{"id":7738,"date":"2005-02-22T00:00:00","date_gmt":"2005-02-21T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20050222-07n"},"modified":"2005-02-22T00:00:00","modified_gmt":"2005-02-21T22:00:00","slug":"holz-ein-effektiver-bakterienkiller","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/holz-ein-effektiver-bakterienkiller\/","title":{"rendered":"Holz \u2013 ein effektiver Bakterienkiller"},"content":{"rendered":"<p><b>Ob Verpackungen und Paletten in der Fleischindustrie oder Tische und Ablagen im Krankenhaus &#8211; in hygienisch sensiblen Bereichen ist Holz weitgehend verboten. Selbst K\u00fcchenutensilien, wie das Fr\u00fchst\u00fccksbrettchen oder der Kochl\u00f6ffel, sind heute meist aus Plastik statt aus Holz. Der Grund: Kunststoff ist nach landl\u00e4ufiger Meinung hygienischer. Wissenschaftliche Untersuchungen der Biologischen Bundesanstalt f\u00fcr Land- und Forstwirtschaft und des Deutschen Instituts f\u00fcr Lebensmitteltechnik haben allerdings nachgewiesen, dass bestimmte Holzarten eine antibakterielle Wirkung haben. Vor allem Kiefernkernholz saugt Bakterien auf und t\u00f6tet sie ab, zum Beispiel die Erreger von Pilzinfektionen.<\/b><\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.bba.de\/\" >Biologische Bundesanstalt f\u00fcr Land- und Forstwirtschaft<\/a> (BBA) hat die Wechselwirkung zwischen verschiedenen Holzarten (Kiefer, Fichte, L\u00e4rche, Ahorn, Buche, Eiche und Pappel) und Bakterien untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass die Keimbelastung im Verlauf der Untersuchung je nach Holzart entscheidend abnahm. Der Grund liegt in der hygroskopischen (Feuchtigkeit anziehenden) Eigenschaft des Holzes sowie an seinen Inhaltsstoffen (Polyphenole). &#8220;Bestimmte Holzarten, insbesondere Kiefer, aber auch Eiche und L\u00e4rche, t\u00f6ten Bakterien ab. Die antibakterielle Wirkung tritt dabei sowohl an der Oberfl\u00e4che als auch im Holzinneren gleicherma\u00dfen auf&#8221;, erkl\u00e4rt Dr.-Ing. Helmut Steinkamp, Projektleiter am Deutschen Institut f\u00fcr Lebensmitteltechnik.<\/p>\n<p> In einem sechsmonatigen Forschungsprojekt hat das <a href=\"http:\/\/www.dil-ev.de\/\" >Deutsche Institut f\u00fcr Lebensmitteltechnik<\/a> die Ergebnisse der BBA in der Praxis \u00fcberpr\u00fcft. 14 Betriebe aus unterschiedlichen Bereichen der Lebensmittelverarbeitung (Fleisch, Milch, Gem\u00fcse und Backwaren) nahmen an dem Feldversuch teil. Sie setzten parallel zu Kunststoffpaletten insgesamt 500 so genannte Holz-Hygiene-Paletten ein, die aus speziell getrocknetem Kiefernkernholz hergestellt wurden. Das Ergebnis war eindeutig: Die Belastung durch Keime war bei Hygiene-Holz nur halb so gro\u00df wie bei Kunststoff. Die Kiefernkernholz-Paletten bewiesen auch bei starker Verschmutzung durch Fett und Eiwei\u00df ihren &#8220;Selbstreinigungseffekt&#8221;. Auf den Kunststoffpaletten erh\u00f6hte sich dagegen die Keimbelastung in k\u00fcrzester Zeit, wenn sie nicht regelm\u00e4\u00dfig gereinigt wurden.<\/p>\n<p> <b>Holz auch im Krankenhaus unbedenklich<\/b><br \/> Basierend auf diesen Forschungsergebnissen hat das Institut f\u00fcr Umweltmedizin und Krankenhaushygiene der Uni-Klinik Freiburg den Einsatz von Kiefernkernholz im Krankenhaus getestet. Dabei zeigte sich, dass das Hygiene-Holz sowohl mit als auch ohne Desinfektionsmittel deutlich weniger Keime aufwies als Kunststoffoberfl\u00e4chen. Damit best\u00e4tigt die Studie die antibakterielle Wirkung von Kiefernkernholz. &#8220;Aus hygienischer Sicht steht einem Einsatz von Holz im Krankenhaus nichts im Weg. Mit der Begr\u00fcndung, Holz sei unhygienisch, wurde es bisher in Krankenh\u00e4usern weitgehend durch glatte Kunststoffoberfl\u00e4chen ersetzt. Die Krankenhausatmosph\u00e4re ist dadurch jedoch sehr unpers\u00f6nlich geworden&#8221;, so Prof. Dr. med. Franz Daschner, Direktor des Instituts f\u00fcr Umweltmedizin und Krankenhaushygiene.<\/p>\n<p>Die nat\u00fcrlichen keimreduzierenden Eigenschaften von Holz sollten zuk\u00fcnftig wieder verst\u00e4rkt genutzt werden. Die Studien er\u00f6ffnen dem nat\u00fcrlichen Roh- und Werkstoff Holz neue Einsatzgebiete und geben ausreichend Anlass, Gesetze und Verordnungen, die den Einsatz von Holz in hygienisch sensiblen Bereichen verbieten oder beschr\u00e4nken, den Ergebnissen entsprechend zu \u00fcberpr\u00fcfen und der Realit\u00e4t anzupassen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.holzabsatzfonds.de\/\" >Holzabsatzfonds<\/a> <br \/> Lars Langhans<br \/> Pressesprecher<br \/> Godesberger Allee 142-148<br \/> 53175 Bonn<br \/> Telefon : 02 28-3 08 38-38<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:lars.langhans@holzabsatzfonds.de\">lars.langhans@holzabsatzfonds.de<\/a><\/p>\n<p>Simone Zeuner<br \/> Telefon : 02 28-3 08 38-19<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:simone.zeuner@holzabsatzfonds.de\">simone.zeuner@holzabsatzfonds.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/schneidebretter-im-hygienetest\/\" >2001-02-15<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Ob Verpackungen und Paletten in der Fleischindustrie oder Tische und Ablagen im Krankenhaus &#8211; in hygienisch sensiblen Bereichen ist Holz weitgehend verboten. 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