{"id":75182,"date":"2020-05-28T07:32:37","date_gmt":"2020-05-28T05:32:37","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=75182"},"modified":"2020-05-25T13:44:19","modified_gmt":"2020-05-25T11:44:19","slug":"bmbf-foerderung-forscher-lassen-bakterien-hochwertige-pflanzenprodukte-herstellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bmbf-foerderung-forscher-lassen-bakterien-hochwertige-pflanzenprodukte-herstellen\/","title":{"rendered":"BMBF-F\u00f6rderung: Forscher lassen Bakterien hochwertige Pflanzenprodukte herstellen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Inhaltsstoffe von Pflanzen, die sich von Ferulas\u00e4ure ableiten, k\u00f6nnen eine gesundheitsf\u00f6rdernde Wirkung haben oder als Ausgangssubstanz f\u00fcr Geschmacksstoffe dienen. Forscher der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg (MLU) und des Leibniz-Instituts f\u00fcr Pflanzenbiochemie (IPB) haben einen Weg gefunden, diese Stoffe einfach und g\u00fcnstig von Mikroorganismen produzieren zu lassen. Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) stellt f\u00fcr ein neues Projekt 1,5 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung, um das Verfahren weiter zu verbessern. Am Fraunhofer-Zentrum f\u00fcr Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP wird der Herstellungsprozess parallel f\u00fcr den industriellen Ma\u00dfstab optimiert.<\/strong><\/p>\n<p>In der traditionellen russischen Medizin wird Rosenwurz-Extrakt schon seit langem genutzt, um Konzentration und Ged\u00e4chtnisleistung zu verbessern. Und tats\u00e4chlich konnten einige Studien die positive Wirkung best\u00e4tigen und schlie\u00dflich auch den Wirkstoff identifizieren: Eine Ferulas\u00e4ure-Verbindung. &#8220;Laut einer Studie, an der das IPB beteiligt war, wird die Lernleistung von Fruchtfliegen dadurch um 24 Prozent gesteigert&#8221;, so Prof. Dr. Markus Pietzsch vom Institut f\u00fcr Pharmazie der MLU, der das neue BMBF-Projekt leitet. &#8220;Es handelt sich also nicht nur um eine gef\u00fchlte Wirkung.&#8221; Zudem ist Ferulas\u00e4ure Ausgangsstoff f\u00fcr Aromastoffe wie Vanillin und das typische Weizenbieraroma.<\/p>\n<p>&#8220;Die S\u00e4ure kommt in unterschiedlicher Form in sehr vielen verschiedenen Pflanzen vor&#8221;, so Prof. Dr. Ludger Wessjohann, Abteilungsleiter f\u00fcr Natur- und Wirkstoffchemie am IPB und Professor an der MLU. Bisher gestaltet sich die Produktion des vielversprechenden Naturstoffs jedoch aufwendig. Er wird mithilfe von L\u00f6sungsmitteln und Hitze aus Produktionsr\u00fcckst\u00e4nden von Mais, Weizen oder Reis extrahiert.<\/p>\n<p>Einfacher und kosteng\u00fcnstiger w\u00e4re es, Ferulas\u00e4ure biotechnologisch mithilfe von Mikroorganismen herzustellen. Um herauszufinden, welche Stoffwechselprozesse f\u00fcr die Synthese der Ferulas\u00e4ure in Pflanzen von Bedeutung sind, kooperiert Pietzsch schon seit Jahren mit dem IPB in Halle. Gemeinsam mit Wessjohann ist es ihm gelungen, die Enzyme zu isolieren, die f\u00fcr die Produktion von Ferulas\u00e4ure wichtig sind. Auch ein Prozess zur Herstellung wurde bereits entwickelt. Daf\u00fcr wurden E. coli-Bakterien so ver\u00e4ndert, dass sie die gleichen Enzyme produzieren und so auch die S\u00e4ure herstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Rahmen des BMBF-Projekts dient Ferulas\u00e4ure als Ausgangssubstanz f\u00fcr zwei verschiedene Zielprodukte: gesundheitsf\u00f6rdernde Substanzen und Geschmacksstoffe. &#8220;Es gibt antimikrobielle und neuroprotektive Verbindungen, die sich von Ferulas\u00e4ure ableiten&#8221;, so Pietzsch. Au\u00dferdem sollen sogenannte bittermaskierende Stoffe nach einem Verfahren des IPB produziert werden, die Lebensmitteln zugesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ist der Produktionsprozess an der MLU so weit optimiert, dass die Zielprodukte im Laborma\u00dfstab hergestellt werden k\u00f6nnen, gibt Pietzsch an seine ehemalige Doktorandin Dr.-Ing. Katja Patzsch am Fraunhofer CBP in Leuna ab. Sie ist Expertin daf\u00fcr, biotechnologische Prozesse zu optimieren und zu skalieren. Das CBP verf\u00fcgt \u00fcber Fermentationsanlagen, die bis zu 10.000 Liter fassen. &#8220;Das ist die Vorstufe f\u00fcr die industrielle Produktion&#8221;, erkl\u00e4rt Patzsch.<\/p>\n<p>Die Optimierung der Ferulas\u00e4ure-Produktion wird vom BMBF f\u00fcr drei Jahre gef\u00f6rdert. Die Nachfrage nach dem Naturstoff ist gro\u00df. Er bildet die Grundlage f\u00fcr biotechnologische Verfahren zur Herstellung von Vanillin und wird in Asien bereits Lebensmitteln zugesetzt und sogar als Gew\u00fcrz verwendet. Aufgrund seiner antimikrobiellen Eigenschaften ist der Pflanzenstoff zudem nicht nur in der Medizin, sondern auch in der Kosmetikindustrie gefragt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhaltsstoffe von Pflanzen, die sich von Ferulas\u00e4ure ableiten, k\u00f6nnen eine gesundheitsf\u00f6rdernde Wirkung haben oder als Ausgangssubstanz f\u00fcr Geschmacksstoffe dienen. 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