{"id":7250,"date":"2004-07-29T00:00:00","date_gmt":"2004-07-28T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20040729-01n"},"modified":"2004-07-29T00:00:00","modified_gmt":"2004-07-28T22:00:00","slug":"biogas-report-anbau-von-energiepflanzen-wird-lukrativer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biogas-report-anbau-von-energiepflanzen-wird-lukrativer\/","title":{"rendered":"Biogas-Report: Anbau von Energiepflanzen wird lukrativer"},"content":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung geht davon aus, dass langfristig mehr als zehn Prozent des Prim\u00e4renergiebedarfs Deutschlands \u00fcber Biomasse gedeckt werden kann. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Biogas, aus dem sich Strom und W\u00e4rme, aber auch Kraftstoff gewinnen l\u00e4sst. Um das Potenzial dieser umweltfreundlichen und regenerierbaren Energieform auszusch\u00f6pfen, bedarf es aber noch erheblicher Forschungsanstrengungen. Problemfelder sind zum Beispiel unerw\u00fcnschte Beistoffe wie Spurengase oder die noch nicht befriedigende Energieeffizienz. In der neuen Ausgabe des <b><a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20040729-01\/R9_2004-1_0005.pdf\" >ForschungsReports<\/a><\/b> (1\/2004), dem Wissenschaftsmagazin des Senats der Bundesforschungsanstalten, informiert der Biogas-Technologe Dr. Peter Weiland von der <a href=\"http:\/\/www.fal.de\/\" >Bundesforschungsanstalt f\u00fcr Landwirtschaft (FAL)<\/a> \u00fcber die Technik der Biogaserzeugung und die Arbeiten seines Teams. Schon 1952 hatte die FAL als erste Forschungseinrichtung in Europa verschiedene Biogasanlagen auf ihrem Gel\u00e4nde zu Versuchszwecken errichtet.<\/p>\n<p>Biogas entsteht bei der Zersetzung von organischem Material. In einem mehrstufigen Prozess verg\u00e4ren Mikroorganismen unter Ausschluss von Luft bzw. Sauerstoff hochmolekulare Stoffe wie G\u00fclle oder Pflanzenteile zu niedermolekularen Bausteinen, die schlie\u00dflich zu einem brennbaren Gasgemisch aus Methan und Kohlendioxid umgesetzt werden. Je nach Ausgangsstoff kann Biogas aber auch geringe Mengen an Schwefelwasserstoff enthalten, das die Nutzungsaggregate korrodieren l\u00e4sst und entfernt werden muss. In der Praxis besorgen das Schwefelbakterien, die im G\u00e4rsubstrat nat\u00fcrlicherweise vorkommen. Doch deren Leistung ist h\u00e4ufig unzureichend, da sie nicht gen\u00fcgend Besiedlungsfl\u00e4che im Reaktor vorfinden. Das Team von Peter Weiland konnte zeigen, dass es mit Hilfe eines speziellen Rieselfilters technisch m\u00f6glich ist, die Besiedlungsfl\u00e4che f\u00fcr die n\u00fctzlichen Helfer zu erh\u00f6hen und den Schwefelwasserstoffgehalt um bis zu 99% zu verringern.<\/p>\n<p>Zur Erzeugung von Biogas werden bisher \u00fcblicherweise Reststoffe aus der Landwirtschaft verwendet. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der derzeit rund 2.000 Anlagen in Deutschland steht daher auch in landwirtschaftlichen Betrieben. Mit der jetzt in Kraft tretenden Neuregelung des Erneuerbare Energien Gesetztes (EEG) wird f\u00fcr die Bauern auch der gezielte Anbau von Energiepflanzen interessanter, da f\u00fcr die Stromerzeugung aus pflanzlichen Materialien ein Bonus von bis zu 6,0 Cent\/kWh gezahlt wird. Geeignet sind grunds\u00e4tzlich alle Gr\u00fcnpflanzen, solange sie nur eine geringe Verholzung aufweisen. Welche Pflanzen besonders in Frage kommen, wird an der FAL derzeit untersucht. Die Unterschiede sind betr\u00e4chtlich: Aus einer Tonne Futterr\u00fcbensilage lassen sich 95 Kubikmeter Biogas gewinnen, aus einer Tonne Maissilage 213 Kubikmeter. <\/p>\n<p>Lukrativ ist auch die Verarbeitung von R\u00fcckst\u00e4nden aus der Lebensmittel- und Agrarindustrie, denn die hierbei erzielten Entsorgungserl\u00f6se k\u00f6nnen die Rentabilit\u00e4t der Biogaserzeugung verbessern. Aus Gem\u00fcseabf\u00e4llen lassen sich im Schnitt 60 Kubikmeter Biogas pro Tonne gewinnen, aus einer Tonne Glycerin, das bei der Produktion von Biodiesel anf\u00e4llt, sogar stolze 810 Kubikmeter. Bei einem durchschnittlichen Methangehalt von 60 Volumenprozent entspricht ein Kubikmeter Biogas 0,6 Kubikmetern Erdgas oder 0,6 Litern Heiz\u00f6l.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Verstromung von Biogas stehen heute unterschiedliche Motortypen zur Verf\u00fcgung, die sich im Wirkungsgrad, der Lebensdauer und den Investitionskosten deutlich unterscheiden. Eine interessante Zukunftsperspektive sind Brennstoffzellen, die h\u00f6here elektrische Wirkungsgrade und geringere Schadgasemissionen aufweisen. Dazu ist allerdings eine Aufbereitung des Biogases zu biogenem Wasserstoff notwendig. Derzeit wird ein entsprechendes Verfahren an der Biogasanlage der FAL erstmals im halbtechnischen Ma\u00dfstab erprobt. Dar\u00fcber hinaus befasst sich die Bundesforschungsanstalt auch mit der Verwendung von Biogas als Kraftstoff. Hierzu muss das Gas so aufbereitet werden, dass es mit den f\u00fcr Erdgas entwickelten Techniken kompatibel ist. Durch den Einsatz von Biogas k\u00f6nnten die fahrzeugspezifischen Emissionen an Stickoxiden, Kohlenmonoxid und h\u00f6heren Kohlenwasserstoffen deutlich vermindert werden.<\/p>\n<p>Der Beitrag \u00fcber Biogas im ForschungsReport 1\/2004 ist Teil des Schwerpunktthemas &#8220;Agrartechnik&#8221;. Das 52-seitige Magazin kann kostenlos bezogen werden \u00fcber die <\/p>\n<p><b>Gesch\u00e4ftsstelle des Senats der Bundesforschungsanstalten<\/b><br \/>Messeweg 11\/12<br \/>38104 Braunschweig<br \/>Tel.: 0531\/299-3396 oder 0531\/596-1016<br \/>e-Mail: <a href=\"mailto:senat@bba.de\">senat@bba.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundesregierung geht davon aus, dass langfristig mehr als zehn Prozent des Prim&auml;renergiebedarfs Deutschlands &uuml;ber Biomasse gedeckt werden kann. 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