{"id":73062,"date":"2020-03-23T07:37:33","date_gmt":"2020-03-23T06:37:33","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=73062"},"modified":"2020-03-18T16:40:03","modified_gmt":"2020-03-18T15:40:03","slug":"wie-kann-der-transformationsprozess-zu-einer-biooekonomie-gestaltet-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wie-kann-der-transformationsprozess-zu-einer-biooekonomie-gestaltet-werden\/","title":{"rendered":"Wie kann der Transformationsprozess zu einer Bio\u00f6konomie gestaltet werden?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Klima- und Umweltschutz, Ern\u00e4hrungssicherung und mehr Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft: Viele der aktuellen Herausforderungen k\u00f6nnten stark von einer zuk\u00fcnftigen Bio\u00f6konomie profitieren. Dabei ist offen, wie eine solche bio-basierte Wirtschaft aussieht und wie der Weg dorthin gestaltet werden kann. Das k\u00fcrzlich abgeschlossene und vom BMBF gef\u00f6rderte <a href=\"https:\/\/www.isi.fraunhofer.de\/de\/competence-center\/neue-technologien\/projekte\/transformation-bio.html\" target=\"_blank\">Projekt \u00bbTransformation-Bio\u00ab<\/a> des Fraunhofer ISI ging diesen Fragen nach und erforschte auch, was die Politik tun sollte, um eine Transformation zur Bio\u00f6konomie voranzutreiben.<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDie Notwendigkeit des Wandels hin zu einer bio-basierten Wirtschaft mit vorteilhaften Auswirkungen auf Nachhaltigkeit und Gesellschaft r\u00fcckt immer st\u00e4rker ins \u00f6ffentliche Bewusstsein \u2013 das unterstreichen Initiativen wie die k\u00fcrzlich vorgestellte \u00bbNationale Bio\u00f6konomiestrategie\u00ab, mit der sich die deutsche Politik f\u00fcr eine nachhaltige, kreislauforientierte und innovationsstarke Wirtschaft einsetzt, oder das \u00bbWissenschaftsjahr Bio\u00f6konomie\u00ab. Beide verdeutlichen den gesellschaftlichen und politischen Willen zur Transformation sowie die hohe Priorit\u00e4t einer k\u00fcnftigen Bio\u00f6konomie.<\/p>\n<p>Das Projekt \u00bbTransformation-Bio\u00ab des Fraunhofer ISI untersuchte in diesem Kontext mittels einer Literaturauswertung sowie anhand von Interviews mit verschiedenen Stakeholderinnen und Stakeholdern der Bio\u00f6konomie, wie sich der Transformationsprozess bisher entwickelt. Auf Basis mehrerer Expertenworkshops und anhand der Segmente bio-basiertes Plastik, Bio-Kraftstoffe f\u00fcr Flug- und Autoverkehr sowie Bio-Schmierstoffe wurden zudem vier Bio\u00f6konomie-Szenarien f\u00fcr das Jahr 2040 entwickelt. Aus allen Erkenntnissen wurden Aspekte und Optionen zur Koordinierung und Gestaltung des Transformationsprozesses abgeleitet und Empfehlungen erarbeitet.<\/p>\n<h3>Welche Aspekte werden die Transformation zur Bio\u00f6konomie pr\u00e4gen?<\/h3>\n<p>Dr. Sven Wydra, Projektleiter von \u00bbTransformation-Bio\u00ab, erkl\u00e4rt, was es in Bezug auf den Wandel zu einer bio-basierten Wirtschaft k\u00fcnftig zu beachten gilt: \u00bbIm Projekt zeigte sich, dass es den einen Weg hin zur Bio\u00f6konomie nicht gibt, sondern vielmehr ein gro\u00dfes Spektrum an Transformationsmustern, die auch auf Wechselwirkungen zwischen den unterschiedlichen Bio\u00f6konomie-Segmenten zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Diese sind eng miteinander verwoben, etwa durch technologische Synergien. Folglich haben politische Entscheidungen, die auf ein Segment gerichtet sind, erhebliche Auswirkungen f\u00fcr die anderen Segmente und damit auf die Gesamtentwicklung der Bio\u00f6konomie\u00ab. Laut Wydra haben Akteursentscheidungen und \u00fcbergreifende Transformationsprozesse im Energie- und Mobilit\u00e4tssektor sowie in der Material- und Produktionswirtschaft zudem erheblich R\u00fcckwirkungen auf den Bedarf an bio\u00f6konomischen Produkten und die Entwicklung der entsprechenden Bio\u00f6konomie-Segmente. Da der Biomassebedarf gem\u00e4\u00df vieler der erarbeiteten Szenarien steigen wird, komme es besonders darauf an, mehr Biomasse nachhaltig zu produzieren und ihre Verwendung zu optimieren \u2013 zum Beispiel durch weniger Lebensmittelverschwendung.