{"id":76845,"date":"2020-07-23T07:35:26","date_gmt":"2020-07-23T05:35:26","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=76845"},"modified":"2021-09-09T19:21:43","modified_gmt":"2021-09-09T17:21:43","slug":"netzwerk-fuer-forschung-und-entwicklung-von-biokunststoffen-gestartet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/netzwerk-fuer-forschung-und-entwicklung-von-biokunststoffen-gestartet\/","title":{"rendered":"Netzwerk f\u00fcr Forschung und Entwicklung von Biokunststoffen gestartet"},"content":{"rendered":"<p>Die Verschmutzung der Ozeane und Landschaften durch Plastikm\u00fcll nimmt weltweit dramatisch zu. Die Vermeidung von herk\u00f6mmlichem Plastik wird daher immer dringender. Im Europ\u00e4ischen Forschungsnetzwerk f\u00fcr Biokunststoffe haben sich nun Wissenschaftler und Unternehmen aus aller Welt zusammengeschlossen, um mit Unterst\u00fctzung der Politik alternative L\u00f6sungen zu finden.<\/p>\n<p>Den Auftakt machte die Online-Konferenz \u201ePast and Current H2020 Projects Joined in Bioplastics Research\u201d am 24. Juni 2020. Rund 100 internationale Forscher, Unternehmensvertreter und politische Entscheidungstr\u00e4ger aus Europa kamen auf Initiative des EU-gef\u00f6rderten Forschungsprojektes <a href=\"https:\/\/bioplasticseurope.eu\/news-events\/european-bioplastics-research-network-gets-underway\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bio-Plastics Europe<\/a> virtuell in der Hamburg University of Applied Sciences zusammen. Sie diskutierten, wie der Umgang mit biobasierten und biologisch abbaubaren Kunststoffen vorangetrieben werden kann.<\/p>\n<p>\u201eBiokunststoffe werden dazu beitragen, den Kohlenstoffverbrauch zu senken\u201c, betonte Christian Schulz, EU-Projektmanager bei der European Bioplastics e.V., und forderte: \u201eDaf\u00fcr brauchen wir eine bessere Abstimmung von Forschungsfinanzierung und Gesetzgebung sowie einen konsistenteren Austausch zwischen den bereits abgeschlossenen Projekten und denen, die gerade laufen.\u201c<\/p>\n<p>Auch Dr. Andrew Farmer, Head of Industry, Waste and Water Programme beim Institut f\u00fcr Europ\u00e4ische Umweltpolitik (IEEP), hob die Bedeutung des Einflusses auf die Politik hervor. Sein Institut erreiche die Verantwortlichen in der EU durch Veranstaltungen und gezielte Kommunikationsma\u00dfnahmen. Farmer: \u201eDie Entwicklung von Richtlinien f\u00fcr biobasierte Kunststoffe erfordert klare Bekenntnisse: Welche Probleme werden mit diesen Materialien angegangen? Welche Instrumente werden zur Unterst\u00fctzung oder Kontrolle der Produktion, der Verwendung und\/oder des End-of-Life-Managements ben\u00f6tigt?\u201c<\/p>\n<p>Forschungsbedarf bei Nachhaltigkeit und Recycling<br \/>\nBesonders viel Beachtung gab es daher f\u00fcr die Ergebnisse der gerade beendeten Projekte <a href=\"http:\/\/polybioskin.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Polybioskin<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.bio4self.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bio-4-Self<\/a>: \u201eF\u00fcr uns war es interessant zu h\u00f6ren, wie viele biobasierte und biologisch abbaubare Produkte innerhalb der beiden Projekte entwickelt wurden\u201c, kommentiert Dr. Jelena Barbir, Initiatorin der Veranstaltung. Das reichte von faserbasiertem, nicht-textilen Material, beispielsweise f\u00fcr Haushaltselektronik oder f\u00fcr den Automobilbau \u00fcber Anwendungen im Hygiene-, Kosmetik- oder medizinischen Bereich. Forschungsbedarf g\u00e4be es dagegen noch beim Thema Nachhaltigkeit und Recycling. Nachfolgende Projekte sollen angepasst werden: \u201eBeziehen Sie die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette in Ihre \u00dcberlegungen und Planungen mit ein, wenn Sie biobasierte Innovationen einf\u00fchren wollen\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Guy Buyle, Manager EU Forschung des belgischen Forschungszentrums Centexbel, das sich unter anderem mit der Verarbeitung von Kunststoffen besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Im Anschluss wurden die laufenden Projekte vorgestellt: Bei Bio-Plastics Europe wird nach nachhaltigen Strategien und L\u00f6sungen f\u00fcr biobasierte Materialien gesucht, um dadurch die EU-Kunststoffstrategie samt Kreislaufwirtschaft effektiv zu unterst\u00fctzen. Dabei soll der Wissensaustausch zwischen Interessenvertretern, Forschern und politischen Entscheidungstr\u00e4gern gef\u00f6rdert werden. Bei <a href=\"https:\/\/ecoxy.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ecoxy<\/a> forscht man zu biobasierten Epoxidharzen und Faserverst\u00e4rkungen zur Herstellung nachhaltiger Duroplast-Verbundwerkstoffe und deren Recyclingf\u00e4higkeit. Das <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/environment\/life\/project\/Projects\/index.cfm?fuseaction=search.dspPage&amp;n_proj_id=5824\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sealive<\/a>-Team entwickelt biobasierte Kunststoffl\u00f6sungen als praktikable Alternative zu Einwegkunststoffen, um Kunststoffm\u00fcll und Verunreinigungen an Land und in den Meeren zu reduzieren.<\/p>\n<p>\u201eEs besteht bei allen Projekten weiterer Forschungsbedarf f\u00fcr die Auswahl von nachhaltigen Rohstoffen\u201d, fasst Dr. Jelena Barbir zusammen. Auch die Entwicklung umweltfreundlicher Zusatzstoffe und die Recyclingm\u00f6glichkeiten m\u00fcssen entwickelt und \u00fcberpr\u00fcft werden. \u201eEs bleibt f\u00fcr uns alle genug zu tun!\u201c<\/p>\n<p>Vernetzung zwischen Projekten<br \/>\nWie wichtig die Vernetzung zwischen den Projekten sei, erkl\u00e4rten auch die EU-Vertreterinnen Nila Petralli und Dr. Silvia Maltagliati: \u201eDie Forschungs- und Entwicklungsarbeit rund um das Thema biobasiertes Plastik soll die sichere Herstellung und die Kreislaufwirtschaft von Materialien und Produkten entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette voranbringen\u201c, kommentiert Dr. Silvia Maltagliati, Referentin f\u00fcr Politik im Bereich Bio\u00f6konomie bei der Europ\u00e4ischen Kommission. Um diesen Prozess zu unterst\u00fctzen, wird das EU-Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe ab 2021 als Nachfolger von Horizon 2020 etabliert.<\/p>\n<p>\u201eWir werden unter anderem Forschungen zum Thema Bio\u00f6konomie f\u00f6rdern\u201c, warb Maltagliati daf\u00fcr, sich mit neuen Themen zu bewerben: \u201eDie ersten Ausschreibungen f\u00fcr den Zeitraum von 2021 bis 2027 starten Anfang des kommenden Jahres.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Die n\u00e4chste internationale Veranstaltung findet online am 4. November 2020 statt. Thema: Rohstoffe f\u00fcr biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verschmutzung der Ozeane und Landschaften durch Plastikm\u00fcll nimmt weltweit dramatisch zu. Die Vermeidung von herk\u00f6mmlichem Plastik wird daher immer dringender. 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