{"id":7546,"date":"2004-11-11T00:00:00","date_gmt":"2004-11-10T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20041111-03n"},"modified":"2004-11-11T00:00:00","modified_gmt":"2004-11-10T22:00:00","slug":"kuenast-zuckerwirtschaft-muss-nachhaltig-und-wettbewerbsfaehig-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kuenast-zuckerwirtschaft-muss-nachhaltig-und-wettbewerbsfaehig-sein\/","title":{"rendered":"K\u00fcnast: Zuckerwirtschaft muss nachhaltig und wettbewerbsf\u00e4hig sein"},"content":{"rendered":"<p><b>Mehr als 1.000 Landwirte und Mitarbeiter in Zuckerfabriken, die ihre Existenz durch die anstehende Reform der Zuckermarktordnung gef\u00e4hrdet sehen, haben sich heute in Berlin getroffen. Bundeslandwirtschaftsministerin Renate K\u00fcnast musste sich vor dem Forum der &#8220;Aktion Existenzfrage Zucker&#8221; (AEZ) zu ihren Positionen f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Verhandlungen \u00e4u\u00dfern:<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Wenn wir heute nicht handeln, wird die Zuckermarktordnung in wenigen Jahren wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen&#8221;, sagte Bundesverbraucherministerin Renate K\u00fcnast heute in Berlin vor den \u00fcber 1000 Teilnehmern des Forums &#8220;Existenzfrage Zucker&#8221;. Das Aktionsb\u00fcndnis Zucker &#8220;Existenzfrage Zucker&#8221; ist eine gemeinsame Initiative der Arbeitsgemeinschaft Deutscher R\u00fcbenbauerverb\u00e4nde (ADR), des Deutschen Bauernverbandes (DBV), der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker\u00a0 (WVZ) und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG).<\/p>\n<p>An den beschlossenen Grunds\u00e4tzen der EU-Agrarreform solle sich auch die Reform des Zuckersektors ausrichten. Das bedeute f\u00fcr diesen Bereich: Abbau der Differenz zwischen Binnenmarkt- und Weltmarktpreisen und Umstellung der St\u00fctzung vom Erzeugnis auf den Erzeuger. Mit der bereits eingeleiteten Agrarreform w\u00fcrden insbesondere in Deutschland Spielr\u00e4ume f\u00fcr die Reform der Zuckermarktordnung geschaffen.<\/p>\n<p>&#8220;Der Reformdruck auf die Zuckermarktordnung ist mittlerweile gro\u00df und wird noch weiter zunehmen&#8221;, so K\u00fcnast. &#8220;Wir sind zum Handeln gezwungen und m\u00fcssen uns den ver\u00e4nderten Bedingungen an den Weltzuckerm\u00e4rkten und innerhalb der EU stellen. Wir haben zwei Ziele: eine nachhaltige und wettbewerbsf\u00e4hige Zuckerwirtschaft in Deutschland und Europa sowie international.&#8221;<\/p>\n<p>Einfache L\u00f6sungen k\u00f6nne es bei dem komplizierten Problem des Zuckermarktes nicht geben. Gerade deshalb sei es dringend erforderlich, dass sich alle Beteiligten gemeinsam den neuen Herausforderungen stellten.<\/p>\n<p> Konkrete Vorschl\u00e4ge werde der n\u00e4chste Agrarrat (vermutlich Anfang Dezember) erarbeiten lassen. Die AEZ ist ein B\u00fcndnis von Deutschem Bauernverband, Wirtschaftlicher Vereinigung Zucker, Arbeitsgemeinschaft Deutscher R\u00fcbenanbauverb\u00e4nde und Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten. Redner bewerteten die Reformpl\u00e4ne als existenzbedrohend sowie \u00fcberzogen und lehnten sie ab. Diese Veranstaltung soll nur ein erster Schritt auf einem langen Weg f\u00fcr die Sicherung der deutschen Zuckerproduktion gewesen sein, hie\u00df es seitens der Vertreter der AEZ. <\/p>\n<p><b>Zuckerreform: Sklavenarbeit in Brasilien brandmarken<\/b> <\/p>\n<p>\u00dcber 800 R\u00fcbenbauern aus allen Teilen Deutschland und 300 Erwerbst\u00e4tige der Zuckerfabriken haben gestern mit dem Forum <a href=\"http:\/\/www.existenzfrage-zucker.de\/\" >ExistenzfrageZucker<\/a> in Berlin auf die existenzgef\u00e4hrdenden Auswirkungen der geplanten Reform der EU-Zuckermarktordnung aufmerksam gemacht. Die regionalen Wirtschaftsstrukturen in Deutschland sowie Arbeitspl\u00e4tze und Existenzen in der Land- und Zuckerwirtschaft werden durch radikale Preissenkungen und Quotenk\u00fcrzungen bedroht.