{"id":7507,"date":"2004-09-20T00:00:00","date_gmt":"2004-09-19T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040920-05n"},"modified":"2004-09-20T00:00:00","modified_gmt":"2004-09-19T22:00:00","slug":"sprit-vom-acker-kein-biodiesel-ohne-katalysator","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/sprit-vom-acker-kein-biodiesel-ohne-katalysator\/","title":{"rendered":"Sprit vom Acker &#8211; kein Biodiesel ohne Katalysator!"},"content":{"rendered":"<p><b>Bad Homburg, 17.09.2004<\/b> &#8211; Kraftstoffpreise auf immer neuen Rekordmarken: Bei so manchem Autofahrer treibt der \u00c4rger an der Zapfs\u00e4ule den Blutdruck in die H\u00f6he. Sehr gelassen bezahlen dagegen diejenigen an einer von insgesamt 1.700 freien Tankstellen in Deutschland, an denen ein ganz spezieller Saft angeboten wird: Biodiesel. Der Sprit vom Acker ist pro Liter rund 10 Cent g\u00fcnstiger,weil er \u2013 zun\u00e4chst bis 2009 \u2013 von der Mineral\u00f6lsteuer befreit ist. Biodiesel wird aus nachwachsenden Rohstoffen, vor allem aus Raps, gewonnen und tr\u00e4gt deshalb zum Klimaschutz bei. <\/p>\n<p>&#8220;Schon die H\u00e4lfte der 1,3 Millionen Hektar Anbaufl\u00e4chen f\u00fcr die gelbe \u00d6lpflanze dienen der Produktion von Biodiesel &#8220;, erkl\u00e4rt Dr.Helmut Born, Generalsekret\u00e4r des <a href=\"http:\/\/www.bauernverband.de\/\" >Deutschen Bauernverbandes (Bonn)<\/a>. Biodiesel besteht aus speziellen chemischen Verbindungen \u2013 den so genannten Monoalkylestern \u2013 von Pflanzen\u00f6len, Tier- oder Altspeisefetten, die beispielsweise beim Frittieren anfallen. Ausgangsstoffe sind in der Regel die am meisten verbreiteten Pflanzen\u00f6le, also Raps in Nordeuropa, Sojabohnen in den USA oder Palm\u00f6l in L\u00e4ndern mit eher tropischem Klima. Auch Kokos- und Sonnenblumen\u00f6l sind als Quelle f\u00fcr Biodiesel geeignet. Mit einem f\u00fcr 2004 gesch\u00e4tzten Volumen von rund einer Million Tonnen ist Deutschland der gr\u00f6\u00dfte Markt weltweit. Die Erzeugerkapazit\u00e4ten f\u00fcr den &#8220;gr\u00fcnen Diesel &#8220;haben sich seit 1995 hierzulande auf 1,1 Millionen Tonnen verzehnfacht, die von 23 Anlagen hergestellt werden \u2013 weitere sind im Bau. <\/p>\n<p> <b>&#8220;Bio &#8220;in jedem Liter Diesel<\/b> <\/p>\n<p> <img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20040920-05\/biodiesel.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"biodiesel\"\/>Eine Pflanze und ihre Produkte: Aus der schwarzen Rapssaat wird ein noch tr\u00fcbes Roh\u00f6l gewonnen, das zum Raps\u00f6l aufgereinigt wird. Aus diesem Rohstoff wird der eigentliche Biodiesel hergestellt. Nebenprodukt ist wasserhaltiges Glycerin, das durch Destillation in das hochwertige Pharmaglycerin \u00fcberf\u00fchrt wird. Der Rapskuchen, also die Reste der Saat beim Pressen, l\u00e4sst sich in die Futtermittelindustrie verkaufen. obs\/Degussa<br style=\"clear:left;\"\/><br \/>F\u00fcr die gro\u00dfe Nachfrage gibt es gute Gr\u00fcnde: So d\u00fcrfen seit Beginn des Jahres &#8221;normalem&#8221; Diesel standardm\u00e4\u00dfig f\u00fcnf Prozent von der Biofraktion zugemischt werden, was einen zus\u00e4tzlichen Bedarf von 1,5 Millionen Tonnen schafft. Zudem wird Anfang 2005 eine EU-Richtlinie in Kraft treten, nach der Raps\u00f6l und Ethanol den herk\u00f6mmlichen Kraftstoffen zugesetzt werden sollen. Alle EU-Mitglieder sind aufgefordert, einen Mindestanteil von zwei Prozent bis Ende 2005 und von 5,75 Prozent bis 2010 sicherzustellen. <\/p>\n<p> &#8220;Derartige Vorgaben werden in Niederkassel-L\u00fclsdorf bei K\u00f6ln mit Interesse verfolgt, denn hier produziert der zur Degussa geh\u00f6rende Gesch\u00e4ftsbereich Building Blocks den notwendigen Katalysator, der die wirtschaftliche Biodieselherstellung