{"id":72851,"date":"2020-03-25T06:45:55","date_gmt":"2020-03-25T05:45:55","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fmedizin-gesundheit%2Fspinnenseide-zur-heilung-von-knochen-und-knorpel.html"},"modified":"2020-03-20T12:30:51","modified_gmt":"2020-03-20T11:30:51","slug":"spinnenseide-zur-heilung-von-knochen-und-knorpel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/spinnenseide-zur-heilung-von-knochen-und-knorpel\/","title":{"rendered":"Spinnenseide zur Heilung von Knochen und Knorpel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zur Therapie von umfangreicheren Knochenbr\u00fcchen, Osteoporose und Tumoren suchen \u00c4rzte Ersatzmaterial. Anna Bartz, Doktorandin in der Orthop\u00e4die und Unfallchirurgie des Universit\u00e4tsklinikums Bonn, verfolgt einen innovativen Ansatz: Mit Spinnenseide plant sie, Knochenersatzzellen zu stabilisieren und an den gew\u00fcnschten Ort f\u00fcr die Heilung zu implantieren. Mit einer Crowdfunding-Kampagne m\u00f6chte sie ihr Forschungsprojekt teilweise finanzieren. Die Spenden sollen zur Deckung der Material- und Laborkosten dienen. Interessierte k\u00f6nnen sich unter <a href=\"https:\/\/www.startnext.com\/spinnenseide2\" target=\"_blank\">www.startnext.com\/spinnenseide2<\/a> informieren.<\/strong><\/p>\n<p>Gewebeverluste jeglicher Art zum Beispiel nach einem Unfall, nach Operationen oder Tumorbehandlungen stellen in der Chirurgie eine gro\u00dfe Herausforderung dar, weil eine nat\u00fcrliche Heilung gr\u00f6\u00dferer Knochendefekte nur langsam und begrenzt m\u00f6glich ist. \u201eNeugebildetes<br \/>\nNarbengewebe wird zudem funktionell nicht oder nur eingeschr\u00e4nkt den Anspr\u00fcchen des urspr\u00fcnglichen Knochengewebes gerecht\u201c, sagt Anna Bartz, Doktorandin in der Orthop\u00e4die und Unfallchirurgie des Universit\u00e4tsklinikums Bonn.<\/p>\n<p>Ziel ihres Forschungsprojektes ist es, eine optimale Tr\u00e4gerstruktur f\u00fcr die Geweberekonstruktion von Knorpel und Knochen unter Einsatz verschiedener Biomaterialien wie zum Beispiel Spinnenseide zu entwickeln. \u201eIm Anschluss soll das gewonnene Ersatzmaterial auf Grundlage der Forschungsergebnisse im klinischen Umfeld getestet werden\u201c, sagt Dr. Frank Schildberg, Forschungsleiter der Klinik f\u00fcr Orthop\u00e4die und Unfallchirurgie.<\/p>\n<h3>Zugfester als Stahl und ultraleicht<\/h3>\n<p>Obwohl die Spinnenseide gr\u00f6\u00dftenteils nur aus zwei Proteinen besteht, verf\u00fcgt sie \u00fcber besondere Eigenschaften: Sie ist chemisch \u00e4u\u00dferst stabil, elastisch und sehr robust, ultraleicht und sogar zugfester als Stahl. \u201eDiese Eigenschaften machen sie als Matrix f\u00fcr den Zellaufbau von Knorpel- beziehungsweise Knochenersatzmaterial besonders interessant\u201c, sagt Bartz.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler planen, aus Mesenchymalen Stromazellen, die vor allem in Knochen vorkommen und \u00fcber ein gro\u00dfes Regenerationspotenzial verf\u00fcgen, Ersatzzellen zu gewinnen und zu vermehren. Die Seide zum Beispiel der Goldenen Radnetzspinne (Nephila) soll als Tr\u00e4gersubstanz f\u00fcr die Zellen dienen. \u201eDies hat gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichen Transplantationsverfahren den Vorteil, dass durch die Spinnenseide die Anhaftung des Materials am Knochen erleichtert wird und eine Lockerung des Implantationsmaterials nicht zu erwarten ist\u201c, f\u00fchrt Bartz aus. Aufgrund der antibakteriellen Wirkung der Spinnenseide k\u00f6nnten Implantatinfektionen zumindest verringert werden. Dies sei insbesondere f\u00fcr Patienten mit Wundheilungsst\u00f6rungen von Bedeutung. \u201eBis das Knochenersatzmaterial im klinischen Alltag eingesetzt werden kann, wird es allerdings noch etwa 15 bis 20 Jahre dauern\u201c, sch\u00e4tzt Bartz.<\/p>\n<h3>Projektpartner ziehen an einem Strang<\/h3>\n<p>Kooperationspartner des Projektes sind das Aquazoo L\u00f6bbecke Museum in D\u00fcsseldorf und der Tierpark + Fossilium Bochum f\u00fcr die Gewinnung von Spinnenseiden. Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn stellt ein Rasterelektronenmikroskop f\u00fcr die Analyse der Seidenqualit\u00e4t zur Verf\u00fcgung. Die Universit\u00e4ts-Zahnklinik in Bonn ist an der Herstellung von Spinnenseide-Webrahmenger\u00fcsten beteiligt.<\/p>\n<h3>Teilfinanzierung \u00fcber Crowdfunding<\/h3>\n<p>Bei dem Vorhaben handelt sich um eine experimentelle Doktorarbeit, deren Ergebnisse offen sind. Die Wissenschaftler haben eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen. Die Spenden sollen zur Deckung der Material- und Laborkosten des auf drei Jahre angelegten Forschungsprojektes dienen. Insgesamt sind daf\u00fcr 32.000 Euro veranschlagt.<\/p>\n<p>Weitere Informationen unter <a href=\"https:\/\/www.startnext.com\/spinnenseide2\" target=\"_blank\">www.startnext.com\/spinnenseide2<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Therapie von umfangreicheren Knochenbr\u00fcchen, Osteoporose und Tumoren suchen \u00c4rzte Ersatzmaterial. 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