{"id":7551,"date":"2004-11-10T00:00:00","date_gmt":"2004-11-09T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20041110-07n"},"modified":"2004-11-10T00:00:00","modified_gmt":"2004-11-09T22:00:00","slug":"aktueller-waldzustandsbericht-2003-war-kein-gutes-jahr-fuer-europas-waelder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/aktueller-waldzustandsbericht-2003-war-kein-gutes-jahr-fuer-europas-waelder\/","title":{"rendered":"Aktueller Waldzustandsbericht: 2003 war kein gutes Jahr f\u00fcr Europas W\u00e4lder"},"content":{"rendered":"<p>\u00a0<b>Der Rekordsommer des vergangenen Jahres hat die W\u00e4lder in Europa vielerorts gesch\u00e4digt. Das geht aus dem europ\u00e4ischen Waldzustandsbericht 2004 hervor, den die <a href=\"http:\/\/www.bfafh.de\/index.htm\" >Bundesforschungsanstalt f\u00fcr Forst- und Holzwirtschaft (BFH)<\/a> im Auftrag der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen (UNECE) jetzt ver\u00f6ffentlicht hat.<\/b><br \/>\u00a0<br \/>Auf einigen Intensivuntersuchungsfl\u00e4chen in Mitteleuropa waren die Wasservorr\u00e4te im Sp\u00e4tsommer 2003 auch in tieferen Bodenhorizonten v\u00f6llig ersch\u00f6pft. Die B\u00e4ume reagierten teilweise mit dem Abwurf von gr\u00fcnem Laub und mit unterdurchschnittlichem Holzzuwachs. Die geschw\u00e4chten B\u00e4ume waren anf\u00e4lliger f\u00fcr Insektensch\u00e4den. In Portugal war die Waldbrandfl\u00e4che so gro\u00df wie nie zuvor und lag um ein vierfaches \u00fcber dem bisherigen Jahresdurchschnitt.<\/p>\n<p> Der Waldzustand in Europa wird j\u00e4hrlich anhand des Nadel-\/Blattverlustes von 130.000 B\u00e4umen in ca. 30 L\u00e4ndern erfasst. F\u00fcr 2003 zeigt sich eine durchschnittliche Verschlechterung des Kronenzustandes bei fast allen Hauptbaumarten. F\u00fcr das Jahr 2004 wird keine Besserung erwartet. Denn die B\u00e4ume reagieren oft erst im Folgejahr auf die Witterung des Vorjahres. <\/p>\n<p> Witterungsextreme machen den Wald\u00f6kosystemen umso mehr zu schaffen, wenn diese durch Eintr\u00e4ge von Luftschadstoffen vorgesch\u00e4digt sind. Messergebnisse zeigen, dass die Gesamts\u00e4ureeintr\u00e4ge auf vielen der 860 Intensivuntersuchungsfl\u00e4chen immer noch deutlich \u00fcber den kritischen Schwellenwerten liegen. \u00dcberdurchschnittlich hohe Nitratkonzentrationen im Regenwasser wurden vor allem in Belgien, in den Niederlanden, in Norddeutschland und in Polen gemessen. In den Jahren 1996-2001 wurde allerdings ein R\u00fcckgang der Nitrateintr\u00e4ge auf 15% von knapp 300 Untersuchungsfl\u00e4chen registriert. <\/p>\n<p>Deutlichere Erfolge der Luftreinhaltungspolitik sind bei den Schwefeleintr\u00e4gen zu verzeichnen, die auf knapp der H\u00e4lfte der Fl\u00e4chen signifikant zur\u00fcckgingen. S\u00e4ureeintr\u00e4ge k\u00f6nnen neben einer Gef\u00e4hrdung der Trinkwasserqualit\u00e4t auch eine erh\u00f6hte Sturmanf\u00e4lligkeit der B\u00e4ume bewirken. In einer Auswertung auf knapp 1.000 Beobachtungsfl\u00e4chen konnte jetzt gezeigt werden, dass die schweren St\u00fcrme des Jahres 1999 auf saueren B\u00f6den mehr B\u00e4ume entwurzelten oder brachen als auf B\u00f6den mit h\u00f6herem pH Wert. Die Sch\u00e4digung der Wurzeln auf versauerten B\u00f6den k\u00f6nnte ein Grund f\u00fcr diesen Zusammenhang sein.