{"id":72963,"date":"2020-03-20T07:26:27","date_gmt":"2020-03-20T06:26:27","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=72963"},"modified":"2020-03-17T12:37:23","modified_gmt":"2020-03-17T11:37:23","slug":"projektstart-kaffeesatz-als-rohstoffquelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/projektstart-kaffeesatz-als-rohstoffquelle\/","title":{"rendered":"Projektstart &#8211; Kaffeesatz als Rohstoffquelle"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-72964 alignright\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Inka-intermediate-kaffeesatz-teaser-300x225.jpg\" alt=\"Inka-intermediate-kaffeesatz-teaser\" width=\"191\" height=\"143\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/03\/Inka-intermediate-kaffeesatz-teaser-300x225.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/03\/Inka-intermediate-kaffeesatz-teaser-600x450.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2020\/03\/Inka-intermediate-kaffeesatz-teaser.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 191px) 100vw, 191px\" \/>Kaffee ist die zweitwichtigste Handelsware nach Erd\u00f6l. Ist der Kaffee einmal gebr\u00fcht verbleibt als Rest der Kaffeesatz, der meistens im Abfall landet. Um diesen zu verwerten, startet nun das Projekt \u00bbInKa &#8211; Intermediate aus industriellem Kaffeesatz\u00ab, in dem vom Fraunhofer UMSICHT zusammen mit Partnern m\u00f6gliche Verwertungsans\u00e4tze gepr\u00fcft werden. Dabei wird der Kaffeesatz zun\u00e4chst zu hochwertigen Zwischenprodukten verarbeitet, aus denen dann Biokunststoffe und Zus\u00e4tze f\u00fcr unterschiedliche Papiersorten entstehen k\u00f6nnen. Auf der Hannover Messe vom 13. bis 17. Juli pr\u00e4sentiert das Forscherteam das Projekt.<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Produktion von einem Kilogramm l\u00f6slichem Kaffee entstehen zwei Kilogramm nasser Kaffeesatz. So werden allein in der EU etwa eine Millionen Tonnen Reststoffe pro Jahr durch Kaffeesatz erzeugt. Das Forscherteam wird sich daher in dem Projekt \u00bbInKa\u00ab in den n\u00e4chsten drei Jahren mit der Ausarbeitung und Validierung eines industrienahen Ansatzes zur \u00dcberf\u00fchrung kommerziell anfallenden Kaffeesatzes in hochwertige Zwischenprodukte besch\u00e4ftigen. Dabei wird ein besonderer Fokus daraufgelegt, dass die Zwischenprodukte nicht nur als Rohstoff f\u00fcr biobasierte Produkte verwendet werden, sondern sie sollen zu bisher nicht erreichbaren Eigenschaftsverbesserungen verschiedener Endprodukte f\u00fchren, oder sogar als alternative Rohstoffquelle bei ernsthaften Rohstoffengp\u00e4ssen fungieren.<\/p>\n<h3>Geplante Entwicklungsschritte<\/h3>\n<p>Die geplanten Arbeitsschritte umfassen die Auftrennung des Kaffeesatzes in sinnvoll zusammengefasste Komponentengruppen, deren Aufreinigung sowie insbesondere die hochwertige Nutzung der erzeugten Intermediate. Das Kaffee\u00f6l ist nicht f\u00fcr den Verzehr geeignet, es kann jedoch mittels Umesterung in ein wertvolles chemisches Zwischenprodukt umgewandelt werden. Anschlie\u00dfend wird der Einsatz dieser biobasierten Bausteine in Synthesen zur Herstellung von Additiven f\u00fcr Kunststoffe wie Weichmacher oder Schlagz\u00e4higkeitsmodifikatoren gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>Der ent\u00f6lte Kaffeesatz wird gleichzeitig als alternativer Rohstoff f\u00fcr die Papier- und Kartonindustrie untersucht. Nach entsprechender Zerkleinerung wird dieser in Faserstoffe eingebracht und die weitere Verarbeitung getestet. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen in dem Verwertungsprozess weitere organische Verbindungen wie Glycerin, Fetts\u00e4uren, Polysaccharide oder Aromastoffe gewonnen und f\u00fcr eine Verwertung bereitgestellt werden. Im Nachgang wird mittels einer Stoffstromanalyse der m\u00f6gliche Einfluss auf die Rohstoffversorgung im Markt transparent gemacht. \u00bbDas angestrebte Verfahren als Ganzes ist hoch innovativ und beinhaltet wichtige Beitr\u00e4ge zu aktuellen internationalen Forschungsfeldern wie in-situ-Umesterung im Kaffeesatz, chemische Modifizierung der isolierten Intermediate oder Entwicklung migrationsarmer Schlagz\u00e4higkeitsmodifikatoren\u00ab, sagt Inna Bretz, Projektleiterin und Gruppenleiterin in der Abteilung f\u00fcr Biobasierte Kunststoffe beim Fraunhofer UMSICHT. \u00bbDabei entwickeln wir den technischen Prozess vom Labor bis zum industriellen Scale-Up\u00ab.<\/p>\n<h3>Zusammenarbeit mit der Industrie<\/h3>\n<p>Der Projektpartner BellePapier GmbH wird nach Herstellung der Zwischenprodukte Anwendungstests mit ent\u00f6ltem Kaffeesatz durchf\u00fchren und die Ergebnisse des Projekts bewerten. \u00bbDer ent\u00f6lte Kaffee kann f\u00fcr spezielle Papier- und Kartonsorten eine gute Rohstofferg\u00e4nzung sein. Er enth\u00e4lt Cellulose \u2013 \u00e4hnlich wie der Faserstoff, aus dem Papier entsteht. Der Kaffeesatz k\u00f6nnte aber auch als Prozesshilfsmittel interessant sein. Wir sind sehr neugierig, welche Potenziale sich mit diesem neuen Werkstoff heben lassen\u00ab, sagt Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Dr. J\u00fcrgen Belle von BellePapier GmbH.<\/p>\n<h3>Gemeinschaftsstand auf der Hannover Messe 2020<\/h3>\n<p>Auf der Hannovermesse vom 13. bis 17. Juli stellt das Forscherteam das Projekt \u00bbInKa\u00ab auf dem \u00bbSchaufenster Bio\u00f6konomie\u00ab vor, einem Gemeinschaftsstand der BIOPRO Baden-W\u00fcrttemberg GmbH, des Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft vertreten durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) sowie des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) vertreten durch den Projekttr\u00e4ger J\u00fclich (PtJ).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>F\u00f6rderhinweis<\/h3>\n<p>Das Projekt \u00bbInKa \u2013 Intermediate aus industriellem Kaffeesatz\u00ab wird im Rahmen der F\u00f6rderma\u00dfname \u00bbNationalen Forschungsstrategie Bio\u00d6konomie 2030\u00ab der Bundesregierung durch das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) gef\u00f6rdert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaffee ist die zweitwichtigste Handelsware nach Erd\u00f6l. Ist der Kaffee einmal gebr\u00fcht verbleibt als Rest der Kaffeesatz, der meistens im Abfall landet. Um diesen zu verwerten, startet nun das Projekt \u00bbInKa &#8211; Intermediate aus industriellem Kaffeesatz\u00ab, in dem vom Fraunhofer UMSICHT zusammen mit Partnern m\u00f6gliche Verwertungsans\u00e4tze gepr\u00fcft werden. 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