<\/p>\n<p> &#8220;Mit der vorgeschlagenen starken Preissenkung von 25 Prozent im Zeitraum bis 2012 und einer Quotenk\u00fcrzung um 1,3 Millionen Tonnen bedroht die EU-Kommission nicht nur die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe und Zuckerfabriken in der EU, sondern auch die zahlreicher Bauern in den \u00e4rmsten Entwicklungsl\u00e4ndern, den so genannten AKP-Staaten&#8221;, betonte der Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung Zucker, Dr. Hans-J\u00f6rg Gebhard. Europaweit sei der Zuckerr\u00fcbenanbau Existenzgrundlage f\u00fcr rund 375.000 Landwirte, 230 Zuckerfabriken und rund 300.000 Besch\u00e4ftigte im Zuckersektor.<\/p>\n<p> Der Pr\u00e4sident des <a href=\"http:\/\/www.bauernverbande.de\/\" >Deutschen Bauernverbandes (DBV)<\/a>, Gerd Sonnleitner, bot die konstruktive Mitarbeit bei einer Reform der EU-Zuckermarktordnung an, sofern die Reformma\u00dfnahmen realistisch seien und man den landwirtschaftlichen Betrieben eine Anpassungsperspektive belasse. Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Einschnitte in die Preis und Mengengarantien der Zuckermarktordnung w\u00fcrde zu einem schlagartigen R\u00fcckgang der Zuckerr\u00fcben- und Zuckererzeugung in Europa f\u00fchren. Dadurch k\u00e4men Zuckerproduzenten, wie zum Beispiel Brasilien, zum Zuge, die ihren Anbau vielfach auf Kosten von Mensch, Natur und Umwelt betrieben.<\/p>\n<p> Die Neuordnung der Zuckermarktordnung sei verfr\u00fcht und ein unn\u00f6tiger Eingriff auf internationaler Ebene, erkl\u00e4rte der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung \u2013 Genuss \u2013 Gastst\u00e4tten (NGG), Franz-Josef M\u00f6llenberg. Der niedrige Weltmarktpreis sei das Resultat eines \u00dcberangebotes, verschuldet durch die enorm gesteigerte Produktion au\u00dferhalb Europas. Insbesondere das Beispiel Brasilien zeige, dass durch Kinderarbeit und Umgehung jeglicher sozialer Standards Hunderttausende in der Zuckerproduktion Besch\u00e4ftigte Sklavenarbeit leisten m\u00fcssten. Die Missachtung sozialer Standards d\u00fcrfe kein Kavaliersdelikt sein.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/aktionexistenzfragezucker-gegrndet\/\" >2004-09-15<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Mehr als 1.000 Landwirte und Mitarbeiter in Zuckerfabriken, die ihre Existenz durch die anstehende Reform der Zuckermarktordnung gef&auml;hrdet sehen, haben sich heute in Berlin getroffen.<\/b><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-7546","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7546","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7546"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7546\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7546"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7546"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7546"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=7546"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}