Forschenden die schmelzfl\u00fcssige Phase von LD-Schlacken nutzen, um neue, hochwertige Produkte erzeugen zu k\u00f6nnen. Durch Einblasen von CO<sub>2<\/sub> sollen die SWS so aufgesch\u00e4umt werden, dass ein poriges Material mit geringer Rohdichte entsteht \u2013 \u00e4hnlich einem Bimsstein. Solch ein Material w\u00e4re beispielsweise als Akustikwerkstoff oder als W\u00e4rmed\u00e4mmstoff einsetzbar. Durch die geringe W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit der SWS ist es sogar gegen\u00fcber konventionellen Materialien besser f\u00fcr diesen Zweck geeignet. \u00bbWir starten mit Versuchen im Laborma\u00dfstab, wollen aber im Projekt einen 5 t-Ma\u00dfstab erreichen\u00ab, erkl\u00e4rt David Algermissen, der Projektkoordinator vom FEhS &#8211; Institut f\u00fcr Baustoff-Forschung e.V.<\/p>\n<h3>CO<sub>2<\/sub>-emissionsarme Baustoffe<\/h3>\n<p>In einem weiteren Prozess kommt erstarrte, frische, feink\u00f6rnige Schlacke zum Einsatz. Die bisher deponierten Feinfraktionen werden zun\u00e4chst durch mechanische Aufbereitung wie Mahlung, Sortierung und Klassierung auf die notwendige Kornverteilung gebracht. In einem zweiten Schritt k\u00f6nnen dann durch Carbonatisierung mittels verdichtetem Kohlendioxid neue hochwertige Grundstoffe f\u00fcr die Bauindustrie hergestellt werden \u2013 beispielsweise zementfreie, CO<sub>2<\/sub>-emissionsarme Fertigbauteile sowie Sch\u00fcttd\u00e4mmungen auf Basis von SWS. In einem dritten Prozess wollen die Projektpartner neue Prozesse entwickeln, um Calciumcarbonat aus Schlacken f\u00fcr die Weiterverarbeitung in beispielweise der Papierindustrie bereitzustellen. Daf\u00fcr kommen die erstarrten und f\u00fcr den Verkehrswegebau technisch ungeeigneten Schlacken zum Einsatz, die derzeit aufgrund minderwertiger physikalischer Eigenschaften nicht weiter stofflich verwertet werden. Weltweit werden derzeit etwa 75 Millionen Tonnen Calciumcarbonat j\u00e4hrlich verbraucht, wof\u00fcr fast ausschlie\u00dflich nat\u00fcrlicher Kalkstein abgebaut wird.<\/p>\n<p>Die gro\u00dftechnische Herstellung solcher h\u00f6herwertigen Produkte aus Schlacken allein mithilfe von CO<sub>2<\/sub> ist bisher einzigartig in Deutschland. Die Extraktion von Calcium und die F\u00e4llung von Calciumcarbonat soll dabei nur mit CO<sub>2<\/sub> durchgef\u00fchrt werden. \u00bbDas Projekt hat ein gro\u00dfes Potenzial, die Rohstoffbasis der deutschen Wirtschaft zu verbreitern und die ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft auszubauen. Eine gro\u00dfe Herausforderung besteht in der stark variierenden Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t der Schlacke. Auch die Konditionierung der schmelzfl\u00fcssigen SWS durch das Einblasen von CO<sub>2<\/sub> ist aufwendig und bisher unerprobt\u00ab, sagt Michael Prokein. Das Projektkonsortium wird alle neu erzeugten Produkte auch durch \u00f6kobilanzielle Methoden analysieren, testen und ganzheitlich bewerten. Das Projekt bietet somit gute Voraussetzungen, um die neu zu entwickelnden Prozesse bez\u00fcglich der Zirkularit\u00e4t auf andere Grundstoffe und Baustoffe zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<h3>F\u00f6rderhinweis<\/h3>\n<p>Das Projekt \u00bbNuKoS\u00ab \u2013 Nutzung von Kohlenstoffdioxid in Schlacken aus Stahl- und Metallproduktion &#8211; wird vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rdert und l\u00e4uft vom 1. Februar 2020 bis zum 31. M\u00e4rz 2023.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schlacken aus der Stahl- und Metallherstellung enthalten wichtige Elemente, die derzeit noch ungenutzt bleiben. Es fehlen hochspezialisierte Methoden, um diese stofflich nutzbar zu machen und in einen effizienten Weiterverarbeitungsprozess einzubringen. 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