erm\u00f6glicht. &#8221;Biodiesel, chemisch korrekt Raps\u00f6lmethylester (RME), z\u00e4hlt bei uns zu den wichtigen Anwendungen mit hohen Steigerungsraten&#8221;, erkl\u00e4rt Andr\u00e9 Noppe, Produktbereichsleiter in L\u00fclsdorf. Das Werk ist auf eine wachsende Nachfrage gut vorbereitet: &#8221;Wir k\u00f6nnen unsere bestehenden Anlagen bei Bedarf rasch erweitern&#8221;, best\u00e4tigt Noppe. <\/p>\n<p> Bei diesem Herstellungsprozess steuert eine 30-prozentige Natrium-Methylat-L\u00f6sung in Methanol, kurz als <b>NM30<\/b> bezeichnet, die Reaktion des Raps\u00f6ls zu Biodiesel und Glycerin. Eine Tonne Rohstoff ben\u00f6tigt nur etwa 17 bis 18 Kilogramm Katalysator. Am Ende des Prozesses werden RME und Glycerin abgetrennt,das sich in der Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelindustrie sehr gut vermarkten l\u00e4sst. <\/p>\n<p> <b>Gr\u00f6\u00dfter Hersteller f\u00fcr Alkoholate<\/b> <\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20040920-05\/katalysatortest.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"katalysatortest\"\/>Von farblos zu pink: Mit einem chemischen Bestimmungsverfahren (Titration) werden Gehalt und Qualit\u00e4t des Katalysators ermittelt.Die Alkoholatmenge muss bei 30 Prozent liegen. obs\/Degussa<\/p>\n<p>Der Katalysator der Degussa ist deshalb so erfolgreich, weil er eine hohe Glycerinausbeute und -qualit\u00e4t erm\u00f6glicht. Viele RME-Hersteller setzen auch deshalb auf NM30. Etwa zwei Drittel der Gro\u00dfanlagen, die 50.000 bis 100.000 Tonnen RME pro Jahr erzeugen, sind auf diesen &#8221;Kat&#8221; ausgelegt. Ein verwandter Katalysator wird besonders vorteilhaft f\u00fcr die Verarbeitung von Altspeisefetten zu Biodiesel verwendet. Degussa ist weltweit der gr\u00f6\u00dfte Hersteller dieser Alkoholate.<br style=\"clear:left;\"\/><br \/>&#8220;Durch den Degussa Katalysator kann Biodiesel in einem wasserfreien Prozess hergestellt werden. Auf diese Weise werden Verunreinigungen der Produkte vermieden, was deren Trennung und Aufbereitung wesentlich erleichtert &#8220;, so Michael Markolwitz, Projektmanager Biodiesel der Degussa. Insgesamt haben die Alkoholat-Katalysatoren deutliche wirtschaftliche Vorteile gegen\u00fcber den Alternativen Natrium- und Kaliumhydroxid. Degussa stellt die Katalysator-L\u00f6sungen gebrauchsfertig her. Sie k\u00f6nnen so dem Reaktionsreaktor beim Kunden direkt zudosiert werden. Die Lieferung erfolgt in Tankcontainern oder Tanklastwagen. <\/p>\n<p> Im \u00dcbrigen sorgt das Unternehmen auch f\u00fcr die Haltbarkeit des Kraftstoffes aus der Natur, der sich durch Lagerung, W\u00e4rme und Luftsauerstoff zersetzen kann. IONOL \u00aeCP der Degussa ist ein geeignetes Antioxidationsmittel f\u00fcr Biodiesel, um die seit 2003 geltende EU Norm einhalten zu k\u00f6nnen. Weitere effiziente L\u00f6sungen auf Basis von Degussa Produkten befinden sich in der Entwicklung. <\/p>\n<p> <b>Gro\u00dfe Vorteile f\u00fcr den Umweltschutz<\/b> <\/p>\n<p> Abgesehen von den zus\u00e4tzlichen Einkommensm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Landwirtschaft hat Biodiesel unstrittig gro\u00dfe Pluspunkte im Umweltschutz. Beim Treibhausgas Kohlendioxid entsteht keine zus\u00e4tzliche Belastung: Jedes Kilogramm CO<sub>2<\/sub>, das bei der Verbrennung in die Atmosph\u00e4re abgegeben wird, hat die Pflanze zuvor \u00fcber die Photosynthese aus der Luft aufgenommen. Biodiesel ist in diesem Sinne Teil eines geschlossenen Kreislaufes. Auch die Kohlenwasserstoff- Emissionen sind bei der Biovariante um 20 bis 40 Prozent geringer als bei normalem Diesel. Und bei der Schmierf\u00e4higkeit ist das Produkt vom Acker ebenfalls \u00fcberlegen. Fossilem Diesel m\u00fcssen daf\u00fcr Schwefel oder andere Zusatzstoffe beigemischt werden, Biodiesel