{"id":7365,"date":"2004-08-31T00:00:00","date_gmt":"2004-08-30T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040831-07n"},"modified":"2004-08-31T00:00:00","modified_gmt":"2004-08-30T22:00:00","slug":"was-bedeuten-die-grundsaetze-buendnisgruener-waldpolitik-fuer-die-waldbesitzer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/was-bedeuten-die-grundsaetze-buendnisgruener-waldpolitik-fuer-die-waldbesitzer\/","title":{"rendered":"Was bedeuten die Grunds\u00e4tze B\u00fcndnisgr\u00fcner Waldpolitik f\u00fcr die Waldbesitzer?"},"content":{"rendered":"<p>Seitdem die Regierungsparteien in ihrem Koalitionsvertrag die Absicht festgehalten haben, das Bundeswaldgesetz zu novellieren, sind die W\u00e4lder wesentlich st\u00e4rker in den Blickpunkt der politisch Verantwortlichen ger\u00fcckt, als dies in den letzten Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten der Fall war. Es ist daher nur folgerichtig, dass die Bundestagsfraktion B\u00fcndnis90\/Die Gr\u00fcnen Ende Juni 2004 ein Grundsatzpapier zum Thema Forstwirtschaft verabschiedet hat, in dem die Ziele &#8220;B\u00fcndnisgr\u00fcner Waldpolitik&#8221; verankert sind. Unter dem Titel <b>&#8220;<a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20040831-07\/39424.buendnisgruene_waldpolitik.pdf\" >W\u00e4lder naturn\u00e4her bewirtschaften \u2013 forstliche Wertsch\u00f6pfung im l\u00e4ndlichen Raum ausbauen<\/a>&#8220;<\/b> ist dieses Grundsatzpapier, das rechtzeitig zum Beginn der Novellierung des Bundeswaldgesetzes beschlossen wurde, jetzt im Internet verf\u00fcgbar. <\/p>\n<p>Insgesamt geht daraus klar hervor, dass seitens der b\u00fcndnisgr\u00fcnen Bundestagsfraktion eine deutlich st\u00e4rkere Regulierung im \u00f6kologischen Bereich und damit auch im Bereich der W\u00e4lder angestrebt wird. Dies zeigt sich vor allem in der als Ziel formulierten Absichtserkl\u00e4rung: &#8220;Wir wollen die \u00f6kologischen und sozialen Mindeststandards an die ordnungsgem\u00e4\u00dfe und nachhaltige Waldwirtschaft im Bundeswaldgesetz weiter konkretisieren und ma\u00dfvoll erh\u00f6hen, um eine \u00dcbernutzung unserer W\u00e4lder f\u00fcr den Fall einer massiv steigenden Nachfrage nach dem nachwachsenden Rohstoff zu verhindern.&#8221; Es geht also nicht mehr um eine reine Definition der ordnungsgem\u00e4\u00dfen Forstwirtschaft, sondern darum, neue und h\u00f6here naturschutzfachliche Standards f\u00fcr die Forstwirtschaft einzuf\u00fchren.  <\/p>\n<p>Diese Forderung geht jedoch an der Realit\u00e4t vorbei: mehr als ein Viertel der W\u00e4lder unterliegen schon heute einem Schutzstatus, und wenn die deutschen Forstbetriebe im europ\u00e4ischen und internationalen Wettbewerb Bestand haben sollen, ist eine weitere Versch\u00e4rfung nicht hinnehmbar. Gleichzeitig wird von den B\u00fcndnisgr\u00fcnen angestrebt, die F\u00f6rderung f\u00fcr die Forstwirtschaft umzustellen und nicht mehr wie bisher die<br \/>Forstwirtschaft wegen ihrer &#8220;Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion&#8221; zu f\u00f6rdern, sondern ausschlie\u00dflich aufgrund der Sozialfunktionen. Dies w\u00fcrde im Grundsatz bedeuten, dass Investitionen z.B. in Forsttechnik, in Waldwege, in Verbissschutz und auch in Wert\u00e4stung zuk\u00fcnftig nicht mehr bezuschusst  werden k\u00f6nnten. Bei dieser Forderung wird v\u00f6llig verkannt, dass <\/p>\n<p>a)\tdie F\u00f6rderung der Forstwirtschaft ein in Art. 74 abs. 1 Nr. 17 des Grundgesetzes verankerter Auftrag an die Bundesregierung