{"id":75629,"date":"2020-06-10T07:32:35","date_gmt":"2020-06-10T05:32:35","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=75629"},"modified":"2021-09-09T21:18:11","modified_gmt":"2021-09-09T19:18:11","slug":"fraunhofer-identifiziert-kernpunkte-fuer-den-aufbau-einer-nachhaltigen-wasserstoffwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/fraunhofer-identifiziert-kernpunkte-fuer-den-aufbau-einer-nachhaltigen-wasserstoffwirtschaft\/","title":{"rendered":"Fraunhofer identifiziert Kernpunkte f\u00fcr den Aufbau einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Ausbau von Wasserstofftechnologien \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.bmbf.de\/de\/nationale-wasserstoffstrategie-9916.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nationale Wasserstoffstrategie<\/a> ist f\u00fcr eine nachhaltige Zukunftsf\u00e4higkeit der deutschen und europ\u00e4ischen Wirtschaft zwingend erforderlich. Dabei ist es entscheidend, jetzt die Grundlage f\u00fcr eine CO<sub>2<\/sub>-neutrale Wasserstoffwirtschaft zu legen, um dadurch das Erreichen der Klimaziele zu erm\u00f6glichen und die hiesige Wirtschaft optimal auf das kommende Wasserstoff-Zeitalter vorzubereiten. Die Expertise der Fraunhofer-Gesellschaft in Bezug auf Wasserstofftechnologien haben Fraunhofer-Expertinnen und -Experten seit vielen Jahren in zahlreichen erfolgreichen Projekten eingebracht und umgesetzt. Dadurch konnten sie auch zentrale Herausforderungen identifizieren, die es zu bew\u00e4ltigen gilt, um die Innovations- und Wettbewerbsf\u00e4higkeit Deutschlands im Kontext der Defossilisierung langfristig zu st\u00e4rken sowie die industrielle Wertsch\u00f6pfung hierzulande zu erhalten und auszubauen.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fraunhofer.de\/de\/presse\/presseinformationen\/2020\/juni\/fraunhofer-identifiziert-kernpunkte-fuer-den-aufbau-einer-nachhaltigen-wasserstoffwirtschaft\/_jcr_content\/contentPar\/sectioncomponent_139733144\/sectionParsys\/textwithinlinedimage\/imageComponent1\/image.img.4col.large.jpg\/1591175935480\/iStock-959130278-kl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  alignleft wp-image-75633\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/iStock-959130278-kl-300x218.jpg\" alt=\"iStock-959130278-kl\" width=\"244\" height=\"177\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/06\/iStock-959130278-kl-300x218.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/06\/iStock-959130278-kl-600x437.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/06\/iStock-959130278-kl.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 244px) 100vw, 244px\" \/><\/a>\u00bbWasserstofftechnologien nehmen eine Schl\u00fcsselposition bei der Transformation der Industrie in Richtung einer nachhaltigen Wertsch\u00f6pfung ein\u00ab, erkl\u00e4rt Prof. Reimund Neugebauer, Pr\u00e4sident der Fraunhofer-Gesellschaft. \u00bbAls Land der Ingenieure und des Anlagebaus kann sich Deutschland eine weltweite Spitzenposition sichern \u2013 sofern wir jetzt z\u00fcgig die richtigen Weichen stellen und die Voraussetzungen schaffen, die Wasserstoffwirtschaft zielgerichtet zu realisieren. Neben der Bedeutung dieser Technologien f\u00fcr das Erreichen der Klimaziele stellen diese auch zentrale Elemente f\u00fcr die strategische Planung der Zukunftsf\u00e4higkeit des Industriestandorts Deutschland dar \u2013 auch und gerade im Hinblick auf die Post-Corona-Ert\u00fcchtigung der Wirtschaft.\u00ab<\/p>\n<p>Um den Standort Deutschland langfristig zu st\u00e4rken und alle verf\u00fcgbaren Potenziale zu nutzen, ist es wichtig, einzelne Aktivit\u00e4ten auf Bundesebene weiter zu b\u00fcndeln und zu synchronisieren. In diesem Sinne sind nicht nur auf L\u00e4nder-, sondern auch auf Bundesebene bereits zahlreiche Projekte zur Erforschung von Wasserstofftechnologien und deren \u00dcberf\u00fchrung in die Anwendung angelaufen. Diesen Schulterschluss gilt es auszubauen und zu intensivieren.