besitzt derartige Eigenschaften &#8221;von Natur&#8221; aus und ist dennoch nahezu schwefelfrei. So wird beim Einsatz von Biodiesel ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung des sauren Regens geleistet. <\/p>\n<p> <b>Biodiesel als Konjunktur-und Jobmotor<\/b> <\/p>\n<p> &#8221;Das Multitalent Bioenergie kann nach aktuellen Energieszenarien bei einem offensiven Marktausbau bis 2030 etwa 15 Prozent an Pkw-Kraftstoffen zur Verf\u00fcgung stellen&#8221;, erkl\u00e4rt Helmut Lamp, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes BioEnergie (BBE,Bonn). Dies soll sich als Konjunktur- und Jobmotor erweisen. Insbesondere im strukturschwachen l\u00e4ndlichen Raum k\u00f6nnten in den n\u00e4chsten 25 Jahren \u00fcber 200.000 neue Arbeitspl\u00e4tze entstehen. Und der Sprit vom Bauern hat Zukunft: Zurzeit besitzen \u00fcber 3,1 Millionen Pkws allein in Deutschland die Freigabe ihrer Hersteller, Biodiesel zu tanken. Dar\u00fcber hinaus haben auch die Profis aus dem Transportgewerbe das Sparpotenzial von Biodiesel erkannt. So k\u00f6nnen die Betriebskosten je nach Fahrzeug um bis zu 3.000 Euro pro Jahr reduziert werden. Kein Wunder also, dass etwa zwei Drittel des in Deutschland vermarkteten Biodiesels direkt an Speditionen und andere Fuhrunternehmen geliefert werden. <\/p>\n<p> <b>Sichere Dieselleistung aus VESTAMID \u00ae<\/b><\/p>\n<p> Die Zusammensetzung von Biodiesel und damit auch die chemischen Eigenschaften variieren je nach Rohstoffbasis. In jedem Fall ist die Belastung f\u00fcr das Leitungssystem bei reinem Biodiesel deutlich h\u00f6her als bei der Mineral\u00f6lvariante. Der neu entwickelte Werkstoff VESTAMID LX9013 des Degussa Gesch\u00e4ftsbereichs High Performance Polymers ist diesen Anforderungen m\u00fchelos gewachsen. Der modifizierte Kunststoff, ein Polyamid 12, ist mechanisch sehr stabil und ausgesprochen alterungsbest\u00e4ndig \u2013 selbst bei den hohen Kraftstofftemperaturen, die durch die neuen Einspritzsysteme der Dieselmotoren entstehen. Bei allen bisherigen Pr\u00fcfversuchen zeigt er sich gerade auch im Kontakt zu Biodiesel allen Wettbewerbsmaterialien deutlich \u00fcberlegen. <\/p>\n<p> Im Automotive-Bereich ist Degussa in den vier Kompetenzfeldern Assembling, Coating, Polymer Engineering und Reinforcement aktiv, um Autos sch\u00f6ner, umweltfreundlicher, wirtschaftlicher und sicherer zu machen. Mit Polymerl\u00f6sungen in der Entwicklung innovativer Fahrzeugsysteme, dem Design von Werk-und Betriebsstoffstrukturen sowie Komponenten f\u00fcr die Beschichtung von Werkstoffen, f\u00fcr Kleber und Dichtungen leisten wir einen wesentlichen Beitrag f\u00fcr die Mobilit\u00e4t der Zukunft. <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.degussa.com%20www.degussa.com\/de\/home.html\" >Degussa<\/a> ist ein multinationales Unternehmen mit konsequenter Ausrichtung auf die renditestarke Spezialchemie. Im Gesch\u00e4ftsjahr 2003 erwirtschafteten 47.000 Mitarbeiter einen Umsatz von 11,4 Mrd.Euro und ein operatives Ergebnis (EBIT)von 878 Mio. Euro. Damit ist Degussa das drittgr\u00f6\u00dfte deutsche Chemieunternehmen und in der Spezialchemie weltweit die Nummer eins. Mit unseren innovativen Produkten und Systeml\u00f6sungen schaffen wir Wertvolles, Unverzichtbares f\u00fcr den Erfolg unserer Kunden. Dies fassen wir in dem Anspruch zusammen &#8221;creating essentials&#8221;. <\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.degussa.com\/de\/home.html\" >www.degussa.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Bad Homburg, 17.09.2004<\/b> &#8211; Kraftstoffpreise auf immer neuen Rekordmarken: Bei so manchem Autofahrer treibt der &Auml;rger an der Zapfs&auml;ule den Blutdruck in die H&ouml;he. 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