{"id":7318,"date":"2004-09-16T00:00:00","date_gmt":"2004-09-15T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040916-07n"},"modified":"2004-09-16T00:00:00","modified_gmt":"2004-09-15T22:00:00","slug":"bio-boot-aus-flachs-und-baumwolle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bio-boot-aus-flachs-und-baumwolle\/","title":{"rendered":"Bio-Boot aus Flachs und Baumwolle"},"content":{"rendered":"<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20040916-07\/blob3930.jpg\" align=\"right\" style=\"margin-left:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"blob3930\"\/>BRAUNSCHWEIG. Ein Canadier-Boot aus Flachs und Baumwolle \u2013 funktioniert das \u00fcberhaupt? Weicht das nicht beim ersten l\u00e4ngeren Wasserkontakt auf? Die Braunschweiger High-Tech-Firma <a href=\"http:\/\/www.invent-gmbh.de\/\" >Invent<\/a> demonstriert mit einem Pilotprojekt, wie wasserfest und stabil eine solches Boot sein kann.<br style=\"clear:left;\"\/><\/p>\n<p>Invent ist eine erfolgreiche Ausgr\u00fcndung von Wissenschaftlern des <a href=\"http:\/\/www.dlr.de\/\" >Deutschen Zentrums f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR)<\/a> in Braunschweig und entwickelt f\u00fcr gro\u00dfe Unternehmen Faserverbundprodukte. Die bestehen meist aus kohlenstoff- oder glasfaserverst\u00e4rkten Kunststoffen.<\/p>\n<p>Im Rahmen eines F\u00f6rderprojektes der bundeseigenen <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/\" >Fachagentur nachwachsende Rohstoffe<\/a> entwickelt Invent auch Produkte aus Bio-Werkstoffen. Da geht es meist um Flachs, Hanf oder Baumwolle. Deren Fasern werden mit Klebern, die zu 50 Prozent aus Bio-Stoffen (etwa aus Lein\u00f6l) bestehen, sehr hart gemacht und in eine stabile Struktur gebracht. Insgesamt bestehen solche Produkte dann zu 85 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen.<\/p>\n<p><b>Bio-Motorradhelm<\/b><\/p>\n<p>&#8220;Wir wollen demonstrieren, dass Verbundwerkstoffe aus Naturfasern sich mit Wasser vertragen und zudem sto\u00dffest sind&#8221;, erl\u00e4utert Invent-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Henning Wichmann die Zielsetzung des Projektes. Und es soll damit auch demonstriert werden, dass Naturfasern nicht nur als Verkleidungselement (wie im Auto schon vielfach \u00fcblich) genutzt werden k\u00f6nnen, sondern auch als konstruktive, tragende Teile.<\/p>\n<p>Die Fachagentur stellt f\u00fcr drei Jahre 800.000 Euro an F\u00f6rdergeldern zur Verf\u00fcgung. Invent ist einziger Projektpartner. Das Unternehmen hat bereits Know-how bei der Verarbeitung von nachwachsenden Rohstoffen. So wurde f\u00fcr den Braunschweiger Helm-Hersteller <a href=\"http:\/\/www.schuberth.de\/eng\/kontaktengineer.htm\" >Schuberth<\/a> ein Arbeitsschutzhelm aus Flachs und Baumwolle entwickelt, der seit Anfang 2004 auf dem Markt ist. Invent fertigt in Kooperation mit Schuberth j\u00e4hrlich 10.000 Au\u00dfenhauben f\u00fcr den Helm.<\/p>\n<p>Das Boot ist das bisher spektakul\u00e4rste Produkt im Rahmen des F\u00f6rderprojektes. Die Naturfaser-Strukturen des 5,50 Meter langen Boots sind mit einer hauchd\u00fcnnen Kunststoff-Schicht \u00fcberzogen, berichtet Projektleiter Thomas Wurl. Die Vorteile: Das Boot ist zehn Prozent leichter und auch sto\u00dfunempfindlicher als herk\u00f6mmliche Kunststoffboote. Und ein Natur-Boot ist bei Kanu-Naturfreunden besser zu vermarkten, erg\u00e4nzt Wurl \u2013 obwohl es etwas teurer sein d\u00fcrfte. Das Bio-Boot made in Braunschweig wird Ende 2005 vom Projektpartner, dem deutschen Hersteller Lettmann, auf den Markt gebracht.<\/p>\n<p>Ein anderes Projekt aus nachwachsenden Rohstoffen realisiert Invent mit der Braunschweiger Messebau-Firma Maedebach: Bau-Elemente f\u00fcr Messest\u00e4nde. Zun\u00e4chst ging es um stabile Fu\u00dfbodenplatten, jetzt um Wandsysteme.<\/p>\n<p>Mit Schuberth soll ab Mitte n\u00e4chsten Jahres ein Motorradhelm aus Bio-Stoffen entwickelt werden. Bereits fertig ist ein handlicher kleiner Koffer aus Flachs, noch in Arbeit sind spezielle Wabensysteme im Sandwich-Format, die f\u00fcr Innenverkleidungen geeignet sind.<\/p>\n<p><b>DLR-Ausgr\u00fcndung<\/b><\/p>\n<p>Invent wurde 1996 von den drei DLR-Forschern Professor Elmar Breitbach, Holger Hanselka und Axel Hermann gegr\u00fcndet. Sie brachten viel Know-how aus der Luft- und Raumfahrt mit, in der Verbundwerkstoffe zuerst genutzt worden sind. Invent entwickelt f\u00fcr namhafte Industriekunden Faserverbundstrukturen vor allem aus Kunststoffen. Das Angebot reicht von der Ideenfindung \u00fcber Konstruktion bis zur Kleinserienfertigung. In diesem Jahr will das Unternehmen mit 30 Mitarbeitern drei Millionen Euro umsetzen. F\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre seien, so Wichmann, kr\u00e4ftige Wachstumsraten und damit auch neue qualifizierte Arbeitspl\u00e4tze geplant.<\/p>\n<p>60 Prozent des Gesch\u00e4fts macht Invent mit Unternehmen der Luft- und Raumfahrt. So werden Teile f\u00fcr den neuen Gro\u00dfraum-Airbus A380 oder f\u00fcr den geplanten Milit\u00e4r-Airbus A400 entwickelt und getestet.<\/p>\n<p>Ansonsten reicht das Spektrum der Produkte, die Invent im Kundenauftrag entwickelt hat, vom Bugeinlauf f\u00fcr den Transrapid bis zu besonders stabilen Verkleidungselementen f\u00fcr den VW-Tuareg, die bei der Rallye Paris-Dakar eingesetzt worden sind.<\/p>\n<p>(Vgl. Veranstaltungshinweis vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/\/\" >2004-11-09<\/a> und Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bioverbunde-erobern-moderne-leichtbaukonstruktionen\/\" >2003-11-28<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BRAUNSCHWEIG. Ein Canadier-Boot aus Flachs und Baumwolle &ndash; funktioniert das &uuml;berhaupt? Weicht das nicht beim ersten l&auml;ngeren Wasserkontakt auf? 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