ist, und daher 1975 bei der Verabschiedung des jetzt geltenden Bundeswaldgesetzes zentraler Bestandteil war, <\/p>\n<p>b)\tund dass zur Erlangung des freien Betretungsrechtes f\u00fcr alle B\u00fcrger im Gegenzug den Waldbesitzern eine Vielzahl von politischen Instrumenten zur F\u00f6rderung angeboten wurde. <\/p>\n<p>Doch damit nicht genug, die B\u00fcndnisgr\u00fcnen fordern weiter, dass auch die verdeckte F\u00f6rderung des privaten Waldbesitzes eingestellt wird und zuk\u00fcnftig in allen L\u00e4ndern &#8220;kostendeckende Geb\u00fchren f\u00fcr die Beratung privater Waldbesitzer&#8221; erhoben werden. Diese Forderungen, die ausnahmslos zu einer st\u00e4rkeren \u00f6konomischen Belastung der privaten und kommunalen Waldbesitzer f\u00fchren, werden damit begr\u00fcndet, dass schlie\u00dflich gleichzeitig versucht werde, die Holzverwendung zu erweitern. Und eine Erh\u00f6hung des Holzeinschlages mache gleichzeitig einen Schutz des Waldes gegen \u00dcbernutzungen erforderlich. Dabei wird verkannt, dass die deutschen W\u00e4lder seit Jahren immer vorratsreicher werden. Von den j\u00e4hrlichen Zuw\u00e4chsen in H\u00f6he von 60 Mio. Efm werden jeweils nur 40 Mio. Efm genutzt! Von einer Gef\u00e4hrdung der \u00dcbernutzung kann also nicht die Rede sein!<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang erscheint der Hinweis der B\u00fcndnisgr\u00fcnen verfehlt, dass die Betriebe der Forst- und Holzwirtschaft selbst mit gutem Beispiel vorangehen und den Holzabsatz z.B. durch &#8220;Bau von Z\u00e4unen in W\u00e4ldern&#8221; steigern sollten. Erst dann k\u00f6nnten sie &#8220;in der \u00d6ffentlichkeit glaubw\u00fcrdig vertreten, dass der Einsatz von Holz sinnvoll und wirtschaftlich ist. Sonst vermittelten sie den Eindruck, sie glaubten selbst nicht an den von ihnen produzierten und vertriebenen Rohstoff.  Statt Z\u00e4unen braucht der Wald aktive Ma\u00dfnahmen zur Erhaltung und Pflege, die nur von wirtschaftlich gesunden und leistungsf\u00e4higen Forstbetrieben erbracht werden k\u00f6nnen! <\/p>\n<p>Zudem wird scheinbar v\u00f6llig \u00fcbersehen, dass bei der Novellierung des Bundeswaldgesetzes kurzfristige Belastungen vorgesehen sind, w\u00e4hrend die von den Regierungsparteien ergriffenen Ma\u00dfnahmen zur Steigerung der Holzverwendung &#8211; wie z.B. die Holz-Charta oder die Novellierung des EEG \u2013 bestenfalls mittel- oder langfristig zum Tragen k\u00e4men. <\/p>\n<p>So entsteht durch das Grundsatzpapier der b\u00fcndnisgr\u00fcnen Bundestagsfraktion insgesamt der Eindruck, dass die Probleme und N\u00f6te der Forstbetriebe entweder immer noch nicht verstanden oder aber -schlimmer noch- nicht ernst genommen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seitdem die Regierungsparteien in ihrem Koalitionsvertrag die Absicht festgehalten haben, das Bundeswaldgesetz zu novellieren, sind die W&auml;lder wesentlich st&auml;rker in den Blickpunkt der politisch Verantwortlichen<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-7365","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7365","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7365"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7365\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7365"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7365"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7365"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=7365"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}