{"id":77418,"date":"2020-08-13T06:55:04","date_gmt":"2020-08-13T04:55:04","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=77418"},"modified":"2021-09-09T21:16:55","modified_gmt":"2021-09-09T19:16:55","slug":"neue-maerkte-sind-eigentlich-alte-maerkte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-maerkte-sind-eigentlich-alte-maerkte\/","title":{"rendered":"\u201eNeue M\u00e4rkte sind eigentlich alte M\u00e4rkte\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eNeue M\u00e4rkte sind eigentlich alte M\u00e4rkte. Von daher muss das Rad nicht neu erfunden werden, nur die Schwerpunkte haben sich aufgrund der politischen Entwicklungen wie etwa im Falle der Europ\u00e4ischen Verpackungsrichtlinie ver\u00e4ndert\u201c, erl\u00e4utert Dr. Asta Partanen, Expertin f\u00fcr Biokomposite beim nova Institut, im Hinblick auf die Verpackungsindustrie. Wie sie die Marktentwicklung f\u00fcr Biokomposite beurteilt und wie sich der Wettbewerb zwischen Glasfasern und Naturfasern gestaltet, beschreibt sie im zweiten Teil des Interviews.<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>\n<h3>Biokomposite spielen eine wichtige Rolle f\u00fcr die Circular Economy. Wie kann diese Bedeutung noch st\u00e4rker in den Anwendungsbranchen verankert werden?<\/h3>\n<p>Die Idee, verst\u00e4rkt erneuerbaren Kohlenstoff einzusetzen \u2013 das ist Kohlenstoff aus Biomasse, direkter CO<sub>2<\/sub>-Nutzung oder Recycling \u2013 sollte st\u00e4rker kommuniziert und propagiert werden. In einigen L\u00e4ndern werden sogar schon entsprechende Vorgaben diskutiert.<\/li>\n<li>\n<h3>Viele Grundstoffe aus Kompositen sind bereits etabliert. Welche neuen Entwicklungen sehen Sie?<\/h3>\n<p>In letzter Zeit hat die Verwendung von recycelten Polymeren und Fasern (Nebenstr\u00f6me oder Post-Consumer) zugenommen. Der Anteil landwirtschaftlicher Abfallfasern wie Flachs aus Leinsamen oder Stroh, Kakaofasern, Kokosfasern, etc. hat zugenommen.<\/li>\n<li>\n<h3>Was kann die Komposit-Branche von der Verpackungsbranche noch lernen?<\/h3>\n<p>Neue M\u00e4rkte sind eigentlich alte M\u00e4rkte. Von daher muss das Rad nicht neu erfunden werden, nur die Schwerpunkte haben sich aufgrund der politischen Entwicklungen wie etwa im Falle der Europ\u00e4ischen Verpackungsrichtlinie ver\u00e4ndert. Da der Gebrauch von Einwegverpackungen durch diese Verordnung stark eingeschr\u00e4nkt wird, sucht man nun L\u00f6sungen mit Mehrweg-Ansatz. Dabei war ein solcher Ansatz fr\u00fcher der Normalfall. Ein Beispiel ist hier das Mehrwegbesteck f\u00fcr unterwegs, welches aus nachhaltigen Holzfasern und bio-basierten PP gemacht wird. Mit dem Mehrweg-Ansatz versucht man eine nachhaltige Alternative zu herk\u00f6mmlichen Kunststoffbestecken zu finden, die ab 2021 in der EU verboten sein sollen. Viele \u00e4hnliche L\u00f6sungen k\u00f6nnen auch in anderen M\u00e4rkten\/Branchen gefunden werden z.B. f\u00fcr das Take-Away Catering. Die Zukunft wird zeigen, ob sich Biokomposite f\u00fcr Verpackungen als nachhaltige L\u00f6sung etablieren werden.<\/li>\n<li>\n<h3>Glasfasern ben\u00f6tigen zur Herstellung einen vergleichsweise geringen Prim\u00e4renergiebedarf und k\u00f6nnen je nach Anbaubedingungen der Naturfasern ein starker Wettbewerber sein. Bitte beschreiben Sie vor diesem Hintergrund Ihren bio\u00f6konomischen Kreislaufansatz f\u00fcr Composite.<\/h3>\n<p>Naturfasern haben einen noch geringeren Prim\u00e4renergiebedarf, auch wenn man Fasern mit unterschiedlichen Eigenschaften methodisch nicht unmittelbar vergleichen kann \u2013 wohl aber die mit ihnen produzierten Komposite. Haufe und Carus (2011) geben hierzu z.B. an, dass Hanffaserverbundwerkstoffe im Gegensatz zu ihren fossil-basierten Pendants 10-50% Treibhausgasemission einsparen. Naturfasern bieten dar\u00fcber hinaus f\u00fcr das Recycling und die Wiederverwertung der Komposite erweiterte Optionen gegen\u00fcber Glasfasern, da sie beim Recycling nicht brechen, sich also nur wenig verk\u00fcrzen, und biologisch abgebaut werden k\u00f6nnen. Wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass Unternehmen so die M\u00f6glichkeit erhalten, ihren Produkten eine zus\u00e4tzliche Eigenschaft hinzuzuf\u00fcgen, die auf der emotionalen Leistung des \u201eGreenPremium\u201c basiert. Sie ist Teil des Gesamtprodukts und wird von den Endverbrauchern in Konsumg\u00fctern gesch\u00e4tzt. Besonders die Automobilindustrie und der Bausektor sind daran interessiert, zu zeigen, dass die von ihnen verwendeten Materialien \u201egr\u00fcn\u201c sind. Hanffasern sind bisher die einzigen Naturfasern auf dem Weltmarkt, die mit einer ISCC PLUS Nachhaltigkeitszertifizierung erh\u00e4ltlich sind.