{"id":75796,"date":"2020-06-17T07:26:07","date_gmt":"2020-06-17T05:26:07","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=75796"},"modified":"2020-06-12T18:41:02","modified_gmt":"2020-06-12T16:41:02","slug":"erfolgreiche-demonstration-der-herstellung-von-methanol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/erfolgreiche-demonstration-der-herstellung-von-methanol\/","title":{"rendered":"Erfolgreiche Demonstration der Herstellung von Methanol"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-75800\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/news0027.jpg\" alt=\"news0027\" width=\"572\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/06\/news0027.jpg 850w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/06\/news0027-300x109.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/06\/news0027-600x219.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 572px) 100vw, 572px\" \/><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Betrieb einer Anlage zur Umwandlung von regenerativem Strom zu Methanol in Stralsund gestartet.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Anlage soll im Dauertest f\u00fcr ein Jahr mit einer maximalen Kapazit\u00e4t von 28 Liter Rohmethanol pro Tag betrieben werden.<\/strong><\/li>\n<li><strong>Hohes Interesse der Industrie, Verb\u00e4nde und Politik.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-75799 alignright\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/news0028-300x158.jpg\" alt=\"news0028\" width=\"258\" height=\"136\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/06\/news0028-300x158.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/06\/news0028.jpg 398w\" sizes=\"auto, (max-width: 258px) 100vw, 258px\" \/>Dem Konsortium bestehend aus BSE und dem Institut f\u00fcr Regenerative EnergieSysteme der Hochschule Stralsund (IRES) gelang es erstmals, Windstrom in erneuerbares, regeneratives Methanol umzuwandeln. Im Rahmen eines Langzeittests \u00fcber einen Zeitraum von einem Jahr soll die Einsatzf\u00e4higkeit des Verfahrens auch unter fluktuierenden Bedingungen best\u00e4tigt werden.<\/strong><\/p>\n<p>Im Zuge der Energiewende steigt der Anteil erneuerbarer Energiequellen kontinuierlich am Bruttostromverbrauch und betr\u00e4gt aktuell in Deutschland 42%. Um die Nutzung fossiler Brennstoffe wie Erd\u00f6l, Erdgas und Kohle effektiv zu verringern, m\u00fcssen regenerative Energien ebenfalls f\u00fcr W\u00e4rme und Verkehr zum Einsatz kommen. Hier betr\u00e4gt der Anteil lediglich 15 bzw. 6%. Diese sogenannte Sektorenkopplung ist nun BSE und IRES gelungen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_75798\" aria-describedby=\"caption-attachment-75798\" style=\"width: 554px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-75798\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/diagramm-news001-de.jpg\" alt=\"diagramm-news001-de\" width=\"554\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/06\/diagramm-news001-de.jpg 931w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/06\/diagramm-news001-de-300x189.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/06\/diagramm-news001-de-600x379.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 554px) 100vw, 554px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-75798\" class=\"wp-caption-text\">Diagramm: Anteil erneuerbarer Energiequellen am Bruttostromverbrauch und am Endenergieverbrauch in den Bereichen W\u00e4rme und Verkehr (Quelle: Umweltbundesamt auf Basis AGEE-Stat., Stand 02\/2020); \u00a9 BSE<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Team nutzt gr\u00fcnen Strom in einer Elektrolysestufe zur Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff. Der Wasserstoff wird anschlie\u00dfend mit einer geeigneten Kohlendioxidquelle zu dem Wertprodukt Methanol in einem eigens entwickelten Verfahren (sog. FlexMethanol) umgesetzt. Methanol stellt zum einen eine zentrale Grundchemikalie dar und ist zum anderen als Kraftstoff einsetzbar. Dabei ist eine direkte Verbrennung in Motoren m\u00f6glich, aber auch die chemische Weitererarbeitung zu Kraftstoffersatzstoffen bzw. Zusatzstoffen wie MTBE, DME und Biodiesel. Christian Schweitzer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer BSE, erl\u00e4utert:<\/p>\n<p><em>\u201eIn Zukunft wird das Brennstoffzellen-taugliche Methanol bzw. das aufkonzentrierte Produkt industriell als e-fuel vertrieben. Das Besondere an unseren FlexMethanol-Anlagen ist die an das Stromangebot angepasste Betriebsweise angefangen von der CO<sub>2<\/sub>-Abscheidung, alkalische Elektrolyse bis hin zur Destillation.