{"id":7513,"date":"2004-11-29T00:00:00","date_gmt":"2004-11-28T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20041122-05n"},"modified":"2017-10-18T10:59:56","modified_gmt":"2017-10-18T08:59:56","slug":"nova-messebericht-bio-kunststoffe-auf-der-k-2004-in-duesseldorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-messebericht-bio-kunststoffe-auf-der-k-2004-in-duesseldorf\/","title":{"rendered":"nova-Messebericht: Bio-Kunststoffe auf der K 2004 in D\u00fcsseldorf"},"content":{"rendered":"<p>230.000 Besucher kamen vom 20. bis 27. Oktober zur 16. Internationalen Messe f\u00fcr Kunststoff und Kautschuk <a href=\"http:\/\/www.messe-duesseldorf.de\/K2004\/de\/\">K 2004<\/a> nach D\u00fcsseldorf, womit der bisherige Besucherrekord der K 2001 mit 228.000 Besuchern \u00fcbertroffen werden konnte (die K findet alle drei Jahre in D\u00fcsseldorf statt). Auch die Zahl der Aussteller konnte mit 2.921 (2001: 2.885) weiter gesteigert werden. Veranstalter und Fachpresse sprachen von einem gro\u00dfen Erfolg. Die in die weltweite Leitmesse gesetzten Erwartungen seien deutlich \u00fcbertroffen worden.<\/p>\n<p>Michael Karus und Sven Ortmann besuchten die K 2004, um sich nach den neuesten Entwicklungen im Bereich Bio-Kunststoffe, Naturfaserverst\u00e4rkte Kunststoffe sowie Wood-Plastic-Composites (WPC) umzuschauen. Hier die Highlights des eint\u00e4gigen Rundgangs:<\/p>\n<p><b>Bayer\/LANXESS<\/b>: Die ausgegr\u00fcndete Chemiesparte von <a href=\"http:\/\/www.bayer.de\/\">Bayer Leverkusen<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.lanxess.de\/\">LANXESS<\/a>, hat die Biokunststoffentwicklung komplett eingestellt. Die fr\u00fcheren Bayer-Entwicklungen basierten nicht auf nachwachsenden Rohstoffen und waren daher durch die Bio-Abfallverordnung ins Abseits gedr\u00e4ngt worden. Bayer habe in den letzten Jahren zudem intensive Versuche mit Naturfasern als Verst\u00e4rkungsfaser f\u00fcr Polymere durchgef\u00fchrt (z.B. f\u00fcr Spritzgie\u00dfanwendungen). Es wurde aber kein passendes Polymer gefunden. Alle von Bayer bzw. heute von LANXESS hergestellten Polymere, wie z.B. Polyamid, h\u00e4tten definitiv zu hohe Verarbeitungstemperaturen. Inzwischen habe man alle entsprechenden Vorhaben beendet. (Anmerkung: Das gut geeignete Polypropylen (PP) wird von Bayer bzw. heute LANXESS nicht produziert.)<\/p>\n<p><b>BASF<\/b>: <a href=\"http:\/\/www.corporate.basf.com\/\">BASF<\/a> hat nach wie vor den biologisch abbaubaren Kunststoff Ecoflex\u00ae im Programm (siehe auch Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-messebericht-bio-kunststoffe-auf-der-k-2001-in-duesseldorf\/\">01.11.2001<\/a>), auf der K 2004 musste man aber lange suchen, bis man ihn auf dem gro\u00dfen Messestand finden konnte. Auch das Standpersonal war \u00fcber diesen Biokunststoff schlecht informiert. In einem Fachgespr\u00e4ch konnte man dann erfahren, dass an einer Umstellung des Produktes auf nachwachsende Rohstoffe gearbeitet w\u00fcrde. BASF sei grunds\u00e4tzlich weiterhin an Biokunststoffen und auch naturfaserverst\u00e4rkten Polymeren interessiert. Als Preis f\u00fcr Ecoflex\u00ae wurde ca. 3 EUR\/kg angegeben.