<\/p>\n<h3>Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Realisierung einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft<\/h3>\n<p>Fraunhofer arbeitet seit langem an den wissenschaftlichen Grundlagen der Wasserstoffwirtschaft sowie an der Umsetzung konkreter Wasserstoff-Projekte. Dar\u00fcber hinaus haben die Fraunhofer-Expertinnen und -Experten verschiedene Themen in den Bereichen Regulierung und Marktentwicklung identifiziert, die f\u00fcr die Realisierung einer \u00f6kologisch und \u00f6konomisch nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft sowie eines internationalen Energie-Handelssystems auf Basis von Wasserstoff von besonderer Relevanz sind.<\/p>\n<h3>Aktuelle Handlungsempfehlungen:<\/h3>\n<p>Anpassung des regulatorischen Rahmens f\u00fcr Steuern, Abgaben und Umlagen auf Strom f\u00fcr Wasserelektrolyseure sowie zur St\u00e4rkung der Sektorenkopplung.<\/p>\n<ul>\n<li>Schaffung von langfristigen politischen Regelwerken f\u00fcr eine sichere Investi-tionsumgebung.<\/li>\n<li>Weitere Investitionen in Forschung und Entwicklung, um die Erzeugungskosten zu reduzieren, die Langlebigkeit der Produkte zu erh\u00f6hen, die Speicherung und die \u00f6konomische Nutzung von Wasserstoff in der Industrie zu erm\u00f6glichen.<\/li>\n<li>F\u00f6rderung von Demonstrations-Projekten zur Unterst\u00fctzung des Markthochlaufs und zur Etablierung eines Heimatmarktes mit internationaler Ausstrahlung.<\/li>\n<li>Entwicklung von international harmonisierten und zertifizierten Standards f\u00fcr wasserstoffbasierte Energietr\u00e4ger und Chemikalien, insbesondere zur Sicherstellung der Klimaneutralit\u00e4t.<\/li>\n<li>Entwicklung von Energiepartnerschaften mit L\u00e4ndern mit hohen Ausbaupotenzialen f\u00fcr erneuerbare Energien, um eine langfristig attraktive Investitionsumgebung zu schaffen.<\/li>\n<li>Systemanalyse zur Ableitung robuster Pfade bzgl. der Entwicklung der Nachfragezentren f\u00fcr Wasserstoff und die zu erwartenden Gesch\u00e4ftsmodelle in den Gesamtketten.<\/li>\n<li>Umfassende Analyse des Infrastrukturbedarfs bzgl. der Umstellung der Erdgas-Infrastrukturen und neuer Wasserstoff-Pipelines; Erstellung entsprechender Netzausbaupl\u00e4ne und grenz\u00fcberschreitender Aufbau der n\u00f6tigen Infrastrukturen.<\/li>\n<li>Konsequenter Ausbau der Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur f\u00fcr den Individualverkehr, den Schwerlastverkehr sowie f\u00fcr den nicht-elektrifizierten Schienenverkehr.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Wasserstoffherstellung f\u00fcr steigenden Bedarf optimieren und ausbauen<\/h3>\n<p>Prof. Mario Ragwitz, Leiter der Fraunhofer-Einrichtung f\u00fcr Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG und Sprecher des Fraunhofer-Wasserstoff-Netzwerks, erl\u00e4utert: \u00bbDer Bedarf an Wasserstoff steigt in den n\u00e4chsten Jahren aller Voraussicht nach zun\u00e4chst allm\u00e4hlich an, doch die Technologien und Infrastrukturen daf\u00fcr m\u00fcssen bereits jetzt optimiert und ausgebaut werden. Bis Ende der 2020er-Jahre muss Deutschland in der Wasserelektrolyse bereits Zuwachsraten von mehreren Gigawatt pro Jahr erreichen. Nur so kann die Klimawende gelingen und Deutschland gleichzeitig seine wirtschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit sichern sowie seine Stellung als Technologie-Exporteur wahren. Die Institute der Fraunhofer-Gesellschaft stehen hierbei sowohl der Wirtschaft als auch der Politik als kompetente Partner zur Seite. Zahlreiche L\u00e4nder stehen in den Startl\u00f6chern, um die Wasserstoffwirtschaft anzukurbeln. Es ist an der Zeit, die entsprechenden Technologien in Deutschland zur Marktreife zu bringen.