{"id":7678,"date":"2004-12-14T00:00:00","date_gmt":"2004-12-13T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20041214-01n"},"modified":"2004-12-14T00:00:00","modified_gmt":"2004-12-13T22:00:00","slug":"biogas-einsatzstoffliste-fuer-nawaros-liegt-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biogas-einsatzstoffliste-fuer-nawaros-liegt-vor\/","title":{"rendered":"Biogas: Einsatzstoffliste f\u00fcr Nawaros liegt vor"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Mit nachwachsenden Rohstoffen wird alles einfacher&#8221;, h\u00f6rt man in diesen Tagen von so manchem Referenten auf Veranstaltungen zum Thema Biogas. Richtig ist, dass mit dem Bonus f\u00fcr die Verg\u00e4rung von nachwachsenden Rohstoffen (NawaRo) im novellierten Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) der Betriebszweig &#8220;Biogaserzeugung&#8221; f\u00fcr viele Landwirte eine interessante Einkommensquelle werden kann. Der Vorteil gegen\u00fcber der bisher meist \u00fcblichen Verg\u00e4rung von organischen Reststoffen liegt darin, dass der Biogaserzeuger diese Einsatzstoffe auf eigenen Fl\u00e4chen produzieren kann und kein Fachmann im Abfallrecht mehr sein muss. Da der Landwirt die Energiepflanzen selber erzeugt hat er gut kalkulierbare und zuverl\u00e4ssig zur Verf\u00fcgung stehende Substrate f\u00fcr seine Anlage.<\/p>\n<p>&#8220;Doch auch bei nachwachsenden Rohstoffen gilt es einiges zu beachten, um den Anspruch auf den Bonus nicht leichtfertig zu verspielen&#8221;, warnt Josef Pellmeyer, Pr\u00e4sident des <a href=\"http:\/\/www.biogas.org\/\" >Fachverbandes Biogas<\/a> und selbst Biogasanlagenbetreiber. Zun\u00e4chst muss sich der Betreiber im Klaren sein, welche Stoffe \u00fcberhaupt NawaRo-Bonus f\u00e4hig sind. Hierzu hat der Fachverband Biogas eine mittlerweile allgemein anerkannte Einsatzstoffliste erarbeitet, die unter <a href=\"http:\/\/www.biogas.org\/\" >www.biogas.org<\/a> im Internet herunterladbar ist. Entgegen ersten Interpretationen zeigen j\u00fcngste juristische Auslegungen des EEG, dass nachwachsende Rohstoffe nicht nur auf den eigenen Fl\u00e4chen angebaut oder von benachbarten Betrieben bezogen werden k\u00f6nnen, sondern auch \u00fcber den Landhandel zugekauft werden k\u00f6nnen. &#8220;Wer jetzt jedoch glaubt, der Biogasbetrieb beschr\u00e4nke sich auf den Bau der Anlage und den einfachen Zukauf der Rohstoffe, hat weit gefehlt&#8221;, d\u00e4mpft Pellmeyer die einseitige Euphorie so mancher Biogasinteressenten.<\/p>\n<p>Der Zukauf bedeutet nicht nur erhebliche N\u00e4hrstoffimporte in den Betrieb, f\u00fcr die entsprechende Nachweisfl\u00e4chen vorhanden sein m\u00fcssen. Die Verg\u00e4rung \u2013 egal, von welchen Einsatzstoffen \u2013 erfordert auch genaue Kenntnis \u00fcber die biologischen Vorg\u00e4nge im Fermenter. Ein Beispiel: \u00fcberm\u00e4\u00dfige F\u00fctterung von Getreide kann zu einem Anstieg der Stickstoffkonzentration im Fermenter f\u00fchren, was den weiteren G\u00e4rprozess empfindlich hemmen kann. &#8220;Aus dem gleichen Grund ist vor zu gro\u00dfen Erwartungen zu warnen, Biogas lie\u00dfe sich auch ganz einfach ohne G\u00fclle erzeugen&#8221;, meint Pellmeyer hierzu. Technisch