{"id":75593,"date":"2020-06-10T06:55:33","date_gmt":"2020-06-10T04:55:33","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fbiowissenschaften-chemie%2Fjgu-entwickelt-nachhaltige-methode-zur-gewinnung-von-vanillin-aus-holzabfall.html"},"modified":"2020-06-08T18:22:53","modified_gmt":"2020-06-08T16:22:53","slug":"jgu-entwickelt-nachhaltige-methode-zur-gewinnung-von-vanillin-aus-holzabfall","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/jgu-entwickelt-nachhaltige-methode-zur-gewinnung-von-vanillin-aus-holzabfall\/","title":{"rendered":"JGU entwickelt nachhaltige Methode zur Gewinnung von Vanillin aus Holzabfall"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz (JGU) haben eine neue, nachhaltige Methode zur Gewinnung des Aromastoffs Vanillin aus dem Holzbestandteil Lignin entwickelt, das in gro\u00dfen Mengen als Abfall bei der Herstellung von Zellstoff, eines wichtigen Rohstoffs der Papierproduktion, anf\u00e4llt.<\/strong><\/p>\n<p>Wie die Forscher in der Fachzeitschrift ACS Sustainable Chemistry &amp; Engineering\u00a0beschreiben, geben sie Lignin in Natronlauge, erhitzen das Gemisch auf 160 Grad und setzen es in einer einfachen Elektrolysezelle mithilfe von Nickel-Elektroden unter Strom. Dadurch wird das Lignin oxidiert und zersetzt, und es entsteht Vanillin, das so hochwertig ist, dass es als &#8220;nat\u00fcrliches Vanillin&#8221; deklariert werden darf. &#8220;Nach jahrelanger intensiver Forschung ist uns damit ein echter Durchbruch gelungen&#8221;, sagt Prof. Dr. Siegfried Waldvogel, Sprecher des Spitzenforschungsbereichs SusInnoScience, kurz f\u00fcr &#8220;Sustainable Chemistry as the Key to Innovation in Resource-efficient Science in the Anthropocene&#8221; der JGU, der die Entwicklung geleitet hat. Bisher wird Vanillin \u00fcberwiegend aus Erd\u00f6l gewonnen, wobei im Gegensatz zu der neuen Methode giftige Abf\u00e4lle entstehen, die nur schwer zu entsorgen sind. Zwar gibt es bereits ein Verfahren zur Herstellung von Vanillin aus Lignin. Laut Waldvogel ist dieses jedoch unter anderem wegen der Verwendung von Kupfer sehr teurer. Au\u00dferdem k\u00f6nne daf\u00fcr nur ein kleiner Teil des bei der Zellstoffherstellung anfallenden Lignins verwendet werden.<\/p>\n<p>Vanillin ist weltweit der mengenm\u00e4\u00dfig bedeutendste Aromastoff. Mehrere zehntausend Tonnen davon werden pro Jahr f\u00fcr die Produktion von Lebensmitteln, Kosmetika und Medikamenten verwendet. Lignin wiederum f\u00e4llt j\u00e4hrlich im Umfang von mehr als 100 Millionen Tonnen als Abfall bei der Zellstoffherstellung an und wird dann im Wesentlichen verbrannt. &#8220;Weil unsere Methode einen Vanillinertrag von rund vier Prozent des eingesetzten Lignins hat, k\u00f6nnte man damit theoretisch sehr leicht den weltweiten Vanillinbedarf decken&#8221;, so Waldvogel. Er ist davon \u00fcberzeugt, dass das neue Verfahren &#8220;signifikant besser&#8221; sei als die bisherigen Methoden zur Vanillingewinnung \u2013 nicht nur weil dabei kein giftiger Abfall entstehe, sondern auch weil es wirtschaftlich \u00fcberlegen sei \u2013, und f\u00fchre bereits Gespr\u00e4che mit entsprechenden Industriepartnern. Im Rahmen des EU-Projekts LIBERATE\u00a0soll das bisher nur im Labor angewandte Verfahren bald in gr\u00f6\u00dferem Umfang getestet werden. Dazu wird derzeit beim norwegischen Forschungsinstitut SINTEF, mit dem die JGU kooperiert, eine Pilotanlage gebaut. Au\u00dferdem will Waldvogel pr\u00fcfen, ob sich die neue Methode noch verbessern l\u00e4sst, indem das Vanillin nicht erst aus dem reinen Lignin, sondern direkt aus der sogenannten Schwarzlauge, einem bei der Holzverarbeitung in Zellstoffwerken anfallenden, das Lignin enthaltende Vorprodukt, gewonnen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz (JGU) haben eine neue, nachhaltige Methode zur Gewinnung des Aromastoffs Vanillin aus dem Holzbestandteil Lignin entwickelt, das in gro\u00dfen Mengen als Abfall bei der Herstellung von Zellstoff, eines wichtigen Rohstoffs der Papierproduktion, anf\u00e4llt. 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