{"id":7519,"date":"2004-11-25T00:00:00","date_gmt":"2004-11-24T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20041125-06n"},"modified":"2004-11-25T00:00:00","modified_gmt":"2004-11-24T22:00:00","slug":"neue-normung-ueberpruefung-bzw-nachweis-der-biologischen-abbaubarkeit-von-kunststoffen-genormt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-normung-ueberpruefung-bzw-nachweis-der-biologischen-abbaubarkeit-von-kunststoffen-genormt\/","title":{"rendered":"Neue Normung: \u00dcberpr\u00fcfung bzw. Nachweis der biologischen Abbaubarkeit von Kunststoffen genormt"},"content":{"rendered":"<p>Nicht alle Kunststoffabf\u00e4lle k\u00f6nnen der R\u00fcckgewinnung zugef\u00fchrt werden. Viele gelangen in die Umwelt, und damit stellt sich die Frage: Sind sie biologisch abbaubar? Um hier zu fundierten und wissenschaftlich einwandfreien Aussagen zu kommen, gibt es jetzt in Normen festgelegte Nachweisverfahren.<\/p>\n<p>Genau so wie die Verwendung von Kunststoffen zunimmt, gewinnen auch Fragen der Entsorgung, vor allem aber der R\u00fcckgewinnung an Bedeutung. Trotz aller Sammelsysteme ist es mitunter schwierig eine vollst\u00e4ndige R\u00fcckgewinnung und Wiederverwertung zu erzielen, etwa den von Endverbrauchern stammenden Kunststoffabfall oder in der Landwirtschaft verwendete Schutzabdeckungen und wasserl\u00f6sliche Polymere. Kunststoffe neigen dazu, so Experten, aus geschlossenen Abfallbehandlungskreisl\u00e4ufen &#8220;herauszufallen und in die Umwelt zu gelangen&#8221;.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt deshalb laufen derzeit Forschungsarbeiten, um Kunststoffe zu entwickeln, die biologisch abbaubar sind. Insgesamt sollten Kunststoffe, die in Kompostiereinrichtungen bzw. auf Deponien kommen, biologisch abgebaut werden k\u00f6nnen. Voraussetzung ist, die potentielle Bioabbaubarkeit solcher Materialien bestimmen zu k\u00f6nnen und Erkenntnisse dar\u00fcber zu gewinnen, wie sich diese Materialien in nat\u00fcrlichen Umgebungen verhalten. <\/p>\n<p>F\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfung bzw. den Nachweis der biologischen Abbaubarkeit gibt es nun drei Internationale und zugleich Europ\u00e4ische Normen, die mit 1. Oktober 2004 ver\u00f6ffentlicht wurden. <\/p>\n<p>EN ISO 14851 legt ein Verfahren fest, mit dem durch Messung des Sauerstoffbedarfs in einem geschlossenen Respirometer der Grad der aeroben Bioabbaubarkeit von Kunststoffen (einschlie\u00dflich solcher Kunststoffe, die Formulierungs-Additive enthalten) bestimmt werden kann. Die Pr\u00fcfsubstanz wird in einem w\u00e4ssrigen Medium unter Laborbedingungen einem Inokulum (= Impfkultur) aus Belebtschlamm, Kompost oder Boden ausgesetzt. In gleicher Weise regelt die EN ISO 14852 ein solches Verfahren mittels Analyse des freigesetzten Kohlenstoffdioxids.