{"id":7418,"date":"2004-10-20T00:00:00","date_gmt":"2004-10-19T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20041020-07n"},"modified":"2015-09-17T09:34:50","modified_gmt":"2015-09-17T07:34:50","slug":"holzpelletsheizungen-verbesserungen-auf-hohem-niveau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/holzpelletsheizungen-verbesserungen-auf-hohem-niveau\/","title":{"rendered":"Holzpelletsheizungen: Verbesserungen auf hohem Niveau"},"content":{"rendered":"<p><b>Holzpelletsheizungen haben heute bereits ein hohes technisches Niveau erreicht &#8211; und dennoch gehen die Entwicklungen nat\u00fcrlich weiter. Im Vordergrund stehen eine verbesserte Toleranz gegen\u00fcber schwankender Brennstoffqualit\u00e4t, sowie neue Verfahren wie Brennwerttechnik und ein raumluftunabh\u00e4ngiger Betrieb.<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Die Brennstofferkennung ist ein Thema, das uns besch\u00e4ftigt\u201d, verr\u00e4t Helmut Gastl, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von <a href=\"http:\/\/www.pelletsheizung.de\/\" target=\"_blank\">\u00d6koFEN<\/a> Deutschland. Auch Mitbewerber der Branche deuten an, dass sie auf diesem Feld noch Entwicklungspotenzial sehen. So k\u00f6nnte eine Pelletsheizung k\u00fcnftig zum Beispiel auf eine schwankende Dichte der Pellets oder auf eine variable Feuchte flexibel reagieren, und dadurch die Verbrennung weiter optimieren &#8211; wobei die Details dieser Technik freilich von der Herstellern unbenannt bleiben. (Vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/europas-marktfuehrer-bei-pelletsheizungen-beweist-seine-vorreiterrolle-mehr-als-103-prozent-wirkungsgrad\/\">2004-04-19<\/a>.)<\/p>\n<p>Nicht ganz unumstritten ist unterdessen die Entwicklung der Pelletskessel in Richtung Brennwerttechnik. W\u00e4hrend die Firma\u00a0\u00d6koFEN in \u00d6sterreich bereits mit einem entsprechenden Produkt auf dem Markt ist, und man f\u00fcr 2005 auf eine Zulassung auch in Deutschland hofft (es h\u00e4ngt derzeit noch daran, dass die Beh\u00f6rden mit dem Kondensat aufgrund einer Gesetzesl\u00fccke ein Problem haben), sind die Mitbewerber naturgem\u00e4\u00df kritisch. &#8220;H\u00f6herer Wartungsaufwand, schlechtere Amortisation\u201d, hei\u00dft es bei der Konkurrenz zum Vorsto\u00df von \u00d6koFEN.<\/p>\n<p>Letztendlich lassen aber alle Hersteller durchblicken, dass alleine der Markt \u00fcber die Perspektiven dieser Technik entscheiden wird: Wenn die Kunden die Brennwerttechnik in nennenswertem Umfang nachfragen werden, wird\u00a0\u00d6koFEN nicht lange der einzige Anbieter bleiben. Ob das aber der Fall sein wird, trauen sich derzeit auch herstellerunabh\u00e4ngige Beobachter, wie die Bundesanstalt f\u00fcr Landtechnik im \u00f6sterreichischen Wieselburg, nicht zu beurteilen. &#8220;Die n\u00e4chsten f\u00fcnf bis zehn Jahre d\u00fcrften Brennwerttechnik und klassische Heiztechnik parallel bestehen bleiben &#8211; ob sich dann eines von beiden Verfahren als die bessere Variante durchsetzen wird, ist offen\u201d, sagt der Wieselburger Bioenergie-Experte Harald Baumgartner.<\/p>\n<p>Weitgehend abgeschlossen ist unterdessen die Entwicklung der Holzpelletskessel hin zu kleineren Nennleistungen.