{"id":7526,"date":"2004-11-20T00:00:00","date_gmt":"2004-11-19T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20041120-08n"},"modified":"2004-11-20T00:00:00","modified_gmt":"2004-11-19T22:00:00","slug":"hanffabrik-im-kreis-guetersloh-hat-grosse-plaene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/hanffabrik-im-kreis-guetersloh-hat-grosse-plaene\/","title":{"rendered":"Hanffabrik im Kreis G\u00fctersloh hat gro\u00dfe Pl\u00e4ne"},"content":{"rendered":"<p>Im laufenden Jahr wurden von nordrhein-westf\u00e4lischen Landwirten 270 Hektar Boden mit Hanf bepflanzt. Viel zu wenig, findet die Firma HAV Nafitech in Werther. Die Hanffabrik hat ein ehrgeiziges Ziel formuliert: Bis Ende 2005 will sie die Anbaufl\u00e4che verzehnfachen. 2009 soll die Nutzpflanze gar auf 8.000 Hektar in die H\u00f6he sprie\u00dfen.<\/p>\n<p>Karl-Erich Oldemeyer ist an dieser Entwicklung nicht ganz unbeteiligt. Fr\u00fcher war er nur Landwirt, heute ist er auch Vorsitzender des NRW-Hanfvereins. Als 1992 die Reform der europ\u00e4ischen Agrarpolitik eine massive Absenkung der Getreidepreise nach sich zog, sei es notwendig gewesen, sich zum Ausgleich der Einkommensverluste nach alternativen M\u00f6glichkeiten umzuschauen. &#8220;Dabei sind wir auf Hanf gesto\u00dfen&#8221;, erz\u00e4hlt Oldemeyer. 1995 schlie\u00dflich habe das Anbauverbot endlich zu Fall gebracht werden k\u00f6nnen. Zuvor habe man das Gespr\u00e4ch mit politischen Vertretern gesucht und aufgekl\u00e4rt. Dass sich die Gr\u00fcnen zu dieser Zeit bereits in Landtag und Bundestag etabliert hatten, habe sich da zweifelsohne positiv ausgewirkt. Genauso das Bestreben eines Zulieferers der Autoindustrie, der sich Mitte der Neunziger auf die Suche nach einem Hanflieferanten begeben habe.<\/p>\n<p>Karl Erich Oldemeyers Engagement geht indes weit \u00fcber politisches Handeln hinaus. Gemeinsam mit seinem Bekannten Joachim Klack entwickelte er ein effizienteres Hanfaufschlussverfahren. Der Hanf wird in seine einzelnen Bestandteile zerlegt, in Fasern, Sch\u00e4ben (h\u00f6lzerner Stielinnenteil), Samen und Blattwerkreste: &#8220;Mit dem alten Verfahren war eine \u00f6konomisch sinnvolle Weiterverarbeitung kaum m\u00f6glich.&#8221; Fr\u00fcher habe die Stundenleistung der Anlagen bei etwa eineinhalb Tonnen Hanfstroh gelegen. &#8220;Heute schaffen wir 30&#8221;, sagt Oldemeyer. Die modernen Maschinen basieren auf seiner Erfindung. Dadurch steigerte sich die Rentabilit\u00e4t auch f\u00fcr die Landwirte. Au\u00dferdem sei die Hanfpflanze \u00fcberaus pflegeleicht, auf die Verwendung von Pestiziden k\u00f6nne verzichtet werden, zur\u00fcck bleibe ein reines Naturprodukt.<\/p>\n<p> &#8220;Es ist schon beeindruckend, vor einem ganzen Feld mit bis zu vier Meter hohen Hanfpflanzen zu stehen,&#8221; sagt auch Achim Heidemann, bei der Hanffabrik in Werther zust\u00e4ndig f\u00fcr Kundenakquise. Heidemann ist Fachmann f\u00fcr D\u00e4mmstoffe, die hervorragenden D\u00e4mmeigenschaften von Hanf haben ihn \u00fcberzeugt. Auch dar\u00fcber hinaus seien der Verwendung des Naturproduktes kaum Grenzen gesetzt, sagt Heidemann: Die Fasern w\u00fcrden zu D\u00e4mmstoffen und Bodenplatten, die Sch\u00e4ben zu Stalleinstreu, Pilzsubtrat und Spritzguss, die Samen zu \u00d6l und die Blattwerkreste zu Brennstoff verarbeitet. Selbst in der Medizin, in der Kosmetik-, Stoff- und Nahrungsmittelindustrie k\u00f6nne das Produkt Verwendung finden. Auch die nordrhein-westf\u00e4lische Landesregierung lie\u00df sich vom Hanfanbau \u00fcberzeugen. W\u00e4hrend eines Besuchs in der Hanffabrik im vergangenen August versicherte Landwirtschaftsministerin B\u00e4rbel H\u00f6hn (Gr\u00fcne): &#8220;Sie haben meine Unterst\u00fctzung&#8221;, und stellte Landesmittel in Aussicht. Kaum zwei Wochen sp\u00e4ter war es soweit: Der Bewilligungsbescheid f\u00fcr die F\u00f6rdermittel wurde erteilt. &#8220;Im Fr\u00fchjahr wollen wir mit der Verarbeitung der eingelagerten Best\u00e4nde beginnen&#8221;, erkl\u00e4rt Heidemann. H\u00f6here Ankaufspreise sollen jetzt mehr Agrarbetriebe dazu bringen, auf die Nutzpflanze zu setzen. Derzeit besch\u00e4ftigt das Unternehmen zehn Arbeitnehmer. Im Jahr 2009 sollen es 50 sein.<\/p>\n<p>Karl-Erich Oldemeyer zeigt sich mit dieser Entwicklung zufrieden: &#8220;In den vergangenen Jahren haben wir viele R\u00fcckschl\u00e4ge erlitten. Jetzt scheinen wir uns aber auf einem guten Weg zu befinden.&#8221; Wenn Oldemeyer erz\u00e4hlt, ist sp\u00fcrbar, dass ihm all das zur Herzensangelegenheit geworden ist. Schlie\u00dflich ist er \u00fcberzeugt davon, f\u00fcr die richtige Sache zu k\u00e4mpfen: &#8220;Unser Motto muss lauten: Zur\u00fcck zur Natur. Eine andere M\u00f6glichkeit haben wir doch gar nicht.&#8221;<\/p>\n<p>Vgl. auch Meldung von <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/informationsveranstaltung-zum-hanfanbau\/\" >29.10.2004<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im laufenden Jahr wurden von nordrhein-westf&auml;lischen Landwirten 270 Hektar Boden mit Hanf bepflanzt. Viel zu wenig, findet die Firma HAV Nafitech in Werther. Die Hanffabrik<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-7526","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7526","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7526"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7526\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7526"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7526"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7526"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=7526"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}