{"id":73041,"date":"2020-03-23T07:32:35","date_gmt":"2020-03-23T06:32:35","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=73041"},"modified":"2020-03-18T13:31:44","modified_gmt":"2020-03-18T12:31:44","slug":"appell-an-eu-ueber-3600-europaeische-wissenschaftlerinnen-fordern-abkehr-von-umwelt-und-ressourcen-zerstoerender-gemeinsamen-eu-agrarpolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/appell-an-eu-ueber-3600-europaeische-wissenschaftlerinnen-fordern-abkehr-von-umwelt-und-ressourcen-zerstoerender-gemeinsamen-eu-agrarpolitik\/","title":{"rendered":"Appell an EU: \u00dcber 3600 europ\u00e4ische Wissenschaftler*innen fordern Abkehr von Umwelt und Ressourcen zerst\u00f6render Gemeinsamen EU-Agrarpolitik"},"content":{"rendered":"<p><strong>Slow Food geh\u00f6rt zu den Organisationen, die den Appell von \u00fcber 3600 europ\u00e4ischen Wissenschaftler*innen an die EU-Entscheidungstr\u00e4ger*innen unterst\u00fctzen: Der offene Brief, der an die EU-Institutionen versendet wurde und in einer separaten Studie mit Zahlen belegt wird, kritisiert, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ma\u00dfgeblich zur Zerst\u00f6rung der Natur, zur gegenw\u00e4rtigen Klimakatastrophe, zum Verlust der biologischen Vielfalt sowie zur Nichterreichung der sozio\u00f6konomischen Ziele f\u00fcr l\u00e4ndliche Gebiete beitr\u00e4gt.<\/strong><\/p>\n<p>Die den Brief unterzeichnenden Wissenschaftler*innen behaupten, dass der Vorschlag der Europ\u00e4ischen Kommission zur GAP-Reform f\u00fcr 2021-27 \u201edrastisch verbessert\u201c werden muss, um die Umwelt, die nat\u00fcrlichen Ressourcen und das Klima nicht weiter zu sch\u00e4digen. Sie schlagen dringende Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die langfristige Ern\u00e4hrungssicherheit, den Erhalt der biologischen Vielfalt und die Eind\u00e4mmung des Klimawandels vor. Diese Forderungen werden von Slow Food nachdr\u00fccklich unterst\u00fctzt, da sie sich im L\u00f6sungsansatz auf nachhaltigere Lebensmittelsysteme st\u00fctzen. In diesem Sinne fordert Slow Food die EU schon lange auf, die GAP auf mehr Klima-, Umwelt- und Biodiversit\u00e4tsschutz auszurichten, durch k\u00fcrzere Produktions- und Lieferketten, Kreislaufwirtschaft und Ans\u00e4tze wie die Agrar\u00f6kologie als Schl\u00fcssel zur Bew\u00e4ltigung der \u00f6kologischen Herausforderungen.<\/p>\n<h3>Agrar\u00f6kologie als L\u00f6sungsansatz<\/h3>\n<p>Die Debatte \u00fcber die n\u00e4chste Finanzierungsperiode der GAP (2021-27) sowie die Diskussionen \u00fcber den EU-Haushalt nach 2020 sind aktuell voll im Gange. Sie werden bestimmen, wie viel und unter welchen Bedingungen Budget f\u00fcr die Landwirtschaft bereitgestellt wird. Dieser dringende Appell von Tausenden von Wissenschaftler*innen ist bisher beispiellos. F\u00fcr Slow Food ist er von entscheidender Bedeutung, weil er sich der Slow-Food-Forderung nach zukunftsf\u00e4higen Agrarmodellen anschlie\u00dft. Ganz explizit haben die Wissenschaftler*innen auch herausgestellt und best\u00e4tigt, dass der Ansatz von Agrar\u00f6kologie in der Landwirtschaft eine zukunftsf\u00e4hige Alternative zu industriellen Monokulturen und dem Einsatz chemischer Pestizide ist.<\/p>\n<p>Seit 1980 sind der EU 57% der V\u00f6gel, die in Agrarlandschaften einst vorzufinden waren, verloren gegangen. Auch der Bestand von Schmetterlingen, Bienen und anderen best\u00e4ubenden Insekten sowie die gesamte die biokulturelle Vielfalt ist stark r\u00fcckl\u00e4ufig. Aus diesem Grund lie\u00dfen die unterzeichnenden Wissenschaftler*innen verlauten, dass es gerade der Rahmen der neuen GAP sein sollte, innerhalb dessen L\u00f6sungen f\u00fcr die Umweltkrise umgesetzt werden sollen. Der \u00dcbergang zu einer \u00f6kologischen Landwirtschaft sollte von der GAP angesto\u00dfen und beg\u00fcnstigt werden, indem Anreize zur Umstellung geschaffen werden. Dazu muss sich das komplette System der Agrarf\u00f6rderung \u00e4ndern, Schluss muss sein mit Subventionen nach Fl\u00e4che pro Hektar.<\/p>\n<p>Stattdessen sollten \u00d6kosystemleistungen sowie Klima- und Umweltschutzma\u00dfnahmen viel st\u00e4rker gef\u00f6rdert werden und Landwirt*innen so finanziell beim \u00dcbergang zu einer nachhaltigeren und natur-freundlicheren Landwirtschaft unterst\u00fctzen. Die Wissenschaftler*innen fordern zudem einen 10%-Anteil der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4che f\u00fcr nat\u00fcrliche Lebensr\u00e4ume wie Hecken, Bl\u00fchstreifen oder Teiche sowie eine Reduzierung von synthetischen Chemikalien, Pestiziden und chemischen D\u00fcngemitteln, um eine st\u00e4rkere Unterst\u00fctzung der biologischen und biodynamischen Landwirtschaft zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/eounion.org\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Open-letter-by-scientists-organisations-concerning-CAP-reform.pdf\" target=\"_blank\">Zum offenen &gt;&gt;Brief<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/besjournals.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/full\/10.1002\/pan3.10080\" target=\"_blank\">Zur belegenden Studie geht es &gt;&gt; hier.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Slow Food geh\u00f6rt zu den Organisationen, die den Appell von \u00fcber 3600 europ\u00e4ischen Wissenschaftler*innen an die EU-Entscheidungstr\u00e4ger*innen unterst\u00fctzen: Der offene Brief, der an die EU-Institutionen versendet wurde und in einer separaten Studie mit Zahlen belegt wird, kritisiert, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ma\u00dfgeblich zur Zerst\u00f6rung der Natur, zur gegenw\u00e4rtigen Klimakatastrophe, zum Verlust der biologischen Vielfalt [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[14424,10608],"supplier":[2317,5585,16859],"class_list":["post-73041","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-agrarwirtschaft","tag-biooekonomie","supplier-european-commission","supplier-european-union","supplier-slow-food-deutschland-e-v"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73041","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=73041"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73041\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=73041"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=73041"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=73041"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=73041"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}