<\/p>\n<p><b>Novamont<\/b>: Das italienische Unternehmen <a href=\"http:\/\/www.novamont.com\/\">Novamont<\/a> ist mit seinen gut am Markt eingef\u00fchrten Bio-Kunststoff &#8220;Mater-Bi&#8221; einer der Marktf\u00fchrer im Bereich Biokunststoffe. Auf der Messe wurde das gesamte Anwendungsspektrum pr\u00e4sentiert: Hygiene und Kosmetik (Folien f\u00fcr Windeln und Intimhygiene, Wattest\u00e4bchen etc.), Einwegartikel (Teller, Bestecke etc.), Verpackung (Verpackungsfolien), Land- und Gartenbau (Blument\u00f6pfe, Mulchfolien etc.), Schreibwaren (Kugelschreiber, Spitzer etc.) und Sonstiges (Spielzeug, Tragetaschen, Bioabfalls\u00e4cke etc.). Alle Produkte sind in Bezug auf schnellen biologischen Abbau optimiert. Kombinationen von &#8220;Mater-Bi&#8221; mit Naturfasern spielen bislang keine Rolle. Als Polymerpreis (Granulat) wurde die Spanne von 3,50 bis 5,00 EUR\/kg angegeben.<\/p>\n<p><b>Rodenburg<\/b>: <a href=\"http:\/\/www.biopolymers.nl\/\">Rodenburg Biopolymers<\/a> waren nicht selbst auf der K 2004 vertreten, wohl aber als &#8220;Untermieter&#8221; bei einem anderen Kunststoffanbieter. Das Unternehmen startete im Jahr 2001 seine Biokunststoff-Produktion. Heute werden bereits ca. 40.000 t\/Jahr modifizierte St\u00e4rke produziert, die allerdings (noch) in nur geringem Ma\u00dfe in die eigene Biokunststoff-Produktion gehen. Das thermoplastische Granulat soll bereits f\u00fcr 1,30 EUR\/kg erh\u00e4ltlich sein und eignet sich f\u00fcr Spritzgie\u00dfen und Extrusion. An einer Verst\u00e4rkung mittels Naturfasern werde intensiv geforscht. Vgl. auch Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-symposiumsbericht-rodenburg-biopolymers-nl-will-groesster-bio-kunststoff-produzent-europas-werden\/\">30.04.2002<\/a>.<\/p>\n<p><b>SK Chemicals<\/b>: Das s\u00fcdkoreanische Unternehmen <a href=\"http:\/\/www.skchemicals.com\/english\/\">SK Chemicals<\/a>, auf der letzten K noch mit einem Biopolymer vertreten, hat inzwischen alle Aktivit\u00e4ten in diesem Sektor eingestellt.<\/p>\n<p><b>BIOMER<\/b>: Das deutsche Unternehmen <a href=\"http:\/\/www.biomer.de\/\">BIOMER<\/a> bietet weiterhin erfolgreich sein PHB-Biogranulat an. Das im Vergleich zu anderen Biopolymeren teure Produkt (14 bis 20 EUR\/kg) weist sehr gute mechanische Eigenschaften auf und wird in Spezialanwendungen wie Feuerwerksk\u00f6rpern und \u00dcbungsmunition eingesetzt.<\/p>\n<p><b>Biesterfeld\/Tecnaro<\/b>: Das Chemieunternehmen <a href=\"http:\/\/www.biesterfeld.com\/\">Biesterfeld<\/a> vertreibt mit den asiatischen Biokunststoff Degrastar, \u00fcber den keinen weiteren Informationen erh\u00e4ltlich waren, sowie die verschiedenen Biokunststoffe und naturfaserverst\u00e4rkten Kunststoffe des deutschen Unternehmens <a href=\"http:\/\/www.tecnaro.de\/\">TECNARO<\/a>, das sich ein zunehmend wachsenden Nachfrage erfreut (siehe auch Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oeko-plastik-aus-holz-und-hanf\/\">09.08.2004<\/a>). Wichtigstes Produkt ist das Thermoplast ARBOFORM, das aus Naturfasern und Lignin besteht und zu Preisen zwischen 3,00 und 4,00 EUR\/kg angeboten wird. Weiterhin werden WPC-Produkte sowie naturfaserverst\u00e4rkte Kunststoffe wie PP-NF angeboten.<\/p>\n<p><b>PMG Geotex<\/b>: Das deutsche Unternehmen <a href=\"http:\/\/www.pmg-geotex.de\/\">PMG Geotex<\/a> hat sich auf vielf\u00e4ltige Bambusfasernutzungen spezialisiert. So werden PP-Bambus- und PE-Bambus-Granulate ab Preisen von 1,13 EUR\/kg angeboten.