\u00ab<\/p>\n<p>Prof. Christopher Hebling, Bereichsleiter Wasserstofftechnologien am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Solare Energiesysteme ISE und ebenfalls Sprecher des Fraunhofer-Netzwerks Wasserstoff, erg\u00e4nzt: \u00bbDas gro\u00dfe Moment, das Wasserstoff gerade in Politik und Industrie erf\u00e4hrt, gilt es aufzugreifen und zu verstetigen. Wichtigstes Ziel des jetzigen nationalen Strategiedialogs ist die Einrichtung und langfristige Absicherung von Forschungs- und Investitionsmitteln zur Schaffung einer Planungssicherheit f\u00fcr die Forschungseinrichtungen, f\u00fcr private und institutionelle Investoren, aber insbesondere auch f\u00fcr die industriellen Marktteilnehmer.\u00ab<\/p>\n<h3>Wirtschaftliche Produktion von Brennstoffzellen<\/h3>\n<p>Neben der wirtschaftlichen Produktion von Elektrolyseuren muss auch die Produktion von Brennstoffzellen Teil einer umfassenden Wasserstoffstrategie sein, um sich auch im Bereich der mobilen und station\u00e4ren Nutzung von Wasserstoff eine f\u00fchrende Position im internationalen Wettbewerb zu sichern. Entsprechend muss Deutschland die wirtschaftliche Produktion von Brennstoffzellen forcieren und so die beschleunigte Industrialisierung erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Ein zielf\u00fchrendes innovationspolitisches Instrument, um die Herstellung von Brennstoffzellen hierzulande voranzutreiben, ist beispielsweise eine nationale Forschungsplattform Brennstoffzellen-Produktion, die vor allem drei Ziele verfolgt:<\/p>\n<ul>\n<li>Deutliche Verbesserung des technologischen und wirtschaftlichen Potenzials von Brennstoffzellen.<\/li>\n<li>Realisierung der kostenoptimierten, skalierbaren, bedarfsorientierten Serienproduktion.<\/li>\n<li>Beschleunigung und Steigerung des strukturierten Rollouts in Industrie und Gesellschaft.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Um die wirtschaftliche Produktion von Brennstoffzellen zu verwirklichen, hat die Fraunhofer-Gesellschaft bereits ein konkretes Konzept entwickelt: In vier Fraunhofer-Clustern (S\u00fcd\/West\/Nord\/Ost) wird eine ganzheitliche Forschungsinfrastruktur f\u00fcr die zielgerichtete Entwicklung von Produktions- und Pr\u00fcfprozessen f\u00fcr Brennstoffzellen in Form von regionalen Technologiehubs geschaffen, um die entwickelten L\u00f6sungen schnell in die Industrie zu \u00fcberf\u00fchren. F\u00fcr deutsche Produktionsunternehmen wird so ein wirksames Instrument von signifikanter Tragweite und wirtschaftlicher Bedeutung geschaffen, das die regionalen, nationalen und europ\u00e4ischen Wasserstoffinitiativen und -strategien produktionsseitig komplettiert und gleichzeitig die Exportleistung des deutschen Maschinenbaus nachhaltig st\u00e4rken kann.<\/p>\n<p>Aufgrund der technologischen \u00c4hnlichkeiten kann zudem auch die Serienproduktion von Elektrolyseuren zur Erzeugung von gr\u00fcnem Wasserstoff in das Konzept integriert werden. Dadurch k\u00f6nnen die beiden Kernthemen der Fertigung von Produkten f\u00fcr Erzeugung und Verbrauch f\u00fcr eine zuk\u00fcnftige gr\u00fcne Wasserstoffwirtschaft in eine gemeinsame, einander bedingende Forschungsplattform zusammengefasst werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Fraunhofer-Kompetenzen im Bereich Wasserstoff umfassen Material und Systeme sowie deren Produktion, die Anwendung in der Energiewirtschaft, in Industrie und Mobilit\u00e4t wie auch die Querschnittsthemen Sicherheit und Lebensdauer. Mehr Informationen finden Sie in unserem aktuellen Webspecial zu Wasserstofftechnologien unter: <a href=\"https:\/\/www.fraunhofer.de\/de\/forschung\/aktuelles-aus-der-forschung\/wasserstoff.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.fraunhofer.de\/de\/forschung\/aktuelles-aus-der-forschung\/wasserstoff.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ausbau von Wasserstofftechnologien \u00fcber die Nationale Wasserstoffstrategie ist f\u00fcr eine nachhaltige Zukunftsf\u00e4higkeit der deutschen und europ\u00e4ischen Wirtschaft zwingend erforderlich. Dabei ist es entscheidend, jetzt die Grundlage f\u00fcr eine CO2-neutrale Wasserstoffwirtschaft zu legen, um dadurch das Erreichen der Klimaziele zu erm\u00f6glichen und die hiesige Wirtschaft optimal auf das kommende Wasserstoff-Zeitalter vorzubereiten. 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