zwar m\u00f6glich stellt diese &#8220;Monoverg\u00e4rung&#8221; von Energiepflanzen den Betreiber vor erhebliche Herausforderungen und verlangt Erfahrung und Fingerspitzengef\u00fchl hinsichtlich der Anlagenf\u00fctterung und -steuerung. Daher empfiehlt der Fachverband vor allem Biogaseinsteigern, wenn m\u00f6glich die Anlagen auch mit einem Anteil G\u00fclle zu f\u00fcttern, da diese durch ihren puffernden Effekt den biologischen Prozess im Fermenter stabilisiert.<\/p>\n<p>Weiter r\u00e4t der Verband dazu, beim Bezug von nachwachsenden Rohstoffen nicht nur ein Einsatzstoff-Tagebuch zu f\u00fchren, sondern sich auch vom Lieferanten detailliert bescheinigen zu lassen, dass ausschlie\u00dflich Pflanzen bzw. Pflanzenteile im Sinne \u00a7 8 Absatz 2 EEG geliefert wurden und dass diese nicht anders als &#8220;zur Ernte, Lagerung und Verwendung in der Biogasanlage aufbereitet wurden&#8221;.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt muss sich jeder zuk\u00fcnftige Betreiber genau ausrechnen bis zu welchem Preis sich der Zukauf von nachwachsenden Rohstoffen rechnet. &#8220;Bei Anlagen, die mit hofeigenen Produkten gef\u00fcttert werden, wei\u00df ich, welche Kosten entstehen&#8221;, so Pellmeyer, &#8220;wenn ich jedoch auf den Zukauf angewiesen bin, mache ich mich abh\u00e4ngig von der Preisentwicklung auf den M\u00e4rkten. Das ist dann letztendlich die unternehmerische Entscheidung des Landwirts,die er nach genauer Kalkulation und anhand seiner Marktabsch\u00e4tzung treffen muss&#8221;, wei\u00df Pellmeyer aus eigener Erfahrung.<\/p>\n<p>Die Fragen rund um den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen, Grund\u00fcberlegungen zur Planung, aber auch Praxisberichte von Biogasanlagenbetreibern, die seit mehr als einem Jahr ausschlie\u00dflich Energiepflanzen verg\u00e4ren, stehen im Mittelpunkt der 14. Jahrestagung des Fachverbandes Biogas. Vom 11. bis 13. Januar 2005 werden im Messezentrum in N\u00fcrnberg \u00fcber 500 Teilnehmer erwartet, die sich \u00fcber aktuelle Fragen rund um die Biogastechnik informieren wollen. Am 14. Januar wird au\u00dferdem eine Lehrfahrt zu Biogasanlagen in der Umgebung angeboten. Neben dem Nawaro-Bonus werden Fragen, wie das N\u00e4hrstoffmanagement, Wirtschaftlichkeit, Speiseresteverg\u00e4rung, alternative Biogasnutzung oder die Akzeptanz von Biogasprojekten behandelt. Begleitet wird die Tagung von einer gro\u00dfen Ausstellung in der mehr als 50 Firmen, Berater und Verb\u00e4nde Technik und Informationen rund um das Thema Biogas auf \u00fcber 2000 Quadratmetern Ausstellungsfl\u00e4che anbieten.<\/p>\n<p>Kontakt:<br \/>Fachverband Biogas e.V.<br \/>Angerbrunnenstr. 12<br \/>D-85356 Freising <\/p>\n<p>Telefon: 08161-98 46 60<br \/>Fax: 08161-98 46 70<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:info@biogas.org\">info@biogas.org<\/a> <br \/>Internet: <a href=\"http:\/\/www.biogas.org\/\" >www.biogas.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Mit nachwachsenden Rohstoffen wird alles einfacher&#8221;, h&ouml;rt man in diesen Tagen von so manchem Referenten auf Veranstaltungen zum Thema Biogas. 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