<\/li>\n<li>\n<h3>Das nova-Institut ist seit mehreren Jahren Partner der Composites for Europe. Bitte geben Sie uns einen kleinen Vorgeschmack auf die Schwerpunkte, die Sie in diesem Jahr pr\u00e4sentieren werden.<\/h3>\n<p>Unsere neu gegr\u00fcndete Initiative f\u00fcr erneuerbaren Kohlenstoff bzw. die \u201eRenewable Carbon Initiative\u201c zielt darauf ab, dass Ende des fossilen Zeitalters von Chemikalien und Kunststoffe einzul\u00e4uten. Fossiler Kohlenstoff soll vollst\u00e4ndig durch erneuerbaren Kohlenstoff ersetzt werden, d.h. Kohlenstoff aus alternativen Quellen: Biomasse, direkte CO<sub>2<\/sub>-Nutzung und Recycling. Nur so k\u00f6nnen Chemikalien und Kunststoffe nachhaltig, klimafreundlich und Teil der Kreislaufwirtschaft werden \u2013 ein Teil der Zukunft!<\/p>\n<p>Einer der drei Quellen f\u00fcr erneuerbaren Kohlenstoff kann durch das Recycling zug\u00e4nglich gemacht werden. Sowohl das mechanische, als auch das chemische Recycling stellen bereits Technologien zur Verf\u00fcgung, welche eine Vielzahl an Abfallstr\u00f6men adressieren k\u00f6nnen. Insbesondere sind die Entwicklungen im Bereich des chemischen Recyclings zurzeit sehr dynamisch, was die Etablierung von SMEs, sowie die politischen Entwicklungen und Investitionen betreffen. Aus diesem Grund nutzt das nova-Institut die Gelegenheit um eine Technologie- und Marktstudie zu diesem Thema im Herbst zu ver\u00f6ffentlichen. Die \u201eRenewable Carbon Initiative\u201c geht das Kernproblem an: Unternehmen werden ermutigt, sich auf den Ausstieg aus fossilen Ressourcen zu konzentrieren und stattdessen erneuerbaren Kohlenstoff zu verwenden. Die Initiative will diese Botschaft verbreiten, Informationen bereitstellen, Unternehmen zusammenbringen und politische Empfehlungen entwickeln. Und dies beantwortet auch Ihre Eingangsfrage: Bei Kompositen liegt unser Schwerpunkt auf Kompositen, die m\u00f6glichst gro\u00dfe Anteile erneuerbaren Kohlenstoffs enthalten. Das kann durch Holz- und Naturfasern gelingen und auch durch bio- oder CO<sub>2<\/sub>-basierte Polymere oder Rezyklate.<\/li>\n<\/ol>\n<p><a href=\"https:\/\/www.composites-europe.com\/de\/Newsroom\/Es-gibt-heute-Biokomposite-f%C3%BCr-praktisch-jede-Anwendung\/54\/n399\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zu Teil 1 des Interviews<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eNeue M\u00e4rkte sind eigentlich alte M\u00e4rkte. Von daher muss das Rad nicht neu erfunden werden, nur die Schwerpunkte haben sich aufgrund der politischen Entwicklungen wie etwa im Falle der Europ\u00e4ischen Verpackungsrichtlinie ver\u00e4ndert\u201c, erl\u00e4utert Dr. Asta Partanen, Expertin f\u00fcr Biokomposite beim nova Institut, im Hinblick auf die Verpackungsindustrie. Wie sie die Marktentwicklung f\u00fcr Biokomposite beurteilt und [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":74,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572,5571],"tags":[13013,15826,12344],"supplier":[250,4],"class_list":["post-77418","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","category-co2-based","tag-biokomposite","tag-kohlenstoff","tag-verpackungen","supplier-composites-europe","supplier-nova-institut-gmbh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77418","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/74"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=77418"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77418\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=77418"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=77418"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=77418"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=77418"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}