{"id":74747,"date":"2020-05-14T07:32:17","date_gmt":"2020-05-14T05:32:17","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=74747"},"modified":"2020-05-11T13:15:18","modified_gmt":"2020-05-11T11:15:18","slug":"efarm-ein-herausragendes-pilot-projekt-fuer-gruenen-wasserstoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/efarm-ein-herausragendes-pilot-projekt-fuer-gruenen-wasserstoff\/","title":{"rendered":"\u201eeFarm\u201c \u2013 ein herausragendes Pilot-Projekt f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Anwendung von Wasserstoff als wichtiger Teil der Energiewende wird nach wie vor hei\u00df diskutiert. Wie oft betont, kann nur gr\u00fcner Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien und nicht Wasserstoff aus Erdgas einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Nun geht an der Nordsee \u2013 finanziert durch mehrere Banken und das Bundesverkehrsministerium \u2013 ein vielversprechendes Projekt an den Start. Es ist ein Prototyp f\u00fcr die w\u00fcnschenswerte und \u00f6kologisch richtige Anwendung von gr\u00fcnem Wasserstoff als Teil einer Energiewende hin zu 100% Erneuerbaren Energien.<\/strong><\/p>\n<p>Finanziert und gef\u00f6rdert mit am Ende ca. 20 Millionen Euro wird das Wasserstoff-<a href=\"https:\/\/www.gp-joule.de\/newsroom\/presse\/artikel\/pressemitteilung-wasserstoff-mobilitaet\" target=\"_blank\">Modellprojekt \u201eeFarm\u201c<\/a> in Nordfriesland aufzeigen, wie der Einsatz von gr\u00fcnem Wasserstoff in Deutschland zur Entwicklung einer 100% erneuerbaren Wirtschaft gelingen kann. Es ist <a href=\"https:\/\/www.wattzweipunktnull.de\/fileadmin\/Content\/Veranstaltungen\/2019_HusumWind\/2019_09_11_Vortraege\/eFarm_Koch_2019_09_11_watt20.pdf\" target=\"_blank\">das gr\u00f6\u00dfte gr\u00fcne Wasserstoff-Mobilit\u00e4tsprojekt in Deutschland<\/a>. Neben F\u00f6rdermitteln des Bundes und der Finanzierung von Banken haben sich \u00fcber 2.300 Anwohner*innen beteiligt und Eigenkapital von 3,15 Millionen Euro f\u00fcr das Projekt eingebracht.<\/p>\n<p>Die \u201eeFarm\u201c soll Strom aus f\u00fcnf regionalen Windparks (vor allem B\u00fcrgerwindparks) in gr\u00fcnen Wasserstoff umwandeln, der an zwei Wasserstofftankstellen geliefert und dann zur Betankung bereitgestellt wird. Dazu wurden 5 Elektrolyseure (225kW) an den Windparks installiert. Um den Wasserstoffmarkt f\u00fcr private, gewerbliche und kommunale Mobilit\u00e4t zu aktivieren, hat das Projekt f\u00fcnf Brennstoffzellen-Pkws und zwei Brennstoffzellenbusse angeschafft. Dar\u00fcber hinaus gibt es bereits 60 Absichtserkl\u00e4rungen privater und gewerblicher Akteure weitere Brennstoffzellenfahrzeuge anzuschaffen und gr\u00fcnen Wasserstoff von den beiden Tankstellen zu beziehen.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich wird die bei der Wasserstoffproduktion entstehende W\u00e4rme in das lokale W\u00e4rmenetz eingespeist und bereits heute an entsprechend interessierte Privat- und Gesch\u00e4ftskunden geliefert. Insgesamt wird dadurch 95% der Energie genutzt, die bei der Wasserstoffproduktion entsteht.<\/p>\n<p>Getragen wird das Projekt vom Unternehmen GP Joule, das sich neben solchen Modellprojekten auch mit einer st\u00e4rkeren Umsetzung der Sektorenkopplung befasst \u2013 ein entscheidender Bestandteil der Energiewende.