{"id":73422,"date":"2020-04-01T07:32:27","date_gmt":"2020-04-01T05:32:27","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=73422"},"modified":"2020-03-27T14:50:39","modified_gmt":"2020-03-27T13:50:39","slug":"mikroalgen-als-genuegsame-rohstofflieferanten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mikroalgen-als-genuegsame-rohstofflieferanten\/","title":{"rendered":"Mikroalgen als gen\u00fcgsame Rohstofflieferanten"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-73425 alignright\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Bildschirmfoto-2020-03-27-um-14.41.21-215x300.png\" alt=\"Bildschirmfoto 2020-03-27 um 14.41.21\" width=\"148\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/03\/Bildschirmfoto-2020-03-27-um-14.41.21-215x300.png 215w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/03\/Bildschirmfoto-2020-03-27-um-14.41.21.png 272w\" sizes=\"auto, (max-width: 148px) 100vw, 148px\" \/>Algen, die Patschuli-Duft produzieren, damit war Professor Dr. Olaf Kruse und seinem Team einige mediale Aufmerksamkeit gewiss. Doch das eigentliche Interesse des Forschers von der Fakult\u00e4t f\u00fcr Biologie gilt nicht den Duftw\u00e4ssern: Am Zentrum f\u00fcr Biotechnologie (CeBiTec) der Universit\u00e4t Bielefeld geht es um <a href=\"http:\/\/merit-project.net\/\" target=\"_blank\">neue Methoden<\/a>, die helfen k\u00f6nnen, Menschenleben zu retten und wichtige Zukunftsprobleme zu bew\u00e4ltigen. In research_tv stellen Professor Kruse und sein Mitarbeiter Dr. Thomas Baier vor, welche Chancen Mikroalgen als nachhaltige \u201eZellfabriken\u201c bieten.<\/strong><\/p>\n<p>Patschuli\u00f6l, das vielen Parfums eine besondere Note gibt, wird nur aus der namensgebenden Pflanze hergestellt, die vorwiegend in Indien vorkommt. \u201eVerantwortlich daf\u00fcr ist ein Enzym, das in dieser Pflanze vorkommt \u2013 aber nicht in einzelligen Mikro-Algen\u201c, erkl\u00e4rt Kruse, Leiter der Arbeitsgruppe Algenbiotechnologie und Bioenergie. \u201eMit gentechnischen Methoden haben wir dieses Enzym in die Alge hereinbekommen, sodass sie jetzt den Duftstoff herstellt.\u201c Der hinterl\u00e4sst besonders bei Besucher*innen bleibende Erinnerungen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_73424\" aria-describedby=\"caption-attachment-73424\" style=\"width: 223px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-73424\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Algen1-1024x789-300x231.jpg\" alt=\"Algen1-1024x789\" width=\"223\" height=\"172\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/03\/Algen1-1024x789-300x231.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/03\/Algen1-1024x789.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/03\/Algen1-1024x789-600x462.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 223px) 100vw, 223px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-73424\" class=\"wp-caption-text\">Die einzelligen Pflanzen k\u00f6nnen so ver\u00e4ndert werden, dass sie verschiedene Stoffe herstellen, etwa f\u00fcr Medizin und Kosmetik. Foto: Universit\u00e4t Bielefeld<\/figcaption><\/figure>\n<p>Algen k\u00f6nnten helfen, einige dr\u00e4ngende Probleme zu l\u00f6sen. Prof. Dr. Olaf Kruse forscht mit seinem Team daran, die Mikroorganismen f\u00fcr verschiedene Zwecke fit zu machen.<\/p>\n<p>Mit am Strand angesp\u00fclten Wasserpflanzen haben die Algen, mit denen Kruse und sein Team arbeiten, wenig gemeinsam. \u201eEs gibt Mikroalgen und Makroalgen. Die Makroalgen sind die, die man allgemein als Algen kennt, im Meer zum Beispiel.\u201c Die in den Bielefelder Laboren eingesetzten Algen sind winzige einzellige Pflanzen.<\/p>\n<h3>Nachhaltige Zellfabriken dank Fotosynthese<\/h3>\n<p>Die Idee, mit solchen Mikroorganismen neue Produkte herzustellen, ist nicht neu: Schon seit Jahrtausenden nutzen Menschen Bakterien zum Beispiel bei der K\u00e4seherstellung. Im 20. Jahrhundert nahm die Molekularbiologie dann Fahrt auf: 1982 gelang es erstmals, Insulin in Bakterien herzustellen. Heute stellen Bakterien im industriellen Ma\u00dfstab kosteng\u00fcnstig viele Stoffe her \u2013 wof\u00fcr braucht es dann noch Algen?<\/p>\n<p>\u201eWeil es nachhaltiger ist\u201c, sagt Kruse. \u201eBakterien m\u00fcssen mit Zucker und anderen organischen Kohlenstoffen gef\u00fcttert werden. Algen machen Photosynthese, und ben\u00f6tigen daf\u00fcr nur Sonnenlicht. Sie nehmen die Lichtphotonen auf und setzen sie in nutzbare chemische Energie um, brauchen Kohlenstoffdioxyd, Wasser und einige wenige Mineralien \u2013 und dann produzieren sie.\u201c<\/p>\n<p>Doch obwohl sich mit Algen die meisten Stoffe herstellen lassen, die mit Bakterien m\u00f6glich sind, werden daf\u00fcr meist Bakterien eingesetzt. \u201eZucker ist billig und Bakterien produzieren sehr schnell\u201c, erkl\u00e4rt er.