<\/p>\n<p>Die Verfahren nach diesen beiden Normen sind geeignet f\u00fcr nat\u00fcrliche und\/oder synthetische Polymere, Copolymere oder Gemische, f\u00fcr Kunststoffe, die Additive, wie z.B. Weichmacher, Farbstoffe oder andere Verbindungen, enthalten, sowie f\u00fcr wasserl\u00f6sliche Polymere und Substanzen, die unter Pr\u00fcfbedingungen die im Inokulum vorhandenen Mikroorganismen nicht inhibieren. <\/p>\n<p>Die neue EN ISO 14855 schlie\u00dflich regelt ein Verfahren, mit dem unter geregelten Kompostierbedingungen durch Messung der Menge des gebildeten Kohlenstoffdioxids und des Grads des Zerfalls des Kunststoffs die vollst\u00e4ndige aerobe Bioabbaubarkeit von Kunststoffen, die auf organischen Verbindungen beruhen, bestimmt wird. Dieses Verfahren ist daf\u00fcr ausgelegt, typische aerobe Kompostierbedingungen f\u00fcr den organischen Anteil in festem gemischtem st\u00e4dtischem Abfall zu simulieren. Die Pr\u00fcfsubstanz wird dabei einem Inokulum ausgesetzt, das aus Kompost gewonnen wird. W\u00e4hrend der Kompostierung werden Temperatur, Begasung und Feuchte genau \u00fcberwacht und geregelt. <\/p>\n<p>Dieses Pr\u00fcfverfahren dient der Feststellung der prozentualen Umwandlung des Kohlenstoffs in der Pr\u00fcfsubstanz in gebildetes Kohlenstoffdioxid sowie der Geschwindigkeit dieser Umwandlung. <br \/> Unter einem &#8220;vollst\u00e4ndigen aeroben Bioabbau&#8221; versteht man \u00fcbrigens die &#8220;Zersetzung einer organischen Verbindung zu Kohlenstoffdioxid, Wasser und mineralischen Salzen jeglicher sonstiger vorliegender Elemente (Mineralisierung) sowie neuer Biomasse durch Mikroorganismen in der Gegenwart von Sauerstoff&#8221;.<\/p>\n<p>DIN EN ISO 14851, \u00d6NORM EN ISO 14851, SN EN ISO 14851 &#8211; Ausgaben: 2004-10 <br \/>Bestimmung der vollst\u00e4ndigen aeroben Bioabbaubarkeit von Kunststoff-Materialien in einem w\u00e4ssrigen Medium &#8211; Verfahren mittels Messung des Sauerstoffbedarfs in einem geschlossenen Respirometer (ISO 14851:1999)<\/p>\n<p>DIN EN ISO 14852, \u00d6NORM EN ISO 14852, SN EN ISO 14852 &#8211; Ausgaben: 2004-10 <br \/>Bestimmung der vollst\u00e4ndigen aeroben Bioabbaubarkeit von Kunststoff-Materialien in einem w\u00e4ssrigen Medium &#8211; Verfahren mittels Analyse des freigesetzten Kohlenstoffdioxides (ISO 14852:1999)<\/p>\n<p>DIN EN ISO 14855, \u00d6NORM EN ISO 14855, SN EN ISO 14855 &#8211; Ausgaben: 2004-10 <br \/>Bestimmung der vollst\u00e4ndigen aeroben Bioabbaubarkeit und Zersetzung von Kunststoff-Materialien unter den Bedingungen kontrollierter Kompostierung &#8211; Verfahren mittels Analyse des freigesetzten Kohlenstoffdioxides (ISO 14855:1999)<\/p>\n<p>Weitere Informationen unter:<br \/><a href=\"http:\/\/www.din.de\/\" >DIN Deutsches Institut f\u00fcr Normung e. V., Berlin<\/a><br \/><a href=\"http:\/\/www.on-norm.at\/\" >ON \u00d6sterreichisches Normungsinstitut, Wien<\/a> <br \/><a href=\"http:\/\/www.snv.ch\/\" >Schweizerische Normen-Vereinigung, Winterthur<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht alle Kunststoffabf&auml;lle k&ouml;nnen der R&uuml;ckgewinnung zugef&uuml;hrt werden. Viele gelangen in die Umwelt, und damit stellt sich die Frage: Sind sie biologisch abbaubar? Um hier<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-7519","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7519","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7519"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7519\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7519"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7519"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7519"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=7519"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}