\u00a0\u00d6koFEN bietet mit acht Kilowatt derzeit den kleinsten Kessel an, Wagner hat gerade ein Produkt mit 11,2 Kilowatt Nennleistung auf dem Markt gebracht. Andere gehen nicht unter 15 Kilowatt, oder bieten nur gedrosselte Versionen gr\u00f6\u00dferer Kessel an. Unisono hei\u00dft es bei den Herstellern nun, dass es kaum mehr sinnvoll sei, die Nennleistung noch weiter als acht bis zehn Kilowatt zu senken. Denn alleine schon f\u00fcr die Warmwasserbereitung ben\u00f6tige man eine solche Mindestleistung; diese d\u00fcrfe auch bei weiterer Reduktion des Raumheizbedarfs mittels verbesserter W\u00e4rmed\u00e4mmung nicht mehr unterschritten werden. Denn ansonsten m\u00fc\u00dfte man den Warmwasserspeicher entsprechend gr\u00f6\u00dfer bauen &#8211; und das ist nach einhelligem Urteil der Branche nicht sinnvoll.<\/p>\n<p>Als weitgehend ausgereizt gilt inzwischen auch die Abgasqualit\u00e4t der Pelletsfeuerungen. &#8220;Wir haben schon heute traumhafte Abgaswerte\u201d, erkl\u00e4rt \u00d6koFEN-Chef Gastl. Jeder Versuch, diese noch weiter zu verbessern mache den Verbrennungsprozess instabiler und anf\u00e4lliger f\u00fcr St\u00f6rungen: &#8220;Da wird nicht mehr viel passieren.&#8221;<\/p>\n<p>Eine weitere Technik, deren k\u00fcnftige Bedeutung in der Branche weitgehend unstrittig ist, ist der raumluftunabh\u00e4ngige Betrieb der Kessel. Als erster Hersteller in Deutschland hat <a href=\"http:\/\/www.paradigma.de\/\">Paradigma<\/a> gerade mit seinem Produkt &#8220;Peletti\u201d die Zulassungspr\u00fcfung bestanden. Die raumluftunabh\u00e4ngige Betriebsweise werde in Zukunft ein wichtiges Thema sein, gestehen l\u00e4ngst auch Mitbewerber ein, obwohl sie selbst noch keinen Kessel dieser Art anbieten k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich liegt der Bedarf auf der Hand: Je besser die H\u00e4user isoliert werden, umso wichtiger wird es, dass die Verbrennungsluft nicht aus den Wohnr\u00e4umen bezogen wird, sondern \u00fcber das Abgassystem kommt.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus liegen die k\u00fcnftigen Trends eher im Detail &#8211; etwa bei der Verbesserung des Zusammenspiels der Komponenten. Wenn es heute noch technische Probleme gibt, dann entst\u00fcnden diese &#8220;meistens an den Systemgrenzen\u201d, hei\u00dft es in der Branche &#8211; etwa im Zusammenspiel von F\u00f6rdertechnik und Verbrennung. Auch Aspekte wie eine weitere Ger\u00e4uschreduktion bei der Brennstoff-F\u00f6rdertechnik geh\u00f6ren ins Repertoire der Entwickler.<\/p>\n<p>Als eine m\u00f6gliche Perspektive f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre gilt unterdessen auch die Einf\u00fchrung einer gemeinsamen Regelung f\u00fcr Solaranlage und Pelletsheizung. Bisher nutzt man \u00fcblicherweise zwei Regelungen, die freilich aufeinander abgestimmt sind. Eine gemeinsame Regelung biete dagegen nicht nur Kostenvorteile, sondern k\u00f6nne auch ein noch besseres Zusammenspiel der beiden Komponenten bewirken, sagt Christof Geiger von der Firma <a href=\"http:\/\/www.wagner-solartechnik.de\/\">Wagner &amp; Co<\/a>. Dennoch wird auch eine solche Neuerung nicht f\u00fcr jede Anlage in Frage kommen &#8211; denn im Gegenzug verliere man an Flexibilit\u00e4t, gibt Geiger zu bedenken.