<\/p>\n<p>Das Projekt f\u00f6rdert aber auch insgesamt die regionale Nutzung von \u00d6kostrom, um eine Alternative zum deutschlandweiten Netzausbau zu entwickeln. Im Rahmen eines Verbundprojekts rund um eFarm plant GP Joule dar\u00fcber hinaus zusammen mit Stadtwerken und weiteren B\u00fcrgerwind- und B\u00fcrgersolarparks ein \u201emodular erweiterbares Wasserstofferzeugungs- und vertriebsnetz in Nordfriesland\u201c aufzubauen und zu betreiben. Die eFarm ist demnach nur der Anfang, so k\u00f6nnte mittelfristig der Individualverkehr und der regionale \u00d6PNV mit gr\u00fcnem Wasserstoff betrieben werden. Ebenfalls denkbar ist die zuk\u00fcnftige Versorgung des regionalen Zugverkehrs mit gr\u00fcnem Wasserstoff.<\/p>\n<h3>Entscheidend sind bei eFarm vor allem zwei Faktoren:<\/h3>\n<ul>\n<li>Wasserstoffproduktion aus 100% \u00d6kostrom<br \/>\nJede weitere der viel diskutierten Arten von Wasserstoff (blau, grau, violett etc.) sorgen nachgewiesen f\u00fcr weitere Treibhausgasemissionen durch Methan und\/oder CO<sub>2<\/sub>, insbesondere aus der Vorkette der Erdgasbereitstellung und sind daher auch als \u00dcbergangsl\u00f6sung vollkommen inakzeptabel.<\/li>\n<li>Die Regionale Anwendung<br \/>\nDie bestm\u00f6gliche Energiewende geschieht dezentral, der Strom bzw. Treibstoff wird dort produziert, wo er verbraucht wird. Die Erneuerbaren Energien bieten hierf\u00fcr eine hervorragende Grundlage, da sie nahezu \u00fcberall verf\u00fcgbar sind. Damit wird nicht nur die regionale Wertsch\u00f6pfung gef\u00f6rdert, sondern auch die Akzeptanz des Ausbaus der Erneuerbaren generell. Au\u00dferdem k\u00f6nnen nur so regionale und staatliche Energieabh\u00e4ngigkeiten aufgel\u00f6st werden, die weltweit f\u00fcr Konflikte sorgen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gr\u00fcner Wasserstoff ist ein Teil des Umbaus unserer Energiewirtschaft und wird neben regionalen Anwendungen \u00e0 la \u201eeFarm\u201c v.a. in Wirtschaftssektoren gebraucht, in denen die reine Elektrifizierung und der Gebrauch von \u00d6kostrom nicht ohne Weiteres m\u00f6glich sind. Genau aus diesem Grund ist es wichtig, solche Projekte zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Die heimische Produktion und Verwendung von gr\u00fcnem Wasserstoff ist m\u00f6glich und einem ausschlie\u00dflichen Import aus Nordafrika, wie von Seiten der Bundesregierung angedacht, vorzuziehen.<\/p>\n<p>Vielerorts reichen die lokalen M\u00f6glichkeiten der erneuerbaren Energiegewinnung vollst\u00e4ndig aus, um sowohl B\u00fcrger*innen als auch Industrie mit 100% Erneuerbarer Energie zu versorgen. Obwohl die Bundesregierung einer dezentralen Energiewende in der Vergangenheit viele Steine in den Weg gelegt hat, gibt es immer wieder Lichtblicke, die zeigen, es ist m\u00f6glich. Das Modellprojekt eFarm ist eines davon.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Anwendung von Wasserstoff als wichtiger Teil der Energiewende wird nach wie vor hei\u00df diskutiert. Wie oft betont, kann nur gr\u00fcner Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien und nicht Wasserstoff aus Erdgas einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Nun geht an der Nordsee \u2013 finanziert durch mehrere Banken und das Bundesverkehrsministerium \u2013 ein vielversprechendes Projekt an den Start. 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