{"id":72924,"date":"2020-03-19T07:32:31","date_gmt":"2020-03-19T06:32:31","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=72924"},"modified":"2020-03-16T15:25:47","modified_gmt":"2020-03-16T14:25:47","slug":"innovation-neuer-hanf-biokunststoff-revolutioniert-modebranche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/innovation-neuer-hanf-biokunststoff-revolutioniert-modebranche\/","title":{"rendered":"Innovation: Neuer Hanf-Biokunststoff revolutioniert Modebranche"},"content":{"rendered":"<p>Aus der italienischen Region Belluno stammt der erste transparente Hanf-Biokunststoff. Hinter dem neuen, aus Zellulose bestehendem Material, das haupts\u00e4chlich mechanisch verarbeitet wird, steht das Unternehmen The Eyes Republic. Unter dem Gel\u00fcbde, lediglich biokompatible Materialien zu verwenden und dabei den Menschen mitsamt seiner Umwelt zu ber\u00fccksichtigen, stellt dieses Unternehmen Designerbrillen und Accessoires her. Dieser Schwur hat sie dazu veranlasst, nach neuen Kunststoffen zu suchen, die sie fortan als modische Biopolymere betiteln. Die Materialien d\u00fcrfen lediglich aus organischen sowie erneuerbaren Quellen stammen und m\u00fcssen obendrein biokompatibel und biologisch abbaubar sein.<\/p>\n<p>Eine Revolution?<br \/>\nDie erste Vorf\u00fchrung erleben die neuen Kleidungsst\u00fccke im Fr\u00fchjahr auf zahlreichen Messen wie bspw. Mido. Dabei nennen sich ihre Produkte in der Originalsprache italienisch \u201eCannaplastica\u201d und \u201ecann-ochiali\u201d, was \u00fcbersetzt soviel hei\u00dft wie \u201eCannakunststoff\u201d und \u201eCann-Brillen\u201d.<\/p>\n<p>Als beste Quelle f\u00fcr den neuen Biokunststoff hat sich das Alpenhanf erwiesen, allem voran unter Ber\u00fccksichtigung der Verwendungszwecke sowie der Leistung. Auch unter Gesichtspunkten des Umweltschutzes ist diese Quelle am vielversprechendsten, da w\u00e4hrend der verschiedenen Produktionsstufen am wenigsten CO2 in die Atmosph\u00e4re abgegeben wird.<\/p>\n<p>Fachlich bezeichnet man das neue Produkt als Cellulosemonoacetat. Drei unterschiedliche mechanische Verfahren sowie ein biomechanischer Schritt werden ben\u00f6tigt, um das innovative Material herzustellen. Dabei werden jegliche toxische Substanzen wie bspw. Fluoride, Phthalate, Chloride und Esther vom Prozess ferngehalten. In normalem tragbaren Kunststoffen sind diese Bestandteile in gro\u00dfen Mengen vorzufinden.<\/p>\n<p>Die Verwendungszwecke belaufen sich prim\u00e4r auf Brillen sowie tragbare Mode. Es besteht laut dem Unternehmen jedoch die M\u00f6glichkeit, auch synthetische Kunststoffe zu ersetzen, wie sie unter anderem in der Telefonie, der Beleuchtungstechnik und auch in Smarthomes eingesetzt werden. Der Anbau von Cannabis habe laut dem Unternehmen einen hohen Wert f\u00fcr die Umwelt und sollte dementsprechend neu belebt werden. Interessant ist auch, dass dieser Kunststoff mit anderen Biopolymeren kombiniert werden kann, weswegen noch nennenswerte Produkte zu erwarten sind.<\/p>\n<p>Kunststoffe aus Hanf gibt es schon lange<br \/>\nBereits im Mittelalter wurde Hanf mit Milch zu einem Stoff verarbeitet. Diesen Prozess kannten schon damals Maler, Apotheker, Bildhauer und selbst Schwertk\u00e4mpfer. Zahlreiche Utensilien der damaligen Zeit wurden auf diese Weise angefertigt, so bspw. feuerresistente Seile, Konservierungsmittel, wasserdichte Bleche, Kleidung und Stiefel und selbst Kohlen zum H\u00e4rten von Stahl. Die Kombination der Cellulose des Hanfes und des Kaseins der Milch sorgten f\u00fcr resistente und lange Kohlenstoffketten.<\/p>\n<p>Die Idee hinter The Eyes Republic beinhaltet auch, dass bew\u00e4hrte Verfahren, nat\u00fcrliche Materialien und umweltfreundliche Produkte in den modernen Markt eingegliedert werden sollen. Dieser Schritt sei obligatorisch f\u00fcr die Umstellung auf eine gr\u00fcne Wirtschaft, die sich jedoch nur wenige in die Tat umzusetzen trauen.<\/p>\n<p>Zusammenarbeit ist erw\u00fcnscht<br \/>\nDer Anfang besteht im Hanfanbau in bisher ungenutzten Berggebieten der Alpen. Dadurch soll Einkommen f\u00fcr Kleinbauern realisiert werden, andere Unternehmen sollen auf den Zug aufspringen und entsprechende Umstellungen vornehmen und auch veraltete berufliche Praktiken sollen ihren echten Wert zur\u00fcckerlangen. Ziel sei es, eine Bioraffinerie in den Alpen zu schaffen, welche neue T\u00fcren f\u00fcr die Zukunft \u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Aufgrund dieser Ansichten dr\u00e4ngt das Unternehmen andere Gr\u00fcnder zur Tat: Jeder, der Materialien herstellen, fertige Produkte produzieren oder auch wer neue Gesch\u00e4ftsideen hat und diese \u00f6kologisch und nachhaltig umsetzen will, soll sich dem Projekt der Bioraffinerie anschlie\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus der italienischen Region Belluno stammt der erste transparente Hanf-Biokunststoff. Hinter dem neuen, aus Zellulose bestehendem Material, das haupts\u00e4chlich mechanisch verarbeitet wird, steht das Unternehmen The Eyes Republic. Unter dem Gel\u00fcbde, lediglich biokompatible Materialien zu verwenden und dabei den Menschen mitsamt seiner Umwelt zu ber\u00fccksichtigen, stellt dieses Unternehmen Designerbrillen und Accessoires her. 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