{"id":73055,"date":"2019-02-07T07:22:24","date_gmt":"2019-02-07T06:22:24","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=73055"},"modified":"2020-03-18T14:33:38","modified_gmt":"2020-03-18T13:33:38","slug":"die-loesung-fuer-das-co2-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/die-loesung-fuer-das-co2-problem\/","title":{"rendered":"Die L\u00f6sung f\u00fcr das CO<sub>2<\/sub>-Problem?"},"content":{"rendered":"<p>In Zeiten von Windkraft- und Photovoltaikanlagen tut sich ein weiterer Vorreiter f\u00fcr saubere Energie hervor: Das Giengener Start-up-Unternehmen \u201eCarbonauten\u201c stellt Biokohlenstoffe her. Was simpel klingt, k\u00f6nnte enormes Potenzial f\u00fcr die Zukunft des Planeten haben. \u201eEs gibt ein CO2-Problem auf der Erde, aber noch keine weltweite technische L\u00f6sung daf\u00fcr\u201c, beschreibt \u201eCarbonauten\u201c-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Torsten Becker die Situation.<\/p>\n<p>Vielseitige Anwendung<br \/>\nMit dem Konzept der \u201eCarbonauten\u201c will er das \u00e4ndern. Biomassen wie S\u00e4gesp\u00e4ne, Altholz, Wurzelst\u00fccke, aber auch Kakaoschalen, werden in den Maschinen des Unternehmens durch sechsst\u00fcndige Verbrennung zu Biokohlenstoffen verarbeitet. F\u00fcr die Biomassen werden auschlie\u00dflich Reste verwendet. Diese stammen aus der Land- und Forstwirtschaft sowie aus der Holz-, Recycling- und Lebensmittelindustrie.<\/p>\n<p>\u201eWegen uns f\u00e4llt kein Baum\u201c, versichert Becker. Nach rund sechs Stunden Pyrolyse in den zylinder\u00e4hnlichen Beh\u00e4ltern sind die Biokohlenstoffe fertig. In der Anwendung seien diese variabel: So k\u00f6nnen sie als Grundlage f\u00fcr Aktivkohle genutzt werden, welche unter anderem in Wasserfiltern zum Einsatz kommen. Auch als Zusatz f\u00fcr Tiernahrung k\u00f6nnen die Kohlenstoffe verwendet werden. F\u00fcr die Tiere bedeute das bessere Gesundheit, weniger Abh\u00e4ngigkeit von Antibiotika und verringerte Methanausscheidung.<\/p>\n<p>Energie als Nebenprodukt<br \/>\nGenerell, so Becker, seien die Biokohlenstoffe in der Lage, die Folgen des Klimawandels bek\u00e4mpfen. Als Biohilfsstoffe in der Agrarwirtschaft f\u00fchren diese Kohlenstoff in die B\u00f6den zur\u00fcck und verhelfen dadurch zu einem positiven Mikroklima f\u00fcr Pflanzen. \u201eUnsere Produkte sind CO2-senkend oder CO2-neutral\u201c, sagt Becker. Eine Tonne Biokohlenstoff fixiere demnach 3,6\u2005Tonnen CO2.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr sorgt auch der angenehme Nebeneffekt der pyrolytischen Karbonisierung: Als Nebenprodukt entsteht dabei unter anderem \u00fcbersch\u00fcssige Energie, die wiederum in das Betreiben der Maschinen gesteckt werden kann.<\/p>\n<p>Torsten Becker sieht darin enorme Vorteile gegen\u00fcber anderen Formen von Energiegewinnung, wie beispielsweise Photovoltaikanlagen: \u201eWir brauchen weder Sonne, Wasser, noch Wind.\u201c Die Module halten dem \u201eCarbonauten\u201c-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer zudem mindestens 100\u2005Jahre. \u201eIch glaube, dass das die umweltfreundlichste, erneuerbare Energie ist, die es gibt.\u201c<\/p>\n<p>Ein klassisches Start-up<br \/>\nAuch wenn die Idee hinter Biokohlenstoffen schon l\u00e4nger existiert, gibt es das Unternehmen noch nicht allzu lange: Die \u201eCarbonauten\u201c haben sich im August 2017 gegr\u00fcndet. Neben dem Giengener Torsten Becker geh\u00f6ren Christoph Hiemer, Stephan Enge und Michael Sernatinger zum Team. \u201eWir sind im Prinzip ein virtuelles Unternehmen \u2013 ein klassisches Start-up\u201c, erkl\u00e4rt Becker, ein wirkliches B\u00fcro gebe es nicht. Stattdessen laufe die Kommunikation zwischen den einzelnen \u201eCarbonauten\u201c gr\u00f6\u00dftenteils \u00fcber Videochat.<\/p>\n<p>Ihren Erststandort hat das Unternehmen n\u00f6rdlich von Berlin in Eberswalde. Pro Jahr werden dort rund 4800\u2005Tonnen Biomasse in 1600\u2005Tonnen Kohlenstoff umgewandelt. Das Projekt erfreut sich laut Torsten Becker wachsender Beliebtheit. Gerade in Zeiten von CO2-Zertifikaten werde Nachhaltigkeit f\u00fcr viele Unternehmen ein zunehmend wichtigeres Thema.<\/p>\n<p>Als Investor konnten die \u201eCarbonauten\u201c bisher die G\u00f6ppinger Entsorgungs- und Transportfirma ETG gewinnen. Bis 2025 will das Unternehmen weltweit mit 250 Mitarbeitern an 25\u2005Standorten vertreten sein, mindestens 15\u2005davon in Deutschland.<\/p>\n<p>Am Anfang steht eine Idee<\/p>\n<p>Ein Start-up ist ein junges, noch nicht etabliertes Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Neben einer guten Idee bedarf es bei einem Start-up-Unternehmen vor allem eines Gesch\u00e4ftsmodells sowie eines Businessplans.<\/p>\n<p>Die Finanzierung ist h\u00e4ufig das, was Start-up-Unternehmen zu schaffen macht. Die wenigsten von ihnen verf\u00fcgen \u00fcber viel Startkapital und streben die fr\u00fchzeitige Erweiterung ihres Unternehmens an.<\/p>\n<p>Der durchschnittliche Gr\u00fcnder ist laut dem Bundesverband Deutsche Startups 35,2 Jahre alt. Pro Woche arbeiten Start-up-Gr\u00fcnder demnach durchschnittlich 56 Stunden. Der Anteil der Gr\u00fcnderinnen lag 2018 bei 15,1 Prozent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Zeiten von Windkraft- und Photovoltaikanlagen tut sich ein weiterer Vorreiter f\u00fcr saubere Energie hervor: Das Giengener Start-up-Unternehmen \u201eCarbonauten\u201c stellt Biokohlenstoffe her. Was simpel klingt, k\u00f6nnte enormes Potenzial f\u00fcr die Zukunft des Planeten haben. \u201eEs gibt ein CO2-Problem auf der Erde, aber noch keine weltweite technische L\u00f6sung daf\u00fcr\u201c, beschreibt \u201eCarbonauten\u201c-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Torsten Becker die Situation. 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