<\/p>\n<p>Flexibilit\u00e4t in jeder Hinsicht ist ohnehin ein Schwerpunkt, dem sich die Branche widmet &#8211; auch im Hinblick auf die Brennstoffe. &#8220;Wir bieten heute schon Kessel, bei denen der \u00d6l- gegen eine Gasbrenner getauscht werden kann\u201d, sagt <a href=\"http:\/\/www.solvis.de\/\">Solvis<\/a>-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Helmut J\u00e4ger. K\u00fcnftig werde man in dem gleichen System auch Pelletsbrenner einsetzen k\u00f6nnen. &#8220;90 Prozent des Kessels sind dann weiterhin nutzbar\u201d, sagt J\u00e4ger. Das sei eine Option f\u00fcr Hausbesitzer, die heute noch fossile Energien nutzen, aber sich die M\u00f6glichkeit zum einfachen Umr\u00fcsten auf Holzpellets offen halten wollen. Mit dieser zweifellos bestechenden Idee lieb\u00e4ugeln auch andere Hersteller bereits: &#8220;Ein Pelletsbrenner f\u00fcr \u00d6lheizungen wird auch bei uns diskutiert\u201d, hei\u00dft es bei der Firma <a href=\"http:\/\/www.froeling.com\/\">Fr\u00f6ling<\/a>.<\/p>\n<p>Und immer ein Thema ist bei den Kesselbauern nat\u00fcrlich die Kostensenkung. &#8220;Das wird zwar nicht in gro\u00dfen Schritten gehen\u201d, sagt Solvis-Chef J\u00e4ger, &#8220;aber mit steigenden St\u00fcckzahlen werden wir durchaus noch ein wenig im Preis herunter kommen\u201d. Best\u00e4tigung kommt dazu auch aus Wieselburg: &#8220;Die Anlagen k\u00f6nnen noch preisg\u00fcnstiger werden\u201d, sagt Wissenschaftler Baumgartner &#8211; ohne sich aber auf Zahlen festlegen zu wollen.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich gibt es \u00fcber die aktuell anstehenden Themen hinaus unter den Herstellern von Pelletsfeuerungen auch noch Visionen f\u00fcr die ferne Zukunft. Die gleichzeitige Stromerzeugung ist unter allen Ans\u00e4tzen das wohl spannendste Thema. &#8220;Wenn ich mal ganz optimistisch bin, kann ich von einem Zeitraum von f\u00fcnf bis zehn Jahren ausgehen, bis uns das gelingt\u201d, sagt \u00d6koFEN-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Gastl. Am ehesten realistisch sei dabei die Nutzung der Stirling-Maschine.<\/p>\n<p>Und auch f\u00fcr die Regelung des Kassels gibt es noch kreative Visionen &#8211; speziell bei Kombination einer Pelletsheizung mit einer thermischen Solaranlage. &#8220;Was bislang fehlt\u201d, sagt Christof Geiger von der Firma Wagner, &#8220;ist eine Regelung des Kessels in Abh\u00e4ngigkeit von der Wetterprognose.\u201d Denn wenn die Heizungsanlage dar\u00fcber informiert ist, dass in den n\u00e4chsten Stunden wieder die Sonne scheinen wird, kann der Pelletskessel bereits fr\u00fchzeitig zur\u00fcckschalten. Schlie\u00dflich ist es immer \u00e4rgerlich, wenn die Sonne gerade dann heraus kommt, wenn der Wasserspeicher von der Zusatzheizung soeben auf seine Zieltemperatur gebracht wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Holzpelletsheizungen haben heute bereits ein hohes technisches Niveau erreicht &#8211; und dennoch gehen die Entwicklungen nat&uuml;rlich weiter. 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