{"id":74375,"date":"2020-05-06T06:45:27","date_gmt":"2020-05-06T04:45:27","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fbiowissenschaften-chemie%2Fsynthetisches-kerosin-verbrennung-deutlich-sauberer-als-bei-konventionellen-kraftstoffen.html"},"modified":"2021-09-09T21:19:45","modified_gmt":"2021-09-09T19:19:45","slug":"synthetisches-kerosin-verbrennung-deutlich-sauberer-als-bei-konventionellen-kraftstoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/synthetisches-kerosin-verbrennung-deutlich-sauberer-als-bei-konventionellen-kraftstoffen\/","title":{"rendered":"Synthetisches Kerosin &#8211; Verbrennung deutlich sauberer als bei konventionellen Kraftstoffen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Synthetisches Kerosin, hergestellt im Power-to-X-Verfahren aus Luft und Strom, setzt bei der Verbrennung 30- bis 100-mal weniger Schadstoffe frei als herk\u00f6mmliches Kerosin. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Deutschen Zentrums f\u00fcr Luft- und Raumfahrt im Kopernikus-Projekt P2X, das vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rdert und unter anderem vom DECHEMA e.V. koordiniert wird.<\/strong><\/p>\n<p>Das Institut f\u00fcr Verbrennungstechnik des Deutschen Zentrums f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR) hat erstmals synthetisches Kerosin aus der Power-to-X-Versuchsanlage des Kopernikus-Projekts P2X im Hinblick auf seine Zusammensetzung und Verbrennungseigenschaften untersucht.<\/p>\n<p>Das Ergebnis: Der synthetische Kraftstoff ist nicht nur klimafreundlich und erf\u00fcllt die gesetzlich vorgeschriebenen Verbrennungseigenschaften, sondern setzt zudem noch 30- bis 100-mal weniger Ru\u00dfvorl\u00e4ufer frei als herk\u00f6mmliches Kerosin. Diese Schadstoffe entstehen als Zwischenprodukte in der Verbrennung. So enth\u00e4lt das synthetische Kerosin keine nennenswerten Mengen an aromatischen Kohlenwasserstoffen, die bei herk\u00f6mmlichem Kerosin einen Gro\u00dfteil der Ru\u00dfbildung verursachen.<\/p>\n<p>Damit k\u00f6nnen synthetische Kraftstoffe nicht nur erheblich zur CO<sub>2<\/sub>-, sondern auch zur Schadstoff-Minimierung im Luftverkehr beitragen. M\u00f6glich sind diese guten Ergebnisse durch das besondere Verfahren der Kerosin-Produktion in der Power-to-X-Versuchsanlage, die Partner im Kopernikus-Projekt P2X im August 2019 als weltweit erste containerbasierte integrierte Anlage in Betrieb genommen haben. In vier Schritten stellt sie synthetischen Kraftstoff allein aus Luft und Strom her. Zuk\u00fcnftig k\u00f6nnten Anlagen wie diese z.B. in wind- und sonnenreichen Gegenden aus gr\u00fcnem Strom flexibel erneuerbare Kraftstoffe produzieren, die konventionelles Kerosin, Diesel oder Benzin ersetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die P2X-Versuchsanlage vereint vier innovative Technologien von Partnern aus Forschung und Industrie in einer Prozesskette:<\/p>\n<ol>\n<li>Zun\u00e4chst filtert die Anlage klimasch\u00e4dliches Kohlenstoffdioxid (CO<sub>2<\/sub>) aus der Umgebungsluft, um es anschlie\u00dfend f\u00fcr die Herstellung von Kraftstoff zu nutzen. Die Technik daf\u00fcr entwickelte Climeworks, ein Spin-off der ETH Z\u00fcrich.<\/li>\n<li>Den Hochtemperatur-Co-Elektrolyseur f\u00fcr den n\u00e4chsten Schritt entwickelte das Technologieunternehmen Sunfire. Er spaltet das CO<sub>2<\/sub> der Luft zusammen mit Wasserdampf in Wasserstoff und Kohlenmonoxid, das sogenannte Synthesegas.<\/li>\n<li>Aus dem Synthesegas werden im dritten Prozessschritt Kohlenwasserstoff-Ketten gebildet (Fischer-Tropsch-Synthese). In den von INERATEC entwickelten mikrostrukturierten Reaktoren kann dies sehr effizient durchgef\u00fchrt werden, da die Oberfl\u00e4che f\u00fcr die Reaktion deutlich vergr\u00f6\u00dfert ist. W\u00e4hrend der Reaktion entsteht Dampf, der an anderen Stellen in der Prozesskette genutzt werden kann.<\/li>\n<li>Das Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) integrierte das Modul f\u00fcr den vierten und letzten Schritt in die Prozesskette. Beim sogenannten Hydrocracken werden die zu langen Kohlenwasserstoffketten gespalten und so die Qualit\u00e4t und die Ausbeute an dem gew\u00fcnschten Produkt erh\u00f6ht.<\/li>\n<\/ol>\n<h3>Weiterf\u00fchrende Links:<\/h3>\n<p>Link zum wissenschaftlichen Paper: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.fuproc.2019.05.015\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.fuproc.2019.05.015<\/a><\/p>\n<p>N\u00e4here Informationen zur P2X-Luft-zu-Kraftstoff-Anlage: <a href=\"https:\/\/www.elab2.kit.edu\/index.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.elab2.kit.edu\/index.php<\/a><\/p>\n<p>sowie im Video des YouTubers Cedric Engels alias \u201eDoktor Whatson\u201c <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qq0fjl0LQXo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=qq0fjl0LQXo<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Synthetisches Kerosin, hergestellt im Power-to-X-Verfahren aus Luft und Strom, setzt bei der Verbrennung 30- bis 100-mal weniger Schadstoffe frei als herk\u00f6mmliches Kerosin. 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