<\/p>\n<p> Hohe Ozonkonzentrationen wurden vor allem in S\u00fcdeuropa gemessen, wo die Ozonbildung durch die hohe Sonneneinstrahlung besonders beg\u00fcnstigt wird. Auf 100 Fl\u00e4chen geben sog. Passivsammler mit vergleichsweise geringem technischem Aufwand Aufschluss \u00fcber Ozonkonzentrationen in entlegenen Waldgebieten. Die Grenzwerte der UNECE wurden in den Jahren 2000-2002 auf \u00fcber 60% der Fl\u00e4chen \u00fcberschritten. Die Daten f\u00fcr 2003 werden zurzeit ausgewertet. Aufgrund der hohen Sonnenscheindauer werden deutlich h\u00f6here Werte als in den Vorjahren erwartet.<\/p>\n<p> Im Durchschnitt der vergangenen 40 Jahren zeigen Jahrringanalysen f\u00fcr die Hauptbaumarten eine durchschnittliche Zunahme des Wachstums um bis zu 25%. Ob allerdings die Zunahme des Waldwachstums generell auch eine langfristige Verbesserung des Waldzustandes bedeutet, muss noch gekl\u00e4rt werden. Gr\u00fcnde f\u00fcr die Zunahme des Baumwachstums k\u00f6nnten verbesserte Waldbewirtschaftung, der globale Temperaturanstieg und eine Zunahme der Kohlendioxidkonzentrationen in der Atmosph\u00e4re sein. Auch Stickstoffeintr\u00e4ge, die neben der versauernden Wirkung auf vielen Standorten auch einen Eintrag an N\u00e4hrstoffen darstellen, werden in diesem Zusammenhang weiter untersucht.<\/p>\n<p> Der Waldzustandsbericht wird jedes Jahr vom International Cooperative Programme on Assessment and Monitoring of Air Pollution Effects on Forests (<a href=\"http:\/\/www.icp-forests.org\/\" >ICP Forests<\/a>) unter der UNECE herausgegeben. Das Koordinierungszentrum des Programms befindet sich an der Bundesforschungsanstalt f\u00fcr Forst- und Holzwirtschaft in Hamburg. <\/p>\n<p>Der aktuelle, 52-seitige Bericht ist im Internet verf\u00fcgbar unter: <a href=\"http:\/\/www.icp-forests.org\/RepEx.htm\" >www.icp-forests.org<\/a> (in englischer Sprache).<\/p>\n<p><b>Kontakt:<\/b><br \/><a href=\"http:\/\/www.bfafh.de\/index.htm\" >Bundesforschungsanstalt f\u00fcr Forst- und Holzwirtschaft<\/a><br \/> Leuschnerstr. 91, 21031 Hamburg<\/p>\n<p><b>Dr. Martin Lorenz<\/b><br \/>Tel.: 040-73962-119, <br \/>E-mail: <a href=\"mailto:m.lorenz@holz.uni-hamburg.de\">m.lorenz@holz.uni-hamburg.de<\/a><\/p>\n<p><b>Richard Fischer<\/b><br \/>Tel.: 040-73962-110, <br \/>E-mail: <a href=\"mailto:r.fischer@holz.uni-hamburg.de\">r.fischer@holz.uni-hamburg.de<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.verbraucherministerium.de\/\" >Bundesministerium f\u00fcr Verbraucherschutz, Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft<\/a> <br \/>Postfach 14 02 70, 53107 Bonn <br \/><b>Thomas Haussmann<\/b> <br \/>Tel: 0228-529-4321, <br \/>E-mail: <a href=\"mailto:thomas.haussmann@bmvel.bund.de\">thomas.haussmann@bmvel.bund.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;<b>Der Rekordsommer des vergangenen Jahres hat die W&auml;lder in Europa vielerorts gesch&auml;digt. Das geht aus dem europ&auml;ischen Waldzustandsbericht 2004 hervor, den die Bundesforschungsanstalt f&uuml;r Forst-<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-7551","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7551","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7551"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7551\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7551"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7551"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7551"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=7551"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}