\u201c Zwar teilen sich auch die Mikroalgen je nach Umweltbedingungen sehr schnell \u2013 so effizient wie Bakterien sind sie aber noch nicht. \u201eAber das ist ja noch eine junge Technik, gerade zehn Jahre alt.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_73423\" aria-describedby=\"caption-attachment-73423\" style=\"width: 197px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-73423\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Algen_Messgera--t-1024x1024-300x300.jpg\" alt=\"Algen_Messgera\u0308t-1024x1024\" width=\"197\" height=\"197\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/03\/Algen_Messgera--t-1024x1024-300x300.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/03\/Algen_Messgera--t-1024x1024-150x150.jpg 150w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/03\/Algen_Messgera--t-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/03\/Algen_Messgera--t-1024x1024-600x600.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 197px) 100vw, 197px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-73423\" class=\"wp-caption-text\">Mit speziellen Messger\u00e4ten k\u00f6nnen die Wissenschaftler*innen verfolgen, ob die Mikroalgen unter optimalen Bedingungen wachsen. Die Anzucht erfolgt in einem fl\u00fcssigen N\u00e4hrmedium bei 25 Grad Celsius und einem pH-Wert von 7,0. Foto: Universit\u00e4t Bielefeld<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Hochgradig begehrte Produkte sind das Ziel<\/h3>\n<p>Der Preis der hergestellten Produkte ist es, der entscheidet, welcher Ansatz es schlie\u00dflich aus dem Labor in die Praxis schafft. \u201eMit Patschuli kann man nicht genug Geld verdienen\u201c, erkl\u00e4rt Kruse. \u201eWir hoffen, in ein paar Jahren Produkte herzustellen, die hochgradig begehrt sind, zum Beispiel in der Krebstherapie. Wir versuchen, die Mikroalgen so zu trimmen, dass sie ein pharmazeutisches oder kosmetisches Produkt von hoher Relevanz herstellen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Doch die kleinen gr\u00fcnen Zellen k\u00f6nnen noch viel mehr. \u201eWir haben uns \u00fcber viele Jahre mit treibstofforientierter Produktion besch\u00e4ftigt.\u201c Angefangen hat das mit Wasserstoff, den die Algen unter bestimmten Bedingungen produzieren. Bislang ist das Verfahren aber nicht wirtschaftlich, ebenso wie die M\u00f6glichkeit, synthetische Kraftstoffe direkt auf bio-katalytischem Wege mit den Algen zu produzieren.<\/p>\n<p>Dass die gr\u00fcnen Zellen eine gro\u00dfe Zukunft haben, da ist Olaf Kruse sich aber sicher. Die Grundlagen daf\u00fcr werden am CeBiTec gelegt.<\/p>\n<div class=\"BorlabsCookie _brlbs-cb-youtube\">\n<div class=\"_brlbs-content-blocker\">\n<div class=\"_brlbs-embed _brlbs-video-youtube\"> <img decoding=\"async\" class=\"_brlbs-thumbnail\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/plugins\/borlabs-cookie\/assets\/images\/cb-no-thumbnail.png\" alt=\"YouTube\"> <\/p>\n<div class=\"_brlbs-caption\">\n<p>By loading the video, you agree to YouTube&#8217;s privacy policy.<br \/><a href=\"https:\/\/policies.google.com\/privacy?hl=en&amp;gl=en\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Learn more<\/a><\/p>\n<p><a class=\"_brlbs-btn _brlbs-icon-play-white\" href=\"#\" data-borlabs-cookie-unblock role=\"button\">Load video<\/a><\/p>\n<p><label><input type=\"checkbox\" name=\"unblockAll\" value=\"1\" checked> <small>Always unblock YouTube<\/small><\/label><\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"borlabs-hide\" data-borlabs-cookie-type=\"content-blocker\" data-borlabs-cookie-id=\"youtube\"><script type=\"text\/template\">PGlmcmFtZSB0aXRsZT0iTWlrcm9hbGdlbiBhbHMgZ3LDvG5lIFplbGxmYWJyaWtlbi0gcmVzZWFyY2hfdHYgVW5pdmVyc2l0w6R0IEJpZWxlZmVsZCIgd2lkdGg9IjUwMCIgaGVpZ2h0PSIyODEiIHNyYz0iaHR0cHM6Ly93d3cueW91dHViZS1ub2Nvb2tpZS5jb20vZW1iZWQvOXg5cEV3N29UMjA\/ZmVhdHVyZT1vZW1iZWQiIGZyYW1lYm9yZGVyPSIwIiBhbGxvdz0iYWNjZWxlcm9tZXRlcjsgYXV0b3BsYXk7IGNsaXBib2FyZC13cml0ZTsgZW5jcnlwdGVkLW1lZGlhOyBneXJvc2NvcGU7IHBpY3R1cmUtaW4tcGljdHVyZTsgd2ViLXNoYXJlIiByZWZlcnJlcnBvbGljeT0ic3RyaWN0LW9yaWdpbi13aGVuLWNyb3NzLW9yaWdpbiIgYWxsb3dmdWxsc2NyZWVuPjwvaWZyYW1lPg==<\/script><\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieser Artikel ist eine Vorabver\u00f6ffentlichung aus <a href=\"https:\/\/www.uni-bielefeld.de\/biresearch\" target=\"_blank\">\u201e<em>BI.research<\/em>\u201c, dem Forschungsmagazin der Universit\u00e4t Bielefeld<\/a>. Die neue Ausgabe des Magazins erscheint im Mai 2020.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Algen, die Patschuli-Duft produzieren, damit war Professor Dr. Olaf Kruse und seinem Team einige mediale Aufmerksamkeit gewiss. 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