\u201c<\/em> (Christian Schweitzer, bse Engineering, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer)<\/p>\n<p>Der dynamische Prozessbetrieb ist dabei von zentraler Wichtigkeit bei der Umsetzung von gr\u00fcnem Strom aus volatilen Energiequellen, da somit flexibel auf die schwankende Energiebereitstellung reagiert werden kann. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen bei einem \u00dcberangebot an Strom die PV- und Windkraftanlagen nicht abgeregelt werden, sondern k\u00f6nnen f\u00fcr die chemische Nutzung des Stroms weiter betrieben werden.<\/p>\n<p><em>\u201eAus dem im Jahr 2016 in Mecklenburg-Vorpommern abgeregelten Windstrom h\u00e4tten sich so bis zu 34.800 t Reinmethanol erzeugen lassen.\u201c<\/em> (Prof. Dr. Johannes Gulden, Leiter des Direktoriums des IRES)<\/p>\n<p>Die Anlage in Stralsund nutzt einen Rohrb\u00fcndelreaktor f\u00fcr die chemische Umwandlung bei 240\u00b0C und 40 bar sowie eine Kreisgasf\u00fchrung des nicht umgesetzten Synthesegases. Dadurch wird eine maximale Kapazit\u00e4t von 28 Liter Rohmethanol pro Tag erzielt. Im Ergebnis wurden die ersten Proben des strombasierten Methanols synthetisiert. Neben der kontinuierlichen Evaluierung relevanter Betriebsparameter wie Temperatur, Druck und Wasserstoff- bzw. Kohlendioxidstrom wird ebenfalls die Menge und Zusammensetzung der Gasphase sowie des gebildeten Methanols systematisch untersucht. Die ersten Analysen belegen, dass das gebildete Rohmethanol nahezu keine Verunreinigungen aufweist. Nach Destillation ist das Erreichen der Spezifikationen des internationalen IMPCA-Standards somit sichergestellt.<\/p>\n<p>In den bevorstehenden Untersuchungen werden die verschiedenen fluktuierenden Betriebsf\u00fchrungskonzepte best\u00e4tigt und optimiert. \u201eSomit k\u00f6nnen die Erfahrungen der Tests gleich in den ersten Anlagen implementiert und damit die Wirtschaftlichkeit weiter gesteigert werden.\u201c, so Schweitzer. Die Projektierung dieser Anlagen ist unterdessen in vollem Gange. Bei positivem Verlauf kann mit einer Realisierung bereits in diesem Jahr gerechnet werden. Rechtzeitig zur Inbetriebnahme liegen auch die Endergebnisse des Projekts mit IRES vor.<\/p>\n<p>Die Firmen Aker Solutions und Sulzer Chemtech kooperieren mit BSE in dem vorgelagerten Prozessschritt der CO<sub>2<\/sub>-Abscheidung bzw. der nachgelagerten Aufreinigung zum internationalen Methanolstandard (IMPCA) mit einer Reinheit von 99,85 Vol.-%.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00dcber bse Engineering<\/h3>\n<p>Getreu dem Motto \u201eL\u00f6sungen, statt Bauten\u201c setzt BSE darauf, durch individuell abgestimmte organisatorische, logistische, \u00f6konomische, normative und &#8211; eben nicht nur &#8211; bauliche Ma\u00dfnahmen, den Nutzen f\u00fcr seine Kunden zu maximieren. Wir streben eine langfristige Partnerschaft als Betriebsplaner mit unseren Kunden an. Und durch Kooperationen mit Freiberuflern und vor allem Partnerunternehmen k\u00f6nnen wir unsere Kompetenz und Kapazit\u00e4t flexibel und effizient an die Bed\u00fcrfnisse unserer Kunden anpassen. Schwerpunktm\u00e4\u00dfig werden Anlagen im Bereich ressourcenschonender, regenerativer und biogener Energieerzeugung erforscht, entwickelt und umgesetzt.<\/p>\n<h3>\u00dcber IRES<\/h3>\n<p>Das Institut f\u00fcr Regenerative EnergieSysteme strukturiert das gemeinsame Engagement in angewandter Forschung und praxisnaher Lehre auf dem Gebiet der Nutzung erneuerbarer Energiequellen und der Wasserstofftechnologie an der Hochschule Stralsund. Die Zielrichtung der wissenschaftlichen Arbeit des Instituts ist die interdisziplin\u00e4re Forschung, die Lehre, die Aus- und Weiterbildung sowie der Technologietransfer auf dem Gebiet moderner Energiesysteme mit den Schwerpunkten: Nutzung regenerativer und alternativer Energien, Energiewandlung, -speicherung und -einsatz, Modellierung und Automatisierung zugeh\u00f6riger Prozesse sowie wirtschaftliche und Umweltaspekte derartiger Energiesysteme.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betrieb einer Anlage zur Umwandlung von regenerativem Strom zu Methanol in Stralsund gestartet. Anlage soll im Dauertest f\u00fcr ein Jahr mit einer maximalen Kapazit\u00e4t von 28 Liter Rohmethanol pro Tag betrieben werden. Hohes Interesse der Industrie, Verb\u00e4nde und Politik. 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