{"id":7275,"date":"2004-07-15T00:00:00","date_gmt":"2004-07-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040715-07n"},"modified":"2004-07-15T00:00:00","modified_gmt":"2004-07-14T22:00:00","slug":"zuchtkartoffeln-mit-besonderer-staerke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/zuchtkartoffeln-mit-besonderer-staerke\/","title":{"rendered":"Zuchtkartoffeln mit besonderer St\u00e4rke"},"content":{"rendered":"<p><b>Kartoffeln enthalten zwei Arten von St\u00e4rke; oft ist aber nur eine Form gefragt. Da eine Trennung aufwendig ist und gentechnisch ver\u00e4nderte Pflanzen wenig akzeptiert sind, wollen Forscher neue Knollen z\u00fcchten &#8211; klassisch, aber mit Kenntnissen aus der Gentechnik.<\/b> <\/p>\n<p>St\u00e4rkek\u00f6rnchen im Gewebe einer Kartoffel. Die Farbreaktion mit Jod wird genutzt, um mikroskopisch nachzuweisen, ob die Knolle so wie hier weitgehend frei von Amylose ist. Rund ein Drittel der in Deutschland angebauten Kartoffeln dient einzig zur St\u00e4rkeproduktion. Mit dem wei\u00dfen Pulver lassen sich S\u00fc\u00dfspeisen und So\u00dfen andicken. Die Papier- und Textilindustrie nutzt es etwa f\u00fcr klebende Gummierungen oder glattere Webf\u00e4den. Was man dem Pulver nicht ansieht: Es enth\u00e4lt zwei Varianten St\u00e4rke, Amylose und Amylopektin. Sie unterscheiden sich in ihrem molekularen Aufbau und damit auch in ihren Eigenschaften. F\u00fcr viele Anwendungen eignet sich Amylopektin, das knapp 80 Prozent der St\u00e4rke in der Kartoffel ausmacht, oft besser. Verfahren, um beide Formen zu trennen, sind sehr aufwendig. Daher suchen Forscher seit Jahren nach anderen Wegen. <\/p>\n<p>Gentechnisch ver\u00e4nderte Knollen, die nur Amylopektin bilden, gibt es inzwischen. Als anbaubare Sorte sind sie jedoch noch nicht zugelassen und Transgenes auf dem Acker wird ungern akzeptiert. Forscher des <a href=\"http:\/\/www.ime.fraunhofer.de\/\" >Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME<\/a> arbeiten daher an einer Alternative: Sie z\u00fcchten eine neue Kartoffelsorte klassisch. Gef\u00f6rdert wird das Verbundprojekt von der <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/\" >Fachagentur f\u00fcr nachwachsende Rohstoffe (FNR)<\/a>. &#8221;Aus der Gentechnik wissen wir, dass nur ein einziges Gen ausgeschaltet werden muss, damit die Kartoffel keine Amylose mehr bildet&#8221;, sagt Jost Muth vom IME. Dazu behandeln die Forscher Kartoffelsamen mit dem Stoff Ethylmethansulfonat, einer Substanz, die seit langem in der Z\u00fcchtung eingesetzt wird. Sie erzeugt zuf\u00e4llige Punktmutationen im Erbgut. Diese analysieren die Wissenschaftler und w\u00e4hlen Pflanzen aus, deren &#8221;Amylose-Gen&#8221; besch\u00e4digt ist, um sie weiter zu z\u00fcchten. Ein Problem dabei ist, dass die typische europ\u00e4ische Kartoffel vier Kopien des Gens tr\u00e4gt, die meist nicht ganz identisch aussehen. &#8221;Um Ver\u00e4nderungen des Gens \u00fcberhaupt nachweisen zu k\u00f6nnen, mussten wir daher erst Kartoffeln finden, bei denen die Kopien gleich aussehen&#8221;, sagt Muth. &#8221;Nur diese Kartoffeln z\u00fcchten und mutieren wir weiter.&#8221; <\/p>\n<p>Die vielversprechendsten Kandidaten sind nun bei einer kooperierenden Biotechfirma, die durch Kreuzung Eigenschaften wie Resistenz und Ertrag optimieren wird. Die IME-Forscher analysieren das Erbgut jeder Pflanzengeneration. Nur Kartoffeln mit je zwei defekten &#8221;Amylose-Genen&#8221; werden weitergez\u00fcchtet, um die Mutation zu erhalten. Die besten unter ihnen werden abschlie\u00dfend gekreuzt. Ein Sechsunddrei\u00dfigstel ihrer Nachkommen tr\u00e4gt dann vier defekte &#8221;Amylose-Gene&#8221; und damit die Voraussetzung, nur noch Amylopektin zu bilden. Bis die ersten amylosefreien Zuchtkartoffeln auf dem Acker bl\u00fchen, rechnen die Forscher allerdings noch mit einigen Jahren. <\/p>\n<p><b>Ansprechpartner:<\/b> <br \/>Dr. Jost Muth <br \/>Tel.: 0241-80-2 81 19, Fax -2 01 45, <br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:jost.muth@ime.fraunhofer.de\">jost.muth@ime.fraunhofer.de<\/a> <\/p>\n<p>Dr. Dirk Pr\u00fcfer <br \/>Tel.: 0241-80-2 81 21 und 02972-3 02-2 22, Fax -3 68, <br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:dirk.pruefer@ime.fraunhofer.de\">dirk.pruefer@ime.fraunhofer.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Kartoffeln enthalten zwei Arten von St&auml;rke; oft ist aber nur eine Form gefragt. 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