<\/p>\n<p>Eine zentrale Rolle, so eine weitere Erkenntnis des Forschungsprojekts, wird der Politik als \u00bbTransformationstreiber\u00ab und den durch sie angesto\u00dfenen politischen Ma\u00dfnahmen zur Realisierung der Bio\u00f6konomie zukommen. Eine wichtige politische Aufgabe besteht beispielsweise darin, Konflikte und Widerst\u00e4nde auf dem Weg zur Bio\u00f6konomie zu antizipieren und diesen zu begegnen, denn letztendlich muss eine Transformation von solcher Tragweite gesamtgesellschaftlich getragen sein.<\/p>\n<p>Was sollte die Politik tun, um die Transformation zur Bio\u00f6konomie zu erreichen?<br \/>\nDie Autorinnen und Autoren der Studie empfehlen, dass die bisherige Bio\u00f6konomie-Politik weiter in Richtung einer transformativen Politik entwickelt werden muss. Dabei sollte sie auch auf eine so genannte \u00bbreflexive Governance\u00ab setzen, was bedeutet, dass der Transformationsprozess st\u00e4rker von einer grundlegenden Entscheidung \u00fcber die bevorzugte Richtung der Transformation geleitet werden soll. Diese strategische Richtungsentscheidung wird von einer systematischen Vorausschau begleitet, die verschiedene zuk\u00fcnftige Entwicklungen einer Bio\u00f6konomie ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Transformative Politik bedeutet aber auch, dass die politische Gestaltung der Transformation im Hinblick auf die gesetzten Ziele kontinuierlich \u00fcberpr\u00fcft wird, daraus gelernt wird und die Politik sich weiterentwickeln kann. Die Bio\u00f6konomie-Politik sollte zudem mit anderen Politikfeldern, etwa zur Kreislaufwirtschaft oder Rohstoffversorgung, strategisch verzahnt werden und nicht nur einen Fokus auf Forschungs- und Innovationsf\u00f6rderung legen, sondern st\u00e4rker im Sinne der Nachhaltigkeit nachfrageorientiert sein. Dialog, Kommunikation und ein hohes Ma\u00df an Informationen helfen, Zukunftsoptionen und Zielkonflikte zu erkennen und gesamtgesellschaftliche Ver\u00e4nderungsprozesse anzusto\u00dfen. Dabei ist es wichtig, dass die Bio\u00f6konomie-Politik langfristig verl\u00e4sslich, aber auch experimentierfreudig ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Weitere Informationen<\/h3>\n<p>Download der Studie \u00bb<a href=\"https:\/\/www.isi.fraunhofer.de\/content\/dam\/isi\/dokumente\/cct\/2020\/transformation_bio_web.pdf\" target=\"_blank\">Transformationspfade zur Bio\u00f6konomie. Zukunftsszenarien und politische Gestaltung<\/a>\u00ab [\u00a0PDF\u00a0 2,69 MB\u00a0]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.isi.fraunhofer.de\/de\/competence-center\/neue-technologien\/geschaeftsfelder\/biooekonomie-lebenswissenschaften.html\" target=\"_blank\">Gesch\u00e4ftsfeld \u00bbBio\u00f6konomie und Lebenswissenschaften\u00ab des Fraunhofer ISI<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.isi.fraunhofer.de\/de\/competence-center\/foresight\/projekte\/biokompass.html\" target=\"_blank\">Projekt \u00bbBioKompass\u00ab<\/a> des Competence Centers Foresight des Fraunhofer ISIProjekt \u00bbBioKompass\u00ab des Competence Centers Foresight des Fraunhofer ISI<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00dcber das Fraunhofer ISI<\/h3>\n<p>Das Fraunhofer-Institut f\u00fcr System- und Innovationsforschung ISI analysiert Entstehung und Auswirkungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven f\u00fcr wichtige Entscheidungen zur Verf\u00fcgung. Unsere Expertise liegt in der fundierten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplin\u00e4ren und systemischen Forschungsansatz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>Dr. Sven Wydra<br \/>\nLeiter des Gesch\u00e4ftsfelds Bio\u00f6konomie und Lebenswissenschaften<br \/>\nTel.: +49 721 6809-262<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:Sven.Wydra@isi.fraunhofer.de\" target=\"_blank\">Sven.Wydra@isi.fraunhofer.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klima- und Umweltschutz, Ern\u00e4hrungssicherung und mehr Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft: Viele der aktuellen Herausforderungen k\u00f6nnten stark von einer zuk\u00fcnftigen Bio\u00f6konomie profitieren. Dabei ist offen, wie eine solche bio-basierte Wirtschaft aussieht und wie der Weg dorthin gestaltet werden kann. 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