<\/p>\n<p><b>Ventax\/FKuR<\/b>: Die Firma <a href=\"http:\/\/www.fibrolon.de\/\">Ventax Fibrolon GmbH &amp; Co. KG<\/a> stellte ihre Kunststoff-Holzmehl-Verbundmaterialien (WPC) sowie einige Produktbeispiele wie z.B. einen Gartenstuhl aus. Ventax kooperiert mit der <a href=\"http:\/\/www.fkur.de\/\">FKuR Kunststoff GmbH<\/a> sowie dem <a href=\"http:\/\/www.umsicht.fraunhofer.de\/\">Fraunhofer Institut Umwelt-, Sicherheits-, Energietchnik UMSICHT<\/a> und ist im Begriff, sein Fibrolon-Material als Granulat wie auch als Fertigteile in den Markt einzuf\u00fchren. Es wurden bereits erste Granulatchargen verkauft und in Spanien soll das Material in der M\u00f6belindustrie verwendet werden.<br \/>\nDie Eigenentwicklung f\u00fcr Profilextrusion und auch Spritzgie\u00dfen kann PP, PE, ABS oder PVC als Kunststoff und bis zu 90% Holzmehlanteil enthalten. Der Marktpreis f\u00fcr das Granulat k\u00f6nnte teilweise sogar unter 1 \u20ac\/kg liegen &#8211; ein Niveau, bei dem der Absatz der Produktion (2 t\/h) durchaus realistisch zu sein scheint.<\/p>\n<p><b>Werzalit<\/b>: Als weiteres deutsches Unternehmen bietet die <a href=\"http:\/\/www.werzalit.de\/\">Werzalit AG + Co. KG<\/a>, die aus der Holzbranche stammt, verschiedene WPC-Materialien an. Seit April 2004 werden erste WPC-Teile f\u00fcr die Automobilindustrie gefertigt.<\/p>\n<p><b>Modern Dispersions<\/b>: <a href=\"http:\/\/www.moderndispersions.com\/\">Modern Dispersions, Inc.<\/a> ist eine US-amerikanische Firma, die mit ihren WPC (Wood Plastic Composites) auf die M\u00e4rkte Deutschlands, Italiens und Spaniens dr\u00e4ngt. Der Markteinstieg soll dabei mit einer Infostrategie gelingen, bei der die potenziellen Abnehmer von den Vorz\u00fcgen \u00fcberzeugt werden sollen. Das Material beinhaltet PE oder PP als Kunststoff-Komponente &#8211; der Preis ist 2 \u20ac\/kg f\u00fcr das PE-Holz-Granulat und 2,5 \u20ac\/kg f\u00fcr das PP-Holz-Granulat, wobei beide f\u00fcr Profilextrusion und Formpressen gleicherma\u00dfen geeignet sind. Die Materialien sind s\u00e4gbar, nagelbar, bilden keine Splitter und zeigen nur in den ersten drei bis sechs Monaten eine leichte Farb\u00e4nderung &#8211; anschlie\u00dfend sei der Farbton f\u00fcr rund 20 Jahre stabil.<br \/>\nZur Situation in den USA sagte Herr Cesar Espitia, der europ\u00e4ische Verkaufsmanager von MDI, dass sich die etwa zehn verschiedenen im Einsatz befindlichen WPC-Technologien seiner Einsch\u00e4tzung nach in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren auf drei oder vier reduzieren w\u00fcrden, wobei einige Anbieter vermutlich vom Markt verschw\u00e4nden.<\/p>\n<p><b>R+S Technik<\/b>: Schlie\u00dflich soll nicht unerw\u00e4hnt bleiben, dass der deutsche Maschinenhersteller <a href=\"http:\/\/www.rstechnik.de\/\">R+S Technik<\/a> auf der K 2004 erstmalig einen Aktenkoffer aus PP und Naturfasern, hergestellt in Formpresstechnik, pr\u00e4sentierte, der auf reges Interesse stie\u00df. Die erste Kleinserienproduktion fand rei\u00dfenden Absatz. Vgl. auch Meldung (mit Foto) vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/produktneuheiten-aus-hanf-schleifscheiben-und-die-aktentasche-vom-heimischen-acker\/\">22.11.2004<\/a>.<\/p>\n<p>Desweiteren waren die WPC-Firmen <a href=\"http:\/\/www.pallmann.de\/\">Pallmann<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.technamation.com\/\">Technamation<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.jrs.de\/\">Rettenmaier<\/a> auf der K2004 vertreten.<\/p>\n<p>Siehe auch nova-Messebericht von der K 2001 vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-messebericht-bio-kunststoffe-auf-der-k-2001-in-duesseldorf\/\">01.11.2001<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>230.000 Besucher kamen vom 20. bis 27. Oktober zur 16. 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